FCB gibt Fransson für Rio frei

Er wäre nicht verpflichtet gewesen, aber der FC Basel gewährt Alexander Fransson die Teilnahme mit Schweden am Olympischen Fussballturnier. Am Sonntag, zum Saisonstart gegen Sion, steht der Mittelfeldspieler noch dem FCB zur Verfügung, am Montag reist er zur Olympiaauswahl und wird mit dieser bis mindestens 10. August in Brasilien im Einsatz stehen.

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(Bild: Imago)

Er wäre nicht verpflichtet gewesen, aber der FC Basel gewährt Alexander Fransson die Teilnahme mit Schweden am Olympischen Fussballturnier. Am Sonntag, zum Saisonstart gegen Sion, steht der Mittelfeldspieler noch dem FCB zur Verfügung, am Montag reist er zur Olympiaauswahl und wird mit dieser bis mindestens 10. August in Brasilien im Einsatz stehen.

Abzusehen war es bereits Mitte Mai, als Schwedens U21-Nationaltrainer Håkan Ericson nach Basel kam, um beim FCB den Wunsch zu deponieren, dass er Alexander Fransson gerne zu den Olympischen Spielen nach Brasilien mitnehmen würde. Und seit dem 15. Juli gehört der Mittelfeldspieler des Schweizer Meisters auch offiziell zum Kader Schwedens für die Spiele.

Weil der FC Basel dem Spieler den Weg zu den Olympischen Spielen nicht verbauen wollte, wird Fransson am Sonntag zum Saisonauftakt gegen den FC Sion (16 Uhr, St.-Jakob-Park) Trainer Urs Fischer noch zur Verfügung stehen, um am Montag bereits zur schwedischen U23-Olympiaauswahl zu reisen.

Von der Olympiastadt Rio de Janeiro wird Fransson herzlich wenig mitbekommen: Die Schweden spielen die ersten beiden Gruppenspiele in Manaus im Amazonasgebiet (4.8. gegen Kolumbien; 7.8. gegen Nigeria) und die dritte Partie in Salvador (10.8. gegen Japan). Fransson fehlt dem FCB also auf jeden Fall gegen Vaduz, Luzern und YB.

Heitz: «Wir hätten das nicht in jedem Fall erlaubt»

FCB-Sportdirektor Georg Heitz macht klar, dass es für die Clubs keine Abstellungspflicht gibt, da das Olympische Fussballturnier kein offizieller Fifa-Termin ist. Andere der 16 Teilnehmerländer sind weniger im Liga-Betrieb betroffen oder haben, wie zum Beispiel die Bundesliga, wegen Olympia ihren Saisonstart nach hinten verlegt.

Schwedens Olympiatrainer Håkan Ericson hat in Basel erfolgreich um Alexander Fransson geworben.

«Für einen Spieler ist eine Olympia-Teilnahme etwas Einmaliges in seiner Karriere», sagt Heitz, betont aber: «Und dennoch hätten wir das wahrscheinlich nicht in jedem Fall erlaubt.»

Für Fransson, der am 2. Januar 2016 einen Vertrag über viereinhalb Jahre beim FCB unterschrieben hat und in der zweiten Saisonhälfte auf immerhin 19, zum Teil überzeugende Einsätze kam, hat der FCB nun eine Ausnahme gemacht. «Selbstverständlich ist diese Freigabe nicht, das haben wir auch intensiv diskutiert», schildert Heitz. «Der Cheftrainer und ich haben mit dem Spieler geredet und dabei gespürt, dass er unheimlich gerne dabei wäre.»

Fransson, so Heitz, habe sich diese Freigabe «verdient durch seine Art und Weise wie er auftritt im Training, wie er sich integriert hat beim FC Basel».

Im Final-Fall dauert die Absenz bis Ende August 

Angesichts der breiten Phalanx an Mittelfeldspielern wird Trainer Urs Fischer das Fehlen Franssons kompensieren können. Allerdings gehört der 22-Jährige zu jenen, die bisher das komplette Vorbereitungsprogramm mitgemacht haben und dem somit in der ersten Saisonphase eine grössere Bedeutung hätte zufallen können. 

Im für Schweden besten Fall dauert das Olympische Turnier bis zum Final am 20. August im Maracanã, womit Fransson auch im Cup (Rapperswil-Jona) und gegen Lugano nicht verfügbar wäre.

Die Teilnehmer am Olympischen Fussballturnier 2016:




Der Spieplan der Gruppe B mit Schweden im Detail

Fabian Schär hat das Erlebnis Olympia gutgetan

Abträglich muss der Abstecher nach Brasilien aber nicht sein. Einmal abgesehen von etwaigen Risiken des in Brasilien grassierenden Zika-Virus’ (Heitz: «Wir werden uns den Spieler genau anschauen, wenn er zurück ist»), hat der FCB zuletzt keine schlechten Erfahrungen mit Olympia-Fahrern gemacht: 2012, als die Schweiz in der Vorrunde scheiterte, waren Fabian Frei und der damals frisch aus Wil verpflichtete Fabian Schär dabei.

«Einsatzminuten in Spielen sind grundsätzlich immer gut», sagt Georg Heitz, «und Fabian Schär zum Beispiel hat sich nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in London bei uns relativ schnell in den Vordergrund gespielt. So eine Olympia-Teilnahme soll ein positives Erlebnis sein und kann einem Spieler guttun.»

Für andere FCB-Spieler, wie etwa den erst vor einer Woche verpflichteten Eder Balanta, der mit Kolumbien in der Schweden-Gruppe hätte spielen können, gab es kein Abstellungsgesuch.

Schwedens goldene Generation

2015 wurde Schwedens U21 erstmals Europameister – im Elfmeterschiessen von Prag gegen Portugal. Damals gehörte Alexander Fransson noch nicht zur Auswahl – stand aber sehr wohl bereits im Fokus der Späher für den FC Basel.

Unterdessen hat Fransson neben neun Einsätzen in der U19 weitere 13 Spiele (1 Tor) für die U21 seines Landes auf dem Buckel und debütierte im Januar in der A-Nationalmannschaft (2 Einsätze) – kurz nachdem er in Basel einen Vertrag bis 2020 unterzeichnet hatte.

In der aktuellen Ausscheidung zur U21-Europameisterschaft rangiert Schweden hinter Kroatien. Beim jüngsten 3:2-Sieg gegen Georgien war auch Fransson im Einsatz.

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