Der Freiburger Traum bleibt unerfüllt

Im DFB-Pokal-Endspiel am 1. Juni in Berlin stehen sich der VfB Stuttgart und Bayern München gegenüber. Im zweiten Halbfinal setzten sich die Schwaben im baden-württembergischen Derby mit 2:1 (2:1) gegen den SC Freiburg durch.

Team Stuttgart celebrates after winning their German Soccer Cup (DFB Pokal) semi final match between VfB Stuttgart and FC Freiburg, in Stuttgart, southern Germany, Wednesday, April 17, 2013. Stuttgart won 2-1. (AP Photo/Matthias Schrader) (Bild: Keystone/Matthias Schrader)

Im DFB-Pokal-Endspiel am 1. Juni in Berlin stehen sich der VfB Stuttgart und Bayern München gegenüber. Im zweiten Halbfinal setzten sich die Schwaben im baden-württembergischen Derby mit 2:1 (2:1) gegen den SC Freiburg durch.

Als ersten nahm Christian Streich seinen Mittelfeldspieler Matthias Ginter in den Arm. Der 19-Jährige vergoss bittere Tränen in der Mercedes-Benz-Arena. Es war seine erste Niederlage im DFB-Pokal, nachdem er mit den Junioren des SC Freiburg zweimal die Trophäe gewonnen hatte – einmal davon mit Streich als A-Jugendcoach.

Die Freiburger haben die Chance verpasst, erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in ein Pokal-Endspiel einzuziehen. Sie liefen eine Stunde lang einem Rückstand hinterher, den sie sich mit Gegentoren durch Arthur Boka (9. Minute) und Martin Harnik (28.) eingehandelt hatten. Jan Rosenthal war in der 14. Minute noch die schnelle Reaktion auf den ersten Stuttgarter Treffer gelungen. Für eine zweite Rückkehr in dieser Partie war der SC Freiburg diesmal nicht gut genug.

Die Invasion von 12’000 Badener

Rund 12’000 Anhänger – die grösste Fanwanderung, die der badische Bundesligist bislang in Bewegung setzen konnte –  begleiteten die Badener in die Landeshauptstadt. Doch nach dem der SC Freiburg zum ersten Mal unter die letzten Vier des DFB-Pokal-Wettbewerbs vorgedrungen war, scheiterten er am ganz grossen Coup.

In der aufgeheizten Derby-Atmosphäre des mit 59’000 Zuschauern ausverkauften Stadions schwangen sich beide Mannschaften zu einer äusserst intensiven ersten Halbzeit auf, in der Freiburg mehr Spielanteile besass, der VfB aber die klareren Chancen.

Die Freiburger konnten sich mehrfach bei U21-Nationalkeeper Oliver Baumann bedanken, auf der anderen Seite war Sven Ulreich nach der Pause bei den wenigen Abschlusssituationen der Gäste Herr der Lage. Die Stuttgarter kassierten in diesem Wettbewerb in fünf Spielen nur zwei Gegentreffer. «Der VfB war besser und deshalb haben wir verdient verloren», räumte Streich unverblümt ein. Seine Mannschaft fand für einmal nicht zu einem klaren Spiel.

Der sechste Final für den VfB

Die Stuttgarter, dreifacher Pokalsieger (zuletzt 1997), stehen zum sechsten mal in einem Final und haben gegen Freiburg bereits so etwas wie ein Endspiel gewonnen: Da Meister Bayern München die Champions League spielt, ist der Verlierer von Berlin automatisch für die Europa League qualifiziert. «Für uns ist es ein Freudentag», sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia, «wir wollten dieses Finale unbedingt.»

Das Ziel Europacup, soviel Trost nehmen die geschlagenen Badener mit nach Hause, kann der SC Freiburg in der Bundesliga in einer aussergewöhnlichen Saison immer noch aus eigener Kraft erreichen. Und auf diesem Weg kreuzt der Sportclub am Sonntag schon wieder in Stuttgart auf. Dann geht es um drei Punkte.

DFB-Pokal, Halbfinal

VfB-Stuttgart–SC Freiburg 2:1 (2:1)
Mercedes-Benz-Arena. – 59’000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Meyer.
Tore: 9. Boka 1:0, 14. Rosenthal 1:1, 28, Harnik 2:1.
Stuttgart: Ulreich; Sakai, Rüdiger, Niedermeier, Molinaro; Gentner, Boka; Harnik, Maxim (92. Holzhauser), Traore (87. Okazaki); Ibisevic.
Freiburg: Baumann; Mujdza, Krmas, Diagne, Sorg (58. Santini); Ginter, Schuster; Schmid, Caligiuri (84. Makiadi); Rosenthal, Kruse.

 

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