Wer von den Massnahmen gegen Lärm entlang der Autobahn profitieren wird

Lange hat es gedauert, jetzt liegen die Pläne vor: Neue Lärmschutzwände und Schallschutzfenster sollen die geplagten Anwohner der Osttangente entlasten. Gegen eine komplette Einhausung der Autobahn wehren sich die Behörden weiterhin.

Der Bund liefert Basel das lange bestellte Ohropax: Neue Lärmschutzwände sollen die Quartiere vor der Autobahn abschirmen.

Nach ewig anmutendem Warten und Fordern sagt das Bundesamt für Verkehr nun, wie es die lärmgeplagten Anwohner der Stadtautobahn entlasten will. Die TagesWoche hat die Pläne des Astra gestern Donnerstag publik gemacht

  • Auf der Osttangente soll bei der nächsten Sanierung ein Flüsterbelag eingebaut werden.
  • Das Nordportal des Schwarzwaldtunnels auf Höhe Erlenmatt erhält eine neue Verkleidung.
  • Beim Tinguely Museum werden wie bei der Autobahnauffahrt Baldeggerstrasse Lärmschutzwände eingebaut. Zwei Lärmschutzwände beim St. Jakob und Schwarzwaldpark werden vergrössert.

Der Bund kommt damit seinen eigenen gesetzlichen Verpflichtungen nach, die er jahrelang ignoriert hat. Weil das aus Basler Sicht nicht genügt, will das Tiefbauamt an 59 Gebäuden entlang der Autobahn insgesamt 1350 neue Schallschutzfenster einbauen. Die Kosten über zwei Millionen Franken würden bei Zustimmung von Regierung und Parlament der Kanton tragen.

Geplante Verbesserungen: Blau markiert sind die Gebäude, die neue Fenster erhalten; rot die Standorte der neuen Lärmschutzwände.

Weitergehende Eingriffe haben die Behörden verworfen. Um die Quartiere komplett abzuschirmen hätten etwa beim Gellertdreieck 33 Meter hohe Lärmschutzwände hochgezogen werden müssen. 

Auch auf eine vollständige Einhausung der Osttangente verzichten Astra und Regierung. Die Gesamtkosten dafür würden rund 600 Millionen Franken betragen – bezahlen müsste sie der Kanton. Trotzdem ist der Druck auf die Regierung zuletzt gestiegen, die Autobahn komplett einzufassen: Ein entsprechender Vorstoss der SP-Grossrätin Dominique König wurde gegen die Stimmen der SVP mit grossem Mehr überwiesen.

Konversation

  1. Ist ja irrwitzig – da baut man eine Stadtautobahn und wundert sich nachher, dass die Autobahn in der Stadt Lärm macht … Man hätte damals die Chance gehabt und die Autobahn entweder via Birsfelden/Kraftwerksinsel oder eben gar zu einer grossen Teil unterirdisch durch die Stadt zu führen. Das Bestücken mit einzelnen Wänden hilft da nur bedingt und ein Flüsterbelag, der ein paar wenige db „schluckt“. 33 Meter hohe Lärmschutzwände – da wäre eine komplette Überdachung sinnvoller, zumal da wieder Fläche gewonnen wird.

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