Sammelaktion für Revision von «Leu» und «Ueli» hat Erfolg

«Leu» und «Ueli» sind die beiden ältesten Basler Fähren über den Rhein. Nun werden die Fähren einer Revision unterzogen, die von den Fährimännern und zahlreichen Spendern mit viel Goodwill unterstützt wird.

Muenster-Faehre auf dem Rhein in Basel am Freitag, 5. Juni 2009. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind Grossbasel und Kleinbasel mit Fluss-Faehren verbunden. Die Stiftung Basler Faehren betreibt vier Faehren: St. Alban-Faehre "Wild Maa", Muenster-Faehre "Leu", Klingental-Faehre "Vogel Gryff" und St. Johann-Faehre "Ueli". (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Unter dem Münster und vor der Dreirosenbrücke pendeln mit «Leu» und «Ueli» die beiden ältesten Basler Fähren über den Rhein. Doch ihr Charme bröckelt, die Witterung hat dem Holz arg zugesetzt. Nun werden die Fähren einer Revision unterzogen, die von den Fährimännern und zahlreichen Spendern mit viel Goodwill unterstützt wird.

Zu Beginn des Jahres 2015 werden sich Rheinpendler in Basel beschränken müssen, wenn sie mit der Fähre von einem Ufer ans andere übersetzen wollen. Die «Ueli»- und die «Leu-Fähri» werden dann nämlich vorübergehend trockengelegt und – eine nach der anderen – einer Revision unterzogen. Die Arbeiten dauern drei Wochen und sind eine Routineangelegenheit, abgenutzte Teile müssen ersetzt und der Rumpf muss auf allfällige Schäden untersucht werden.

Die Fähren sind das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt, ungefähr alle fünf Jahre ist eine Revision fällig. Die Arbeiten sind also Routine, neu sind aber die Umstände ihrer Durchführung. Denn die Revision kostet Geld: 40’000 Franken sind es, die pro Fähre investiert werden müssen.

Bis anhin war der Fähri-Verein Basel vollumfänglich für die Kosten der Revision aufgekommen, nun beteiligen sich zum ersten Mal Vertreter der Fährimänner an der Finanzierung. Noa Thurneysen, der sich mit seinem Vater Jacques den Dienst auf der «Leu-Fähri» vor dem Münster teilt, initiierte zu diesem Zweck ein Crowdfunding.

Im Video erklärt er den Hintergrund der Aktion:

Die Crowdfunding-Aktion war gerade mal 16 Tage alt, da hatten 100 Spenderinnen und Spender den avisierten Betrag bereits geknackt und über 10’000  Franken beigesteuert (Stand 18. November 13.00 Uhr). «Es ist schön zu erleben, wie sehr die Basler Bevölkerung hinter ihren Fähren steht», sagt Jacques Thurneysen, die Crowdfunding-Aktion sei neben dem finanziellen Zustupf auch ein wertvolles Statement. 

10'540 Franken für die Revision der Münsterfähren.

(Bild: Screenshot wemakeit)

Crowdfunding: Alles oder nichts.
Beim Crowdfunding muss der vom Initianten festgelegte Betrag innerhalb einer bestimmten Frist zusammenkommen. Im Fall des Fähri-Crowdfundings waren das 10‘000 Franken. Wenn der Betrag bis zum Ende der Frist nicht zusammenkommt, platzt die Aktion und die Spenderinnen und Spender erhalten ihr Geld zurück. Das Alles-oder-nichts-Prinzip birgt für die Initianten also ein gewisses Risiko.

Als Statement interpretiert auch die Präsidentin des Fähri-Vereins Basel, Brigitta Jenny, die Initiative der Fährimänner. «Uns freut es natürlich, dass Noa Thurneysen etwas Neues ausprobiert hat – und besonders, dass sich seine Idee gleich so gut umsetzen liess», sagt Jenny. Dabei hätten zweifelsohne auch die Medienberichte geholfen, die Aktion bekannt zu machen. Auch wenn hie und da ein falscher Eindruck vermittelt worden sei.

Fähri-Verein ist nicht pleite

So habe zum Beispiel nicht die Zahlungsunfähigkeit des Vereins das Crowdfunding erzwungen. Private Gönner und Institutionen, Stiftungen oder Zünfte halten Basels Fähren wassertauglich, auf staatliche Gelder ist der Verein nicht angewiesen. «Unser Verein hat zurzeit über 4000 Mitglieder, mit ihren Jahresbeiträgen können wird den Unterhalt der Fähren gut bestreiten», sagt Jenny.

«Mit den Mitgliederbeiträgen können wir den Unterhalt der Fähren bestreiten.»

Brigitta Jenny, Präsidentin Fähri Verein Basel

Auch ein Antrag beim Lotteriefonds habe zu keinem Zeitpunkt zur Debatte gestanden, zumindest nicht im Falle der anstehenden Revisionen. Einen grosszügigen Beitrag erhielt der Verein aber vor zwei Jahren als die alte, hölzerne Klingentalfähre durch eine neue aus Kunstoff ersetzt werden musste.

Die alten Fähren sollen noch lange erhalten bleiben

«Leu» und «Ueli» sind als älteste verbliebene Fähren noch aus Holz, und Jacques Thurneysen wünscht sich, dass das noch lange so bleibt. Seit 1996 ist er nun bereits Fährimaa der «Leu-Fähri», die bei guter Wartung über eine Lebensdauer von rund 30 Jahren verfügt. Passionierte Rheinpendler werden den vorübergehenden Ausfall der Fähren verschmerzen. Denn wie die Crowdfunding-Aktion eindrücklich zeigte, ist auch ihnen viel an der Langlebigkeit der Basler Fähren gelegen.

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In den Wintermonaten zwischen Oktober und März sind die Fähren täglich von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr in Betrieb.
Fahrpreise: Erwachsene 1.60 / Kinder CHF -.80 / Kinderwagen, Hunde & Velo, -.80. Preisänderungen vorbehalten
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Konversation

  1. Das es mit dem Crowdfunding der Fähren geklappt hat, freut mich.
    Deshalb könnt ihr nun auch noch gerne ein weiteres lokales Projekt, die Braubude Basel (die Tageswoche hat darüber berichtet) unterstützen.
    https://wemakeit.com/projects/braubude-basel Wir würden uns über jeden Beitrag freuen und es gibt auch Goodies dafür als ideales Weihnachtsgeschenk 🙂

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