Einzelkritik: Es läuft einfach nicht

Der Captain schwächt sein Team auch in den nächsten Tagen, ein Rückkehrer wartet noch immer auf seinen ersten Scorerpunkt und ein Debütant hat sich seine Premiere anders vorgestellt. Einzelkritik nach dem 0:1 des FC Basel in Luzern.

Ricky van Wolfswinkel (Vordergrund) vergibt eine der besten Basler Möglichkeiten – im Hintergrund ist Passgeber Blas Riveros fassungslos.

Tomas Vaclik  |  Torhüter

Steht nach Valeriane Gvilias Tor bei elf Gegentreffern in 13 Spielen gegen den FC Luzern. Nur vier Mannschaften haben den Tschechen in seiner Karriere öfters bezwungen. War beim einzigen Tor in der Swissporarena machtlos und ansonsten einer der Besseren bei einer dürftigen Mannschaftsleistung.

Michael Lang  |  rechter Aussenverteidiger

Vorbei ist der Herbst, in dem der FC Luzern zum Lieblingsgegner Langs wurde. Zweimal hatte er in der Meisterschaft gegen die Zentralschweizer getroffen, zweimal im Cup-Viertelfinal – und das innert weniger Tage. Nach der Winterpause ist in den nationalen Wettbewerben die Tristesse eingekehrt beim rechten Aussenverteidiger. Er schlug zwar mehrere Flanken zur Mitte, wenige gute, mehrere unpräzise, kreierte aber zu wenig Gefahr für sein Renommee. Dazu passt, dass er Sekunden vor dem Ende die Chance zum Ausgleich verpasste.

Marek Suchy  |  rechter Innenverteidiger

Flog in der Nachspielzeit mit Gelbrot vom Platz und fasste mit seiner Aktion die Welt des FC Basel zusammen: Es läuft einfach nicht. Suchy wehrte sich zwar immer mal wieder gut im Laufduell nach langen Bällen der Luzerner, aber auch der Captain hat momentan nicht die Macht, seine Mannschaft in die Spur zu bringen. Im Nachholspiel in Lausanne muss das ohnehin ein anderer übernehmen, Suchy wird gesperrt fehlen.

Abgang Marek Suchy: Der Tscheche fliegt in Luzern zum vierten Mal in seiner Karriere vom Platz.

Fabian Frei  |  linker Innenverteidiger

Stand nach dem Sieg in Manchester zum zweiten Mal in Serie in der Startformation, zum zweiten Mal in der Innenverteidigung. Orchestrierte er in England zusammen mit Suchy eine überzeugende Dreierkette, so war er in Luzern Teil einer Viererabwehr, die nicht eben sattelfest wirkte.

Blas Riveros  |  linker Aussenverteidiger

Sah schwach aus beim Gegentor, aber die Abwehrarbeit ist seit der Ankunft in Basel seine Stärke nicht. Viel lieber prescht der Paraguayer nach vorne, wie beispielsweise in der 54. Minute, als er für Ricky van Wolfswinkel eine der besten Basler Möglichkeiten vorbereitete. Sah nach einer halben Stunde die gelbe Karte, die erste der Saison.

Geoffroy Serey Dié  |  defensives Mittelfeld

Nach einer halben Stunde musste man Angst haben um den Luzerner, den Serey Dié in vollem Lauf ansteuerte. Er grätschte, traf sauber den Ball, Schiedsrichter Fedayi San entschied gleichwohl auf Freistoss. Es war eine der besseren Aktionen des Ivorers, der ansonsten alleine in der ersten Halbzeit durch drei Ballverluste Luzerner Konter oder Torchancen ermöglichte. Schoss zudem kurz vor der Pause mit einem Distanzschuss die Luzerner Fankurve ab und verliess in der 78. Minute das Feld für Neftali Manzambi.

Luca Zuffi  |  defensives Mittelfeld

Kreierte in den ersten 20 Minuten drei Offensivaktionen, Schüsse oder Pässe. Den besten davon zirkelte er nach einer Viertelstunde auf Samuele Campo. Stand zum dritten Mal in Folge in der Startformation und scheint seinen Stammplatz wiedergefunden zu haben.

Samuele Campo  |  rechter Flügelstürmer

Gehörte zu den traurigsten Basler, als das Spiel gegen den FC Zürich wegen des Stromausfalls abgesagt worden war. Campo hätte an diesem Abend sein Startelfdebüt gegeben. Acht Tage später war es soweit, der 22-Jährige stand in der Swissporarena nach drei Teileinsätzen erstmals von Anfang an auf dem Platz. Als rechter Flügelstürmer, in einer Rolle, die er für den FC Lausanne-Sport zweimal und im Nachwuchs des FC Basel gut ein Dutzend Mal eingenommen hatte. Vergab nach einer Viertelstunde nach Zuffis langem Zuspiel die beste Möglichkeit: Allerdings war seine Direktabnahme aus der Drehung schwierig zu verwerten.

Zum ersten Mal in der Startelf – das Debüt missglückt aber: Samuele Campo in der Luzerner Swissporarena.

Mohamed Elyounoussi  |  zentrales offensives Mittelfeld

Man erkannte den Mohamed Elyounoussi nicht mehr. Da bringt er in Manchester mit einem Tor und einem Assist seine beste Leistung des Jahres auf den Platz und in Luzern gelingt ihm kaum etwas. Kam nach zehn Minuten zu einem Abschluss, sein Schuss wurde geblockt, ansonsten war der Norweger nicht zu sehen.

Kevin Bua  |  linker Flügelstürmer

Hatte als Offensiver vor allem Szenen in der Defensive. Beispielsweise nach etwas mehr als einer halben Stunde, als er einen gefährlichen Konter unterbrach. Sah in der 21. Minute die gelbe Karte, dafür mit dem Ball am Fuss kaum Land. Wurde in der 65. Minute durch Dimitri Oberlin ersetzt.

Ricky van Wolfswinkel  |  Mittelstürmer

Vergab eine gute Möglichkeit in der 54. Minute. Alleine vor dem Tor war Riveros’ Querpass allerdings schwer zu verwerten, da van Wolfswinkel bereits mit Rücklage im Fallen war. Der Versuch ging weit über das Tor. Hatte ansonsten die undankbare Aufgabe, weite Bälle zu halten, was gegen ein tief stehendes Luzern kein einfaches Unterfangen war. Wurde in der 54. Minute durch Albian Ajeti ersetzt.


Albian Ajeti  |  Mittelstürmer

Kam in der 54. Minute für van Wolfswinkel auf den Platz und war offensiv ungefährlich. Von St. Gallen war er nach Basel gewechselt, im Gegenzug hatte Cedric Itten die Basler in Richtung Ostschweiz verlassen. Itten kam allein in der 25. Runde auf drei Scorerpunkte, Ajeti wartet 2018 noch immer auf seinen ersten.

Dimitri Oberlin  |  rechter Flügelstürmer

Ersetzte in der 65. Minute Bua. Setzte kurz vor dem Ende zu einem vielversprechenden Lauf an, legte sich aber den Ball zu weit vor. Mehr war nicht. Doch: Ein Frustfoul in der Nachspielzeit, das mit der gelben Karte geahndet wurde.

Neftali Manzambi  |  rechter Flügelstürmer

Betrat in der 78. Minute für Serey Dié das Feld und vergab kurz vor dem Ende eine Möglichkeit.

Nicht eingesetzt beim FC Basel:  Mirko Salvi (Tor), Léo Lacroix, Martin Liechti, Yves Kaiser.

Konversation

  1. Köpfe rollen lassen ist nicht immer eine Lösung. Der FCB hat die Liga fast ein Jahrzehnt dominiert, es schadet dem CH Fussball nicht wenn mal jemand anders vorne den Takt angibt. Am Erfolg muss man langfristig arbeiten.

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