Der CSI Basel will Weltcup-Turnier werden

Vom Preisgeld her spielt der CSI Basel bereits in der obersten Liga der Springreit-Veranstaltungen. Jetzt will Initiator Thomas Straumann auch vom Turnier-Status her ganz nach oben: Der CSI soll den Weltcup-Status erhalten. Aber das ist nicht einfach so möglich.

Springen vor gefüllten Rängen: Luciano Diniz (POR) auf Winningmood am CSI Basel. (Bild: Freshfocus)

Vom Preisgeld her spielt der CSI Basel bereits in der obersten Liga der Springreit-Veranstaltungen. Jetzt will Initiator Thomas Straumann auch vom Turnier-Status her ganz nach oben: Der CSI soll den Weltcup-Status erhalten. Aber das ist nicht einfach so möglich.

Was Thomas Straumann anfängt, das macht er auch richtig. 2010 hob der Initiator den CSI Basel aus der Taufe. Im dritten Jahr hat das Turnier bereits soviel Anziehungskraft, dass 20 der 25 besten Reiter der Weltrangliste deswegen ans Rheinknie reisen.

930’000 Franken Preisgeld wurden insgesamt ausgeschüttet. Und mit den 450’000 Franken, die beim abschliessenden Grand Prix verteilt werden, hat Basel den höchstdotierten Hallen-GP der Welt.

Finanziell spielt der CSI also in der höchsten Liga. Aber das reicht Straumann noch nicht. Er möchte für sein Turnier den Weltcup-Status: «Das ist klar das Ziel. Und wir haben gute Chancen, diesen Status zu erreichen.»

Das Reglement spricht gegen Basel

Allerdings wären da noch zwei Probleme zu lösen. Erstens erlaubt die FEI, Weltverband des Pferdesports, in ihren Statuten nur zwei Weltcup-Springen pro Nation. Und die Schweiz besitzt mit dem CSI Zürich und dem CHI Genf bereits zwei Weltcup-Veranstaltungen.

Trotzdem haben sich die Basler bei der FEI erkundigt, ob es nicht möglich wäre, ebenfalls zum Weltcup-Turnier zu werden. «Eine Anfrage ist am laufen», sagt Straumann. In welche Richtung die Lösung gehen könnte, weiss er allerdings auch noch nicht: «Vielleicht kann es eine Ausnahmeregelung geben, vielleicht kann das Reglement so angepasst werden, dass drei Weltcup-Turniere pro Nation erlaubt werden.»

Eines allerdins wollen die Basler nicht: Dass Zürich oder Genf den Weltcup-Status verlieren. «Wir haben klar deklariert, dass wir niemandem etwas wegnehmen wollen», sagt Straumann. Deswegen fürchtet er auch nicht, dass seine Bemühungen in Zürich oder Genf Argwohn hervorrufen.

Zwei Uhrenfirmen schliessen sich aus

Das zweite Problem, das sich auf dem Weg zum Weltcup-Status stellt, ist die Frage der Sponsoren. In Basel tritt die Schaffhauser Uhrenfirma H. Moser & Cie. als Hauptsponsor auf. Hauptsponsor des Weltcups dagegen ist mit Rolex eine weitere Firma auf, die Edel-Uhren verkauft.

Beide Firmen als Sponsor des selben Turniers wären kaum denkbar. Doch auch hier sieht Straumann keine unüberbrückbaren Schwierigkeiten: «Da wären wir für Lösungen offen.» Er kann das so definitiv sagen. Schliesslich ist er nicht nur Initiator des CSI, sondern auch an der Firma H. Moser & Cie. beteiligt.

Die Zuschauerzahlen können noch besser werden

Der Status ist allerdings nicht das einzige, was Straumann und CSI-Präsident Willy Bürgin für die kommenden Ausgaben verändern möchten. Auch die Programmgestaltung wird noch einmal überprüft. So haben zum Beispiel die Reiter kritisiert, dass das mit 100’000 Franken dotierte Championat bereits auf den Donnerstag angesetzt war.

Und dann hat das Turnier noch immer Steigerungspotenzial bei den Zuschauerzahlen. Zwar wurde mit 17’000 Eintritten über die vier Tage des Turniers ein Rekord aufgestellt. 2011 waren 15’000 Zuschauer gekommen, 2010 bloss 12’000. Trotzdem sagt Bürgin: «Der Publikums-Aufmarsch könnte noch besser werden. Aber das kommt.»

Zum Vergleich: Der CSI Zürich und der CHI Genf ziehen jeweils über 35’000 Zuschauer an.

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