Zwischennutzung am Basler Hafen – Chronologie eines politischen Scheiterns

Seit der Vertrag zwischen dem Verein Shift Mode und Basel-Stadt publik ist, gehen die Wogen um die Klybeck-Halbinsel wieder hoch. Die Chronologie der Zwischennutzung bis ins Jahr 2012 zeigt: Das Areal ist mit Zwist, Scheitern und viel Missgunst gepflastert.

Ein Holzkubus symbolisiert das Projekt des Vereins Shift Mode und der Kunstmesse Scope auf dem ehemaligen Migrol-Areal, das im Sommer gebaut werden soll. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Der Blick auf die Zwischennutzung der Klybeck-Halbinsel bis ins Jahr 2012 zeigt: Die Geschichte des Areals ist mit Zwist, Scheitern und viel Missgunst gepflastert.



Ein Holzkubus symbolisiert das Projekt des Vereins Shift Mode und der Kunstmesse Scope auf dem ehemaligen Migrol-Areal, das im Sommer gebaut werden soll.

Ein Holzkubus symbolisiert das Projekt des Vereins Shift Mode und der Kunstmesse Scope auf dem ehemaligen Migrol-Areal, das im Sommer gebaut werden soll. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Klybeck-Halbinsel, einst ein Inbegriff der Industrie, ist heute eine Brache, die der Kanton mit einer kulturellen Zwischennutzung beleben will. Doch das Areal ist seit 2012 von einer Geschichte von guten Absichten und politischem Scheitern geprägt – vom bitteren Abschied erster Projekte über die Räumung des Wagenplatzes bis hin zur neusten Kritik am Verein Shift Mode.

Die TagesWoche präsentiert eine Chronologie der Meilensteine der vergangenen drei Jahre bis heute. Angefangen im Jahr 2012, als das ehemalige Esso-Areal und der Uferstreifen für Zwischennutzungen freigegeben wurden, bis zum Desaster auf dem ehemaligen Migrol-Areal auf der Südhälfte der Halbinsel.

Nutzen Sie die Links zur einfachen Navigation im Artikel:

2015: Kritik an Shift Mode

Ende März 2015 Anwohner-Einsprache gegen Holzbauten hängig, Baustart verzögert sich.

Das Regionaljournal SRF berichtet, dass die Einsprache wegen Lärms, die bereits seit Februar 2015 bekannt ist, nach wie vor hängig ist. Die Einsprache kommt von der Wohngenossenschaft Klybeck und richtet sich gegen das Lärm- und Verkehrskonzept, es sei «nicht überzeugend». Die Anwohner seien aber nicht grundsätzlich gegen eine Zwischennutzung, die das Quartier belebe.

Katja Reichenstein von Shift Mode versichert gegenüber Radio SRF: «Es ist nicht unsere Absicht mit Partys unendlich viele Leute aufs Areal zu locken.» Der Baustart Anfang Juni werde sich voraussichtlich verzögern.



Vier Hallen sollen das grosse Zelt der Scope ersetzen und Shift Mode eine flexible Nutzung der übrigen Fläche erlauben.

Vier Hallen sollen das grosse Zelt der Scope ersetzen und Shift Mode eine flexible Nutzung der übrigen Fläche erlauben. (Bild: Atelier Schuwey)


Mitte März 2015 Der Vertrag zwischen Shift Mode und Immobilien Basel-Stadt wird veröffentlicht.

Der 2014 abgeschlossene Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein Shift Mode kommt im Wortlaut an die Öffentlichkeit. Der Widerstands-Blog «D Made im Daig» publiziert das Schreiben, das von verschiedenen Medien aufgegriffen wird. 

Der Vorwurf steht nun im Raum: Shift Mode soll als Alibi herhalten, um weitere Besetzungen des Migrol-Areals zu verhindern, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Der Grund: Die Klausel, die Shift Mode vorschreibt, Besetzungen nach Möglichkeiten zu verhindern. Ebenfalls kritisiert wird, dass der Kanton dem Verein eine starke Finanzspritze gebe.

Es wiederholen sich hauptsächlich die Vorwürfe, mit denen sich Shift Mode bereits im Mai 2014 konfrontiert sah, als die Wagenleute die Verantwortlichen scharf kritisierten und sich Shift Mode sowie Scope gegenüber der TagesWoche rechtfertigten.

BastA!-Grossrätin Heidi Mück übt darob Kritik an der Regierung in der Sendung «061Live» von Telebasel. Gegenüber der «Basler Zeitung» üben mehrere Grossräte verschiedener Parteien ebenso Kritik am Vorgehen. Das zuständige Präsidialdepartament nimmt keine Stellung. 



Heidi Mück hegt grosse Sympathien für den Wagenplatz. Entsprechend deutlich fällt ihr Urteil über die Fussballplatzidee der Regierung aus.

Heidi Mück hegt grosse Sympathien für den Wagenplatz. Entsprechend deutlich fällt ihr Urteil über die Fussballplatzidee der Regierung aus. (Bild: Hans-Jörg Walter, Montage: Nils Fisch)

Februar 2015Die Finanzierung der Holzbauten von Shift Mode und Scope steht.

Der Zwischennutzungs-Verein Shift Mode hat das Geld für den «Holzpark Klybeck» zusammen. Eröffnet soll aber erst Ende Sommer 2015 werden. Grund dafür sei «das anhaltende Bauverfahren (unter anderem eine Einsprache wegen Lärms) sowie die sehr kurze Frist des Finanzierungsprozesses».

 

2014: Das Wagenplatz-Desaster

November 2014Baueingabe trotz ungesicherter Finanzierung.

Der Verein Shift Mode und die Kunstmesse Scope reichen gemeinsam das Baugesuch für die vier geplanten Kulturhallen auf dem Zwischennutzungsareal am Klybeckquai ein. Die Finanzierung des 1,75 Millionen Franken teuern Projekts ist allerdings noch nicht gesichert.

 

Juli 2014Der Verein Shift Mode legt los.

Nach der Räumung kann der Verein Shift Mode loslegen. Auf dem Areal sollen in Zusammenarbeit mit der Kunstmesse Scope mehrere Holzbauten entstehen, die für kulturelle Aktivitäten genutzt werden sollen. Die Finanzierung soll vornehmlich über die Kunstmesse Scope und Investoren laufen.

Zwischenzeitlich hat sich der Frust der Wagenleute und deren Sympathisanten auf den Verein Shift Mode konzentriert, was sich auch an einer Demo nach der Wagenplatzräumung manifestiert hatte.

 

3. Juni 2014Die Räumung.

Ohne weiteres Ultimatum lässt der Kanton das Gelände räumen (Beitrag von Telebasel, «7vor7»). Die Polizei geht entschlossen vor, Besetzerinnen und Besetzer wurden vom Platz vertrieben und, zum Teil mit Kabelbindern gefesselt, abgeführt. Das Medienecho war gross, die TagesWoche publizierte zudem ein Video, das die Räumung dokumentiert.

 Ende Mai 2014Ein halber Rückzug und das dritte Ultimatum.

Tatsächlich, die Wagenleute ziehen sich zurück – allerdings nicht so, wie es die Regierung verlangt hatte. Sie richten sich statt auf einem Streifen in einem Dreieck ein, immerhin auf den vorgeschriebenen 2500 Quadratmetern. Die Regierung hatte mittlerweile ein drittes Ultimatum gestellt: Bis 1. Juni hätten sich die Wagenleute zurückzuziehen, sonst werde geräumt. Die TagesWoche schrieb dazu in einem Kommentar: «Die Basler Regierung hat es verpasst, auf dem Migrol-Areal rechtzeitig gestaltend einzugreifen. Wird jetzt geräumt, ist das Freiraum- und Kulturprojekt am Basler Hafen am Ende.»  

Das Ultimatum des 1. Juni wird nicht vollstreckt. Es findet (noch) keine Räumung statt.

 

Mitte Mai 2014Die nächste Demo und das zweite Ultimatum.

Am 26. Mai die nächste Demo. Gut einen Monat nach Bekanntgabe der Nutzung durch Shift Mode droht nun die Verkleinerung des Wagenplatzes. Die Regierung verlangt entsprechend der Vereinbarung mit Shift Mode die freiwillige Halbierung des Wagenplatzes – oder es werde am Montag, 27. Mai, geräumt. Der Wagenplatz soll Parkmöglichkeiten für die Kunstmesse Scope weichen, die seit 2013 in einem Zelt auf dem Areal stattfindet.

Die Atmosphäre ist aufgeladen, die erstellten Bauten des Wagenplatzes auf die Hälfte des besetzten Areals zu verschieben, sei nicht möglich, sagen die Wagenleute. 

In der Sendung 061Live auf Telebasel sagte Morin noch am Montag, 27. Mai, es werde durch den Kanton geräumt. Doch es passierte nichts, die Wagenleute blieben vorerst auf ihrer besetzten Fläche. Nach dem Ultimatum durch die Rheinhäfen Mitte 2013 war dies das zweite Ultimatum, das an die Adresse der Wagenleute ging.

Die TagesWoche fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zum Wagenplatz zusammen. Ebenfalls fasst sie in ihrem Satireblog «Schrot&Korn» Morins Auftritt auf Telebasel zusammen.

 

Mitte April 2014Plötzlich geht es schnell: Shift Mode ist in aller Munde.

Am 15. April 2014 lässt Regierungspräsident Guy Morin die Bombe platzen: Mit dem Verein Shift Mode von Katja Reichenstein und Tom Brunner hat die Regierung offiziell eine Zwischennutzerin für das Ex-Migrol-Areal gefunden. Frohe Botschaft für die Wagenleute: Auch darf der Wagenplatz bleiben, allerdings auf beschränkter Fläche. 

Shift Mode wurde in einem geheimen Einladungsverfahren unter vier Bewerbern ausgewählt, schreibt die TagesWoche. Fest steht gemäss Vertrag allein, dass die Kunstmesse Scope jeweils Mitte Juni dort ihr Quartier aufschlagen darf – und dafür Miete an den Verein entrichtet. Mit diesen Einnahmen soll die weitere Entwicklung finanziert werden. Der Kanton übernimmt einzig 250’000 Franken Kostengutschrift für Toiletten, Strom- und Wasseranschluss auf dem unerschlossenen Gebiet.

«Eines der Kriterien der Regierung war, dass der Kanton kein Geld in die Hand nehmen und auch keinen Betrieb finanzieren will», begründete Morin das Vorgehen. 



Ein Teil der Demonstranten kommt am Abschnitt des Wagenplatzes an, der bei der Reduktion, die von der Regierung gefordert wird, abgerissen werden müsste.

Ein Teil der Demonstranten kommt am Abschnitt des Wagenplatzes an, der bei der Reduktion, die von der Regierung gefordert wird, abgerissen werden müsste. (Bild: Alain Appel)

Anfang April 2014Die Regierung in einer unmöglichen Situation.

Nichts mit konkreten Fussballplätzen – dafür zeigt sich nun: Die Regierung beisst sich am Migrol-Areal die Zähne aus. Neben Immobilien Basel-Stadt, die sich um die Parzellen kümmert, redet hierbei auch das Präsidialdepartement mit, nämlich die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung. Die Fussballplätze sind eine von möglichen Optionen, die an die Öffentlichkeit drangen. Tatsächlich ist betreffend Zwischennutzung nichts in trockenen Tüchern.

Fieberhaft würden laut der TagesWoche hinter den Kulissen Verhandlungen laufen, um eine Zwischennutzung zu organisieren, die dem Wagenplatz den Garaus machen kann: «Abstruse Gerüchte, eine Besetzung mit immer grösserer Ausstrahlung und geheime Abmachungen: Die Regierung hat sich am Klybeckquai in eine unmögliche Situation manövriert», schreibt Matthias Oppliger.

 

März 2014Fussballfelder statt Wagenplatz? Erste Demo auf dem Marktplatz.

Laut Medienberichten will die Regierung auf dem Ex-Migrol-Areal zwei Fussballfelder errichten lassen. Der Beschluss erfolge am 1. April. Das würde das Ende der Wagenplatz-Besetzung bedeuten. Auf dem Marktplatz findet eine erste Kundgebung für den Erhalt des Wagenplatzes statt. Mittlerweile umfasst das Kollektiv auf dem Ex-Migrol-Areal die Einheiten Wagenplatz, Uferlos und Hafescharte.

 

2013: Die Wagenleute kommen

Oktober 2013Ultimatum verstrichen, der Kanton übernimmt und sucht.

Nichts mit neuem Standort. Die Wagenleute sind immer noch auf dem Areal. Mittlerweile hat das Gelände neue Verantwortliche: Die Schweizerischen Rheinhäfen übergeben das Areal dem Kanton Basel-Stadt im Baurecht. Damit sind die Rheinhäfen aus dem Schneider und der Kanton ist verantwortlich für das 15’100 Quadratmeter grosse Ex-Migrol-Areal und das gut 9000 Quadratmeter grosse Ex-Esso-Areal – zusammen sind das fast dreieinhalb Fussballfelder, rechnet die «Basler Zeitung».

  • Auf dem Ex-Esso-Areal darf der Verein I_Land Zwischennutzungen betreiben.
  • Für das Ex-Migrol-Areal kündigt der Kanton an, «rasch» eine ebensolche zu suchen. Während die Wagenleute ihre Bleibe weiter einrichten, würden sie bis auf Weiteres geduldet, sofern «keine wesentlichen Beschwerden» eingehen und nicht mehr Fläche beansprucht werde.
  • Verwaltet wird das Gelände neu von Immobilien Basel-Stadt, die das Areal ins kantonale Finanzvermögen übernimmt. Wie hoch der Baurechtszins an die Schweizerischen Rheinhäfen ist, bleibt geheim. Die Suche nach einer Zwischennutzung läuft an.


Wagenburg: Der Blick von oben auf das ehemalige Migrolareal.

Wagenburg: Der Blick von oben auf das ehemalige Migrolareal. (Bild: Nils Fisch)

Mai 2013Ein erstes hohles Ultimatum an die Wagenleute.

Die Schweizerischen Rheinhäfen haben den Wagenleuten ein erstes Ultimatum gesetzt. Bis nach den Sommerferien – also Mitte August 2013 – sollen sie weichen. Die Wagenleute sagen, sie würden sich nach einem Ersatzstandort umsehen.

 

April 2013Der Absprung weiterer Zwischennutzer.

Die Stimmung bei den Zwischennutzern im Hafen sinkt. Es ziehen sich die Betreiber um Betreiber von Projekten zurück. Zudem droht auch noch eine Einsprache von Pro Natura. Die Verantwortlichen führen Schwierigkeiten mit Behörden und lange Wartezeiten als Grund für ihren Unmut an.



Minus 1: Nach «Perron 4» zieht sich mit «Panama» ein weiteres Projekt aus der Zwischennutzung am Hafen zurück. Die rot eingefärbten Projekte warten noch auf grünes Licht.

Minus 1: Nach «Perron 4» zieht sich mit «Panama» ein weiteres Projekt aus der Zwischennutzung am Hafen zurück. Die rot eingefärbten Projekte warten noch auf grünes Licht. (Bild: Hans-Jörg Walter)

März 2013Die Invasion der Wagenleute.

Am Karfreitag, 29. März 2013, wird das Ex-Migrol-Areal wieder in die Schlagzeilen katapultiert. Die Wagenleute, die vormals an der Freiburgerstrasse waren, besetzen das Areal mit einer Wagenburg. Die Behörden und der Landbesitzer, die Schweizerischen Rheinhäfen, schreiten nicht ein. Man analysiere das weitere Vorgehen, sagt Hafendirektor Hans-Peter Hadorn am 4. April gegenüber Telebasel.

 

2012: Zaghafte Experimente

Herbst/Winter 2012 – Leerlauf am Hafen.

Eine offizielle Zwischennutzung für das Ex-Migrol-Areal steht noch nicht zur Debatte. Das Areal, das den Schweizerischen Rheinhäfen gehört und mittlerweile eine grosse Fläche ohne Tanks ist, verschwindet grösstenteils aus den Schlagzeilen. Die sommerlichen Zwischennutzungen auf dem Ex-Esso-Areal gehen in die Winterpause.



Die Hafen-Buvette Marina Basel schenkt seit dem 20.März aus.

Die Hafen-Buvette Marina Basel schenkt seit dem 20.März aus. (Bild: Dominique Spirgi)

Juli 2012Freude an der Hafenbar.

Die Marina-Hafenbar eröffnet auf dem Ex-Esso-Areal fürs Jahr 2012. Seit dem Start im Spätsommer 2011 als kleine Bar ist sie ein wachsendes Projekt zur Zwischennutzung, das bis heute anhält. Daneben bauen die Skater an ihrem Projekt Portland weiter. Ein «etwas verzögerter Startschuss zur Zwischennutzung», schreibt die «Basler Zeitung». «Raum für Grundsätzliches», schreibt die TagesWoche.

Realisiert wurde allerdings nur ein kleiner Teil jener Zwischennutzungen, die angesagt und verschiedentlich vorgestellt wurden, wie die TagesWoche und die «Basler Zeitung» dokumentieren.

 

Juni 2012Erster Verein wirft das Handtuch.

Zoff auf der Klybeck-Halbinsel: Der Verein «F(r)ischer Village», eines der acht Projekte zur Zwischennutzung, zieht sich von der Ex-Esso-Parzelle am Nordende zurück. Rufe über «Geklüngel und Filz» werden laut, wie die TagesWoche schreibt.

Die Initianten beklagen zudem laut «Basler Zeitung», «dass die Auflagen von Seiten des Kantons und der Schweizerischen Rheinhäfen nachträglich geändert wurden und somit die Realisierung ihres Projektes verunmögliche.» Der Kanton habe die zugesicherte Projektfläche redimensionieren wollen. Der Verein «F(r)ischer Village» wollte auch mit dem Skatepark Portland zusammenarbeiten, der ebenfalls dort aufbauen wollte. 

 

Mai 2012 – Die Migrol-Tanks fallen.

Die leeren Tanks auf dem ehemaligen Migrol-Areal, die einen Teil der Fläche blockierten, sind abgerissen. Was genau die Zwischennutzer auf dem ehemaligen Esso-Areal und entlang des Uferstreifens machen, ist immer noch nicht klar.

 

April 2012Die geheimen Zwischennutzer werden bekannt.

Die «Schweiz am Sonntag» macht die bisher geheimen Pläne publik. «Freuen dürfen sich Kulturschaffende, Quartierentwickler und Skater», heisst es in einem Bericht der «bz Basel». Die TagesWoche hatte die Pläne im März bereits erwähnt. Die Öffentlichkeit zeigt sich überaus interessiert am Zwischennutzungsprojekt, die Medien decken immer neue Details auf. Es herrscht Aufbruchstimmung. Unter den Eingaben dabei: Ein Radioprojekt, bei dem auch Katja Reichenstein tätig ist, die 2015 gemeinsam mit ihrem Partner Tom Brunner im Verein Shift Mode die offizielle Zwischennutzung durchführen darf.

 

März 2012Erste Geheimniskrämerei um Zwischennutzer.

Der Kanton und die Schweizerischen Rheinhäfen bestimmen aus 60 in einem Wettbewerb eingegangenen Projekten acht Sieger. Ausgeschrieben sind das ehemalige Esso-Areal an der Nordspitze der Halbinsel sowie der Uferstreifen. Das ehemalige Migrol-Areal liegt noch brach.

Zu diesem Zeitpunkt ist aber nicht klar, worum es sich bei den Zwischennutzungsprojekten konkret handelt; die Verantwortlichen geben die einzelnen Projekte noch nicht bekannt. Klar ist einzig, dass es sich nicht um Partyprojekte, sondern um eine «ruhige» Zwischennutzung handeln soll. Seitens des Kantons ist das Bau- und Verkehrsdepartement zuständig. Das Gelände gehört noch den Schweizerischen Rheinhäfen.

Ende März sickern erste Informationen durch. Der TagesWoche waren erste Projekte nach einem Workshop der künftigen möglichen Zwischennutzer bekannt. Details über die einzelnen Projekte gab es aber noch keine. Eine erste Zwischennutzung fand schon im Spätsommer 2011 durch die kleiner Bar der «Marina Hafenbar» statt.

 

Präludium: Der Richtplan

Januar 2009 Regierungsrat erlässt kantonalen Richtplan.

Die Basler Regierung erlässt den neuen, ergänzten Richtplan des Kantons. Dieser sieht für die Klybeck-Halbinsel «eine koordinierte Hafen- und Stadtentwicklung vor». Bis es so weit ist, sollen Zwischennutzungen stattfinden. Auf dem Areal, das fünf Jahre später für hitzige Schlagzeilen sorgen wird, stehen noch die Tanks der ehemaligen Ölfirma Migrol.

Artikelgeschichte

14.15 Uhr: Kleine Ergänzung zur Marina-Hafenbar (seit Spätsommer 2011 bis heute vor Ort).

Nächster Artikel