FCB: Vor dem Wiedersehen mit Cluj redet Heiko Vogel Klartext

In den Playoffs der Champions League bekommt es der FC Basel mit dem rumänischen Meister CFR 1907 Cluj zu tun. Der FCB tritt am Dienstag, 21. August zuhause an und am Mittwoch, 29. August in Cluj (jeweils 20.45 Uhr MESZ). Trainer Heiko Vogel sagt, er habe «keine Lust mehr zuzuschauen, wie wir uns selbst in die Bredouille bringen».

Siegtor in Basel: Federico Almerares erzielt das einzige Tor beim Heimsieg des FCB im November 2010 gegen Cluj. (Bild: Hans-Jürgen Siegert)

In den Playoffs der Champions League bekommt es der FC Basel mit dem rumänischen Meister CFR 1907 Cluj zu tun. Der FCB tritt am Dienstag, 21. August zuhause an und am Mittwoch, 29. August in Cluj (jeweils 20.45 Uhr MESZ). Trainer Heiko Vogel sagt, er habe «keine Lust mehr zuzuschauen, wie wir uns selbst in die Bredouille bringen».

Wie schon 2010/11 trifft der FC Basel auf den rumänischen Meister Cluj. Vor zwei Jahren gab es in der Gruppenphase eine 1:2-Niederlage in Cluj und einen 1:0-Heimsieg – eine Ergebniskonstellation, die im K.o.-Modus der Playoffs mit der Auswärtstorregel zum Weiterkommen des Schweizer Meisters reichen würde.

Die Spiele finden innerhalb von neun Tagen statt. Der FCB tritt am Dienstag, 21. August zuhause an und am Mittwoch, 29. August in Cluj (jeweils 20.45 Uhr Schweizer Zeit).

Beim letzten Aufeinandertreffen gab es am 23. November einen 1:0-Sieg des FCB durch ein Tor von Almerares, das dem FC Basel den dritten Gruppenplatz hinter Bayern München und der Roma sicherte und damit eine Fortsetzung in der Europa League.

Fünf Trainerwechsel seit 2010

Mit dem Blick zurück auf diese beiden Spiele spricht FCB-Trainer Heiko Vogel von «einem alten Bekannten in Anführungszeichen». Denn seit dem letzten Aufeinandertreffen ist in Cluj fast kein Stein auf dem anderen geblieben. Aus dem Kader, mit dem Cluj 2010 gegen den FCB spielte, sind nur noch vier Spieler dabei. Nach fünf Trainerwechseln seit dem 12. September 2010 ist Ioan Andone wieder am Ruder, der Mann, unter dem der CFR 1907 Cluj 2008 erstmals rumänischer Meister geworden war.

«Da kann man schon nicht mehr von einem Facelifting sprechen», stellte Vogel knapp eine halbe Stunde nach der Auslosung und einem kurzen Blick auf die Spielerliste der Rumänen fest, in dem insgesamt neun portugiesische Profis figurieren, «das war schon ein grober Umbruch.»

Ganz offensichtlich war es auch ein erfolgreicher. Nach einer kleinen Durstrecke feierte der Club aus Siebenbürgen im Mai seinen dritten Meistertitel und spielt nun um seine dritte Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League. Zwar geht der FC Basel über den sogenannten Meisterweg den stärksten Teams in der letzten Qualifikationsphase aus dem Weg (Mönchengladbach mit Granit Xhaka etwa trifft auf Dynamo Kiew mit Admir Mehmedi), doch Cluj dürfte zu den unangenehmeren Herausforderungen gehören, zumal das Rückspiel in Transilvanien stattfindet.

Vogel verlangt eine Leistungssteigerung

Die erste Qualifikationshürde gegen den tschechischen Meister Slovan Liberec nahmen die Rumänen einigermassen souverän. Einem 1:0-Heimsieg liessen sie im Rückspiel mit dem Pausenpfiff die Führung folgen. Zu mehr als dem Ausgleich in der 58. Minute reichte es Slovan nicht mehr, und in der vierten Minute der Nachspielzeit gelang Cluj durch den neuen Stürmer Modou Sougou der 2:1-Siegtreffer. Massgeblich finanziert werden die Rumänen nach wie vor von dem millionenschweren Unternehmer Arpad Paszkany.

«Betrachtet man die letzten Jahre, dann haben wir im Vergleich mit rumänischen Clubs die Nase vorne», befindet Vogel. In der letzten Saison schlugen die Basler die Rumänen von Otelul Galati zweimal in der Gruppenphase der Champions League (2:1, 3:2). Eben bei diesem Otelul Galati bestreitet Cluj am Montag sein viertes Spiel in der Liga und bietet dem FCB die erste Gelegenheit zur Beobachtung vor Ort. In den jungen Saison hat Cluj nach zwei Remis vergangenes Wochenende mit einem 3:0 daheim gegen Vaslui den ersten Sieg eingefahren.

Vogel ist sich bewusst, «dass Cluj noch einmal stärker sein wird als Molde. Also müssen wir unser Leistungsvermögen der Stärke des Gegners anpassen.» Will heissen: Der FCB braucht eine markante Steigerung gegenüber dem Rückspiel gegen den norwegischen Meister.

Vogels öffentliche Gardinenpredigt

In dieser Partie gegen Molde war Vogel zur Pause die Hutschnur geplatzt. Und der 36-Jährige empfand die Leistung seiner Mannschaft ganz offensichtlich als derart haarsträubend, dass er nicht nur in der Pausenansprache ein paar Dezibel lauter wurde als üblich. Nein, der Trainer des FCB, der sonst immer auf die «Privatsphäre zwischen Spielern und Trainer» pocht, machte seine Gardinenpredigt auch öffentlich.

Und Vogel wurde am Freitag nach der Auslosung noch einmal konkreter. «Ich habe keine Lust zuzuschauen, wie wir uns selbst in die Bredouille bringen, weil die nötigen Prozente in Sachen Präzision, Laufbereitschaft und Einsatz fehlen», stellte er klar. Und: «Das waren lauter unforced errors.» Sprich: unnötige, individuelle Fehler aus Konzentrationsmangel.

In den Ligaspielen sei er noch nachsichtig gewesen, befand Vogel. Schliesslich befinde sich das Team in einem Umbruch: «Da weiss der einzelne Spieler noch nicht genau, wie sich der Nebenmann verhält.» Aber wenn es um die Qualifikation zur Champions League geht, versteht er keinen Spass: «Da will ich, dass der Fokus geschärft ist. Es reicht eben nicht, wenn man bloss sagt, dass man in die Gruppenphase will – und dann doch nicht den richtigen Einsatz zeigt.»

Champions League, Playoff

Meisterweg:
FC Basel–CFR 1907 Cluj
Helsingborgs IF–Celtic Glasgow
Bate Borissow–Hapoel Kirjat Schmona
AEL Limassol–RSC Anderlecht
Dinamo Zagreb–NK Maribor

Ligaweg:
SC Braga–Udinese Calcio
Spartak Moskau–Fenerbahce
Malaga–Panathinaikos
Borussia Mönchengladbach–Dynamo Kiew
OSC Lille–FC Kopenhagen

Artikelgeschichte

14:35 Uhr: Zitate Heiko Vogel eingefügt.

Konversation

  1. Wenn Herr Vogel nach dem Spiel gegen Molde richtigerweise die Körpersprache seiner Spieler in der ersten Halbzeit kritisiert, dann muss er aber auch über seine eigene Körpersprache nachdenken. Ein Trainer, der wie ein pubertärer Teenager Kaugummi kauend in seinem Stuhl liegt und so den Eindruck erweckt, als ginge ihn das alles gar nchts an, sendet nicht wirklich die richtigen Signale an seine Spieler.

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