Viererticket: Die SVP passt nicht recht ins Päckli

Für die Regierungsratswahlen vom 23. Oktober machen die vier Parteien FDP, LDP, CVP und SVP gemeinsame Sache. Die Smartmap der Parteien zeigt jedoch: Die SVP passt nicht ganz zum klassischen bürgerlichen Trio.

Liegen weit auseinander: Conradin Cramer (LDP) und Lorenz Nägelin (SVP).

(Bild: Nils Fisch )

Für die Regierungsratswahlen vom 23. Oktober machen die vier Parteien FDP, LDP, CVP und SVP gemeinsame Sache. Die Smartmap der Parteien zeigt jedoch: Die SVP passt nicht ganz zum klassischen bürgerlichen Trio.

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Die Parteien FDP, LDP, CVP und SVP scheuen für den Regierungsratswahlkampf keinen Aufwand, sich als eingeschworenes Team zu präsentieren. Dafür springen ihre Kandidaten Baschi Dürr (FDP), Conradin Cramer (LDP), Lukas Engelberger (CVP) und Lorenz Nägelin (SVP) in den Rhein, spielen Ping-Pong, servieren Cocktails oder fahren gemeinsam Velo.

Doch die vier bürgerlichen Parteien vertreten unterschiedliche Positionen. Das zeigt die Smartmap – eine Visualisierung der politischen Positionen der Parteien und der neuen Regierungsratskandidaten (die bisherigen Regierungsräte haben wegen des Kollegialitätsprinzips nicht bei Smartvote mitgemacht).

Grundlage für die Smartmap sind die Antworten der Partei-Kandidaten aus dem Fragebogen von Smartvote. Daraus werden die politischen Positionen ermittelt und auf den Achsen «links-rechts» und «liberal-konservativ» verortet.

Eine Auswertung zeigt, dass Lorenz Nägelin eher ein Vertreter des rechten Flügels der Basler SVP ist, dabei aber weniger konservativ als der durchschnittliche SVP-Grossratskandidat politisiert. Auf der Achse «liberal-konservativ» ist Nägelin noch im konservativen Bereich.

Bei Nägelins Allianzpartner Conradin Cramer (LDP) fällt auf, dass er liberaler als der durchschnittliche LDP-Grossratskandidat politisiert – ausserhalb des durchschnittlichen LDP-Feldes und mitten im politischen FDP-Spektrum. FDP und LDP überschneiden sich zwar, die LDP ist aber etwas homogener, konservativer und leicht linker. Sehr grosse Überschneidungen gibt es zwischen der CVP und der LDP.

Die Grafik verdeutlicht auch: Zwischen den drei bürgerlichen Parteien LDP, FDP und CVP gibt es eine grössere gemeinsame Schnittmenge. Zur SVP gibt es fast nur auf der «links-rechts»-Achse Übereinstimmungen – sie ist deutlich konservativer als die anderen drei Parteien.

Mück ganz links

Mehr Einigkeit besteht unter den linken Parteien SP, BastA! und Grüne, wo es grosse Überschneidungen gibt. Auffällig ist dort, dass Heidi Mück (BastA!) am äussersten linken Rand politisiert – sie ist linker als der durchschnittliche BastA!-Grossratskandidat. Im Parteidurchschnitt befindet sich die Grünen-Kandidatin Elisabeth Ackermann.

Verglichen mit den anderen Parteien am linken Flügel lässt sich bei der SP feststellen, dass sie eine grössere Streuung innerhalb ihrer Listen hat. Der «rechte» Flügel ist ausgeprägter.

(Bild: www.smartvote.ch)

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Konversation

  1. Was im Artikel krass fehlt: Die Kandidatin Martina Bernasconi wird mit keinem Wort erwähn! Warum nur? Sie wäre – obwohl natürlich weiter links positioniert – fast näher an den bürgerlichen Kandidaten als Lorenz Nägelin. Zudem stellt sie doch eine wählbare Alternative in der liberalen MItte dar. Das wird leider verschwiegen. Ansonsten wäre auch interessant zu erwähnen: Heidi Mück ist etwa gleich konservativ wie Lorenz Nägelin…

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  2. Das Päckli ist schwierig zu verkraften. Der Zusammenschluss mit der SVP wird die bürgerlichen Parteien viele Stimmen kosten. Ich kann und will es nie begreifen, weshalb man mit der SVP zusammenarbeiten will.

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  3. ohne die Bisherigen Kandidierenden ist die Grafik nur mässig aussagekräftig, insbesondere wenn von Passen ins Päckli die Rede ist. Das Päckli zum Vergleich fehlt.

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    1. Ja, das wäre mal journalistische Arbeit, diese Positionen zu schätzen. (nein!)

      Aber irgendeinen Weg, einen Vergleich anzustellen sollte es doch geben, nicht? Smartmaps der letzten Wahlen oder was weiss ich 🙂

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