«Basel hinterliess einen entgeisterten Eindruck» – Das schreibt die englische Presse

Am Tag nach der 0:2-Niederlage gegen Arsenal machen Englands Zeitungen beim FC Basel eine «verwirrte» und zuweilen «grausame» Abwehr aus. Einzig Torhüter Tomas Vaclik kommt gut weg gegen den «gelben Ansturm», bei dem vor allem das Duo «SAW» den Ton angibt.

Britain Soccer Football - Arsenal v FC Basel - UEFA Champions League Group Stage - Group A - Emirates Stadium, London, England - 28/9/16 FC Basel's Renato Steffen and teammates look dejected after Arsenal's second goal Reuters / Dylan Martinez Livepic EDITORIAL USE ONLY.

(Bild: Reuteres/Dylan Martinez)

Am Tag nach der 0:2-Niederlage gegen Arsenal machen Englands Zeitungen beim FC Basel eine «verwirrte» und zuweilen «grausame» Abwehr aus. Einzig Torhüter Tomas Vaclik kommt gut weg gegen den «gelben Ansturm», bei dem vor allem das Duo «SAW» den Ton angibt.

Englands Fussball hat andere Sorgen als den Auftritt eines Schweizer Meisters im Emirates Stadium. Wer am Tag nach der 0:2-Niederlage des FC Basel gegen Arsenal in London die Zeitungen aufschlägt, dem blickt Sam Allardyce entgegen.

Das unrasierte Gesicht des Mannes, der nach zwei Monaten als englischer Nationaltrainer den Hut nimmt, weil er sich vor getarnten Journalisten Aussagen erlaubte, nach denen er in diesem Amt nicht mehr tragbar ist. 

Der FCB kommt nur am Rand vor: Der Sport-Auftakt des «Mirror» vom 29. September.

England hat Gareth Southgate vorübergehend zum Chef der Auswahl ernannt und ist auf der Suche nach einem geeigneten Mann, der wieder einmal eine Ära prägen soll. Eine längerfristige Lösung also, und dafür scheint Arsène Wenger der Geeignetste zu sein. So kommen die englischen Zeitungen also doch noch auf den Arsenal FC, wo Wenger am Wochenende sein 20-jähriges Jubiläum feiert.

«Vaclik widersteht als einziger dem gelben Ansturm»

Beim Spiel der Gruppe A ist die Leserin deswegen noch lange nicht. Sie muss weiterblättern, bis sie ein Bild der Partie findet; jeweils eines des in Gelb gekleideten Theo Walcott, den die Zeitungen nach dessen zwei Toren gegen Basel in den Himmel loben, wie beispielsweise «The Daily Telegraph»:

«Die Nachricht an Gareth Southgate könnte eindringlicher nicht sein: Er muss Arsenals Nummer 14 nominieren. Walcott ist wiederbelebt, wiedererstarkt, neu geboren.» – «Die beste Empfehlung (für das Nationalteam) sind seine Leistungen», zitiert der «Telegraph» Arsène Wenger. «Wenn man ihn so sieht wie heute Abend, dann ist es schwierig, ihn zu ignorieren. Aber ich überlasse das von jetzt an Gareth Southgate.»

Weiter schreibt der «Telegraph», dass der FC Basel schlicht und einfach nicht habe mithalten können mit dem Premier-League-Dritten: «Für ein Team, das gegen Chelsea, Liverpool und Manchester United in der Champions League gewonnen hat, hinterliess Basel einen entgeisterten Eindruck.»

Nur Torhüter Tomas Vaclik, der beste Basler, «hat seine Sache gut gemacht. Petr Cechs internationaler Ersatz machte als einziger den Anschein, dem gelben Ansturm widerstehen zu können».

Der «verwirrte Balanta» und Suchys «grausames Defensivverhalten»

Ebenfalls beeindruckt vom tschechischen Nationaltorhüter war «The Guardian». Von Vacliks Vordermann Eder Balanta allerdings weniger:

«Es war zuweilen schmerzvoll zu sehen, wie Balanta versuchte, die Gefahr (der Londoner Angriffe) zu entschärfen. Der Kolumbianer wurde derart oft umspielt, dass sich das Ungleichgewicht fast schon grausam anfühlte.»

Das «war alles zu viel für den FC Basel», schreibt der Guardian weiter.

Und während die Boulevardzeitung «The Sun» nochmals auf dem «verwirrten Balanta» herumreitet, machte die «Daily Mail» bei Marek Suchy, Balantas Partner in der Innenverteidigung, in einigen Szenen gar «grausames Defensivverhalten» aus. «Dieses Spiel war aus und vorbei nach sieben Minuten, nach einem klinisch präzisen Spielzug», der zum 1:0 führte – nach einem Zusammenspiel zwischen Alexis Sanchez und Torschütze Theo Walcott.

Der «Zyklus» des FC Basel

Für dieses Duo hat die Boulevardzeitung «Daily Star» das Kürzel «SAW» gefunden: «Barcelona hat ‹MSN›: Messi, Suarez und Neymar. Arsenal hat ‹SAW›: Alexis Sanchez und Theo Walcott.»

Gegen dieses Duo war auf dem Natur- und Kunstrasen-Gemisch des Emirates Stadium kein Kraut gewachsen. Und so streichen die englischen Zeitungen zwar die gute Bilanz des FCB gegen Teams von der Insel heraus, «The Times» entdeckt darin nach der deutlichen Niederlage aber auch eine Gesetzmässigkeit:

«Wie viele der Mittelgewichte in Europas Clubfussball ist auch Basel ein Verein, der Zyklen unterliegt. Ihr 2:1-Sieg gegen Chelsea vor drei Jahren war ein Höhepunkt. Aber ohne Granit Xhaka (der damals schon nicht mehr dabei war, Red.), Fabian Frei und Mohamed Salah zeichnete sich eine weniger berauschende Periode ab.»

Konversation

  1. Um Exploits wie gegen Chelsea oder Manchester zu vollbringen brauchst du auch die richtigen Charaktere in der Mannschaft, die dem Gegner auch weh machen können. Ich sehe nur brave Soldaten auf dem Platz die dann noch froh sind nur 0:2 verloren zu haben. Das ist nicht nur Urs Fischers Schuld.

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    1. Urs Fischer lebt aber diese typische restschweizerische (total übertriebene) Bescheidenheit vor… das hat zum FC Thun wunderbar gepasst.

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    1. Das kann man aber nur wenn man alles versucht hat und an seine Grenzen gegangen ist, mit Hilfe eines klaren Plans. Seit 18 Monaten ist dies selten der Fall…

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  2. FCB aktuell: ein Nobel-Gehöft mit edlen Rennpferden, dirigiert von einem einfachen Kuhbauern. Einfach ’nur‘ Meister werden: das kanns nicht sein! Welcher Spieler hat sich individuell verbessert unter UFI? Und welcher Spieler wird sich in einigen Jahren noch positiv an diese Zeit mit UFI zurückerinnern?

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    1. Nur Urs Fischer kann den FCB weiter bringen. Wie will eine Mannschaft wachsen und stärker werden, ohne Erfahrung machen zu dürfen? Nach Paulo Souza war Fischer die richtige Wahl. Fischer baut ein Haus auf. Dieses Haus abzureissen, bevor es zu Ende ist, wäre lächerlich.

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  3. Das ist ja interessant, noch keine Einträge bis heute 29.9.18.30 h WO BLEIBT DAS INTERESSE DER TW-LESERSCHAFT AM FCB?

    Ja lieber FCB, irgendwann hören die Spaltstöcke auf zu kalbern (weiss man überhaupt noch was ein Spaltstock ist:-) )? Was auf der heimischen Bühne seit 2-3 Matches schon Mühe hatte, wird international zerlegt, ob mit 3 er oder 5 er Kette.

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    1. Ich glaube, Bjarnasson kann beim nächsten Heimspiel neunzig Minuten mit dem E-Bike um den Platz radeln und bekommt hier immer noch die 4,5.

      Und Urs Fischer liess sich möglicherweise von der Taktik der „Baltimore Colts“ inspirieren: Die haben seit 1971 auch nie mehr den „Super Bowl“ gewonnen.

      „Das isch Züri“.

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