Ungeliebter Unispital-Neubau darf kommen

Das Unispital Basel erhält am Petersgraben ein neues Klinikum 2 samt 60-Meter-Hochhaus. Der Grosse Rat sprach sich am Mittwoch klar für den Bebauungsplan aus. Eine kleine Gruppe scheiterte mit ihrem Plan, das Projekt zu bodigen.

Die Bauarbeiten für den Neubau des Klinikums 2 mit Hochhaus beginnen voraussichtlich 2017.

(Bild: Unispital Basel)

Das Unispital Basel erhält am Petersgraben ein neues Klinikum 2 samt 60-Meter-Hochhaus. Der Grosse Rat sprach sich am Mittwoch klar für den Bebauungsplan aus. Eine kleine Gruppe scheiterte mit ihrem Plan, das Projekt zu bodigen.

Der Grosse Rat bewilligte am Mittwoch mit 75 gegen 7 Stimmen bei 5 Enthaltungen einen Bebauungsplan für das Universitätsspital Basel (USB). Somit kann das Klinikum 2 von 1974 durch einen langgezogenen Neubau mit einer maximalen Höhe von 23 Metern sowie einen 60 Meter hohen Bettenturm ersetzt werden. Kostenpunkt für das Spital: Zwischen 700 und 900 Millionen Franken. Mit diesem Entscheid folgte das Parlament der vorberatenden Bau- und Raumplanungskommission

Der Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels lobte das Siegerprojekt der Zürcher Architekten Lorenzo Giuliani und Christian Hönger im Parlament in den höchsten Tönen: «Es ist ein überzeugender und hervorragender Bau.» Das Projekt ermögliche dem USB nicht nur einen effizienten und modernen Neubau, sondern bringe auch betrieblich sehr viel – mehr als das zweitplatzierte Projekt von Herzog & de Meuron.

Das Siegerprojekt löste bei seiner Präsentation im Juni 2013 einen Sturm der Empörung aus. Grund dafür war unter anderem der Turm mitten in der Altstadt. Das geplante Hochhaus sorgte denn auch im Parlament immer wieder für Kritik, obwohl sämliche Fraktionen für einen Neubau des Klinikums 2 am Petersgraben waren. SP-Sprecher Philippe Macherel bezeichnete das Projekt als städtebaulich «nicht überzeugend» und «keine Perle». Trotzdem sei seine Fraktion überzeugt, dass die vorliegende Lösung für den Betrieb des USB am besten sei.

«Man hat die Chance gehabt, etwas Besseres hinzustellen, doch stattdessen ersetzt man etwas Hässliches durch etwas Unpassendes.»


Leonhard Burckhardt, SP

Richtig angetan vom Siegerprojekt schien also niemand zu sein im Grossen Rat. Doch im Sinne einer Interessensabwägung sprachen sich die Parteien für den Bau aus. Mark Eichner sagte im Namen der FDP-Fraktion: «Ein neues Spital muss nicht im Wesentlichen schön sein, sondern dienlich. Es bringt nichts, wenn das Spital zwar attraktiv ist, aber die Abläufe ineffizient.» 

Dieses Argument reichte Thomas Grossenbacher von den Grünen nicht. Er beantragte als Einzelsprecher «schweren Herzens» die Rückweisung des Geschäfts. «Ein Turm an diesem Ort ist nicht akzeptabel», sagte er.

Rückweisung deutlich verworfen

Unterstützung erhielt er unter anderem von Leonhard Burckhardt. Der Sozialdemokrat störte sich daran, dass das Siegerprojekt unsorgfältig mit der sensiblen Altadt umgehe. «Der jetzige Bau nervt mich seit 40 Jahren und ich bin froh, dass er weg kommt. Man hat die Chance gehabt, etwas Besseres hinzustellen, doch stattdessen ersetzt man etwas Hässliches durch etwas Unpassendes», sagte Burckhardt.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger warnte vor einer Rückweisung, da dies zu «grossen Verzögerungen» führen würde. Mit Erfolg: Der Rückweisungsantrag wurde nach einer längeren Debatte schliesslich mit 76 gegen 8 Stimmen und 3 Enthaltungen deutlich verworfen.

Spitaldirektor Werner Kübler verfolgte die Grossratsdebatte an vorderster Front mit. Sichtlich gelöst sagte er: «Ich freue mich über die grosse Zustimmung. Somit erhalten wir als Spital die Möglichkeit, unsere Planungen mit einer grösseren Rechtssicherheit weiter voranzutreiben.» Wird nicht das Referendum gegen den Parlamentsbeschluss ergriffen, werden die Bauarbeiten voraussichtlich 2017 beginnen. Die Inbetriebnahme soll zehn Jahre später erfolgen.

Konversation

    1. @Karl Buschweiler: Frau Duong spricht nicht, sie schreibt und zwar nicht von einem „unbeliebten“ sondern von einem „ungeliebten“ Unispital-Neubau. Die Antwort auf Ihre Frage ergibt sich nach Lektüre des Artikels m.E. von alleine.

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