Basel – das Sprungbrett in die Badminton-Elite

Olympiasieger und Weltmeister Lin Dan aus China ist die Topmeldung für das Badminton Swiss Open vom 14. bis 19. März in der St. Jakobshalle. In Frauendoppel und Mixed topgesetzt ist die extrovertierte Chinesin Chen Qingchen, die bereits im vergangenen Jahr das Publikum in Basel begeisterte.

Badminton, Swiss Open, Basel

(Bild: Michel Matthey de l'Etang)

Olympiasieger und Weltmeister Lin Dan aus China ist die Topmeldung für das Badminton Swiss Open vom 14. bis 19. März in der St. Jakobshalle. In Frauendoppel und Mixed topgesetzt ist die extrovertierte Chinesin Chen Qingchen, die bereits im vergangenen Jahr das Publikum in Basel begeisterte.

Eigentlich hatten die Veranstalter der Badminton Swiss Open in Basel wegen der Olympia-Qualifikation vor einem Jahr mit einem vergleichbaren Ansturm auf das mit 120’000 US-Dollar dotierte Grand Prix Gold Turnier gerechnet. «Damals haben wohl viele taktiert», vermutet Turnierpräsident Christian Wackernagel. Weniger Anmeldungen und viele Absagen haben die Veranstalter des Swiss Open 2016 kassiert. Diesmal sind sie laut Wackernagel «positiv überrascht» und hoffen, dass vor allem die namhaften Spielerinnen und Spieler nicht wieder einen Rückzieher machen.

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Das gilt hauptsächlich für Weltstar Lin Dan. Der zweifache Olympiasieger und fünffache Weltmeister ist inzwischen Sechster der Weltrangliste und bei den German Open vor einer Woche schon früh ausgeschieden. Trotzdem ist er weiterhin einer der grossen Stars der Badminton-Welt und wird viele Zuschauer in die St. Jakobshalle locken.



Badminton, Swiss Open, Basel

Spitzen-Badminton in der St. Jakobshalle. (Bild: Michel Matthey de l’Etang)

Wackernagel hofft nun darauf, dass der Chinese tatsächlich nach Basel kommt, ist aber optimistisch: «Die Hotels wurden bereits bezahlt.» Und er hofft auf ein Viertelfinale am Freitag gegen den neuen deutschen Meister Fabian Roth. Der 21-jährige Karlsruher hat in diesem Jahr erstmals Rekordmeister Marc Zwiebler geschlagen. Nach einer langen Verletzungspause ist er auf dem Weg nach oben und nicht nur Wackernagel traut ihm zu, in den kommenden Jahren den Sprung in die Top 10 bis 20 zu schaffen.

In diese Kategorie gehören einige der Swiss-Open-Teilnehmer in diesem Jahr. «Wir sind das Sprungbrett in die Weltelite», sagt Wackernagel, «es geht vor allem darum, die Jungen zu positionieren und das ist auch spannend für die Zuschauer.» Insgesamt gab es 350 Anmeldungen aus 36 Nationen, deutlich mehr als 2016.

Der Titelverteidiger ist dabei – und Sabrina Jaquet natürlich auch

Es sind aber auch einige Topspieler am Start. So hat Titelverteidiger H.S. Prannoy aus Indien wieder gemeldet, ist aber nur an Position fünf gesetzt. Bei den Frauen führt Publikumsliebling Saina Nehwal, ebenfalls aus Indien, die Setzliste an. Die zweifache Swiss-Open-Siegerin ist derzeit Nummer zehn in der Welt und wird wie schon häufig in der St. Jakobshalle etwas zu feiern haben. Sie wird am Freitag 27 Jahre alt, dem Tag der Viertelfinals.

Die Chancen der Schweizer Lokalmatadorin Sabrina Jaquet, am Freitag noch dabei zu sein, sind hingegen gering, obwohl sie in der jüngsten Vergangenheit durch gute Ergebnisse auf sich aufmerksam gemacht hat und derzeit auf Rang 40 der Weltrangliste geführt wird. Die 29-jährige Neuenburgerin aus La Chaux-de-Fonds hat wie so oft eine schwierige Auslosung erwischt. Wenn sie in der ersten Runde die Dänin Anna Thea Madsen besiegt, würde sie in der zweiten Runde wahrscheinlich auf die an drei gesetzte Cinesin Chen Yufei treffen.

Olympia-Bronzegewinner gemeldet

Spannung und vor allem Hochgeschwindigkeits-Badminton versprechen auch wieder die Doppeldisziplinen. Besonders spektakulär ist in der Regel das Männerdoppel, bei dem neben den Engländern Marcus Ellis/Chris Langridge, die überraschend Bronze bei Olympia in Rio gewonnen haben, auch die Vorjahressieger am Start sind: Die Dänen Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen haben im vergangenen Jahr als einzige Europäer in Basel einen Titel geholt und das Publikum begeistert.

Das gelang auch einer kleinen Chinesin, die durch ihre kraftvolle Spielweise und grossen Emotionen herausragte: Chen Qingchen gehört zur Weltelite im Mixed, in dem sie mit ihrem Partner in Basel die Setzliste anführt, und auch im Doppel, in dem sie mit ihrer Partnerin an vier gesetzt ist.

Der Turnierdirektor weibelt für die WM in Basel

Charles A. Keller, Tournament Director of the European Men's and Women's Team Badminton Championships, in the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, on Sunday, February 16, 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Charles A. Keller. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Besonders aufregend wird die Woche auch für die Veranstalter, die erstmals ab Donnerstag auf Turnierdirektor Charles A. Keller verzichten müssen. Er wird nach Kuala Lumpur fliegen, um dort nochmal das Bewerbungsdossier der Basler für die Weltmeisterschaft 2019 zu präsentieren. Am Samstagabend wird feststehen, ob die WM in die Schweiz kommen wird. Einziger Konkurrent ist Tokio.

Nicht nur weil die Olympischen Spiele im Jahr darauf in Tokio stattfinden, glaubt Wackernagel an einen Erfolg: «Es tönt vielleicht ein bisschen komisch, wenn ich das sage, aber der Weltverband hat noch nie ein so gutes Dossier bekommen wie unseres.» Der Schampus wird deshalb auf jeden Fall schon mal kalt gestellt.

Yonex Badminton Swiss Open

Basel, St. Jakobshalle vom 14 bis 19. März 2017

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Eintritt frei am Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. März
Informationen zu den Tickets  |  Ticketcorner

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