4:1-Sieg in Tuggen – der FC Basel zieht souverän in die nächste Runde ein

Der FC Basel reagiert auf die wenig überzeugenden Auftritte aus den ersten beiden Cup-Runden und kommt in der March zu einem ungefährdeten Erfolg. Jean-Paul Boëtius festigt mit zwei Treffern seinen Ruf als Cup-Joker, Michael Lang und Eder Balanta erhöhen noch vor der Pause. Der FC Tuggen kommt in der 90. Minute zum Ehrentreffer.

(Bild: Keystone/Tageswoche)

Der FC Basel reagiert auf die wenig überzeugenden Auftritte aus den ersten beiden Cup-Runden und kommt in der March zu einem ungefährdeten Erfolg. Jean-Paul Boëtius festigt mit zwei Treffern seinen Ruf als Cup-Joker, Michael Lang und Eder Balanta erhöhen noch vor der Pause. Der FC Tuggen kommt in der 90. Minute zum Ehrentreffer.

Urs Fischer hatte mit Blick auf die Aufstellung seines FC Basel gegen Tuggen ein Gerüst versprochen. Ein funktionierendes Gerüst, das die wackligen Komponenten der vergangenen beiden Cup-Partien besser einbinden, besser stabilisieren sollte. Im Vergleich zum Spiel in Lugano standen dann plötzlich trotzdem neun Neue auf dem Feld. Urs Fischers Ankündigung: Eine taktisch motivierte Nebelpetarde?

Nein. Bis auf eine lockere Schraube in der letzten Spielminute hielt Fischers Konstrukt niet- und nagelfest, so dass der Coach nach Spielende entspannt resümieren konnte: «Heute bin ich sehr zufrieden mit unserer Leistung.»

» Die Tore in Tuggen in der Zusammenfassung bei cupplay.tv
» Die Aulosung der Cup-Viertelfinals (1./2. März 2017) erfolgt am Sonntag, 6. November

Für die Gemütslage seines Trainers zeichnete in erster Linie Jean-Paul Boëtius verantwortlich, der seit seinem letzten Cup-Einsatz in Zug wieder auf der Ersatzbank geschmort hatte. Der Holländer kommt in der laufenden Spielzeit nicht über die Rolle des Cup-Jokers hinaus, obwohl er in dieser Rolle bereits gegen Rapperswil als Torschütze zu überzeugen wusste – und in Tuggen gar brillierte.

Zwei Flügel, zwei Abende

So leichtfüssig wie auf der Tuggener Spielwiese hat man den Mann wahrscheinlich zuletzt in den Bewerbungsvideos vor der Vertragsunterzeichnung gesehen, Nico Weibel und Dominik Schiendorfer, die linke Aussenwehr des FC Tuggen, waren komplett überfordert. Das Spiel war acht Minuten alt, da verlängerte besagter Weibel eine Flanke Langs an den zweiten Pfosten.

Dort lauerte Boëtius und netzte eiskalt ein.

«Das sind eben genau die Momente, in denen er gefordert ist», sagte Fischer nach dem Spiel, auf die marginale Saison-Präsenz seines Flügelspielers angesprochen. «Das ist im Moment seine Rolle, mit der er fertig werden muss. Und er geht gut damit um, heute haben wir das gesehen.»

Den zweiten Treffer erzielte Boëtius in der 18. Minute vom Punkt, nachdem Michael Lang von Raymond Tinner zu Boden gezerrt worden war. Ein befreites Lachen, ein kurzer Blick zur Bank, mehr war da nicht bei Basels Nummer 77.

Der andere Flügel, Kevin Bua, verbrachte derweil einen weniger glücklichen Abend. Auch er hat einen schweren Stand im dicht besetzten Basler Kader und ist darum auf die wenigen Momente im rotblauen Schaufenster angewiesen. Gegen Tuggen dauerte sein Auftritt 14 Minuten. Dann musste er sich nach einem Zusammenprall mit einer Oberschenkelverletzung auswechseln lassen. Urs Fischer konnte dazu nach dem Spiel keine Diagnose abgeben.



Der Basler Kevin Bua muss verletzt vom Platz, beim Fussball 1/8-Final Cup Spiel zwischen dem FC Tuggen und dem FC Basel, am Mittwoch, 26. Oktober 2016, im Stadion Linthstrasse in Tuggen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der unglückliche Abend des Kevin Bua, der sich gegen Tuggen früh am Oberschenkel verletzte. Die Diagnose steht noch aus. (Bild: GIAN EHRENZELLER)


Die willkommene Freiheit der Sechser

Tuggen-Trainer Adrian Allenspach hatte ein Team mit defensiverer Ausrichtung, als noch zuletzt in der Promotion-League auf den Platz geschickt. In der Hoffnung, die Basler Offensivpower durch eine Pufferzone zu entschärfen, verdichtete er das sonst praktizierte 4-1-4-1 zu einer 4-5-1-Formation mit Anes Zverotic als einziger Sturmspitze.

Doch Basel wusste zu reagieren.

Während Elyounoussi, Bjarnason und Boëtius durch stete Laufarbeit das Tuggener Mittelfeldquintett an sich binden konnten, hatten dahinter die beiden Basler Sechser Serey Die und Zuffi allen Platz der Welt, um ihre Flanken zu justieren. So konnte insbesondere Lang ein ums andere Mal von der Vorarbeit Dies profitieren – und zum Beispiel einen Penalty provozieren.



Der Tuggener Trainer Adrian Allenspach, links, begruesst den Basler Trainer Urs Fischer, beim Fussball 1/8-Final Cup Spiel zwischen dem FC Tuggen und dem FC Basel, am Mittwoch, 26. Oktober 2016, im Stadion Linthstrasse in Tuggen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Als Spieler hatten Adrian Allenspach und Urs Fischer einst gemeinsam beim FC St. Gallen gekickt, da war die Umarmung vor dem Spiel Ehrensache. (Bild: GIAN EHRENZELLER)

Und Zuffi? Der arbeitete sich mit einem Assists durch einen Standard weiter an seinen Leistungsausweis aus der vergangenen Saison heran und steht neu bei sieben Scorerpunkten.

Versöhnliches Ende zum Schlusspfiff

Sein Eckball in der 35. Minute erreichte mit einer Weiterleitung Sporars am zweiten Pfosten Lang, der seinen vierten Saisontreffer erzielte. In der 44. Minute setzte sich Balanta – wieder nach Eckball Zuffis – gegen Javier Santana durch und traf mit dem rechten Fuss zur komfortablen 4:0 Pausenführung.

Damit hatte der FCB das Soll erreicht und konnte in Halbzeit zwei den kräftesparenden Schongang einlegen. Doch auch der reichte, um ein deutlich verunsichertes Heimteam weitgehend unter Kontrolle zu halten.

Ihre beste Chance verbuchten die «Märchler» in der 69. Minute, als der eingewechselte Dominik Kuhn einen Flankenball Murtisis knapp am Tor vorbeiköpfte. Und als in der 90. Minute im zur Pressetribüne umfunktionierten Lastwagen die Bilanzen eigentlich schon gezogen waren, erzielte Jusuf Shala doch noch den Ehrentreffer.



Der Tuggener Tuggener Jusuf Shala, Mitte, bejubelt seinen Treffer zum 4-1 gegen den Basler Torhueter Germano Vailati, beim Fussball 1/8-Final Cup Spiel zwischen dem FC Tuggen und dem FC Basel, am Mittwoch, 26. Oktober 2016, im Stadion Linthstrasse in Tuggen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

 Jusuf Shala dreht jubelnd ab, Germano Vailati und Eray Cümart liegen geschlagen am Boden. (Bild: GIAN EHRENZELLER)

Ein versöhnlicher Abschluss für das Team aus der Promotion League, das nun im Abstiegskampf den Kopf wieder frei hat. Und Basel gelang der deutliche Sieg, den es bislang gegen Unterklassige schuldig geblieben war. Das Gerüst, es hat diesmal gehalten.

 

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Vor dem Spiel:

Die Cup-Vorschau – Tuggen verspricht «harte Kost»: Der FC Basel trifft im Achtelfinal des Schweizer Cups auf den drittklassigen FC Tuggen. Trainer Urs Fischer ist trotz der bislang dürftigen Cup-Auftritte seines Teams gut gelaunt und bereit, nach Champions League und Super League zum dritten mal in der Fussball-Provinz anzutreten. Selbstredend, dass er das auch von seinen Spielern erwartet.
» Fischer will mit schnellem Vorsprung Kräfte sparen

Djordje Nikolic – die Zwickmühle des zweiten Ersatztorwarts: Am Beispiel des jungen Torhüters Djordje Nikolic vom FC Basel zeigt sich ein Problem, das die Schweizer Proficlubs beschäftigt: Sie dürfen Spieler aus Drittstaaten nicht in ihren zweiten Mannschaften einsetzen, auch wenn das vernünftig erschiene. Die Liga arbeitet nun mit dem Staatssekretariat für Migration an einer Lösung. » Die Migrationswächter klopfen dem FCB auf die Finger

Fischer ist «nicht stolz» auf seinen Ausraster: Nach dem Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Lugano (2:2) kam es am Samstag zu tumultartigen Szenen. Urs Fischer und Tessiner Offizielle gerieten verbal aneinander. Der Trainer des FC Basel und der Physiotherapeut der Luganesi werden mit 300 Franken gebüsst, die Assistenten der beiden Coaches erhalten einen Verweis.
» Unsportliches Benehmen: Urs Fischer wird mit 300 Franken gebüsst

Was bisher geschah – der Matchbericht zum Zweitrundenspiel in Zug: Gegen tief mauernde Gastgeber muss sich der FC Basel einen knappen Sieg richtiggehend erleiden. In einem auf 11 Positionen veränderten Team erzielt Daniel Hoegh per Kopf den einzigen Treffer einer Partie, für die Urs Fischer nach Abpfiff deutliche Worte fand.
» Arbeitssieg in Zug – der FC Basel erreicht dank eines Treffers von Daniel Hoegh die dritte Runde

Und der FC Tuggen? Der wächst schon mal verbal in die Rolle des Spielverderbers:

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