Mit dem 2:0 gegen den Europameister geht eine neue Türe auf

Die Gruppe B erlebt in der ersten Runde der Qualifikation zur Weltmeisterschaft die erste kleine Überraschung. Die Schweizer gewinnen gegen Europameister Portugal mit 2:0. Breel Embolo erzielt bei seiner Rückkehr in den ausverkauften St.-Jakob-Park das 1:0, Admir Mehmedi den zweiten Treffer.

Swiss midfielder Admir Mehmedi, left, celebrates after scoring the second goal with Swiss forward Breel Embolo, right, during the 2018 Fifa World Cup Russia group B qualification soccer match between Switzerland and Portugal at the St. Jakob-Park stadium, in Basel, Switzerland, Tuesday, September 6, 2016. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

(Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Die Gruppe B erlebt in der ersten Runde der Qualifikation zur Weltmeisterschaft die erste kleine Überraschung. Die Schweizer gewinnen gegen Europameister Portugal mit 2:0. Breel Embolo erzielt bei seiner Rückkehr in den ausverkauften St.-Jakob-Park das 1:0, Admir Mehmedi den zweiten Treffer.

Granit Xhaka zog seine Schienbeinschoner aus den Stulpen und schlenderte in Richtung Ausgang, den er aus seiner Zeit beim FC Basel in Form einer Senftube bestens kennt. Bis in die Kabine verschwand er jedoch nicht nach seiner Gelbroten Karte. Es waren schliesslich lediglich noch wenige Sekunden zu spielen. Und die Feier mit seinen Kameraden, diese Freuden der siegreichen Schweizer Fussballer, die wollte der Zentrumspieler des Nationalteams nicht verpassen.

Nicht hier und nicht jetzt, da die helvetische Auswahl eben den Europameister bezwungen hatte und Xhakas Ausschluss vielleicht der einzige Wermutstropfen darstellte. Ansonsten war der erste Abend in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Russland ein Fussballfest im mit 36’000 Zuschauern ausverkauften St.-Jakob-Park.

» Tabelle und Spielplan in der Gruppe B

Embolos erfolgreiche Rückkehr in den St.-Jakob-Park

In diese alte Heimat war Breel Embolo erstmals wieder als Fussballer zurückgekehrt nach seinem Wechsel vom FCB zu Schalke in die Bundesliga. Und die Rückkehr tat dem 19-Jährigen sichtlich gut. Als einer der besten Schweizer in Halbzeit eins erzielte er in der 24. Minute das 1:0; nachdem Portugals Torhüter Rui Patricio den Freistoss Ricardo Rodriguez‘ noch hatte parieren können. Embolo übernahm den Abpraller mit dem Kopf und erzielte seinen zweiten Länderspieltreffer, nach dem Elfmetertor gegen San Marino den ersten aus dem Spiel heraus.

Wobei genau das den Schweizern über weite Strecken kaum gelang: Die portugiesische Abwehr begann geschlossen, fing die Pässe in die Spitzen Mal für Mal ab. Es brauchte diesen Freistoss, um Gefahr vor dem portugiesischen Tor zu erzeugen. Und es brauchte diesen Freistoss, um den Knoten in den bis dahin erfolglosen Kombinationsversuchen zu lösen.

Portugieser Abwehrfehler vor dem 2:0

Das zweite Tor fiel allerdings nicht wegen eines unwiderstehlichen Vorpreschens der Schweizer, sondern weil sich der Europameister in seinem ersten Spiel nach dem Titelgewinn kaum hätte ungeschickter anstellen können in dieser 30. Minute: Vladimir Petkovics Mannschaft konterte mit drei Angreifern gegen fünf Verteidiger. Und schliesslich fand der Pass Haris Seferovics gut 25 Meter quer durch den Strafraum in Admir Mehmedi den Abnehmer, der zum 2:0 erhöhte.



Szene vor dem 2:0.

Die Szene, in der sich fünf Portugiesen gegen drei Schweizer reichlich ungeschickt anstellen. Bei Torschütze Mehmedi steht: keiner. (Bild: Screenshot srf.ch)

Portugal, das ohne den verletzten Cristiano Ronaldo, aber sonst fast mit der gleichen Elf wie im EM-Final gegen Frankreich angetreten war, hatte durchaus Möglichkeiten, den Start in die Gruppe B positiver zu gestalten. Eder hatte nach wenigen Minuten eine Chance. Und wenige Minuten vor dem Ende traf Nani den Pfosten.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst in die Schweizer Erfolgsbahn gelenkt. Und die Partie entscheiden können hätten Eren Derdiyok und Xhaka wenige Sekunden vor dem Ende. 

Petkovic: «Haben zwei Schritte nach vorne gemacht. In jeder Hinsicht»

In der Gruppe B, in der Lettland gegen Andorra 1:0 gewann und sich die Färöer Inseln 0:0 von EM-Teilnehmer Ungarn trennten, haben die Schweizer nach einem von zehn Spielen drei Punkte. Oder «einen ersten Schritt gemacht», wie es Johan Djourou ausdrückte. Der Innenverteidiger ist überzeugt, dass die Auswahl an der EM nach dem Ausscheiden gegen Polen viel gelernt hat.

Diesen Standpunkt vertritt auch der Nationaltrainer: «Das war eine geschlossene Teamleistung. Wir konnten sowohl agieren als auch reagieren, haben grossen Willen und eine starke mentale Leistung gezeigt. Alles in allem haben wir nach der EM zwei Schritte nach vorne gemacht. Und das in jeder Hinsicht.»

Für Vladimir Petkovic ging nach der Niederlage gegen Polen «eine Türe zu. Aber jetzt ist eine neue Türe aufgegangen.» Auf dem Weg an die WM in Russland 2018 wird dem Nationaltrainer im nächsten Spiel gegen Ungarn (7. Oktober) Granit Xhaka fehlen. Der Spieler, «der heute gegen Portugal eine souveräne Leistung gezeigt und Führungsqualitäten bewiesen hat», wie der Nationaltrainer das Herz seiner Mannschaft lobte. 


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Konversation

  1. Ein sicherlich netter Sieg, der aber nicht überbewertet werden darf. Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass grosse Siegermannschaften nach Ihrem Triumph plötzlich sehr verletzlich sind. Die Luft ist raus, monatelanges Trainieren vorbei, dann Sieg und Feiern. Mit erst wenigen Trainings dann wieder ins erste Spiel und schwups der Glanz ist weg. Portugal hat die Euro gewonnen, aber besiegen können muss man richtig grosse Mannschaften wie D, GB oder I

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    1. Ein sicherlich netter Kommentar, der aber … ebenso wenig überbewertet werden sollte! So ist er eben, der ewig unzufriedene Schweizer mit Tendenz zum Nörgeln. Na ja – glücklicherweise gibt es noch andere wichtige Themen…

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    2. Meiers gibt es wie Sand am Meer.
      Es ist nur normal dass einige davon immer nur das Haar in der Suppe suchen, anstatt einfach sich mal zu freuen ohne Vorbehalte.

      Ja eben typisch schweizerisch

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