FCB-FCZ – die Einzelkritik

Gar nicht so einfach, nach der weitgehend ereignislosen Nullnummer zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich ein, zwei Spieler herauszufiltern, die über dem Durchschnitt der Mannschaft lagen. Vielleicht waren es Fabian Frei und Teilzeitarbeiter Jacques Zoua.

Der Zuercher Mathieu Beda, rechts, gegen den Basler Marco Streller, links, beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Zuerich am Sonntag, 2. September 2012, im Stadion St. Jakob-Park in Basel. (KEYSTONE/Walter (Bild: Keystone/WALTER BIERI)

Gar nicht so einfach, nach der weitgehend ereignislosen Nullnummer zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich ein, zwei Spieler herauszufiltern, die über dem Durchschnitt der Mannschaft lagen. Vielleicht waren es Fabian Frei und Teilzeitarbeiter Jacques Zoua.

Yann Sommer | 4
Ein beschäftigungsloser Sonntagnachmittag für den Goalie. Kein Schuss aufs Tor, dazu zwei Flanken vors Tor, wovon er bei einer danebengriff. Wenn man davon ausgeht, dass man mit einer «Vier» (genügend) ins Spiel einsteigt, dann ging Sommer auch mit einer «Vier» wieder raus.

Markus Steinhöfer | 3,5
Die erste Flanke liess dem Betrachter mal wieder die Haare zu Berge stehen, die weiteren waren zumeist unwesentlich besser. Wenn man denn einen so defensiven Gegner auch über die Flügel knacken will, dann muss mehr und das präziser kommen. Ein paar defensive Wackler blieben diesmal folgenlos.

Gaston Sauro | 4
Deshalb ein Fortschritt für ihn, weil – von ein, zwei kleinen Patzern abgesehen – er einen soliden Match hinbekam. Was im Abwehrzentrum allerdings auch nicht so schwierig war gegen im Strafraum inexistente Zürcher. Mit einem Ballverlust leitete er die einzige Zürcher Torchance (68. Minute, Glarner aus 18 Metern übers Tor) ein.

Aleksandar Dragovic | 4
Wenn ein Stürmer wie Mario Gavranovic ständig ins Abseits läuft, macht es dies einer Innenverteidigung einfacher. Der Österreicher wurde nicht gefordert und konzentrierte sich darauf, dass bei den wenigen Zürcher Gegenstössen nichts anbrannte. Für beide Innenverteidiger gilt: In der Spielauslösung mit keinerlei Einfluss aufs Geschehen, und bei den dünn gesäten Standards nicht einmal in gefährlicher Position.

Joo Ho Park | 4
Offensiver präsenter als auch schon, auch wenn er durch die Steuerbordlastigkeit des Basler Spiels zuweilen auf Backbord frei steht – und den Ball nicht bekommt. Zwei, drei ungelenke Ballannahmen, zwei, drei gute Ansätze beim Dribbling, denen jedoch die Vollendung fehlte.

Cabral | 3,5
Gut im Infight mit dem Gegner, weniger gut, wenn es darum geht, das Spiel zu beschleunigen. Aber vielleicht ist das von ihm auch zuviel erwartet.

Marcelo Diaz | 3,5
Viel unterwegs, aber mit keiner zündenden Idee oder einem gelungenen Eins-gegen-Eins, um ein Loch in den Zürcher Beton zu sprengen. Der Trainer sagt, der Chilene zolle Tribut dafür, dass er seit Januar ohne Pause spielt. Weil es in der Leiste zwickte, blieb Diaz zur Pause vorsichtshalber draussen – zur Nationalmannschaft reist er dennoch.

Fabian Frei | 4
Auf dem rechten Flügel eingesetzt hatte er in der 22. Minute die beste Chance der ersten Halbzeit auf dem (schwächeren) linken Fuss, sein Volley auf Zuspiel von Streller krachte allerdings ins Fangnetz vor der Gellertkurve. Nach dem Wechel spielte er dort, wo ihn Heiko Vogel eigentlich für diese Saison vorgesehen hat und wo sich Fabian Frei auch am wohlsten fühlt: im Zentrum. Das machte er ordentlich und mit Umsicht.

Valentin Stocker | 3
Um streng zu sein, muss man sagen, dass man von einem Nationalspieler eine Spur mehr erwarten darf. Ihm wollte bei allem Engagement so gut wie nichts gelingen. Ein Nachmittag zum Vergessen für den Flügelspieler.

Alex Frei | 3
Ein Schlenzer übers Tor, ein Freistoss in die Handschuhe von Davide Da Costa, ein Flachschuss knapp am Tor vorbei, ein völlig misslungener Versuch in den zweiten Rang und keine einzige Aktion im Strafraum – das ist der Leistungsnachweis von Alex Frei. Dazu Eckbälle, die im Nichts verpufften. Der Torjäger hat den Tritt noch nicht gefunden und ist mit zwei Treffern aus acht Ligaspielen sowie einer Quote von 0,25 weit entfernt von der aus der Vorsaison (0,67).

Marco Streller | 3,5
Vom Einsatz her kann man ihm wie immer keinerlei Vorwurf machen, er war mit zwei Vorlagen auch an zwei der wenigen gefährlichen Situationen beteiligt, und er zwang mit seinem Diagonalschuss in der 66. Minute Davide Da Costa zur einzigen (!) Torhüterparade in 93 Minuten. Aber auch Streller kann nicht verbergen, dass er mitsamt seiner Mannschaft noch in einer Schaffenskrise steckt.

Jacques Zoua | 4
Ersetzte aber der 46. Minute Diaz und nahm Fabian Freis Platz auf dem rechten Flügel ein. Der Kameruner macht das nicht schlecht, war ein Aktivposten und beschwor mit seinem tiefen Zuspiel auf Stocker eine der wenigen Aufreger hervor – allerdings war Da Costa in der 78. Minute rasch genug aus seinem Tor heraus.

Der FC Basel wechselte lediglich einmal aus. Nicht zum Einsatz kamen: Vailati (Tor), Voser, Schär, Kovac, David Degen, Andrist.

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