1:0 gegen Vaduz – der FCB beisst sich durch zum ersten Sieg seit drei Wochen

Der FCB gewinnt gegen den FC Vaduz mit 1:0, Frei erzielt den Treffer per Kopf nach Schärs Flanke. Mit drei Änderungen in der Startformation geben die Basler vor allem in der zweiten Halbzeit ab, holen sich aber vor der englischen Woche trotzdem den ersten Sieg seit drei Wochen – es ist der erste Heimerfolg seit November 2014.

Der Basler Fabian Frei, links, erzielt das 1:0 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 28. Februar 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Der FCB gewinnt gegen den FC Vaduz mit 1:0, Frei erzielt den Treffer per Kopf nach Schärs Flanke. Mit drei Änderungen in der Startformation geben die Basler vor allem in der zweiten Halbzeit ab, holen sich aber vor der englischen Woche trotzdem den ersten Sieg seit drei Wochen – es ist der erste Heimerfolg seit November 2014.

Keine 30 Sekunden waren zwischen dem FCB und Vaduz gespielt, da griff Paulo Sousa auch bereits korrigierend ein. Er nahm sich Adama Traoré zur Brust und erklärte dem leicht verdutzten Ivorer, wie er sich auf der linken Abwehrseite zu verhalten hat. Was in der Vorrunde vor allem Yoichiro Kakitani des Öftern erlebt hatte, die wilden Anweisungen seines Trainers, da musste nun also auch der jüngste Debütant im St.-Jakob-Park durch.

Traoré war einer von drei Neuen im Vergleich zur Aufstellung gegen YB. Er ersetzte beim 1:0-Sieg gegen Vaduz Behrang Safari, der zwar auf dem Matchblatt Platz gefunden hatte, leicht krank aber passen musste. In einer klassischen Viererkette gab Traoré den hoch stehenden linken Akteur, vor ihm rutschten Matias Delgado für Mohamed Elneny und Breel Embolo für Gashi ins Team.

Und eigentlich hatte Sousa gar vier Wechsel geplant: Unverhofft kam jedoch Germano Vailati zum zweiten Mal in Folge für Tomas Vaclik zum Zug: Der Tscheche war im Spital bei seiner Frau und blickt Vaterfreuden entgegen.

Das Tor, das «zu verteidigen gewesen wäre»

Gegen den Aufsteiger aus Liechtenstein erwarteten viele der offiziell 25’304 Zuschauer (tatsächlich wohl weniger als 20’000) nicht den Basler Torhüter, sondern die rotblaue Offensivabteilung im Mittelpunkt des Interesses. Zählbar war in der Endabrechnung aber nur diese eine Szene kurz vor der Pause: Schär behauptete den Ball im Strafraum, legte ihn sich auf seinen schwächeren linken Fuss, flankte nach genau genommenem Mass auf Fabian Frei, der per Kopf den einzigen Treffer der Partie erzielte.



Die Vaduzer Markus Neumayr und Steven Lang, koennen den Basler Fabian Schaer, von links, nicht am Flanken hindern im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 28. Februar 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Fabian Schär setzt zur Flanke an, die zum Tor führt. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Das Tor auf einen zweiten Ball nach einem Standard Delgados «wäre zu verteidigen gewesen», sagt Vaduz’ Trainer Giorgio Contini, der auf der linken Abwehrseite den Basler Naser Aliji einsetzte. Nach nunmehr drei Basler Siegen gegen Vaduz war das Resultat für den Winterthurer enttäuschend, denn diesmal hätte es für den Aufsteiger etwas zu holen gegeben.

Vor allem auch deswegen, weil die offensivsten Reihen der Basler ansonsten eine recht überschaubare Anzahl von Aktionen kreierten: Ein Schuss Delgados direkt auf Torhüter Peter Jehle (8.), ein Versuch Derlis Gonzalez’ aus rund 20 Metern (12.) oder ein Kopfball Strellers neben das Tor (20.). Und das, obwohl in der Spitze Embolo leicht nach hinten versetzt, trotzdem aber in einer Art Zweimannsturm zusammen mit Marco Streller agierte.

Streller: «Sechs bis sieben Spieler haben in den letzten Wochen Mühe»

Und als es wirklich zwingend wurde, da schoss einerseits Gonzalez den Ball nach der sehenswertesten Aktion über die Stationen Delgado und Embolo über das Tor; andererseits scheiterte Streller nach einem Fehlpass des Gegners an seinem rechten Fuss (54.) – und kurz vor dem Ende der Partie Embolo ebenso an Jehle wie gleich darauf auch Gashi.



Der Basler Marco Streller, rechts, verzieht einen Schuss gegen den Vaduzer Franz Burgmeier, links, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 28. Februar 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Es ist nicht sein Spiel, es ist nicht sein Fuss, dafür ist er umso ehrlicher nach dem Spiel: Marco Streller. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

«Wir strotzen momentan nicht vor Selbstvertrauen», sagt Streller und nimmt sich mit ein, als er sich dahingehend äussert, dass «sechs bis sieben Spieler in den letzten zwei, drei Wochen Mühe haben.» Zum zweiten Mal lässt sich der Captain innerhalb weniger Tage kritisch zur Verfassung der Mannschaft aus. Und er schliesst mit der Einschätzung: «So werden wir in einer Woche gegen Thun nicht gewinnen.»

Dass die Basler die Vaduzer, die das dritte Spiel in dieser Woche bestritten, nicht dominierten, lag zum Einen an den vielen Ballverlusten. Vor allem in der ersten Halbzeit, als Delgado oder Frei die Bälle zuweilen in zentralsten Positionen hergaben.

Zum Anderen sah sich Sousa einem Team gegenüber, das «präzis, mit Entschlossenheit und gut organisiert» agierte. Es brauchte schon einen Vailati in guter Tagesform: Der Tessiner parierte unter anderem den Schuss Philipp Muntwilers (53.) und lenkte Markus Neumayrs Versuch an den Pfosten (66.).

Und so ist Sousa, der mit der ersten Halbzeit zufrieden ist, die Leistung in der zweiten aber schwächer beurteilt, «nach den Schwierigkeiten der letzten Wochen glücklich über die drei Punkte». Glücklicher zumindest als diejenigen Zuschauer, die dem Team Pfiffe mit in die Kabine gaben.

Es folgt die englische Woche mit Dreifachbelastung

Mit dem ersten Heimsieg 2015, der letzte war das 3:0 gegen Aarau im November 2014, und dem ersten Vollerfolg seit drei Partien, steigt der FCB nun in englische Wochen: Am Mittwoch geht es nach Münsingen zum Cup-Viertelfinal, am Samstag zu Hause gegen Thun in der Meisterschaft und am Dienstag darauf nach Porto zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League.

Das Spiel im Dragao bildet den Abschluss dieser energieraubenden Phase, in der zwischen den Partien weniger als die von Sousa gewünschten 72 Stunden liegen. Regeneration ist also angesagt; nicht nur wegen der anstehenden Aufgaben, sondern auch, weil nach einer für Basler Verhältnisse langen Zeit ohne Sieg etwas ruhigere Tage der Mannschaft gut tun dürften.

So bleibt Sousa auch Zeit, sich mit Traoré über dessen erste 90 Minuten im Basler Dress zu unterhalten. Integriert sei er inzwischen, sagt der 44-Jährige, aber der Ivorer braucht wohl noch Zeit, sich nach der Verletzung während der Vorbereitung in Sousas Fussball zurechtzufinden.

Und erinnert man sich an Strellers Aussagen, so trifft das in dieser Phase der Saison nicht nur auf Traoré zu.

» Zur Zusammenfassung des Spiels auf dem Portal des SRF

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