Vollgeld-Initiative: Was soll das sein?

Im Juni stimmt die Schweiz über die Vollgeld-Initiative ab. Unsere Redaktorin verstand zunächst mal nur Bahnhof. Das weckte ihren Ehrgeiz. Oder war es purer Übermut?

Volle Konzentration gefordert: Die Vollgeld-Initiative ist für Laien nicht ganz einfach zu verstehen.

Es ist kompliziert. So kompliziert, dass sogar die NZZ, die sich nicht vor komplexen Themen scheut, kürzlich schrieb, die Vollgeld-Initiative sei abstrakt, eine Knacknuss: «Der Urnengang vom 10. Juni verlangt den Stimmbürgern einiges ab.» Die Zeitung wollte Hilfe bieten, mit elf Fragen und Antworten als «Denkhilfe» für die Stimmbürgerin.

Ich lese diese elf Fragen und Antworten. Und verstehe, zunächst, nur einen Bruchteil davon. So beantwortet der Wirtschaftsredaktor etwa die Frage «Hätte der Staat die UBS auch im Vollgeld-Regime gerettet?», während ich mich noch mit viel simpleren Fragen herumschlage. Etwa: Was zum Henker ist Buchgeld? Was sind Sichteinlagen?

Dasselbe beim Artikel in der «Aargauer Zeitung» und erst recht beim  Initiativtext. Mir fehlen die Grundlagen. Das ist aus zwei Gründen ungünstig. Erstens: Im Juni muss ich darüber abstimmen, und da sollte ich schon einigermassen verstehen, um was es beim Vollgeld geht. Zweitens: Ich habe freiwillig den Job gefasst, für die TaWo einen Artikel über die Initiative zu schreiben. Freiwillig! Jetzt habe ich das Geschenk.

Schritt eins: Lies ein Lehrbuch

Also hole ich mir Hilfe. Zuerst im Lehrbuch «Volkswirtschaftslehre» für die Sekundarstufe II von Aymo Brunetti, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Bern. Dort lese ich nach, wie eine Bank aufgebaut ist, wie Geld entsteht und was eine Bilanz genau ist. Kann ich nur empfehlen.

Ich lerne nämlich Überraschendes, das auch für die Vollgeld-Initiative von Bedeutung ist. Zum Beispiel eben zum Buchgeld. Wussten Sie, dass Banken einfach so, wie von Zauberhand, Geld schaffen können? Das geht, salopp gesagt, so: Wenn ein Unternehmer zur Bank geht, um einen Kredit von 20’000 Franken aufzunehmen, und die Bank zum Schluss kommt, dass seine Geschäftsidee eine lohnende sein könnte, schreibt sie ihm einfach 20’000 Franken gut. Dieses Geld kommt aus dem Nichts, plötzlich steht es schwarz auf weiss auf seinem Kontoauszug. Zack, und schon sind 20’000 Franken mehr im Umlauf.

Das ist dieses Buchgeld, von dem die Initianten sprechen. Es existiert nur auf dem Bildschirm, anfassen kann man es nicht. Davon lebt die Bank. Der Kreditnehmer zahlt der Bank Zinsen für das geliehene Geld, und zwar wesentlich mehr als die Bank denjenigen Leuten zahlt, die ihr Geld bei ihr deponieren. Sie hat also höhere Einnahmen als Ausgaben – das macht ihren Gewinn aus.

Nur zehn Prozent allen Geldes ist Bares

Gemäss den Initianten entsteht 90 Prozent allen Schweizer Geldes als Buchgeld. Die restlichen zehn Prozent sind Bargeld, wie es nur die Nationalbank herstellen darf. Auch dieses Bargeld ist, sofern es nicht in Form von Banknoten in den Umlauf kommt, nur virtuell.

Moment, «was macht schon wieder die Nationalbank?», fragen Sie vielleicht jetzt, lieber Leser. Und wenn Sie das fragen, sind Sie mir sehr sympathisch, weil, wer traut sich schon zuzugeben, so etwas nicht zu wissen? Nun denn: Die Nationalbank ist eine staatliche (aber von den Behörden unabhängige) Institution. Sie sorgt für stabile Preise, um eine zu hohe Inflation zu verhindern. Wir erinnern uns: Inflation haben wir, wenn die Preise dermassen steigen, dass das Geld weniger wert ist. Wir können dann mit demselben Lohn weniger kaufen. Nicht schön.

Zurück zur Nationalbank und dem Bargeld: Bislang stellt also die Nationalbank Bargeld her, Geschäftsbanken wie UBS, Raiffeisen und so weiter produzieren Buchgeld. Das wollen die Initianten ändern. Sie fordern, dass künftig nur noch die Nationalbank Buchgeld herstellen darf.

Wie muss man sich das vorstellen?

«Das System ist auf Schulden gebaut»

Nehmen wir nochmals den Unternehmer, der einen Kredit will. Er kann auch nach allfälliger Annahme der Initiative noch bei seiner Bank um 20’000 Franken bitten. Und es ist dann gemäss Befürwortern immer noch die Bank, die entscheidet, ob seine Geschäftsidee kreditwürdig ist. Aber sie kann die benötigten 20’000 Franken nicht mehr einfach so gutschreiben. Sie muss dafür einen Kredit bei der Notenbank aufnehmen oder bestehende Forderungen gegenüber dieser verringern. Die Notenbank wiederum schafft dann das Buchgeld aus dem Nichts.

Und was ist der Unterschied? Weshalb kommt es darauf an, ob die Raiffeisen- oder die Notenbank das virtuelle Geld herbeizaubert?

Die Initianten fürchten, dass die Geschäftsbanken zu viel solches Buchgeld schaffen, während die Notenbank hier massvoller wäre, da staatlich. «Das jetzige System ist auf Schulden gebaut, die sich immer weiter vermehren. Irgendwann crasht das System», sagte etwa Raffael Wüthrich aus dem Kampagnenteam gegenüber der SRF-«Tagesschau».

Schritt zwei: Frag einen, der sich auskennt – und Nerven hat

Nationalökonom Peter Bernholz.

Moment, das ist wieder etwas viel auf einmal. Warum soll ein System, das auf Schulden basiert, zusammenfallen? Und wie hängt das mit dem Buchgeld zusammen? Mit diesen Fragen im Kopf fahre ich an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Basel. Dort erwartet mich Peter Bernholz, emeritierter Professor für Nationalökonomie. Bernholz setzt sich schon seit Jahren mit der Vollgeld-Idee auseinander. Weitere Pluspunkte: Er ist geduldig und spricht langsam.

Herr Bernholz, ich bin keine Ökonomin.
Oh, sind Sie nicht?

Nein. Verzeihen Sie deshalb, wenn ich dumme Fragen stelle. Herr Bernholz, warum crasht ein Finanzsystem, das auf Schulden aufbaut, und wie hängt das mit dem Buchgeld zusammen?

Zuerst einmal müssen Sie wissen, dass Sie kein Geld auf der Bank haben. Sie haben nur Forderungen gegen die Bank.

Aber das Geld auf der Bank gehört doch mir, dafür habe ich viel gearbeitet.

Nein, das Geld, das Sie auf dem Konto haben, ist Eigentum der Bank.

Aber ich kann es abheben und dann gehört es mir.

Ja, wenn es sich um täglich fällige Einlagen handelt, können Sie das machen. Also beispielsweise das Geld auf einem Lohnkonto, mit dem Sie ihre monatlichen Rechnungen zahlen. Das ist ein Konto, von dem man täglich abheben darf. Das ist genau die Gefahr.

Ich bin eine Gefahr für die Bank?

Die Bank behält Ihr Geld ja nicht bei sich, sie verleiht es weiter an Unternehmen. Aber wenn jetzt eine Depression kommt und die Leute in Panik geraten, stürmen Sie und alle anderen vielleicht plötzlich in die Bank und wollen Ihr Geld in bar haben. So wie in den 1930er-Jahren. Oder wie in Griechenland im Jahr 2015.

Und so viel Bargeld kann die Bank auf die Schnelle nicht beschaffen.

Nein, dann wird sie zahlungsunfähig, das heisst, sie hat nicht genug Bares, um ihre Verpflichtungen einzulösen. Dann kann die Bank untergehen und andere Banken mit sich reissen.

Weil die zahlungsunfähige Bank sich Geld bei anderen Banken ausgeliehen hat, das sie denen nicht mehr zurückzahlen kann?

Genau. Banken verschulden sich am Finanzmarkt bei anderen Banken. Wenn jetzt alle Leute eine Bank stürmen, kann die ihre Schulden auch nicht mehr begleichen und reisst andere mit. Wobei man sagen muss: Das ist in der Geschichte nur wenige Male passiert.

Ist dieses Risiko ausgemerzt, wenn die Nationalbank das Buchgeld schafft, wie die Vollgeld-Initiative es fordert?

Ja, dann hätten Sie nicht mehr Forderungen gegen Ihre Bank, sondern gegen die Nationalbank. Und die wird – zumindest in Schweizer Franken – nie zahlungsunfähig, da sie jederzeit neues Geld schöpfen könnte. Eben nicht nur Buchgeld, sondern auch Bargeld.

Moment: Geschäftsbanken wie die UBS, CS und so weiter können ja auch Buchgeld schaffen, warum werden sie dann zahlungsunfähig?

Sie schöpfen Geld, um Kredite zu sprechen. Aber sie können kein Geld schaffen, um eigene Rechnungen zu begleichen und Leute auszuzahlen.

Wenn jetzt zum Beispiel ein Schreiner bei der Geschäftsbank Raiffeisen einen Kredit aufnimmt, um eine Säge zu kaufen, woher kommt das Geld?

Dann muss die Bank das Geld von ihrem Konto bei der Nationalbank «holen», um es dem Sägenhändler zu überweisen.

Also hat die Geschäftsbank bereits heute einen Kredit bei der Nationalbank?

Die Geschäftsbank hat in der Regel ein täglich fälliges Guthaben bei der Nationalbank. Es handelt sich dabei um Reserven. Diese hängen von den Konti ab, welche die Bank verwaltet – je mehr Leute ihr Geld der Raiffeisen bringen, desto mehr Reserven hat die Raiffeisen bei der Nationalbank. Hat sie keine Guthaben bei der Nationalbank, so kann sie sich bei der Nationalbank verschulden und dafür Zinsen zahlen.

Das heisst, eine Bank kann nur Buchgeld schaffen, wenn sie Reserven bei der Nationalbank hat. Ist das keine Garantie dafür, dass die Bank genug Geld hat, um die Kredite auch zu finanzieren?

Eigentlich schon. Aber wenn eben plötzlich alle Leute gleichzeitig ihr Geld abheben wollen, reichen die Reserven nicht. Oder wenn die Bank Kredite gibt und die Kunden nicht mehr zurückzahlen können – dann ist die Bank überschuldet.

Die UBS stand im Jahr 2008 vor dem Kollaps, der Staat rettete sie mit 60 Milliarden Franken. Wäre das mit der Vollgeld-Initiative nicht passiert?

Die UBS war zwar illiquide, aber nicht in dem Sinn, dass das Vollgeld sie hätte heilen können.

Warum nicht?

Die UBS hatte nicht genug flüssige Mittel, um kurzfristige Verpflichtungen zu bezahlen. Aber sie war nicht überschuldet.

Was ist der Unterschied?

Die UBS hatte nur im Augenblick zu wenig Geld, um anfallende Verpflichtungen zu zahlen, etwa Leute zu befriedigen, die ihr Geld abheben wollten. Aber der Wert ihrer langfristigen Forderungen war grösser als die der kurzfristigen Verpflichtungen und der Verpflichtungen insgesamt, sie war also nicht überschuldet.

«Der Staat gab der UBS zwar 60 Milliarden Franken, hinterher kam er aber mit Gewinnen von sechs Milliarden heraus.»

Sie hatte also langfristig genug Kapital, um die kurzfristigen Verpflichtungen zurückzuzahlen. Ist Illiquidität denn kein Problem?

Kurzfristige Illiquidität kann zur Zahlungsunfähigkeit und zum Konkurs führen, wenn keine Hilfe zur Lösung des Problems erfolgt. Wegen der Hilfe durch die Nationalbank konnte das Illiquiditätsproblem der UBS gelöst werden, da diese nicht überschuldet war. Der Staat gab der UBS zwar 60 Milliarden Franken. Aber hinterher kamen Bund und Nationalbank wegen der fehlenden Überschuldung sogar mit Gewinnen von insgesamt sechs Milliarden heraus.

Aber die amerikanische Bank Lehman Brothers ging unter. Liesse sich das mit der Vollgeld-Initiative verhindern?

Nein. Die Vollgeld-Initiative verlangt zwar, dass Banken kein Buchgeld schaffen und keine «täglich fälligen Geldeinlagen» mehr als Kredite weiterverleihen dürfen. Aber sie dürften immer noch Termineinlagen und Sparguthaben an Unternehmen oder andere Banken weiterverleihen – also das Geld, das von Kunden für eine bestimmte Zeit der Bank übergeben wurde, oder das auf Sparkonten oder in Obligationen liegt. Und da kann es ja auch Kunden geben, die zahlungsunfähig werden und die Bank in Schwierigkeiten bringen. Oder es besteht ein Überangebot an Immobilien am Markt und Schuldner können ihre Hypotheken nicht bedienen.

Könnte es also eine ähnliche Finanzkrise wie im Jahr 2007 auch mit Vollgeld geben?

Ja, sicher.

Und wenn man den Banken auch das Leihgeschäft mit den Sparkonti und anderen Termineinlagen entziehen würde?

Ohne Einlagen können Banken keine Kredite verleihen. Und eine wachsende Wirtschaft braucht Kredite – wer soll die dann gewähren? Wenn man den Banken die Spargelder entzieht, kann man gleich das Bankensystem abschaffen. Aber das wäre völlig ineffizient, die Nationalbank könnte eine solche Administration nicht bewältigen.

Gäbe es denn noch genug Kredite für die Unternehmen, falls die Schweiz Vollgeld einführen würde?

Das ist schwer zu sagen. Der Umfang der Kredite würde wohl zunächst abnehmen, aber es hängt natürlich davon ab, wie stark sich die Banken bei der Nationalbank verschulden könnten. Das ist alles nicht einfach abzuschätzen.

Wäre denn die Nationalbank überhaupt in der Lage, alles Buchgeld alleine zu schaffen?

Meiner Ansicht nach ist der heutige Wettbewerb hilfreich, um die lohnenden Investitionen bei den produzierenden Unternehmen zu finanzieren. Nehmen wir mal an, die Notenbank würde eine grosse, umfassende Fehlinvestition tätigen: Das wäre eine Katastrophe. Wenn hingegen eine von hundert Banken falsch investiert, ist das nicht so schlimm. Ausserdem bräuchte die Nationalbank eine riesige Bürokratie, um als einzige Stelle allen Unternehmungen und Privaten lohnende und möglichst sichere Kredite zu gewähren. 

Gemäss Initianten wären es nach wie vor die Geschäftsbanken, die den Unternehmen Kredite vergeben.

Da die normalen Banken ja keine Kredite aus täglich fälligen Einlagen mehr geben könnten, würden solche Kredite möglicherweise von der Zentralbank gegeben. Das würde den hohen Bürokratieaufwand für diese herbeiführen.

«Grundsätzlich finde ich die Idee des Vollgeldes keine schlechte. Aber sie kann nie alle Probleme lösen.»

Vollgeld bringt also nicht viel?

Grundsätzlich finde ich die Idee des Vollgeldes keine schlechte. Aber sie kann nie alle Probleme lösen. So, wie die jetzige Initiative formuliert ist, versprechen die Initianten zu viel und verheimlichen die Nachteile der Initiative.

Die wären?

Bislang finanzieren sich die Banken zum Teil aus der Differenz zwischen den Zinsen, die sie für Kredite bekommen, und denen, die sie selbst für die täglich fälligen Einlagen des Publikums zahlen müssen. Fallen diese weg, fehlt den Banken dieser Gewinn. Kommt hinzu, dass die jetzigen Buchgeld-Guthaben der Banken zu Schulden bei der Nationalbank würden. Die Geschäftsbanken müssten dieses Buchgeld innert einer noch zu definierenden Frist aus ihren Bilanzen tilgen, das wäre für sie wie eine Art Steuer.

Wie könnten sich die Banken denn neu finanzieren?

Das ist die Frage. Vielleicht müssen Kontoinhaber wie Sie und ich künftig Gebühren für jede Transaktion bezahlen. Oder die Nationalbank zahlt den Geschäftsbanken ein Entgelt für die Kontoführung.

Die Geschäftsbanken wären dann nur noch eine Art Buchhalter. 

So ist es.

Wie stünde die Schweiz im Vergleich zum Ausland da?

Nach der von der Initiative vorgeschlagenen Übergangsfrist könnte es sein, dass das Ausland die Schweiz als noch sichereren Bankenplatz sieht. Das würde eine Überbewertung des Schweizer Frankens tendenziell fördern – und die Exportwirtschaft belasten.

Konversation

  1. Geschätzte Frau Fopp, vielen Dank für Ihre klare Darstellung der Vollgeldinitiative, auch wenn Ihnen am Schluss doch noch Zweifel aufkamen. Es liegt in der Natur von Verfassungsartikeln, dass die Umsetzung noch erarbeitet werden muss.
    Die Vollgeldinitiative wird noch klarer wenn man bedenkt, dass wir gemäss Bundesverfassung von 1891 bis 1999 ein Vollgeldsystem hatten, das allerdings von den Banken nicht respektiert und von den Aufsichtsstellen nicht durchgesetzt wurde. Das Recht Geld zu schöpfen lag allein bei der Nationalbank, denn Art. 39 der BV von 1891 lautete „Das Recht zur Ausgabe von Banknoten und anderen gleichartigen Geldzeichen steht ausschließlich dem Bunde zu“
    Elektronisches Geld war damals noch unbekannt. Um später eine eventuelle Zuordnung zu „gleichwertige Geldzeichen“ zu umgehen, wurde dann 1999 der letztgenannte Begriff einfach aus der Verfassung gestrichen. Wer nicht blauäugig ist wird leicht merken, dass damit der ursprüngliche Wille des Verfassungsgebers umgangen wurde, nachdem dieser über Jahrzehnte ohnehin nicht resspektiert wurde. Schon lange vor der Einführung von elektronischem Geld. Ja, eine echte Ungeheuerlichkeit, die damals nicht öffentlich debattiert wurde.
    Und abschliessend noch etwas Wichtiges: Das Argument des Wachstums ist unhaltbar, ist doch genau dies die grösste Gefahr in unserem oekonomischen System.

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  2. Heute wird 90% unseres Geldes von privaten Banken (vor allem UBS und CS) erzeugt. Der daraus resultierende Geldschöpfungsgewinn von jährlich einigen Milliarden Franken sacken diese ein. Das kommt einer enormen Subventionierung der Geschäftsbanken gleich!

    Unsere Schweizer Franken sollen alleine von der Nationalbank erzeugt werden, auch das elektronische Buchgeld. Der Geldschöpfungsgewinn gehört uns Schweizer Bürger*innen!

    Deshalb: ein überzeugtes JA zur Vollgeld-Initiativ am 10. Juni einlegen!

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  3. Warum nur habe ich das Gefühl, dass es sich bei dieser Vollgeld-Initiative wie auch bei der Initiative um das „Bedingungslose Grundeinkommen“ um reine Schweizer Luxus-Probleme handelt?

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    1. Wahrscheinlich deshalb, weil du dich noch nicht genügend mit dem Thema auseinander gesetzt hast…

      Lieber Setzer, wenn jemand wie die Banken so viel Geld aus dem System generieren können, warum sollen sie es dann an die grosse Glocke hängen?

      Nicht einmal die Mehrheit der Bänker wissen, wie die heutige Geldschöpfung funktioniert. Oder frag du doch einmal einen!

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  4. Der Autorin hàtte auffallen können, dass Brunetti und Bernholz zwei total unterschiedliche Theorien der Kreditgewährung haben, die nicht beide richtig sein können.
    Bei Brunetti entsteht der Kredit bei der Bank unabhängig von der Zentralbank oder von Einlagen durch Einbuchung der Schuld auf der Aktivseite und des Kreditbetrages auf der Passivseite der Bank (Bilanzverlängerung).
    Bei Bernholz entsteht ein Kredit, indem die Bank Gelder von Einlegern weiterverleiht (« sie verleiht sie (Gelder) weiter an Unternehmen », im Schreinerbeispiel muss die Bank das Geld « bei der Nationalbank ‘holen’ ») (Passiventausch)
    Beides kann nicht richtig sein.
    (Brunetti hat übrigens recht und es ist erschreckend, dass Bernholz mit seiner falschen « loanable fund »-Theorie überhaupt noch als Experte gelten kann…)

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  5. Frau Fopp, ich finde gut, dass ein Teil Ihres Artikel das Vollgeld richtig abbildet, aber dass Sie anschliessend Informationen vorallem von jener Seite holten, welche zu den Gegnern zu zählen sind, macht aus Ihrem Artikel eine verwirrliche Meinungsmache, welche darauf abzielt, dass der Leser denken muss, er komme nicht draus, also wäre es besser kein Ja in die Urne zu legen. Ihr Artikel ist also aus der Sicht unserer Gegner gelungen. Schade – es hatte sich anfänglich so gut angelassen.

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  6. Die ganze Diskussion erinnert mich jetzt schon an die Billag oder Artikel zu Ganser… schon aus diesem Grund werde ich NEIN stimmen.

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    1. Hihi, typisches Totschlägerargument, wenn keine rationale Argumente vorhanden sind, tzz tzz….

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  7. Ein Experiment mit unklarem Ausgang. Egal wie toll die Theorien dazu sind – sie waren es auch beim krachend gescheiterten Sozialismus des 20igsten Jahrhunderts – es bleiben Theorien mit unklarem Ausgang. Darum gibts von mir ein Nein. Es ist ein gefährliches Experiment, welches nach hinten losgehen kann. Tut es das, dann sind die Schwächsten die ersten, die es trifft und auch die, welche es am Härtesten dann träfe. Für mich unverantwortbar.

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  8. Wieder mal eine Initiative mit eigentlich gutem Hintergrund. Leider sehr komplexe Materie, niemand kann wirklich einschätzen, was die Folgen wären bei einer Annahme der Initiative. So ist sie wohl zum Scheitern verurteilt.

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  9. Wenn neu geschaffenes Geld über Staat oder Bürger in den Kreislauf fliesst, erhöhen sich die Einkünfte und Vermögen einer breiteren Schicht von Menschen, als wenn Geld über Banken entsteht. Diese Vermögen können Banken wieder verleihen, sofern die Menschen Bereitschaft zeigen, das Geld explizit auszuleihen (Sparkonto, Aktien, …). Von Banken bei der Nationalbank als Kredit nachgefragtes Geld sollte auf Dauer nur die Schwankungen in der Nachfrage ausbügeln und daher einen geringeren Anteil der Geldmenge ausmachen als schuldfreies Vollgeld.
    So hätten wir ein solides Vollgeldsystem für eine solide Realwirtschaft und darüber hinaus noch die (etwas stärker risikobehaftete) Flexibilität der Banken, für die variierende Nachfrage nach Krediten Geld bei der Nationalbank zu leihen.

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  10. Münzen und Noten sind Vollgeld. Die wenigsten Leute stört das. Buchgeld kann zu Vollgeld werden, wieso soll das schlecht sein?
    Heute: Die Geschäftsbanken schöpfen Geld und machen damit Riesengewinne, die sie dem Staat abluchsen, unterwandern damit unsern demokratischen Rechtsstaat, verteilen so das Geld von der arbeitenden Bevölkerung zu den Besitzenden. Das wird eben normalerweise verschwiegen, damit niemand nachdenkt/begreift worum es eigentlich geht am 10 Juni! Wer das lustig, intelligent und sarkastisch vorgeführt sehen will: Volker Pispers hat eine gute Lektion dazu. Viel Vergnügen!!

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  11. Liebe Frau Fopp – Sie sind sehr mutig.
    Zuerst herzliche Gratulation zu diesem informativen und aufschlussreichen Artikel. Da haben Sie sich aber toll „reingeknieht“!
    Bei den vielen Expertenzuschriften zu Ihrem Artikel sind so einige Behauptungen, die auf dem Schlachtfeld vor den Wahlen die einfachen Leute eher noch mehr verunsichern.
    Anderseits lohnt es sich bei diesem Thema möglichst viele Informationen von Experten zu haben.
    Ich schlage Ihnen vor in einem weiteren Artikel eine Zweitmeinung einzuholen. Nochmals mit dem Fokus: Informationen zu Vor- und Nachteilen – für alle verständlich.
    Mein Vorschlag lautet: Prof. Dr. Erwin W. Heri. Er ist ein „Hybrid“ in der internationalen Finanzmarktszenerie. Mit seinem App Fintool macht er schon lange genau das, was wir Finanzlaien brauchen. Er bringt alles verständlich erklärt rüber. Schauen Sie mal rein in den App! Ich bin sicher, er stellt sich gerne zur Verfügung wenn Sie ihn anfragen.
    Herzliche Grüsse!

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  12. Hier eine vollständigere Darstellung als im Artikel:

    Die Banken würden im Vollgeld-System endlich das tun, was man uns immer erzählt hat: Sie besorgen sich Geld von Sparern (oder der SNB) und verleihen es weiter und von der Zinsdifferenz leben sie.

    Dies ist heute nicht der Fall: Banken können keine eingezahlten Gelder weitergeben (ausser es würde alles mit Bargeld ablaufen, aber das ist schon lange nicht mehr so, Bargeld macht nur 10 % der Geldmenge aus). Die Weitervergabe von Spargeldern ist nämlich mit Buchgeld bilanztechnisch gar nicht möglich: Buchgeld ist eine Schuld der Bank gegenüber ihrem Kunden. Eine Schuld kann man nicht weitervergeben. Schon gar nicht gegen Zins! Das ist eigentlich jedem (ohne jegliches ökonomisches Wissen) klar.

    Heute kann eine Bank einfach einen Kredit vergeben und damit neues Buchgeld herstellen. Erst danach muss sie ggf. 2,5% des selber geschöpften Geldes in Form von SNB-Reserven besitzen. D. h.: Die Kreditnehmer der Bank zahlt auf bswp. 100.- 8% Zinsen (= 8.-). Die Bank muss dafür aber der Nationalbank nicht auf 100.- Zinsen zahlen, sondern nur auf 2.50. Hätten die Banken auch 8% auf die SNB-Reserven zu zahlen, müssten sie also selber nur -.20 (= 2.50 * 8 %) bezahlen. Da aber die Banken einen tieferen Zinssatz für die SNB-Reserven zahlen, heisst das: Die Bank nimmt 8.- Zinsen vom Kunden ein, muss aber weniger als -.20 dafür zahlen. Ein super Geschäft.

    Im aktellen Zinsumfeld ist es noch verreckter: Die Banken zahlen ca. 0 % auf die SNB-Reserven und die Kreditzinsen die die Bankunden zahlen müssen, sind kaum gesunken.

    Vollgeld ist kinderleicht zu verstehen. Nur das jetzige System ist extrem kompliziert.

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  13. Ein Superbeitrag, Frau Fopp. Ich denke, ich werde JA stimmen, damit mein Konto auch bei einem Bankencrash sicher ist. Die Kreditvergabe ist ja weiterhin gewährleistet, wenn sich die Banken Geld bei der Nationalbank holen dürfen. Und wenn die Banken weniger Gewinn machen werden mit Vollgeld, so ist das doch auch voll ok, oder nicht?

    Eine Bemerkung hätte ich noch zur UBS-Krise 2008. Es war nicht garantiert, dass diese 60 Milliarden jemals zurückgezahlt werden konnten. Der Steuerzahler hatte Glück, dass sich die UBS erholt hat. Das könnte beim nächsten Mal anders sein! Mit Vollgeld wäre der Staat nicht mehr gezwungen, eine UBS zu retten, da ja die Kundengelder sicher sind.

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    1. Die Schweiz wäre aber sicher unter internationalen Druck gekommen, doch für die UBS und ihre Spielereien zu bürgen, was dann dazu geführt hätte, dass in der Schweiz die Bancomaten (und das Licht) ausgegangen wären.
      Das wäre mit oder ohne Vollgeld die gleiche Geschichte gewesen.
      Wenn eine Grossbank zuviel spielt und dann Elend verbreitet, wäre auch international politisch Schluss mit lustig gewesen.
      Da hätte dann wohl der Bundesrat zur Not sogar per Dekret sich die Sparbatzen seiner Bürger gegrapscht, um international nicht noch viel schlechter als Griechenland da zu stehen.

      Bitte erzählt keine zu romantischen Geschichten!
      Auch in der offiziellen Schweiz werden notfalls sogar die Menschenrechte gebogen, damit die Regierung ihren Kopf aus der Schlinge ziehen kann.
      Da ist dann „Demokratie“ an einem sehr sehr kleinen Ort!

      Die Grossbanken sind genauso GAU-gefährdet wie Beznau und Konsorten.
      Nur sieht es dann anders aus danach.

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  14. Weshalb behauptet dieser Ökonom im Interview, dass die Banken Geld ihrer oder der SNB weitergeben würden? Das stimmt einfach nicht. Es gibt dafür genug Belege:
    https://www.vollgeld-initiative.ch/wie-entsteht-geld/

    Er hat also das heutige Geldsystem nicht verstanden und sieht gar nicht, wie viel einfacher und vernünftiger Vollgeld ist.

    Gibt die SNB heute Geld an Banken, so handelt es sich um SNB-Giroguthaben (=Reserven) und die können die Banken nur untereinander austauschen, da sie ein Konto bei der SNB haben. Sie können sie nicht weiterverleihen. Aber sie können dann den 40-fachen Betrag an eigenem Buchgeld aus dem Nichts schöpfen und an Nichtbanken vergeben.

    Erst mit Vollgeld gäbe es nur noch eine Art und einen einzigen Geldkreislauf für Banken, SNB und normale Wirtschaftsteilnehmer.

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    1. Zur Klärung:

      SNB-Reseven können nur an Finanzunternehmen gezahlt oder verliehen werden, die ein Konto bei der SNB haben. Abgesehen davon können sie niemandem übertragen werden.

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  15. Soweit ich Herrn Bernholz verstehe, ist Vollgeld etwas sicherer, entzieht aber den Geschäftbanken einnen Teil ihres Geschäftes. Meine Frage ist, warum könnten die Geschäftbanken (-Mitarbeiter) nicht in Zukunft als Teil der Nationalbank integriert werden? Warum zwar nicht gleich Abschaffung der GB, aber dennoch in ein (eher) staatlich verwaltetes Bankensystem hinüberwechseln?

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    1. Das wäre eine andere Initiative. Die Vollgeld-Initiative sieht vor: Kreditvergabe, Vermögensverwaltung, Zahlungsverkehr durch die Geschäftsbanken, allein die Geldherstellung soll eine öffentliche Aufgabe der Nationalbank sein. Es geht bei der Vollgeld-Initiative nicht um die Verstaatlichung von Banken.

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  16. Geschätzte Leserinnen und Leser, herzlichen Dank für Ihre Einschätzungen.
    Bei allen Kontroversen, in einem sind sich wohl Journalistinnen und Ökonomen aller Couleur einig: Vollgeld einzuführen wäre ein Experiment. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang – es lässt sich jetzt nicht abschliessend beurteilen, wie genau die Notenbank im Falle einer Annahme der Initiative ihre Verantwortung als Buchgeldschöpferin wahrnehmen würde. Deshalb hat die TaWo einen unabhängigen Ökonomen um eine Einschätzung gebeten, der sich schon seit Jahren mit der Vollgeld-Idee auseinandersetzt.
    Dass es unterschiedliche Einschätzungen der Folgen gibt, liegt auf der Hand.

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    1. Guten Tag Frau Fopp, das Experiment findet HEUTE statt. Davon zeugen die Minuszinsen, die Geldschwemme, die Minus-Leitzinsen (=Banken erhalten Geld, wenn sie sich bei der Nationalbank Geld leihen, anstatt darauf Zins zu bezahlen…), auch Debatten über Helikoptergeld.
      Der Ausgang ist gewiss – denn da die Schweiz ihr elektr. Geld nicht mehr selber herstellt, sondern sich bei Banken dafür verschulden muss, muss zwangsläufig die Verschuldung zunehmen – und damit auch Sparprogramme, Steuererhöhungen, und die nächste Finanzkrise.
      Vollgeld gab es übrigens bereits zw. 1907 und 1970 – als es noch „nur“ Bargeld gab, das nur von der Nationalbank herausgegeben wurde (Finanzkrisen waren da noch rel. selten).
      Das einzig Ungewisse bei Vollgeld wäre tatsächlich das Verhalten der Nationalbank. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen dass sie -mit einem Werkzeug mehr- die Währungsstabilität schlechter sichern könnte als heute.
      Und da sich Banken gratis Geld bei der Nationalbank leihen können, gibt es auch keine Unterschiede in der Kreditvergabe (es spielt für Banken keine Rolle ob sie Geld selber herstellen oder sich gratis ausleihen), und da es im Finanzsektor bereits Vollgeld (=elektr. Geld der NB) gibt, gibt es auch da keinen Grund zur Panik.
      Im Gegenteil: wenn Banken und Spekulanten das Geld mit dem sie geschäften wirklich haben müssen, und wieder für ihre Geschäfte die Verantwortung tragen (keine Bankenrettungen mehr), spricht das nur für eine Stabilisierung des Geldsystems.

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    2. Vielen Dank für den Artikel, der mir für das Verständnis nochmals sehr viel geholfen hat.

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  17. Entgegen den Aussagen im Interview wird das Zins-Differenz-Geschäft für die Banken nicht wegfallen, denn nach wie vor werden die Banken Einlagen entgegen nehmen und von der Nationalbank Darlehen erhalten. Sie werden diese Mittel mit einem Aufschlag weitergeben und so weiterhin Geld verdienen.

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  18. Die Vollgeld-Initiative schafft deutlich mehr Probleme, als sie zu lösen vorgibt. Im Artikel gar noch nicht angesprochen ist z.B. die Forderung an die Nationalbank, künftig Jahr für Jahr neues Geld in Milliardenhöhe „schuldenfrei“ in Umlauf zu bringen – kurz: die SNB muss es an Staat und Bürger verschenken. Im Falle einer Inflation lässt sich dieses Geld nicht zurückholen. Die Initianten behaupten, die Nationalbank zu stärken. Doch in Tat und Wahrheit verunmöglichen sie ihr eine unabhängige Geldpolitik. Deshalb hat sich die Nationalbank auch ganz klar für ein Nein zu Vollgeld ausgesprochen.

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    1. Leider eine Falschinformation. Da sind Sie der Desinformationskampagne der Gegner der Vollgeld-Initiative auf den Leim gegangen. Richtig ist: Die SNB kann mit Vollgeld neues Geld wie bisher durch Darlehen an Banken, Kauf von Auslandsdevisen, Offenmarktpolitik und neu auch durch direkte Auszahlung an Bund, Kantone oder Bürgerinnen in Umlauf bringen. Durch den letzten Weg landet neues Geld tatsächlich in der Realwirtschaft. Die SNB legt aber selbst fest, wie sie diese Möglichkeiten nutzt. Natürlich wird die SNB mit der Auszahlung an Staat und Bürger vorsichtig sein, so dass sie immer genügend Puffer für eine Reduzierung der Geldmenge durch die andere Wege hat.

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    2. Die Aussagen der Initiaten sollen da also vertrauenwürdiger sein als die Einschätzung der Nationalbank?! Fakt ist: Das Initiativkomitee verspricht immer wieder jährliche Geldgeschenke in Milliardenhöhe, mit denen man allerlei tolle Sachen finanzieren oder auch Steuern senken könne. Sorry, aber so macht man einfach keine verantwortungsvolle und unabhängige Geldpolitik. Das Nein der SNB ist wohlbegründet.

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    3. Es ist keine Forderung an die NB, sondern eine zusätzliche Möglichkeit für sie, in der Realwirtschaft Geld in Umlauf zu bringen.
      Will die NB die Geldmenge wieder begrenzen, hat sie wie bereits heute die Möglichkeit Kredite an Banken nicht weiter zu verlängern, oder Staatsanleihen zu verkaufen.

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  19. Im Artikel steht: «Ausserdem bräuchte die Nationalbank eine riesige Bürokratie, um als einzige Stelle allen Unternehmungen und Privaten lohnende und möglichst sichere Kredite zu gewähren.». Ich frage mich wie um Himmels Willen diese völlig grotesken Falschannahmen zustande kommen. Bitte bitte liebe Journalisten und Ökonomen dieses Landes helft mit richtig und korrekt zu informieren und nicht solchen Unsinn zu verbreiten. So ist doch niemandem geholfen. Auch in einem Vollgeld-System werden die Kredite von den Banken vergeben und sicher nicht von der Nationalbank.

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  20. Natürlich kann Vollgeld keine Krise die im Ausland ihren Ursprung hat verhindern. Aber bei der nächsten Finanzkrise wäre das Geld auf unserem Konto eben wirklich UNSER GELD – nicht nur Auszahlungsversprechen der Bank. Auch wenn die Bank pleite ginge, wäre es also noch da – die Wirtschaft würde bei einer Bankenpleite nicht mit hinuntergerissen. Und deshalb wäre die Schweiz nicht mehr gezwungen, Banken mit unseren Steuergeldern zu retten.
    Wieso wird das nicht erwähnt?
    Hat die Autorin keinen Kontakt zu den Vollgeld-Initianten gehabt?

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    1. Glauben Sie das im Ernst?
      Nur den Taler, den ich im Geldbeutel (oder im Tresor) habe, der ist mein. Ansonsten gäbe es dann irgendwelche Schnellverordnungen oder der Geldverwalter wäre mit dem Batzen längst über alle Berge. Da gibt es so Gegenden, wo niemand fragt und auch niemand was wissen will.

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    2. Mit Vollgeld werden die Bankkonten wie elektronische Tresore. Das Buchgeld wird wie Bargeld und ist von der Nationalbank garantiert. Heute ist das nicht so. Ein Guthaben bei einer Bank ist nur ein Auszahlungsversprechen der Bank und damit nur soviel wert wie die Bank selbst. Vollgeld, das heisst Schweizer Franken der Nationalbank, ist unabhängig von Bankenkrisen.

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  21. Die Vollgeld-Initiative ist überhaupt nicht kompliziert. Es geht einfach um die Frage, wer soll unser Geld herstellen: Die Nationalbank, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist, oder private Banken wie UBS und CS, die ihren Aktionären dienen? Ist Geld eine öffentliches Gut, eine Infrastruktur wie Strassen und Post oder ist die Geldherstellung eine private Angelegenheit? Besser als Volkswirtschaftliche Fachbücher ist die Webseite des Initiativkomitees. Dort wird alles einfach und ausführlich erklärt. http://www.vollgeld-initiative.ch

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    1. Nicht die Nationalbank, sondern Thomas Jordan hat sich für ein NEIN ausgesprochen. Warum?
      Stellen Sie sich vor, sie würde sich für ein JA einsetzen … und das Signal das das senden würde.
      Es wäre wie (die Wahrheit) zu sagen: „Unser heutiges Geldsystem funktioniert nicht, wir brauchen eine Alternative“. Was denken Sie, wie würden Investoren reagieren?

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    2. Nein, das zeigt nur, dass die heutigen Direktoren der SNB noch sehr stark unter dem Einfluss der Bankenlobby stehen und ihre Rolle als Währungsbehörde noch nicht wirklich begriffen haben. Aber das kann und wird sich ändern, wenn die Vollgeld-Initiative angenommen ist.
      Die Ablehnung der SNB ist inhaltlich nicht nachzuvollziehen, da diese durch die Vollgeld-Initiative alle bisherigen Möglichkeiten behält und zusätzlich neue Instrumente bekommt. Was soll daran schlecht sein?
      Wichtig ist: Der Souverän, d.h. das Stimmvolk entscheidet, wer das Recht haben soll, Schweizer Franken zu erzeugen, nicht die SNB.

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    3. Thomas Jordan hat sich dagegen ausgesprochen. Es gibt auch SNB-Ökonomen, die dafür sind.

      Herr Jordans Ablehnung hat damit zu tun, dass Teile der SNB konsequent die Erklärungen der Initianten ignoriert und die Initiative in wesentlichen Punkten falsch versteht/verstehen will. Das Verrückte dabei ist, dass die SNB mit Vollgeld die Geldmenge optimal steuern könnte, was heute keiner behauptet, der das heutige System verstanden hat.

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    4. Herr Mayer, warum fordern Sie dann nicht die Verstaatlichung aller Unternehmen? Damit könnte man doch gleich die ganze Wirtschaft dem Gemeinwohl verpflichten. 😉

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    5. Eine Verstaatlichung wäre keine freie Marktwirtschaft mehr. Die haben wir heute auch nicht mehr im Bankensektor, da Banken als private Unternehmen selber Geld herstellen können und sie auch noch vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Mit Vollgeld wird beides gelöst.

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