Studierende protestieren mit vollen Bäuchen gegen leere Köpfe

Eine Gruppierung von Studierenden reagiert mit einem Protest-Zmittag auf den Bildungsabbau an der Uni Basel. 

An die 100 Personen haben am Protestessen teilgenommen.

«Plenus venter non studet libenter» – ein voller Bauch studiert nicht gern, heisst es. Und man muss nicht an der Uni gewesen sein, um zu wissen, dass das nicht stimmt. Den Beweis dafür erbringen die Studierenden gleich selbst.

«Bildung macht hungrig – hungrig auf Bildung», lautete das Motto, unter dem die neue und selbstorganisierte Gruppe Kritische Studierende Uni Basel zu einem Protest-Zmittag gegen den Bildungsabbau lud. Nachdem das Wetter den Organisatoren zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, wurde jetzt freudig der Vollzug vermeldet:

Gut 100 Menschen nahmen heute an einem Protestessen der Kritischen Studierenden teil. Auf Teppichen, einem alten Sofa und Klappstühlen fand ein gemütliches Zmittag mit Essen statt, das aus Containern und Überschüssen von Bio-Bauernhöfen zusammengetragen wurde.

Während des Essens seien Flyer verteilt worden, um auf den Abbau an der Uni aufmerksam zu machen. Im Kontrast zum Leistungs- und Zeitdruck des Studiums habe ein «solidarischer, entspannter Austausch» zwischen den Studierenden verschiedener Fakultäten und Semester stattgefunden: «So könnte Uni sein!»

Konversation

  1. Gewisse Kommentare hier suggerieren, dass ein Universitätsstudium hierzulande heutzutage nach wie vor der „Oberschicht“ vorbehalten ist und demnach Studierende selbstverständlich über ausreichend finanzielle Rückendeckung verfügen. Auch wenn die soziale Herkunft nach wie vor mitenscheidet, widerspiegelt diese Ansicht jedoch nicht die Realität. Wenn man sein Weltbild mit abgedroschenen Allgemeinplätzen und Gehörtem in Worte fasst, wird dieses nicht wahrer. Von Studierenden bedingungslose Dankbarkeit dafür zu erwarten, dass sie studieren dürfen, ist nicht angebracht. Besonders dann nicht, wenn diese mit einer friedlichen Aktion auf berechtigte Missstände hinweisen.

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  2. Ein starkes Zeichen: Die Jugend «isst aus Protest».

    Bisher kannte man das nur von «Charity-Veranstaltungen» der Reichen, die aus Protest gegen die Ungerechtigkeit der Welt ihre starke Botschaft gleich selbst verfrassen.

    Gratulation: Was Mami kann, das kann Sohnemann noch lange.

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    1. Jaja es ist gut, wir haben’s langsam gehört: Studierende sind allesamt verweichlichte Muttersöhnchen, deren grösste bis einzige Leistung es ist, ihrer superreichen Familie und dem Staat gleichzeitig auf der Tasche zu liegen.
      Würden Sie gerne noch weitere langweilige Klischees mit uns teilen?

      Zum eigentlichen Thema: Ob die Form des Protest in diesem Fall glücklich gewählt ist sei dahingestellt aber wenn man sich die momentane Situation an der Uni anschaut, dann haben die Studierenden allen Grund sich dagegen zu wehren. Wenn wir uns die Dekadenz sparen würden, die wissenshungrige Jugend als verschüpfte Träumer zu verlachen, dann könnten wir uns vielleicht darüber freuen…aber das wäre wohl zu viel verlangt…

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  3. Es macht Hoffnung, zu lesen, dass Studenten hungrig auf Bildung sind. Andererseits beschämt es auch, wenn Studenten solches äussern. Wo sollte man sonst seinen Wissenshunger befriedigen als in der von uns bezahlten Universität?

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