Trister Alltag im Bunker

Die Oberbaselbieter Gemeinde Buus quartiert Asylbewerberinnen in einer kalten Zivilschutzanlage ein. Die Frauen aus Eritrea beklagen sich über die unwürdige Unterbringung.

Hier treffen Welten aufeinander. Seit einigen Wochen erhalten die Eritreerinnen von einer privaten Frau Deutschnachhilfe. (Bild: Alex Preobrajenski)

Die Oberbaselbieter Gemeinde Buus quartiert Asylbewerberinnen in einer kalten Zivilschutzanlage ein. Die Frauen aus Eritrea beklagen sich über die unwürdige Unterbringung.

Der Buuser Gemeindeverwalter Beat Sägesser brüllt in den Telefonhörer. «Wir haben diesen Leuten einen Aufenthaltsraum in der Mehrzweckhalle angeboten. Kein Mensch ist gekommen!» Einmal mehr erhitzt die Unterbringung von Asylbewerbern die Gemüter. Doch dieses Mal sind es nicht besorgte Anwohnerinnen und Anwohner, die sich beklagen, sondern die Asylbewerber selbst. Genauer, die Asylbewerberinnen.

13 Frauen leben in Buus unter der Erde, nachts schliessen sie den Eingang mit einer tonnenschweren Zementtüre. Die Asylbewerberinnen aus Eritrea leben im Bunker, viele von ihnen seit bald zwei Jahren.

So lange ist es her, seit die Gemeinde die Zivilschutzanlage in ein Asylheim umgewandelt hat. Und weil sich das für vier Per­sonen, so viele müsste die Gemeinde gemäss Asylverordnung aufnehmen, wenig lohnt, übernahm Buus auch die Asylbewerberinnen aus vier Nachbargemeinden. «Verbundlösung» nennt sich das Modell. Zeitweise ­leben bis zu 20 Frauen in der engen Anlage.

Arbeiten verboten

Eine steile Treppe aus Sichtbeton führt unter den Boden in die Unterkunft. Im Eingangsbereich, eigentlich als Luftschleuse für Notfälle geplant, steht an der Wand eine improvisierte Dusche. Es ist kalt und feucht. Auf der einen Seite hat es zwei Schlafräume, auf der anderen eine Küche. Dazwischen, im Aufenthaltsraum, steht ein kleiner ­Altar mit einem verblichenen Jesus-Bild an der Wand.

Eine Gruppe Frauen sitzt vor einer Wandtafel. Eine Frau aus der Gegend unterrichtet hier seit einigen Wochen Deutsch in ihrer Freizeit. Baselland gehört zu jenen Kantonen, die Personen im Asylverfahren keinen Deutschunterricht ermöglichen. Und als einer von wenigen verbietet er ihnen jede Arbeit.

Buus erhält jährlich mehrere 10 000 Franken für seine Asylunterkunft.

Also sitzen die Frauen im Bunker, schlafen, beten, spazieren – oder sie fahren am Morgen nach Basel, gehen durch die Strassen, trinken Tee in Treffpunkten für Asylsuchende und kehren am Abend wieder zurück. Sie führen das Leben von Wartenden.

Viele der Frauen hatten bereits vor einem halben Jahr ihr entscheidendes Gespräch beim Bundesamt für Migration und warten noch immer auf den Bescheid. Dabei haben Flüchtlinge aus Eritrea derzeit gute Chancen auf eine Aufenthaltsgenehmigung.

Einmal luden die Frauen die Dorfbevölkerung zu einem Essen ein. Das war kurz, nachdem sie eingezogen waren und sich wunderten, weshalb niemand auf der Strasse grüsst.

Kritik vom Amt

Das Baselbieter Sozialamt kritisiert die dauerhafte Unterbringung in der Zivilschutzanlage. Rolf Rossi ist Leiter der Koordinationsstelle für Asylbewerber. Am Telefon bedauert er die ­Situation. «Wir haben die Gemeinde wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass wir diese Unterbringung längerfristig nicht für optimal halten.» Doch am Ende müssten die Gemeinden darüber entscheiden, was sie für richtig hielten. Es sei ein heikles Thema. Vorschreiben könne der Kanton den Gemeinden nichts.

Die Bedenken aus Liestal treffen in Buus auf wenig Verständnis. «Ich finde, das ist zumutbar», sagt Gemeindepräsident Marc Brodbeck. Man sei eben eine kleine Gemeinde, und für 20 Personen gebe es keine andere Möglichkeit. Nachdem Buus jahrelang die ­eigenen Asylbewerber in einem Nachbardorf untergebracht hatte, fühlte er sich in der Pflicht. «Es musste einfach mal jemand einen Nagel einschlagen.» Selber war Brodbeck bisher zwei Mal in der Unterkunft.

Eine Landrätin zu Besuch

Für die Gemeinde bedeutet die Verbundlösung eine angenehme Nebeneinkunft. Jährlich erhält sie mehrere Zehntausend Franken für den ­Betrieb der Anlage. Die Betreuung der Frauen hat der Kanton an das Unternehmen ABS abgetreten, welches sich in vielen Gemeinden um die Asylbewerber kümmert.

Die Aufsichtsfunktion liegt gemäss Verordnung immer noch bei der Gemeinde. Doch die Verantwortlichen in Buus machen einen grossen Bogen um die Unterkunft. Daran änderte sich auch nichts, nachdem in der Nacht wiederholt Jugendliche den Eingang mit Steinen und Flaschen beworfen und versucht hatten, die Türe aufzubrechen. Die waren bestimmt von einem anderen Dorf, heisst es bei der Verwaltung lapidar.

Die Hochschulabsolventin hat sich ihren Neuanfang in der Schweiz anders vorgestellt.

Unterstützung erhalten die Frauen von anderer Seite. Elisabeth Augstburger, Landrätin der EVP, hat vor einigen Tagen die Zivilschutzanlage ­besucht. In einer dringenden Interpellation will sie nun vom Regierungsrat wissen, ob es möglich sei, die Asylverordnung so anzupassen, dass Asylsuchende nicht mehr dauerhaft in Zivilschutzanlagen untergebracht werden. Die derzeitige Situation empfinde sie als untragbar.

Bei den Eritreerinnen wächst der Frust mit jedem Tag. «Wir haben un­seren Anfang in der Schweiz anders erwartet», sagt Simret F.*, die seit knapp zwei Jahren in Buus lebt. Wie viele der Frauen hat sie einen Hochschulabschluss und spricht fliessend Englisch.

Bescheidene Wünsche

In Eritrea knechtet die Regierung die gesamte Bevölkerung und verordnet ihr jahrelangen Staatsdienst. Die Frauen in Buus kamen nach Europa, um ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Ihre Wünsche sind bescheiden. Sie möchten arbeiten, eine Unterkunft mit Tageslicht und möglichst bald einen Entscheid. Das Einzige, was sie vor einigen Wochen erhalten haben, sind zwei kleine Heizungen.

Für Winterkleider fehle ihnen das Geld, sagen die Frauen. Monatlich erhalten sie gemäss Asylverordnung von der Betreuungsfirma 420 Franken. Davon gehen 70 Franken an das Umweltschutzabonnement. Neben dem Essen bleibt nicht viel übrig.

Trotz allen Schwierigkeiten, sagen die Frauen, bereuen sie ihre Flucht nicht. In Eritrea gebe es keine Zukunft für sie, und in der Schweiz hätten sie die letzte Hoffnung noch nicht verloren. Dabei müssen die Frauen hier nicht nur den eigenen Erwartungen gerecht werden. Das Geld für die oft kostspie­lige Reise nach Europa suchten viele bei Verwandten zusammen. Diese hoffen, dass sich die Investition auszahlt und eines Tages Geld aus der Schweiz zu ihnen zurückfliesst.

Von ihrem Leben im Bunker wollen die Frauen ihren Verwandten nichts erzählen. «Sie würden es ohnehin nicht glauben», sagt Simret. In Eritrea macht man sich andere Vorstellungen von einem Leben in der Schweiz.

Artikelgeschichte

Erschienen in der Wochenausgabe der TagesWoche vom 31.01.14

Konversation

  1. endlich konnte ich heute nach buus in den bunker.
    bin noch sehr bewegt und berührt.

    13frauen warten da seit 2jahren auf den bescheid-
    heute flatterte ein brief vom BAS ins haus. eine von ihnen durfte den bescheid für die aufenthaltsbewilligungB in empfang nehmen. die freude bei allen (!) frauen war riesig.

    im bunker ist es reichlich kühl- ich habe noch jetzt kalte füsse. aber vielleicht ist es die ganze atmosphäre.
    drinnen hats tatsächlich einen heizstrahler, einen tv und drei sofas- und ja: 1dusche. das warmwasser reicht vielleicht für 4duschen pro tag.
    2x die woche gibts präsenzkontrolle- ausgerechnet dann, wenn die frauen zum deutschkurs könnten. warten um zu unterschreiben heissts dann, offiziell nennt es sich allerdings betreuung.

    warm ums herz war mir allerdings durch die herzlichkeit, den tee, den ich bekam, das lachen, weinen und zusammensitzen und erzählen. von kindern, die nicht da sind…und von der hoffnung auf leben.

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  2. es ist tatsächlich so, dass wir für auch für Inhalte von Kommentaren, nicht nur von Artikeln verantwortlich gemacht werden können, wenn diese gegen die Schweizer Rechtsordnung verstossen. Das war der Grund für die Löschung des Kommentars von Buusner, da dieser den Tatbestand des Rassismus erfüllt. Wie bereits gesagt, seine Skepsis an sich war kein Grund, die kann er hier gerne äussern, wie auch jeder andere.

    An dieser Stelle möchte ich nochmals auf den Community Leitfaden verweisen, insbesondere die folgenden Absätze:

    – Verhalten Sie sich respektvoll und äussern Sie sich so, wie Sie es auch im direkten Gespräch tun würden.

    – Kritik ist willkommen, soll aber immer auf die Sache zielen und nie auf Personen.
    – keine justitiablen Inhalte

    II) Maxime: konstruktiv

    Mit jedem Ihrer Beiträge gestalten Sie die Dialogkultur ein klein wenig mit. Bringen Sie sich konstruktiv ein. Alle, die vor Ihnen einen Beitrag publiziert haben, haben Zeit und Energie investiert, weil ihnen das Thema wichtig ist. Respektieren Sie dies und publizieren Sie Ihren Beitrag nur, wenn Sie glauben, dass er die Diskussion voran bringt oder einen relevanten neuen Aspekt einbringt. (…)

    IV) Kritik, aber fair

    Wenn Sie anderer Meinung sind, sagen Sie es. Bleiben Sie dabei aber sachlich und begründen Sie mit Argumenten, warum Sie anderer Meinung sind. Beleidigen Sie niemanden, greifen Sie niemanden persönlich an. Formulieren Sie Kritik auf konkrete Beispiele bezogen und nicht pauschal oder verallgemeinernd. Provozieren Sie nicht, bloss um einen Meinungsaustausch anzuzetteln und überlassen Sie das letzte Wort ruhig mal jemand anderem. Verwenden Sie keine rassistischen, sexistischen und andere unangebrachten Äusserungen. Wenn Sie selber sich unfair behandelt fühlen, geben Sie nicht im gleichen Stil zurück, sondern informieren Sie uns via community@tageswoche.ch.

    @Maya Eldorado: Ich werde demnächst einen Blogeintrag veröffentlichen, der sich mit dem Umgang mit übergriffigen Kommentaren und der Debattenkultur im Internet beschäftigt. Ich würde mich freuen, wenn wir die Diskussion dann weiterführen könnten.

    @Lukas Leuthold: Ich habe Ihren Kommentar nicht gekürzt, weil Sie Gerüchte in die Welt gesetzt hätten, sondern weil Sie den Nutzer Buusner Ihrerseits persönlich angegangen sind. Und natürlich auch nicht, weil Sie ihn wegen seiner Asylantenfeindlichkeit kritisiert haben.
    Sie beziehen sich auf das Community-Mitglied „Holzapfel“: Das war vor meiner Zeit, ich kann nur so viel sagen, dass der Nutzer mehrmals verwarnt worden ist.
    Was Ihren Zensurvergleich angeht (..man hätte aus alten Zeitungen alle Texte herausschnippeln müssen..), würde ich eher den Vergleich zu einer Diskussion am Kneipentisch ziehen: Wer jemanden beleidigt, wird zur Verantwortung gezogen. Und wenn sich die Kontrahenten in eine Schlägerei verwickeln, werden sie ebenfalls zur Verantwortung gezogen, von der Polizei oder vom Kneipenwirt, der sein Hausrecht ausübt.

    Mit Gerüchten meinte ich, dass die Behauptungen von Buusner so gelesen werden könnten, er stellt nicht nachprüfbare Behauptungen über die Bewohnerinnen des Heims auf und verallgemeinert diese auf ihre mögliche Motivation hin.
    Den gesamten Kommentar von Buusner habe ich gekürzt, weil er mit einzelnen Kürzungen kaum noch Sinn ergeben hätte.

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  3. Liebe Frau Blanck
    irgendwas ist da nicht ganz „stringent“ an der Denk- und Handlungsweise ihrer Redaktion. Einen Teil meines obigen Kommentars „Mode, Telefon- und Sexverbot“ haben Sie gelöscht (finde ich nicht wirklich schlimm, aber unsinnig) und Sie begründen das so:

    Wenn man in einem Kommentar (Zitat) „Mutmassungen über den Lebenswandel oder den Charakter von Menschen anstellt, können wir eben auch verantwortlich gemacht werden dafür. (Gerade auch, wenn diese Mutmassungen zu Gerüchten werden sollten.)“ (Zitat Ende)

    Ist Ihnen dabei denn nicht aufgefallen, dass der Kommentator „Buusener“ hier anonym auftritt, dass eine Identität in keiner Weise irgendwie verifiziert ist? Wie also sollen über ihn Gerüchte auf Grund von Mutmassungen entstehen? Gerüchte über einen, den niemand kennt?
    Es ist also Quatsch, meine „Mutmassungen“ über ihn zu löschen, die bei genauerer Betrachtung ja nur FRAGEN sind.
    Sie können und müssen „Buusner“ nicht davor schützen, dass ich ihn gefragt habe, ob er einen Frust hat wegen zu wenig Sex oder Kinderlosigkeit, so dass er sich nun an den schwangeren Asylantinnen stört, die ganz offensichtlich Sex und Kinder haben…
    Ist meine Frage nicht durchaus plausibel? Und wird das Phantom „Buusener“ tatsächlich dadurch derart beleidigt, verunglimpft oder verleumdet, dass er/sie die TaWo deshalb anzeigen könnte?
    Echt ein Witz!

    Aber Danke, immerhin haben Sie nicht meinen ganzen Kommentar gelöscht.
    Liegt der Grund darin, dass ich mich auch ganz deutlich – so wie jeder halbwegs vernünftige Mensch – über „Buuseners“ Asylantenfeindlichkeit empört habe?

    Aber warum haben Sie bei „Buusener“ selbst gleich ALLES gelöscht? (So sehr mir sein Kommentar zuwider war, muss ich ihn hier doch verteidigen.) Man hätte allenfalls – wie bei mir – gewisse Details löschen können, wenn die denn dermassen gefährlich für die linken Spiesser unter uns Lesern gewesen wären. Aber gleich ALLES?
    (Ich zähle mich übrigens selbst auch zu den linken Spiessern)

    Nein, diese völlig inkonsequente und parteiische Zensiererei stellt der Redaktion wirklich kein gutes Zeugnis aus. Denn damit wird die reine Willkür betrieben.

    Das zeigt auch das von mir oben bereits angeführte Beispiel mit dem ehemaligen Community-Mitglied Holzapfel. (Es sind 17 Seiten mit je 12 Kommentaren, also immerhin über 200 Texte, die sich auf seine Kommentare beziehen, in Ihrem Archiv!):
    Viele Monate lang und vermutlich hunderte Mal hat man also Holzapfel machen lassen. Zum Teil wurden seine Kommentare gar auf der Titelseite zitiert oder unter die „ausgewählten Kommentare “ gehievt.
    Aber dann schmiss man ihn raus, statt einzelnen Stellen zu löschen wie jetzt bei mir?
    Was hatte er verbrochen?
    Und dann löschte man auch noch alles, was er je geschrieben hatte, auch das, was selbst die Redaktion zuvor noch gut gefunden hatte?
    Ist das nicht völlig irre?

    Dazu habe ich diesen Kommentar hier gefunden (Zitat):
    „Still und leise
    von H J Martens am 7.10.2013 um 20:18Uhr
    Es gab sehr viel lustigere und witzigere Beiträge eines gewissen Herrn Holzapfel. Eine Sache ist, dass er ausgesperrt wurde; da hat die TaWo ihr Hausrecht ausgeübt, also kein Kommentar dazu. Dass aber im gleichen Aufwasch alle seine Hunderten von Beiträgen gelöscht wurden, grenzt an Geschichtsklitterung, als wollte man ihn zur Unperson machen. Er war aber einer der profiliertesten Blogger in der ganzen Community. Es hätte doch völlig gereicht, die einzelnen Kommentare zu löschen.
    Mein Vertrauen in die TaWo, die ja den Begriff „Leserzeitung“ oft und gerne genannt hat, ist massiv angekratzt. Zu Fehlern muss man stehen, dann bleibt das Vertrauen intakt.“

    (Zitat Ende)
    Mir ist noch ein Vergleich eingefallen, wenn Sie schon nicht auf die „Geschichtsklitterung“ im Stil des Wahrheitsministeriums aus „1984“ eingehen mögen, die ich oben schon angesprochen hatte, Frau Blanck.
    Ohne diesen Holzapfel überbewerten zu wollen: Möglicherweise wissen Sie, was der Genosse Stalin einst mit dem Andenken des Genossen Trotzki anstellen liess.
    Stalin wollte jede Erinnerung an seinen einstigen Rivalen tilgen, den er in Mexiko mit einem Eispickel niedermetzeln liess. Und so sorgte Stalin dafür, dass Trotzki von allen alten alten Fotos weg retuschiert wurde, auf denen er mit Lenin zusammen zu sehen gewesen war. Hier ein paar Beispiele:
    http://www.tc.umn.edu/~hick0088/classes/csci_2101/false.html

    Genau so ist also auch der Umgang der Tageswoche mit in Ungnade gefallenen Community-Mitgliedern und dies sogar auf Kosten des eigenen Archivs der Kommentare, das man verstümmelt, um Ungeliebte gründlichst aus dem Blatt zu „tilgen“.
    Was für ein Irrsinn!

    Spannend daran ist meiner Ansicht nach, dass man das nur darum tut, weil es per Mausklick möglich ist. Digitaler Irrsinn also… (Vor 30 Jahren wäre das nicht gegangen, denn da hätte ein Mitarbeiter mit einer Schere ins Archiv steigen müssen, um aus den alten Zeitungen alle Texte heraus zu schnippeln und dennoch wäre die nämlichen Texte in anderen Archiven natürlich drin und die Wahrheit also wahr geblieben.
    Heute kann man diese manipulative Vergangenheits-, Wahrheits- und Selbstverstümmelung aber ganz leicht haben, also tut man es auch ganz leicht, nämlich aufs Erbärmlichste unreflektiert.)

    Der Fall des „Buuseners“ ist das neuste Beispiel in diesem total unwürdigen Spielchen der Redaktion.

    PS: Neben „Holzapfel“ gab es noch „Hochhuth“ , mit dem man das Gleiche gemacht hat (im TaWo-Archiv sind noch ca. 190 Kommentare zu finden, die sich an ihn richten, ohne dass man verstehen kann, was er wohl geschrieben haben mag.).

    Ich hoffe, Sie vertragen diese Gedanken und müssen mich jetzt nicht auch löschen…

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  4. Mir ist bei der ganzen Debatte nicht mehr wohl.

    Das Neueste hier:
    http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/klaeger-gegen-muslima-plakat-schweinerei-und-schadet-der-demokratie-127640164
    Auch das wird noch Einiges an Luft aufwirbeln.
    Da wurde auch gesagt: Etwas, was gegen Muslime gesagt wird, ist kein Rassismus, weil es keine Bevölkerungsgruppe, sondern eine Religion ist.

    Dann der Komiker – wie heisst er schon wieder? Der mit der Aussage über die Juden. in der gleichen Sendung hat er auch Länder in Europa auf ähnliche Art charakterisiert. Niemanden scheint das aufgefallen zu sein. Er hat unvorsichtig charakterisiert. David Klein hat offenbar auf facebook direkt und auf eine gemeine Art angegriffen.
    Bei den Juden/Israeli kommt noch der ganze Holocoust dazu, was wirklich sehr, sehr schlimm war. Nun benutzen die Israeli das auch als Machtmittel. Wie sonst lässt es sich erklären, dass das von weiten Teilen in der Welt einfach hingenommen wird, dass die Palästinenser, vor allem im Gazastreifen sukzessive enteignet werden – und alle wissen es. Der Gazastreifen ist ein überdimensionniertes Gefängnis.
    Rassismus kann ausgesprochen werden – Rassismus kann gelebt werden, was weitaus viel schlimmer ist.

    Rassismus und der Rassismusartikel wird uns noch sehr, sehr beschäftigen. Es beinhaltet auch eine grosse Gefahr. Solche, die sowas aussprechen, werden an entsprechenden Orten eliminiert. So ist das oberflächlich in Ordnung gebracht und man kann wieder zur Tagesordnung hinübergehen.
    Aber man muss dann etwa nicht meinen, dass damit das Problem auch gelöst ist. Dann taucht es einfach in den Untergrund und kann dort weit gefährlicher werden.

    Es besteht noch eine weitere Gefahr:
    Wenn immer mehr nicht mehr ausgesprochen werden darf, auch wenn es so rechtens ist, nach dem aktuellen Recht, besteht die Gefahr, dass immer weniger Probleme wirklich angegangen werden können und damit die Auseinandersetzungen immer seichter werden und die Probleme gar nicht mehr bis auf den Grund angepackt werden können.

    Ich will damit aber nicht sagen, dass die TW gewisse Community-Beiträge aus diesem Grund löschen muss.
    Eher sollte man einmal grundsätzlich diskutieren wo Verantwortung für andere anfängt und wo sie keinen konstruktiven Sinn machen.

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  5. Hausrecht ist ja schön und gut. Ebenfalls ist es das Recht der TaWo, jemanden aus der Community aus zu schliessen. Selbst wenn sie dabei willkürlich vorgeht. Schon klar.

    Was mich aber an der Sache wirklich irritiert, ist dieser Übergriff mit dem Löschen aller Kommentare dieser Person und dem damit verbundenen Beschädigen von Teilen des eigenen Zeitungsarchivs. Da überzeugt mich Ihr Beispiel mit der Beizenschlägerei nicht besonders und dien Parallele zu Stalin oder Orwell ist wesentlich einleuchtender.

    Auch stellt sich natürlich die Frage, ob man Holzapfel beim Vorwarnen schon angedroht hat, man werde all seine Kommentare tilgen.
    Abgesehen davon, dass es einfach ein unvorstellbar barbarischer Akt für Leute ist, die sich dem Journalismus, der Aufklärung und der Wahrheit verpflichtet fühlen.
    Angeblich…

    Nein, im Ernst, wer immer das erzählt bekommt, kann es schlicht nicht fassen und glauben. Das ist nun mal unterste Schublade und ich hätte das nicht mal einem Roger Köppel zugetraut.

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  6. wir als Redaktion der TagesWoche sind für die Inhalte auf unserer Seite verantwortlich, auch in juristischer Hinsicht. Wenn nun ein Leser in einer Diskussion Mutmassungen über den Lebenswandel oder den Charakter von Menschen anstellt, können wir eben auch verantwortlich gemacht werden dafür. (Gerade auch, wenn diese Mutmassungen zu Gerüchten werden sollten.) Daher haben wir uns letztlich für eine Ausblendung des Kommentars entschieden, auch wenn nun die Diskussion unterbrochen wird. Hinzu kommt, dass wir auf eine massvolle Diskussion wert legen, in der niemand verunglimpft wird. Der Leser kann gerne seine Skepsis in nüchterneren Worten nochmals äussern. Mit freundlichen Grüssen, die Community Redaktorin

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  7. Danke, sie bringen es auf den Punkt.
    als ich gestern diesen Kommentar von „Buuser“ las, da war ich natürlich entsetzt über diese offene SVP-Haltung, die schon an der Grenze zu Ultra-Rehts entlang schrammte.
    Andererseits freute ich mich, dass hier mal jemand in der TaWo auftaucht, der eine Meinung vertritt, der man hier so gut nie begegnet.
    Es ist nicht schlecht, mit solchen Leuten zu diskutieren. Es ist irgendwo sogar sinnvoller, als sich nur mit Gleichgesinnten zu unterhalten.

    Schade also, dass die TaWo nun also Zensur übt und vor den politisch korrekten linken Spiessern einknickt. Da wird sich der politisch inkorrekte rechte Spiesser „Buuser“ nie mehr zu Wort melden und wir TaWo-Lesxer können schön in unserer „Gated Community“ unter uns bleiben und uns gegenseitig anöden.
    Zum Gähnen.

    Ich erinnre mich an das TaWo Community-Mitglied F.M. Holzapfel, der regelmässig gezündet und wunderbare Diskussionen und Streitereien angezettelt und befeuert hat. Den haben sie, glaube ich, raus geschmissen.
    War nicht angepasst genug.
    Wenn man nun in der Suchfunktion der TaWo seinen Namen eingibt, findet man dutzende von Kommentaren ANDERE Leser, die sich an ihn wenden, ihm antworten, ihm widersprechen. Es sind 11 Seiten mit Kommentaren, die sich an ihn richten. Aber seine Original-kommentare sind alle gelöscht worden.
    Damit hat die TaWo also ihr eigenes Archiv verfälscht und dutzende von Threads unbrauchbar gemacht.
    Ist das noch guter Journalismus oder nur noch Political Correctness jenseits der Grenze zur Selbstverstümmelung?
    Mich erinnert es an den roman „1984“ und das Wahrheitsministerium, wo die Vergangenheit nachträglich an die Bedürfnisse der Gegenwart angepasst wird.

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  8. Herr Leuthold,

    „Political Correctness“ und das ARG basieren auf ein bedenkliches Menschenbild – nämlich dass ein normal intelligenter Mensch Recht von Unrecht, Sinn von Unsinn nicht zu unterscheiden vermag.
    Es ist nur naheliegend, dass die TaWo „unkorrekte“ Beiträge filtert – denn nach dem Weltbild der PCler kann man dem durchschnittlichen TaWo-Leser so viel nicht zutrauen.
    Dass man damit jegliche anregende Diskussion abwürgt, ist Teil des Konzepts. PC ist wohl auch der Grund, dass hier selten die Klingen gekreuzt werden und die Fetzen fliegen. Dafür fast überall Grabesruhe… Zum Glück verirren sich noch ein paar „Buusner“ hierhin, die das Blut Anderer in Wallung bringen können.

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  9. Ohne Nacht kann man den Tag gar nicht erkennen.
    Ohne Licht gibt es keinen Schatten.
    Ohne Querschläger verkommt die Tageswoche zu einer Wohlfühloase. Was zwar nett und bequem ist aber jede Spannung abhanden kommt.

    @Lukas Leuthold
    Das ist nicht das erste Mal hier, dass ich auf jemandes Kommentar Stellung nehme. Dann war dieser Kommentar plötzlich weg.
    Ja, und als Holzapfel / Hochhut komplett aus der Community gekippt wurde, gab das einen grossen Einbruch in der Community.
    Man muss die beiden zusammen erwähnen. Hochhuth hatte noch einen zweiten Account hier Holzapfel. So konnte er seine inneren Kämpfe, die er mit sich selber hatte, austragen. Es ist ein Mensch, der links und rechts in sich vereint hatte.

    @Felicitas Blanck
    Ich hab da ein kleines Problem mit der Verantwortlichkeit.
    Einverstanden, die Redaktion der TW ist für ihre Inhalte verantwortlich auch in juristischer Hinsicht, wie Sie schreiben.
    Weiter: Sie weiten das auch auf die Community aus. Das die Redaktion auch für Aeusserungen der Community verantwortlich gemacht werden kann. Das befremdet mich sehr. Wir sind doch alles erwachsene Menschen. Jeder volljährige Mensch ist doch für seine Taten und Aeusserungen selbst verantwortlich. Eine Ausnahme sind die Kinder. Da können die Eltern zur Verantwortung gezogen werden.
    Ist das wirklich so, dass die Redaktion einer Zeitung verantwortlich gemacht werden kann, wenn volljährige Bürger, die nicht mal bevormundet sind, für dessen Aeusserungen verantwortlich gemacht werden kann.
    Wenn das so ist, finde ich das bedenklich.
    Wenn man solche Menschen mundtot macht und/oder ausschliesst, gehen die einfach woanders hin, wo sie ungestört ihre Meinungen platzieren können. Somit ist das Problem für die TW gelöst, menschheitlich gesehen aber gar nicht.

    Ich habe einen Vorschlag:
    Wäre es nicht möglich, dass die Redaktion der TW etwa so hinschreibt: „Die Redaktion der Tageswoche distanziert sich ausdrücklich von diesem Beitrag und ist mit dem Inhalt nicht einverstanden.“ Irgend etwa so.
    Hier bei diesem Artikel hat er ja ganz klar eine Abfuhr auch von uns Community-Mitgliedern erhalten.
    Das, was ich ganz oben geschrieben habe, gilt eben auch hier. Ohne diesen destruktiven Beitrag wäre die anschliessende Diskussion nie so lebendig geworden.

    Ich wünsche mir folgendes:
    Dass in einer der nächsten Mittendrin-Treffen dieses Thema zur Sprache kommt.
    Ich finde, dass dieses Thema nicht nur Sache der Redaktion ist, sondern auch der Community.
    Bitte um Antwort.

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