Breel Embolo ist Schweizer

Das Gesuch war seit Längerem gestellt. Jetzt ist Breel Embolo eingebürgert und besitzt den Schweizer Pass. Damit ist er ab sofort spielberechtigt für die Schweiz – und Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird sich sputen müssen.

Breel Donald Embolo im Trikot mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust – hier bei einem U20-Länderspiel gegen Deutschland am 7. September dieses Jahres im GC-Campus Niederhasli. (Bild: ANTON GEISSER)

Das Gesuch war seit Längerem gestellt. Jetzt ist Breel Embolo eingebürgert und besitzt den Schweizer Pass. Damit ist er ab sofort spielberechtigt für die Schweiz – und Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird sich sputen müssen.

Breel Donald Embolo äusserte im Oktober die Hoffnung, den Schweizer Pass noch bis Ende des Jahres zu erhalten. Der Antrag war seit Längerem gestellt. Nun hat Embolos Warten ein Ende: Er ist Schweizer. Das ist dem Kantonsblatt (nur mit Login) zu entnehmen.

Mit Embolo, der seinen Vertrag beim FC Basel erst unlängst bis Ende 2017 verlängert hat, ist einer der hierzulande talentiertesten Fussballer Schweizer Staatsbürger geworden. Einer, für den sich bereits mehrere Topvereine aus Europa interessieren sollen. Und eben auch zwei Landesauswahlen: Kamerun mit seinem deutschen Trainer Volker Finke. Und die Schweiz.

Ab sofort kann der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic Embolo für die rotweisse Auswahl nominieren. Erstmals am 27. März 2015 könnte Embolo in einem Ernstkampf auflaufen und so definitiv an die Schweizer Auswahl gebunden werden: Zu Hause gegen Estland, in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Bisher trug Embolo das Schweizer Kreuz auf dem Trikot nur bei Freundschaftsspielen mit der Juniorennationalmannschaft.

Embolos Treffen mit Petkovic – und mit Eto’o

Kameruns Verband hat die Hoffnung auf Embolo offenbar noch nicht aufgegeben. Wie der «Blick» berichtet, traf sich Samuel Eto’o,  Kameruns grosser Stürmerstar, am Randes des Champions-League-Spiels in Liverpool mit Embolo.

Im gleichen Blatt wird indes auch Nationaltrainer Petkovic nach einem Treffen mit Embolo, das Mittwoch vergangener Woche in Basel stattfand, zitiert: «Der Spieler und ich hatten ein gutes Gespräch von 20 Minuten. Ich glaube, Breel schätzt sehr, dass der Nationaltrainer für diese Begegnung durch die halbe Schweiz gereist ist.» Petkovic lebt im Tessin.

Einbürgerung und das 1:1 gegen Liverpool am gleichen Tag

Die Einbürgerung Embolos durch den Regierungsrat ging übrigens an dem Tag über die Bühne, als der FC Basel an der Anfield Road in Liverpool den Einzug in den Achtelfinal der Champions League feierte. Ein 1:1 gegen den englischen Traditionsverein reichte, um hinter Real Madrid den zweiten Platz in der Gruppe B zu erreichen. Embolo spielte rund 15 Minuten und verpasste das 2:1 aus Basler Sicht nur knapp.

Zur Basler Qualifikation für den Achtelfinal hatte auch Embolo seinen Anteil geleistet: Im vierten Spiel der Gruppenphase erzielte er im St.-Jakob-Park gegen Ludogorets Razgrad den wegweisenden ersten Treffer zum 4:0-Sieg. Er avancierte damit zu einem der zehn jüngsten Torschützen in der Champions League.



epa04476550 Basel's Breel Embolo, center, celebrates his first goal during an UEFA Champions League group B matchday 4 soccer match between Switzerland's FC Basel 1893 and Bulgaria's PFC Ludogorets Razgrad in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Tuesday, November 4, 2014. EPA/PATRICK STRAUB

Mit seinen Toren im Dress des FC Basel hat sich Breel Embolo in die Herzen der Fans gespielt – und ins grosse Schaufenster des Fussballs. Jetzt steht dem Debüt in der Schweizer A-Nationalmannschaft nichts mehr im Weg. (Bild: Keystone/PATRICK STRAUB)

In der TagesWoche zum Thema Breel Embolo:

» Die Zeichen stehen auf Schweizer Nationalmannschaft

» Der Breel ist der Breel

» Der abgeklärte Embolo nach seinem grossen Nachmittag

Konversation

  1. Heimat ist doch dort, wo man sich zuhause fühlt. Die Staatszugehörigkeit ist dort, wo man Rechte hat. Die beiden müssen sich nicht unbedingt überschneiden.

    Bis ich fünf Jahre alt war wohnte ich mit meinen Eltern und meiner Schwester in einem kleinen Bauerndorf. Es hatte keine Gartenhäge. Ich konnte mich frei bewegen (oft zum Schrecken meiner Mutter, die mich immer wieder suchen musste). Es hatte viele Tiere zu denen ich gerne in die Ställe ging.
    Dann zügelten wir in ein grösseres Dorf. Es hatte einen Gartenhag um den Garten mit einem Tor, das immer geschlossen war. Ich fühlte mich eingesperrt und ausgeschlossen vom pulsierenden Leben. Ich hatte die Heimat verloren.

    Heimat war für mich auch der Ort, wo meine Grossmutter lebte. Ich ging jedes Jahr zu ihr in die Ferien. Es hatte keine Gartenhäge.

    Ging ich mit meinen Eltern in die Berge in die Ferien war das für mich Heimat. Auf einem Berg zu stehen, war für mich Heimat pur. Die weite Sicht bedeutete für mich Freiheit, ging ich ins Tal hinunter, war das für mich Geborgenheit.

    Christoph Blocher definiert das sehr streng, was ein echter Schweizer ist. Ein echter Schweizer ist für ihn, wer seine Ahnenreihe bis zu Wilhelm Tell und dem Rütli zurückverfolgen kann. Interessant, dass gerade er das sagt. Sein Gross- oder Urgrossvater war mal von Norden in Basel über die Grenze gehüpft.

    Es wäre mal interessant Herrn Embolo zu fragen, was für ihn der Schweizer Pass bedeutet. Sichert ihm doch erst dieser Pass, dass er problemlos in der Schweiz weiter tschutten kann. Hat er noch eine weitere Motivation?

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  2. @rizzi: Tja, so ticken Menschen unterschiedlich. Ich verstehe Ihren Widerstand gegen „Schweizermacherische Methoden“. Darum habe ich geschrieben, dass jeder mündige Bewohner abstimmen dürfen sollte, was Ihnen bis jetzt enthalten worden ist. Immerhin sind Sie volles Mitglied dieser Cummunity!

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  3. Und zum Schluss noch dies: Ist die Einbürgerung Embolos nicht seine Privatsache? Dass dies im Kantonsblatt erscheint, ist das eine. Dass es aber die breite Öffentlichkeit durch die Presse erfährt, finde ich nicht richtig.

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  4. Ich lebe schon seit 67 Jahren als Italiener in der Schweiz und bin in vielerlei Hinsicht schweizerischer als mancher Schweizer. Wenn die Schweiz mir trotz dieser Tatsache das Stimmrecht verweigert, dann ist dies nicht mein Problem. Mich deshalb in einem „Schweizermacher“-Verfahren demütigen zu lassen, kommt mir nicht im Traum in den Sinn. Zudem bin ich stolz, Italiener zu sein. Ich habe fertig!

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  5. @niggidom: Danke für die etwas kleingeistige Korrektur. Meine Gratulation zu Wahlberechtigung ist 2 Monate und 2 Tage zu früh, verehrtes Pseudonym. Ab dem 14. Februar 2015 darf er wählen. Aber schon heute darf er sich darüber freuen!

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  6. Auch Breel Embolo wird erst an seinem 18. Geburtstag mündig, stimmberechtigt und erwachsen. Daher: Glückwunsch zum Bürgerrecht.

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