Galati–FCB 2:3 – die Einzelkritiken

Die 13 muss kein Unglück sein: Marco Streller verdient sich beim 3:2-Erfolg des FC Basel bei Otelul Galati die Bestnote der zwölf zu bewertenden Spieler. Nicht nur wegen seines ersten Treffers in der Champions League.

Erstes Tor in der Champions League: Marco Streller bedankt sich bei FCB-Fans für den Support in Bukarest. (Bild: Keystone, Georgios Kefalas)

Die 13 muss kein Unglück sein: Marco Streller verdient sich beim 3:2-Erfolg des FC Basel bei Otelul Galati die Bestnote der zwölf zu bewertenden Spieler. Nicht nur wegen seines ersten Treffers in der Champions League.

Yann Sommer 4,5

Bis zum 1:3 durch Giurgiu hatte er kaum etwas zu halten und wirkte bei hohen Bällen präsent. Der Schuss des Galati-Captains gehört ebenfalls in die Kategorie zu gut, um abgewehrt zu werden. Und dass Park den Ball Antal zum 2:3 hinlegt, muss er auch nicht antizipieren.
8 Europacupspiele

Markus Steinhöfer 4

Wie gewohnt fleissig auf der rechten Abwehrseite, defensiv sattelfest und ohne gravierenden Fehler. Aber irgendwie produzierte er in der ersten Halbzeit gefühlte 80 Prozent aller Basler Fehlpässe.
Zurückgelegte Distanz: 10’844 Meter – 13 Europacupspiel/0 Tore

David Abraham 5

Ganz zu Beginn ein zu gewagter Querpass. Aber insgesamt wirkt der Argentinier in der Abwehr, als ob ihn nichts und niemand erschüttern könnte. Nicht einmal ein Steilzuspiel Alex Freis auf einen gegnerischen Stürmer. Liess auch in der hektischen Schlussphase nichts mehr zu.
9741 Meter – 31/1

Aleksandar Dragovic 5

Ab und zu braucht es den Blick aufs Matchblatt, um zu glauben, dass dieser scheinbare Routinier hinten drin in diesem Jahr wirklich erst 20 geworden ist. Giftig in den Zweikämpfen und folglich einer von zwei Baslern, die verwarnt wurden. Dass er den Ball vor dem 1:3 zu Giurgiu spitzelt, kann ihm nicht als Fehler angekreidet werden.
10’286 Meter – 21/0

Joo Ho Park 3

Eigentlich gibt er ja als Gegenpart zum dauerstürmenden Rechtsverteidiger Steinhöfer das defensive Gewissen auf links. Aber was war das für ein Fehler in der 81. Minute, der Antal das 2:3 ermöglichte! Immerhin weiss der Südkoreaner jetzt: Risikoreiche Aussenristpässe im eigenen Strafraum sind zu unterlassen.
11’463 Meter – 5/0

Xherdan Shaqiri 4

Für einmal waren es andere, die für die Musik im Basler Spiel sorgten. Einmal, in der 24. Minute, wagte er einen seiner berühmt-berüchtigten Schüsse aus der Distanz. Ansonsten ein sehr konzentriertes Spiel – auch in der Rückwärtsbewegung.
10’178 Meter – 24/4

Benjamin Huggel 5

Weil er ein Ziehen in der Wade verspürte, verliess er das Feld bereits kurz vor der Pause – und entging damit auch der Gefahr, mit einer Gelben Karte das Spiel gegen Manchester gesperrt zu verpassen. Bis zu seiner Auswechslung der Basler Anführer im Mittelfeld mit meist eher defensiver Ausrichtung. Doch als er mal nach vorne ging, legte er prompt zu Fabian Freis 1:0 auf.
5813 Meter – 79/8

Granit Xhaka 5

Schon allein seine Körperhaltung hat stets etwas Majestätisches. Gegen Galati war er vorab nach Huggels Auswechslung der Capo im Basler Mittelfeld, am meisten unterwegs, praktisch ohne Ballverluste und somit immer für Momente der Ruhe besorgt. Und wie er vor dem 2:0 Streller steil schickte, hatte auf jeden Fall Champions-League-Niveau.
12’307 Meter – 11/1

Fabian Frei 5

Vor dem Spiel hatte er noch leichte Schmerzen am Knöchel angemeldet. Aber die spürte er in der Kälte des Bukarester Nationalstadions wohl auch ohne Vereisungsspray nicht. Und so gelang ihm vor allem in der ersten Halbzeit eine bärenstarke Leistung. Nicht nur seines 1:0 wegen, bei dem er gütige Mithilfe von Goalie Grahovac erhielt.
11’627 Meter – 14/3

Alex Frei 5

Sein 2:0 war sein 14. Treffer in den letzten 14 Spielen für den FCB. Noch irgendwelche Fragen, wie wertvoll er für die Mannschaft ist? Beim 1:0 spielt er dazu den Steilpass auf Huggel, vor dem 3:0 steht er einfach im richtigen Moment im Weg, als ihn Perendija anschiesst. Nur den wunderbaren Steilpass auf Otelul-Stürmer Pena kurz vor der Pause hätte er seinen Abwehrkollegen ersparen können.
9198 Meter – 47/28

Marco Streller 5,5

Da soll mal wieder einer behaupten, die 13 bringe Unglück. Stimmt nicht, bewies der Basler Captain eindrücklich und schoss in seinem 13. Einsatz in der Champions League endlich sein erstes Tor. Dazu noch sein höchst uneigennütziges Zuspiel auf Alex Frei beim 2:0.
11’372 Meter – 38/13

Cabral 4

Er ersetzte bereits eine Minute vor der Pause Benjamin Huggel im zentralen Mittelfeld. In einer lange Zeit lauen zweiten Halbzeit wenig zu sehen, kam er weniger in die Zweikämpfe, als man das von ihm gewohnt ist.
5899 Meter – 22/1

Scott Chipperfield –

Er kam in der 74. Minute für Alex Frei, um den vor einer blöden Gelben Karte zu bewahren, die eine Sperre nach sich gezogen hätte. Zu kurz im Spiel, um benotet zu werden.
4333 Meter – 77/8

Jacques Zoua –

Spielte ab der 82. Minute für Shaqiri und wirkte einigermassen lasch für die entscheidende Phase, in der er spielte. Müsste zwingend in der Nachspielzeit das 4:2 schiessen. Zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.
1518 Meter – 11/0

Konversation

  1. Herr Meier Thalmann, ich teile Ihre Verwunderung. Das ist wirklich verdammt viel für die überschaubare Einsatzzeit. Nix gegen Chipperfield, aber den Erbsenzählern bei der Uefa ist wirklich nicht über den Weg zu trauen. Das ist nicht das erste Mal, dass statistische Werte wenig plausibel erscheinen. Soll mans jetzt ernst nehmen oder nicht. Man müsste dem mal nachgehen. Neuen Vertrag für Chipperfield würde ich einerseits begrüssen. Andererseits: Vielleicht klappt das Schlachtross irgendwann Mal einfach auseinander…

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