Beim EHC Basel heisst es: Zurück zu den einfachen Dingen

Der EHC Basel Kleinhüningen kassiert gegen Wiki-Münsingen eine empfindliche 1:7-Niederlage. Die Basler geraten damit in Rücklage im Kampf um den direkten Einzug in die Playoffs der 1. Liga.

Eishockey, 1. Liga: EHC Basel/KLH � EHC Burgdorf am 11.10.2014 in der St. Jakob Arena in Basel EHC Basel Goalie Damian Osterwalder mit einer guten Parade Foto: Uwe Zinke (Bild: Uwe Zinke)

Der EHC Basel Kleinhüningen kassiert gegen Wiki-Münsingen eine empfindliche 1:7-Niederlage. Die Basler geraten damit in Rücklage im Kampf um den direkten Einzug in die Playoffs der 1. Liga.

Das Schweigen war gross, die Enttäuschung noch grösser an diesem Dienstagabend in der St.-Jakob-Arena. Die Fankurve des EHC Wiki-Münsingen bleibt wegen Personalmangel ihres Car-Unternehmens leer. Bei den Basler Fans fehlt schlicht jeder Grund zum Jubel. Gleich mit 1:7 (0:3, 0:3, 1:1) verliert der EHC Basel Kleinhüningen vor 714 Zuschauern.

Die Basler befinden sich in dieser Saison in einem neuen Umfeld. Der Erstligist ist seit dem Konkurs des EHC Basel die erste Kraft im Basler Eishockey und spielt seitdem in einer der modernsten Eishallen der Schweiz. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zur Vorsaison um fünf neue Spieler verändert – aber deswegen sind die Basler noch lange kein Spitzenteam in dieser 1.-Liga-Gruppe 2.

Die Halle als Lust und Last

Cyrille Scherwey ist einer jener Spieler, die nach dem Rückzug des EHC aus der National League B in Basel geblieben sind und nun eine Liga tiefer spielen. Die Lehre, die der Stürmer aus der Niederlage gegen Wiki-Münsingen zieht, hat mit der Einstellung seines Teams zu tun: «Man unterschätzt den Gegner und glaubt, es wird einfach. Man muss aber jedes Spiel zuerst spielen. Wir wissen, wo die Fehler sind, aber wir bringen es einfach nicht auf das Eis.»

Der verhängnisvolle Übermut der Basler speist sich dabei nicht nur aus dem letzten 7:2-Auswärtssieg gegen Wiki-Münsingen. Scherwey, der zwar um die Infrastruktur der St.-Jakob-Arena sehr froh ist, befürchtet im Heimstadion die Ursache einer falschen Haltung: «Die Erwartungen werden mit der Halle höher gesetzt. Wir sind ein neues Team mit fünf neuen Spielern. Das heisst aber nicht, dass wir einfach jedes Match gewinnen.»

Faust- statt Puckschläge

Bereits im zweiten Drittel ist die Frustration bei den Baslern deutlich spürbar. Bei 0:5 verschränken die Zuschauer inzwischen kollektiv die Arme oder lenken sich mit ihren Smartphones ab. Der EHC versucht unterdessen, das Ergebnis mit Spielzügen zu wenden. Etwa indem er selbst in Unterzahl die Offensive sucht. Eine Taktik, die selbst Scherwey als «kopflos» bezeichnet.

Das Basler Unbehagen findet allerdings sein Ventil. In den letzten drei Sekunden des ersten Drittels erfolgt der erste Anflug übertriebener Härte von Seite der Münsinger, als Verteidiger Christoph Kiener EHC-Stürmer Mattia Di Biase angeht. Während die Schiedsrichter die beiden auseinanderhalten, gehen hinter ihrem Rücken die beiden Spieler mit der Nummer 7 aufeinander los: Remo Hunziker (Basel) und Kevin Marolf (Wiki-Münsingen).

Während die Basler danach weitere Tore kassieren, entwickeln sich die Körperangriffe zur Fehde. Was erst wie eine Einschüchterungstaktik der Münsinger wirkt, erhält schliesslich die Dynamik von Vergeltung, die von beiden Seiten betrieben wird.

«Wir müssen wieder mit den Basics anfangen»

Am Ausgang des Spiels ändern die Auseinandersetzungen auf dem Eis nichts mehr. So steht am Ende eine Basler Niederlage; die dritte, die der EHC in seinen letzten vier Spielen kassiert hat. Acht Runden vor dem Ende der Qualifikation rutschen die Basler damit auf den siebten Tabellenplatz ab. Fünf Punkte liegen sie nun hinter dem fünften Rang zurück, der die direkte Qualifikation für die Playoffs bedeuten würde.

«Seit den letzten drei Matches sind wir in einem Loch», beschreibt Scherwey die Lage seines Teams, «das ist die Wahrheit, und wir wissen es. Wir müssen wieder mit den Basics anfangen.»

EHC Basel/KLH–Münsingen 1:7 (0:3, 0:3, 1:1)

St.-Jakob-Arena. – 714 Zuschauer. – SR Kiener; Bichsel/Rentsch.

Tore: 3. Pascal Marolf (Wenger) 0:1. 5. Pascal Marolf (Kiener/Ausschluss Morand) 0:2. 16. Kormann (Pauli) 0:3. 25. Kiener (Pascal Marolf, Wenger) 0:4. 30. Kevin Marolf (Kiener, Baumgartner/Ausschluss Gfeller) 0:5. 34. Baltisberger (Baumgartner/Ausschluss Gfeller) 0:6. 43. Meyer (Guantario, Keller/Ausschluss Kiener) 1:6. 46. Studer (Ausschluss Baltisberger!) 1:7.
Strafen: 10-mal 2 Minuten gegen Basel, 12-mal 2 Minuten gegen Münsingen.

EHC: Hohlbaum (21. Osterwalder); Curle, Malicek; Frunz, Gfeller; Marc-Andrea Lenz, Asal; Reimann, König; Di Biase, Stalder, Hunziker; Scherwey, Keller, Zinkl; Guantario, Mäder, Meyer; Frehner, Dintheer, Morand.

Bemerkungen: Basel ohne Schäublin, Voegelin, Maillard, Jeanrenaud, Cantamessi, Gian-Reto Lenz, Philipp Lenz und Steiner (alle verletzt oder abwesend).

» Zur Tabelle der 1. Liga, Gruppe Zentral

Konversation

  1. Vor allem sollte der Präsi
    a) seine salbungsvollen Sprüche vor den Spielen unterlassen
    b) falls er von Hockey etwas versteht, das Coaching mal verfolgen und
    c) versuchen wieder Ruhe ins Team zu bringen, oder
    d) wenn man wirklich weiter kommen will auch den Trainer mal in Frage stellen, was
    zugegebenermassen in der 1. Liga nicht so einfach ist/sein wird.
    Falls mein Stammverein Zunzgen-Sissach konstant bleibt (erste Stolperer sind passiert), liegen 1. Liga Partien EHC Basel – ZS nicht mehr in allzuweiter Ferne.
    „Denn chömme d Buuure wieder in d Stadt“ Läng d Achs und gibem.

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