Lang räumt den Gabentisch ab und Fischer geht leer aus

Die Swiss Football League kürt ihre Besten und Beliebtesten und dabei kommt der FC Basel nicht schlecht weg: Dimitri Oberlin wird zum besten Youngster gewählt und Michael Lang erhält gleich drei Auszeichnungen. Nur einer geht mal wieder leer aus: Meistertrainer Urs Fischer.

Von den Berufskollegen und von den Fans gekürt: Michael Lang vom FC Basel, bester und beliebtester Spieler im Schweizer Fussball 2017. Rechts Moderatorin Melanie Winiger.

Es wurde schon vor einem Jahr an dieser Stelle beklagt: Die Merkwürdigkeiten der Award Night in Luzern, wo die Swiss Football League (SFL) seit geraumer Zeit sich selbst, die Clubs und vor allem die Spieler und Trainer zelebriert. Vor Jahresfrist gingen Matias Delgado und vor allem Meistertrainer Urs Fischer leer aus. Etwas überraschend und zugunsten der ehrenwerten Guillaume Hoarau und Fabio Celestini.

Bei den Nominationen für das Jahr 2017 wurde es noch skurriler: Urs Fischer trainierte den FC Basel zwar erneut zum Meistertitel und packte auch noch den Schweizer Cup obendrauf, der freilich als Wettbewerb des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und nicht der SFL figuriert. Zur Wahl als bester Trainer stand Fischer dennoch nicht.

https://tageswoche.ch/sport/celestini-und-hoarau-schnappen-fischer-und-delgado-die-preise-weg/

Der Fachjury – bestehend aus den Captains und Trainern der zwanzig Super- und Challenge-Ligisten, aus SFV-Trainern sowie ausgewählten Journalisten –kann man nicht einmal einen Vorwurf machen. Es sind die Kriterien, welche die SFL festgelegt hat und wonach nur nominiert werden kann, wer in der zweiten Jahreshälfte auch in einer der beiden SFL-Ligen tätig war.

So kam am Montag Murat Yakin zum zweiten Mal nach 2013 zu Ehren. Vor YB-Trainer Adi Hütter, der sich anschickt, Bern einen Titel zu schenken, sowie Raphael Wicky, der es in seinem ersten Trainerhalbjahr unter die Nominierten schaffte. Yakin, der bis August beim zweitklassigen FC Schaffhausen Erstaunliches geleistet hat, um dann zu den Grasshoppers zu wechseln, schien selbst etwas verblüfft zu sein, als er im KKL zum Sieger ausgerufen wurde. 

Und der zweifache Meistertrainer Fischer, seit Sommer und seit dem grossen Umbruch beim FC Basel ohne Job, muss zu Hause in Zürich feststellen, dass nichts so vergänglich ist wie der Erfolg von gestern.

Der überhäufte Michael Lang

Vergleichsweise mit Lorbeer überhäuft wurde in Luzern hingegen ein Spieler, der massgeblich zu den Erfolgen des FC Basel mit Urs Fischer beigetragen hat: Michael Lang landete in der Mannschaft des Jahres, der «Golden 11», zusammen mit seinen Teamkollegen Tomas Vaclik, Manuel Akanji, Mohamed Elyounoussi und dem Ex-Kollegen Renato Steffen sowie fünf YB-Spielern und dem Ex-Thuner Simone Rapp.

Das Dream Team der Super League mit jeweils fünf Spielern des FC Basel und den Young Boys sowie dem Thuner Simone Rapp.

Die grösste Ehre, die dem 26-jährigen Verteidiger zuteil wurde, war die Wahl zum Spieler des Jahres, die ebenfalls von einer Jury (siehe oben) getroffen wurde. Und dann erhielt er auch noch die meisten Stimmen (rund 50’000) von «Blick»-Lesern und wurde somit zum Publikumsliebling.

Strahlemann: Dimitri Oberlin, der es zum «Best Youngster» der Super League brachte.

«Das klingt auch nicht schlecht, die Wahl zum Spieler des Jahres durch Spieler und Trainer ist aber noch ein bisschen höher zu werten», sagte der Geehrte in Anzug und mit Schlips, «das bedeutet mir sehr viel.» Lang setzte sich vor seinem gerade zu Borussia Dortmund gewechselten Ex-Team-Kollegen Manuel Akanji sowie Roger Assalé von den Young Boys durch.

Damit nicht genug für den FC Basel: Dimitri Oberlin sahnte die Auszeichnung als bester Youngster ab. Damit mussten die Young Boys mit einem Schleifchen vorliebnehmen: Jean-Pierre Nsame erzielt das Tor des Jahres – das 1:1 in Basel im November. Vielleicht ein Treffer, welcher dereinst bei den Awards für 2018 noch seine Auswirkung haben könnte.

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