Am Gundelitunnel scheiden sich die Geister

Linke und Grüne wollen den radikalen Schlussstrich, Automobilverbände sprechen vom letzten Ausweg aus der Verkehrsnot und der Regierungsrat hätte gerne einen Joker in der Hinterhand. Der Streit um den Gundelitunnel zeigt, wie verhärtet die Fronten in der Basler Verkehrspolitik sind. 

Der Grosse Rat möchte den Bau- und Verkehrsdirektor zum Umdenken bewegen. Dieser spricht sich gegen ein «Denkverbot» aus.

Die Debatte im Grossen Rat war hitzig, was angesichts des Themas nicht erstaunt: Es ging um Verkehr. Genauer um motorisierten Verkehr und noch genauer um einen neuen Hochleistungsstrassen-Strang durch die Stadt. Namentlich um den Gundelitunnel.

Mit einer Motion forderte SP-Grossrätin Dominique König-Lüdin, der Regierungsrat solle sich «verbindlich gegen den Ausbau von Strassenkapazitäten im Perimeter des Gundeldingertunnels» einsetzen.

So sehr sich Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels auch gegen «frühzeitige Denkverbote» in der Verkehrsplanung wehrte: Der Grosse Rat überwies die Motion im Dezember 2017 mit 43 Ja- gegen 40 Nein-Stimmen zur Berichterstattung an den Regierungsrat. Der Bericht ist nun da, voraussichtlich diesen Mittwoch wird das Parlament sein letztes Wort sprechen.

Ein Plan aus den 60er-Jahren

Der Gundelitunnel, eigentlich «Autobahnanschluss Basel City», ist ein Relikt der Verkehrsplanung aus den 1960er-Jahren (Bundesbeschluss zum National­strassennnetz vom 21. Juni 1960). Die Rede ist von einem vierspurigen Tunnel, der beim Güterbahnhof Wolf beginnt und mit zwei Ausfahrten beim Dorenbachviadukt und an der Binningerstrasse an die Oberfläche tritt.

Die Kosten für den Bau des Tunnels werden auf 600 Millionen Franken geschätzt – zwei Drittel davon würde der Bund übernehmen, wonach der Kanton Basel-Stadt noch immer 200 Millionen hinblättern müsste.

Das Projekt landete in der Schublade, die aber nie ganz geschlossen wurde. Regelmässig tauchte es wieder auf, überzeugte jedoch nicht durchschlagend – auch nicht die Regierung. So beginnt diese ihren Kommentar zur aktuellen Motion König auch mit den Worten:

«Bereits in der Strategie Hochleistungsstrassen aus dem Jahr 2015 hält der Regierungsrat fest, dass er das ursprüngliche Projekt des Gundeldingertunnels, auch bekannt als Autobahnanschluss Basel City (ABAC), nicht mehr weiterverfolgen will.»

Das Schwergewicht der Autobahnplanung verlagerte sich deutlich in Richtung Rheintunnel. Und von Quartierverein bis Exekutive war man sich einig, dass ein isoliertes Tunnelprojekt nicht zur Lösung, sondern höchstens zur Verlagerung der Verkehrsprobleme führen würde.

Mit Elba nochmal den Gundelitunnel versenkt

Dass der Gundelitunnel doch wieder auf dem Tisch landete, hat Basel-Stadt dem Landkanton zu verdanken. Die Entwicklungsplanung Leimental – Birseck – Allschwil (Elba) beinhaltete als Kernstück eine «stadtnahe Tangente», die von Allschwil kommend unter Binningen hindurch in eben diesen Gundelitunnel auf Stadtboden münden sollte.

Die eigentlich ausgesprochen autofreundlichen Baselbieter Stimmbürger erteilten der Elba-Vorlage aber im November 2015 eine überraschend deutliche Abfuhr. Und so landete die Strassentangente wieder in der Schublade. Im entsprechenden Dossier der Baselbieter Regierung ist sie nicht mehr aufgeführt. In Liestal wird indes gegrübelt, wie und vor allem wo sich der weniger umstrittene «Zubringer» vom Bachgrabengebiet zur Nordtangente realisieren lässt.

Der Basler Regierungsrat blickt über den mittelfristigen Planungshorizont der Baselbieter Verkehrsplaner hinaus. Weil der Bund Interesse an einer Ringlösung bekunde, könnten sich die Baselbieter vielleicht doch zu einer Neuauflage des Projekts bewegen lassen, heisst es in seiner Antwort auf die Motion:

«Vor diesem Hintergrund hält auch der Regierungsrat BS an seiner strategischen Stossrichtung einer Hochleistungsstrasse zwischen dem Gellertdreieck und dem Gebiet Dorenbach als integraler Bestandteil eines Ringsystems fest.»

Wem nützt der Tunnel?

Bei der Frage, was der Tunnel als Bestandteil eines Autobahnrings der Stadt und speziell dem Gundeldingerquartier bringen würde, scheiden sich die Geister radikal.

Die Regierung vertritt die Auffassung, dass das Gundeli vom Durchgangsverkehr entlastet würde. Doch dieser macht hier nur 26 Prozent aus. Auf den Längsachsen Dornacherstrasse und Gundeldingerstrasse sowie auf der Meret-Oppenheim-Strasse/Peter-Merian-Brücke ist er mit 50 bis 60 Prozent deutlich höher. Bei 39 Prozent handelt es sich um Quellverkehr, also Fahrten mit Ursprung im Quartier, und bei 35 Prozent um Zielverkehr, also Fahrten mit Ziel im Quartier (die Zahlen stammen aus der Verkehrserhebung Gundeldingen aus dem Jahr 2012).

Dennoch sei davon auszugehen, «dass der geplante Tunnel im Gundeldingerquartier 47 Prozent der Fahrzeugkilometer auf den Stadtstrassen reduziert», schreibt Roger Reinauer, Leiter des Basler Tiefbauamts, auf Anfrage der TagesWoche.

Der Durchgangsverkehr verästelt sich ausserhalb des Gundelis stark.

Es fehlt der Glaube an den Segen 

Raphael Fuhrer, Grossrat der Günen und Doktorand am Institut für Verkehrsplanung und Transportssysteme an der ETH Zürich, glaubt nicht an den beruhigenden Segen einer unterirdischen Stadtautobahn: «Wenn man sich den Ursprung und das Ziel des Durchgangsverkehrs zum Beispiel auf der Gundeldingerstrasse anschaut, sieht man, dass er zum grössten Teil aus dem Gebiet Grossbasel-West, Allschwil und Binningen kommt und nicht von der Nordtangente», schliesst er aus der Grafik, welche die Zugänge und Abflüsse des Durchgangsverkehrs darstellt. Er ende auf der anderen Seite auch nur zum Teil auf den Autobahnen A2 und H18.

«Der Gundeli-Durchgangsverkehr ist im Wesentlichen der Verkehr, der aus einem Nachbarquartier ins andere Nachbarquartier fährt», so Fuhrer weiter. «Die allermeisten Fahrten starten und enden im Gundeli selber, da hilft auch kein Tunnel, egal wo.»

Irgendwie scheint man auch im Bau- und Verkehrsdepartement nicht so richtig an den direkten Segen eines Tunnels für das darüberliegende Quartier zu glauben. Vielmehr bringe ein geschlossener Autobahnring dringend benötigte «Ausweichrouten» und «Kapazitätsreserven».

Ob die Tunnelpläne endgültig in die Tonne wandern oder weiterhin aus den Schubladen gezogen werden, wird sich wohl am Mittwoch klären.

Konversation

  1. Ein Strassenbauprojekt von 1960, der Hochphase des Automobilismus, das mit dem Wissen um die Klimaentwicklung in den 2020er Jahren umgesetzt werden soll – sprich wo wir bis 2050 eine vollständig dekarbonisierte Gesellschaft brauchen, um die vereinbarten Klimaziele von Paris (2015) und Bonn (2017) überhaupt erreichen zu können – ist schlicht: anachronistisch und alles andere, als enkeltauglich (und bei 100% globaler Dekarbonisierung klappt auch die Freikaufstrategie der Schweiz nicht mehr wirklich, einfach in Entwicklungsländern zu kompensieren…). Wo durch Strassenbau Raum schneller überwunden werden kann (was zweifellos der Fall ist, sonst würde kein Automobilverband je für so ein Planung plädieren), trägt so ein Projekt direkt dazu bei, unsere Abhängigkeiten vom Strassenverkehr noch mehr zu erhöhen. Damit wird zugleich der Druck auf künftige Politiker*innen erhöht, unliebsame Beschlüsse zu fassen. Wie argumentieren hier konservative Politiker*innen? Wie liberale (da Freiheiten andernorts Lebender durch den Klimawandel massiv mit den Füssen getreten werden)? Warum bleibt das Thema seitens der TaWo völlig aussen vor? Nur Mut für mutige Beschlüsse!

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    1. Auch eine total decarbonisierte Gesellschaft wird noch das Automobil und die individuelle Mobilität kennen. Was ändert, sind einzig die Antriebstechnologien. Brennstoffzelle, Elektromobilität aus erneuerbaren Energien sind da so Stichworte.
      Oder Treibstoffe, welche aus dem CO2 in der Luft gewonnen werden (Und somit eine Nuller-Bilanz aufweisen).

      Anachronistisch ist es, zu glauben, dass das Automobil eines Tages verschwinden wird. Es werden sich die Treibstoffquellen und Antriebsarten ändern. Und die Mobilität wird die Strassen weiter brauchen.

      Beim vorliegenden Projekt geht es auch vor allem darum, innert nützlicher Zeit das Gundeldingen vom Durchgangsverkehr zu befreien. Solche Projekte jetzt nicht zu bauen, weil vielleicht in gemäss eigenen Gedanken in 50 Jahren es kein Auto gäbe, weil man dies (politisch-ideologisch) hofft, ist für die Anwohner ein schwacher Trost und Schlag ins Gesicht.

      Und nun alle, welche wie ich finden, man sollte das Gundeldingen von diesem Verkehr befreien und welche eher denken, dass das Auto nicht verschwinden wird, da die Antriebsarten ändern werden, als anachronistisch, dumm und nicht selber denkend zu bezeichnen, ist recht eindimensional gedacht und wird uns absolut nicht gerecht. Auch wir machen uns Gedanken und kommen einfach auf andere Schlüsse. Das ist nicht dumm, sondern sehr oft genau durchdacht. Und ich komme zum Schluss: Das Auto wird uns erhalten bleiben. Einzig die Art und Weise des Antriebes wird Decarbonisiert.

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    2. Decarbonisierte Gesellschaft?
      Energie werden wir auch weiterhin verbrauchen, ganz einfach, weil wir keinen Katzenpelz haben. Sonst erfrieren wir. Woher die Energie nehmen? Es gibt da so Leute, die reden von „Freier Energie“, öfterst auch verkoppelt mit Illuminaten, die das verhindern, etwas Physikalisch vernünftiges habe ich da bis anhin aber noch nicht gelesen. Die USA-U-Boote würden sich sehr dafür interessieren, da dies den Atomreaktor im U-Boot ersparen würde.
      In unserer Kultur lief die Geschwindigkeit der Bewegung meist zusammen mit der Kulturstufe (ausser im Krieg), sodass hier ein ordentlicher Druck auf die Bremse auch die Zivilisiationsstufe, den Komfort der Kultur ebenso zurückschrauben würde. Die Folge davon wäre zuerst einmal Massenarbeitslosigkeit, Verelendung, weil Produktion und Verteilung halt Energie braucht.
      Wenn Cevapcici Würstchen in Zukunft nun per Velo oder per altem Autoreifenprofil unter den Schuhen unterwegs sein soll, dann könnte es sehr schnell sehr langsam und ungemütlich werden. Einkaufen dauert dann drei Stunden, der Weg zur Arbeit auch mindestens zwei Stunden (& ebenso wieder zurück), was dann Zeit stiehlt für andere Sachen, ergo wohl meist ungewollt.
      Selbst der stromfressende computer ist heute Alltag (und ofta uch im Dauerbetrieb).
      Woher wir den Strom in grösserer Menge denn nehmen sollen, hat mir auch noch niemand verraten. Gut, man kann hundertkiloweise Lithiumbatteriern spazierenfahren, das braucht an sich aber auch wieder ordentlich Energie. Da steckt in einem Liter Benzin halt viel mehr Energie drin, selbst, wenn man davon noch 90% in Wärme umwandelt.

      … und das Mini-AKW für den Einbau ins Auto muss dann auch noch richtig crashfest sein, denn ein Dödel fährt die Kiste dann garantiert wieder so gegen den Baum, dass die Gesamt-Einäscherung wohl noch die billigste Form der Beerdigung sein könnte!

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  2. Na hallo lieber George II, da möchte ich aber doch vehement widersprechen. Da bin ich und mit mir viele andere überhaupt nicht einig, es braucht keine Umfahrungen und es macht keinen Sinn die Verkehrsströme zu kanalisieren. Das einzige was nach meiner Ansicht Sinn macht ist den Verkehr zu verhindern, jedenfalls der motorisierte Individualverkehr, ob dieser nun elektrisch angetrieben wird oder nicht, und zwar mit allen nur möglichen politischen Mitteln. Je früher wir mit diesem Blödsinn, neue Stassen zu bauen, aufhören umso besser.

    Ich bin dafür mit Luethi Bruederlin und König einig, wir müssen den öffentlichen Verkehr weiter vorantreiben und alles daransetzten, den Umstieg auf diesen zu fördern. Und wenn im Autofreundlichen Baselland immer noch Strassen gebaut werden sollen dann aber bitte auch dort und auf Kosten derer die einfach nicht verstehen wollen, dass Strassenbau Verkehr erntet.

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  3. Leider wird hier in der Diskussion vieles miteinander vermengt. Einmal geht es um das Gundeldingerquartier. Das soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Da scheint der Gundeldingertunnel die Lösung des Problems zu versprechen. Dann geht es um das übergeordnete Nationalstrassennetz. Da fehlt nach Lesart gewisser Kreise der südliche Bogen eines Autobahnrings um Basel. Die Vollendung würde mit der Verbindung Allschwil-Binnngen-Gundeldingen (alles im untertunnelten Verfahren) erreicht. Was aber gar selten bedacht wird, auch bei jenen, die von der steten Zunahme des Verkehrs ausgehen: die Menge der individuellen Verkehrsträger, in Zukunft auch vermehrt elektrisch betrieben, ist nicht gegeben. Der Stau wäre auch mit schadstofflosen Fahrzeugen vorprogrammiert. Es muss alles daran gesetzt werden, den Umstieg auf die massentauglichen öffentlichen Verkehrsmittel weiter voran zu treiben. Dann braucht es keine neuen Spuren, neuen Fahrbahnen, dann muss kein Autobahnring aus der Mottenkiste gezerrt werden. Ebenso muss auch kein Gundelitunnel für hunderte von Millionen gebohrt werden. Das „eingesparte“ Geld würde besser für die sanfteren Verkehrsträger verwendet werden.

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  4. Natürlich spielen beim Pro und Contra zum Gundelitunnel verkehrspolitische Ideologien ein wichtige Rolle. Am wichtigsten aber scheinen mir zwei Tatsachen zu sein: Die erste betrifft den hohen Anteil an Ziel- und Quellverkehr – von daher wird der Tunnel dem Gundeli mit Sicherheit wenig Entlastung bringen, denn dieser Anteil des Verkehrs braucht keinen Tunnel und wird weiterhin anfallen. Die zweite betrifft die Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) in den kommenden zwanzig bis fünfzig Jahren – und diesen Planungshorizont müssen wir hier ja zweifellos anlegen. In diesen kommenden Jahrzehnten wird der MIV sich fundamental verändern, das heisst die privaten Benzinschleudern werden mehr und mehr selbstfahrenden Elektrofahrzeugen weichen, welche die Menschen gezielt von einem Punkt zum anderen bringen. Vor diesem Hintergrund ist die Tunnelidee aus den auspuffverliebten Sechzigerjahren für einen denkenden Menschen tatsächlich eine Planungsleiche. Sie reanimieren zu wollen, ist anachronistisch und deutet auf einen Denkverzicht und nicht auf ein Denkverbot hin.

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    1. Wenn dereinst Benzin durch Elektrofahrzeuge abgelöst werden spielt es keine Rolle ob manuell oder automatisch von A nach B gefahren wird. Einzig die Antriebsmethode verändert sich. Dies hat aber weder auf das Verkehrsaufkommen noch auf den Platzbedarf zwingend einen Einfluss. Und der ökologische Anspruch gegen diese Mobilität verringert sich.
      In den auspufverliebten 60ern hat man übrigens die Infrastruktur für eine Bevölkerung und ein Verkehraufkommen geplant wie wir es bereits in den 70ern hatten. Seither ist die Bevölkerung aber dank unbegrenzter Zuwanderung massiv gewachsen und das Verkehrsaufkommen entwickelte sich halt parallel dazu. Zudem wurde Mobilität vom Reichenprivileg für alle erschwinglich und offene Grenzen haben auch ihren Teil beigetragen.
      Der Anachronismus ist nicht der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für die immer mehr Menschen die hier in der Region leben sondern das Reduit der Löwenzahnfreaks welche noch in den 90ern und Anfangs der 00er Jahre gefangen sind.

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    2. …oder neben dem Autotunnel kommt auch noch der U-Bahntunnel zu liegen.
      Die aktuelle Drämmliromantik dient v.a. der „oh wie jööö“-Romantik für Touristen.

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  5. Es existieren ja halbe Bauten:
    – Eine Querspange, die übers Bruderholz Muttenz mit Bottmingen verbindet, da könnte auch noch ab MFK untertunnelt werden oder sogar der der Tunnel unter dem Industriegebiet durch direkt bis in die Gegend Binningen-Bottmingen verlängert werden, sogar bis Allschwil.
    – Auch der Anschluss, der vom Joggelistadion herkommend in Richtung Gundeli geht, könnte in einem Tunnel unter dem Bruderholzhügel weiter geführt werden. Dieser Tunnel könnte sogar tiefer direkt ab Joggeli quer durch bis ins Birsigtal gezogen werden.

    Leider Riesenproblem: Anderer Kanton, anderer Erdteil, anderer Mond, völlig andere Sprache!

    P.S.: Mal gucken, ob Basel schneller die Bahn zum Flghafen nach Frankreich gebaut bekommt, als mit dem Nebenkanton sich über eine leistungsfähige Umfahrung zu einigen.

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  6. Zum Glück waren die heutigen Politiker nichz schon im Parlament, als es um den Nordtangentenbau ging. DIE Erlösung für die verkehrsgeplagten Klybecker und Santihansler.

    Selbst die SP Gundeli möchte den Tunnel. Mit diesem Tunnel wird das Gundeli extrem entlastet und es gibt Platz dort für mehr öV, mehr Grün und mehr Leben. Wenn man dazu noch an intelligenten Orten ein Quartierparking plant und damit oberirdische Parkplätze ersetzt – das Gundeli wäre im positivem Sinne kaum wiederzuerkennen.
    Ich hab eher das Gefühl, dass hier wie bei den Parkplätzen streng ideologisch-stur als pragmativ und intelligent gedacht und dieser innerhalb einer Tabgentialstrassenplanung äusserst sinnvolle Tunnel grundsätzlich bekämpft werden soll. Leiden wird die Bevölkerubg im Gundeli und Grossbasel-West.

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    1. Die Nordtangente ist auch heute noch Schwachsinn. Nicht als Autobahn, sondern mit ihrer Linienführung. Gekostet hat sie ja nur bescheidene CHF 1 Million pro Meter. Dies vor allem deshalb, weil zwei Stadtquartiere umgepflügt werden mussten.

      Die einfacheren Lösungen, die wir damals gefordert hatten, waren entweder der Zusammenschluss von französischer A35 mit der deutschen A5 über eine ausgebaute Palmrainbrücke oder die Untertunnelung des damaligen Sandoz-Areals. Aber es musste ja ums Verrecken quer durch die Stadt gebaut werden.

      Der Wunschtraum Gundelitunnel beweist mir, dass sich das Verkehrsdenken auch zwanzig Jahre später noch nicht wesentlich weiterentwickelt hat. Und dies erschreckenderweise nicht nur bei den ewiggestrigen Auspufffreunden.

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    2. Sie versuchen zu verneinen, dass die Nordtangente den betroffenen Quartieren eine enorme Lebensqualitätssteigerung brachte. Und um das geht es schlussendlich.
      Die beste Lösung wäre diejenige von Cesna – aber eben: Wenn man nun auf diese Idee umspränge, gingen wieder Jahrezente verloren. Das Gundeli & Grossbasel-West brauchen lieber heute als übermorgen eine Lösung.

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    3. Nachtrag: wie kommt Georg II darauf, dass die SP Gundeldingen den Gundelitunnel möchte? Davon habe ich noch nie gehört, im Gegenteil. Gibts für diese Aussage einen Beleg?

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    4. https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/basler-sp-wettert-gegen-den-gundelitunnel-doch-der-bund-will-das-projekt-132417709

      Auch unter den Basler Sozialdemokraten ist die SP-Motion nicht unbestritten. In einem Brief bittet der SP-Quartierverein Gundeldingen-Bruderholz die Grossratsfraktion «inständig», den Vorstoss nicht zu überweisen. «Wir dürfen das Risiko nicht eingehen, dass das Gundeli in einigen Jahren von einer Blechlawine überrollt wird», schreibt der Sektionsvorstand.

      Wie wäre es, wenn sie mehrere Zeitungen lesen und nicht ausschliesslich das Mitteilungsorgan von Linksgrün, sprich Tagewoche?

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    5. @Georg II: Bitte freundlich bleiben und nicht irgendwas unterstellen. Bevor Sie mir Uninformiertheit vorwerfen – lesen Sie doch mal die Motion. Da gehts nicht nur um irgendeinen Gundelitunnel, sondern um ein generelles Planungsverbot für jegliche Südumfahrung. Denkverbote sollte man grundsätzlich ablehnen.

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    6. @Bösinger: Aus der BZ: „In einem Brief bittet der SP-Quartierverein Gundeldingen-Bruderholz die Grossratsfraktion «inständig», den Vorstoss nicht zu überweisen. «Wir dürfen das Risiko nicht eingehen, dass das Gundeli in einigen Jahren von einer Blechlawine überrollt wird», schreibt der Sektionsvorstand.“

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    7. Der Vorstoss König bedeutet ein Planungsverbot für jegliche Südumfahrung, also auch für eine stadtnahe Tangente. Deshalb wird diese Motion abgelehnt – sie kommt einem Denkverbot gleich. Es ist wichtig und entscheidend, dass BS und BL dieses Projekt gemeinsam mit dem Astra stemmen.

      Dabei darf sich BS durchaus an den Kosten einer stadtnahen Tangente, die ja auf BL-Boden gebaut würde, massgebend beteiligen. Denn es profitiert unsere ganze Region.

      Der Gundelitunnel hingegen gehört nicht zur stadtnahen Tangente, der ist eine fixe Idee aus den 60ern. Was soll der denn bringen? Einen Dauerstau am Birsig? Weitere Sachzwänge, um auch noch die anderen Wohnquartiere bis zum Bachgraben umzupflügen?

      Wer so etwas heute fordert, der hat aus den Verkehrssünden der Vergangenheit nichts gelernt.

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    8. Immerhin lässt sich sagen: im Grundsatz sind wir uns einig, dass es Umfahrungen braucht resp. die Kanalisierung und Trennung der Verkehrsströme notwendig ist. Da treffen wir uns.

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    9. Das ist so, Georg II. Es geht nicht um die Verteufelung eines Verkehrsträgers, sondern um eine Problemlösung, die auch eine Weile vorhält.

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    10. Der SP-Quartierverein Gundeldingen-Bruderholz hat sich nicht für den oder einen Gundelitunnel ausgesprochen, wendet sich aber gegen den radikalen Schlussstrich, wie es die SP-Motion im Grossen Rat fordert.

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    11. Ja, Ihr wendet Euch gegen ein generelles Planungsverbot = Denkverbot für die Südtangente. Das wird offenbar von gewissen Medien als Zustimmung zum Gundelitunnel ausgelegt.

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    12. Herr Bösiger, ich habe mich noch nicht für meine eher grobe Wortwahl Ihnen gegenüber entschuldigt. Dies möchte ich noch offiziell tun. Es war nicht angebracht.

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  7. Nicht vergessen, dass die Baselbieter Stimmbürger die relativ günstige Südumfahrung Reinach/Aesch – Leimental abgelehnt haben. Dort haben sich ein paar Naturschützer für Frösche stark gemacht und die Oberbaselbieter Bürgerlichen haben im Hintergrund gelacht. Jetzt wurde halt die Untere Hauenstein Strasse vergoldet. Geniesst doch diese superbreite und begradigte Strasse. Leider meist verkehrsberuhigt auf 50 km/h…

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  8. Der Tunnel genauso wie die Umfahrung entlasten die existenten Strassen und machen Platz für neuen Verkehr. Die Schweiz hat eine enorme Zuwanderung, jedes Jahr gibt es eine zusätzliche mittelgrosse Stadt, diese Leute benötigen Wohnungen, Häuser, Spitäler, Kindergarten, Platz im Zug und eben auch auf der Strasse. Es ist eine Illusion zu glauben es bleibt gleich oder wird weniger.

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    1. Der Gundelitunnel ist eine Planungsleiche aus den 60er Jahren und bringt, ausser einer Dauerbaustelle im Gundeli und einer riesigen finanziellen Belastung für den Kanton Basel-Stadt, überhaupt nichts. Eine wirksame südliche Stadtumfahrung müsste ganz anders konzipiert sein, um tatsächlich Verkehrsprobleme zu mindern.

      Der Gundelitunnel ist ein Blinddarm und führt höchstens am Birsig in den nächsten Dauerstau. Oder man untertunnelt gleich auch noch die anschliessenden Wohnquartiere Bachletten und Gotthelf, was die Planer aber heute geflissentlich verschweigen.

      Vernünftig wäre die Umfahrung via Schänzli – Bruderholztransversale (Ausbau) – Bottmingertunnel (Neubau) – Anschluss Bachgraben (bereits beschlossen). Die Vorteile liegen auf der Hand:

      1. Entlastung der Hagnau und des Abschnitts Schwarzwaldbrücke der A2
      2. Direkte Anschlüsse an das Birstal, das Birsig- und das Leymental ohne zusätzliche, kostspielige Hochleistungs-Zubringer.

      Das Baselbiet hat jedoch ein ähnliches Projekt namens ELBA an der Urne abgelehnt. Also sollen nun die Basler Stadtquartiere für eine viel schlechtere und erst noch teurere Lösung umgepflügt werden?

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    2. Die Umfahrung Allschwil resp Allschwil-Binningen kommt. Der Verkehr wird sich ohne Anschluss in die Quartiere im Gundeli ergiessen. Das, was hier betrieben wird von Teilen der SP, ist ideologische Vogel-Strauss-Politik.

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    3. Ach, und ich dachte schon, Abstimmungsresultate wie das NEIN zu ELBA aus dem Baselbiet seien verbindlich. Das Einzige, was feststeht, ist der Zubringer Bachgraben.

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    4. @Bösinger: das Fraunestimmrecht und die UNO Mitglieschaft kamen auch nicht beim ersten Anlauf zustande. 😉

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    5. Das Nein zu Elba heisst nichts anderes, dass es statt eine Gesamtplanung gemäss diesem Plan, nun Einzelplanungen für jedes Projekt gibt und die Porjekte einzeln geplant und bewilligt werden müssen. Und sofern keine Opposition das betreffende Projekt kippt, wird es dann geaut. Selbst die SP sagte damals, sie ist nicht gegen alles bei ELBA, sondern gegen das Gesamtpaket.

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    6. Gut, wenns denn so ist. Es ist zwar vermutlich fürs Gesamtbild nicht relevant, aber auch ich bin für die Südtangente, die direkt die südwestlichen Vorortsgemeinden erschliesst und die Verbindung zwischen dem Schänzli via Bruderholz und Bottmingertunnel zum Anschluss Bachgraben herstellt. Aber eben nicht unter den städtischen Wohnquartieren hindurch, sondern aussen rum.

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