Umfrage zu den Regierungsratswahlen: Dürr abgewählt, Herzog als Präsidentin

Geht es nach der TagesWoche-Umfrage, würden drei Frauen und vier Männer den Sprung in die Regierung schaffen. Abgewählt wäre der Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr.

Wer ist am populärsten? Die TaWo-Leserschaft hat gewählt.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Geht es nach der TagesWoche-Umfrage, würden drei Frauen und vier Männer den Sprung in die Regierung schaffen. Abgewählt wäre der Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr.

Die TagesWoche wollte von Ihnen wissen, wen Sie sieben Monate vor den Wahlen in die Basler Regierung wählen würden. Über 1100 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt.

Repräsentativ ist die Umfrage nicht, auch stellt sie mathematisch gesehen kein Modell der eigentlichen Abstimmung dar. Ein absolutes Mehr wurde nicht errechnet und es konnten pro Urnengang mehr als sieben Stimmen abgegeben werde. Insofern hat diese Auswertung eher den Charakter eines Popularitätsbarometers.

Würde das TagesWoche-Publikum heute wählen, die siebenköpfige Regierung bliebe rot-grün dominiert und würde mit Heidi Mück (BastA!) sogar noch ein Stück weiter nach links rutschen.

Am meisten Stimmen holt Eva Herzog (SP). Die Finanzdirektorin erzielte auch bei den letzten Wahlen 2012 das beste Ergebnis. Herzog steht für eine erfolgreiche Finanzpolitik. Seit 2004 ist sie im Amt, seither schreibt Basel-Stadt schwarze Zahlen: Für 2015 präsentierte sie sogar einen Überschuss von 432 Millionen Franken.

Auf dem zweiten Platz landet Herzogs Parteikollege Christoph Brutschin mit 803 Stimmen. Der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt ist seit 2009 in der Regierung. In seiner Zeit wurden die Ausgaben im Bereich Soziales ausgebaut (Prämienverbilligungen, Familienmietzinsbeiträge).

Weiter regieren soll gemäss unserer Umfrage auch der Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP). Wessels ist seit 2009 im Amt. Schlagzeilen macht er immer wieder mit seiner Verkehrspolitik. Wessels polarisiert und schneidet trotzdem gut ab, über 670 Personen geben ihm ihre Stimme.

Cramer wäre drin, Dürr draussen

Auf dem vierten Platz landet Lukas Engelberger (CVP). Im Amt ist er zwar erst seit Sommer 2014, doch hat er in dieser Zeit die geplante Spitalkooperation mit Baselland erfolgreich vorangetrieben.

Die Kandidatin der Grünen, Elisabeth Ackermann, belegt Platz fünf in unserer Umfrage. 563 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich die Musiklehrerin als Nachfolgerin von Guy Morin in der Regierung.

Ebenfalls schafft Conradin Cramer (LDP) als Nachfolger von Christoph Eymann den Sprung in die Regierung. Der Anwalt der Kanzlei Vischer ist im Grossen Rat für seine lösungsorientierte Politik bekannt und geniesst offenbar auch bei linken Wählern Sympathien (das war auch schon bei Eymann so).

Heidi Mück (BastA!) würde mit 425 Stimmen den letzten Platz in der Regierung erhalten. Die Geschäftsleiterin einer Frauenorganisation hat sich vor allem als Gewerkschafterin und in der Bildungspolitik einen Namen gemacht.

Abwählt würde knapp Baschi Dürr (FDP, seit 2013 in der Regierung). Der Justiz- und Sicherheitsdirektor erreicht in unserer Umfrage 411 Stimmen, was wohl mit seinen umstrittenen Einsätzen bei Demonstrationen zu tun haben dürfte.

Keine Chance hätte Lorenz Nägelin von der SVP, mit dem die Bürgerlichen die rot-grüne Mehrheit in der Regierung zu Fall bringen wollen. Der Teamleiter bei der Sanität Basel kommt auf 237 Stimmen. Gar keinen Bedarf gibt es offenbar für einen GLP-Kandidaten: Nur 180 Personen wünschen sich die GLP in der Regierung.

Mit dem Rücktritt von Guy Morin wird auch das Regierungspräsidium frei. Sowohl die Bürgerlichen als auch Rot-Grün wollen Anspruch auf den Sitz erheben. Die Nase vorne beim Präsidium hätte gemäss der Umfrage Eva Herzog, obwohl sie kein Interesse an einem Departementswechsel zeigt. Elisabeth Ackermann folgt an zweiter und Baschi Dürr an dritter Stelle (dies, obwohl er abgewählt würde).

Konversation

  1. @ Sullivan Fisch
    Früher war die SP nicht so intellektuell wie heute. Zu Karli’s Zeiten war die SP noch eher eine Büezer-Partei und nicht so wie heute, eine Beamten-Partei. Damals war Kali Schyder ein typischer Linker, aber heute würde die Beamten-Partei ihn gar nicht mehr als Regierungsrat aufstellen. Weil zu wenig intellektuell und links.

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  2. Die Leute von der “Alten Stadtgärtnerei“ und des Union Kino wissen, dass Baschi Dürr mit den Demonstranten heute wesentlich freundlicher umgeht, als der Karli Schnyder. Der damaligen SP- Regierungsrat war ein richtiger “Law and Order Sheriff“. Herr Dürr ist da wesentlich zurückhaltender.

    Die litaneihaft vorgetragene Kritik an Baschi Dürr ist ideologisch und hat nichts mit der Realität zu tun

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  3. Proporz- mit Majorzwahlen zu vergleichen halte ich für mutig. Man kann es tun, nur würde ich es nicht tun. Es sind in meinen Augen doch zwei unterschiedliche Dinge.

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  4. Die einzige wirkliche Erkenntnis, die man aus dieser TagesWoche-Umfrage entnehmen kann, ist die Tatsache, dass Eva Herzog die beliebteste Kandidatin für das Regierungspräsidium wäre. Da die Nummer 2 bei bürgerlichen Wählenden weniger Chancen hätte, würde Herzog wohl eine Wahl ums Regierungspräsidium gewinnen. Ich kann nur hoffen, dass sie antritt. Schade bloss, dass das Präsidialdepartement so irrelevant ist.

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    1. Sie wollen ernsthaft die fähigste Regierungsrätin ins bedeutungsloseste Departement senden?

      Das halte ich für Resourcenverschwendung.

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    2. @georg

      d’accord! – angesichts der schmuckmesse:

      perlevorzöi.

      richtig fähige finanzchefinnen spriessen au z basel nidgrad us jedem hunderabättli

      (wenn überhaupt: die bewegung wär ja eher richtung bern, falls der platzhalter schlapp macht … «käluscht!» … aber da kommen Sie mir wieder mit der falschen parteiheimat und so ginggernillis ;-))

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    3. @chröttli: zu viele Vorurteile in der Fauna…
      Sogar ich bevorzuge in Bern anstatt „käluscht!“ eine oder einen aus der bösen SP 😉

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    4. @weber

      das registrier’ ich natürlich mit «tierischen vergnügen» 😉

      … die 4beiner erscheinen mir halt oftmals «humaner» …
      und bin dann angenehm überrascht.

      («gassi gehen?» –«käluscht!»)

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