Mit dem Sieg im Klassiker kehrt Ruhe ein beim Meister

Der FC Basel bleibt auch im siebten Ligaspiel unbestritten. Gegen den FC Zürich reicht eine starke zweite Halbzeit zum 3:1, die Basler Torschützen heissen Lang, Gashi und Janko. Die Partie musste minutenlang unterbrochen werden.

Siebenter Sieg im siebenten Spiel: Marc Janko erzielt das 3:1, der FC Basel führt die Tabelle mit fünf Punkte Vorsprung auf die Grasshoppers.

(Bild: Keystone/TagesWoche)

Der FC Basel bleibt auch im siebten Ligaspiel unbestritten. Gegen den FC Zürich reicht eine starke zweite Halbzeit zum 3:1, die Basler Torschützen heissen Lang, Gashi und Janko. Die Partie musste minutenlang unterbrochen werden.

Er werde immer wieder daran erinnert werden, sagt Urs Fischer. Immer am Dienstag. Und immer am Mittwoch. Immer dann, wenn im Fernsehen die Spiele der Champions League übertragen werden, dann wird dem Trainer des FC Basel bewusst sein, dass er das erste grosse Saisonziel mit seinem neuen Arbeitgeber verpasst hat: den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse.

Breel Embolo bleibt beim FC Basel
Das internationale Transferfenster ist noch bis am Montag offen. Bereits jetzt gibt FCB-Präsident Bernhard Heusler bekannt, dass der 18-jährige Topstürmer in Basel bleiben wird. Es ist die gute Nachricht am Rande eines erfolgreichen Spiels.

Gerade deswegen ist für Fischer, der nicht über die Vergangenheit sprechen will und es doch tun muss, der 3:1-Sieg gegen den FC Zürich so wichtig. Dieser Erfolg, der siebente im siebenten Meisterschaftsspiel, gibt dem Trainer etwas Luft zum Atmen; nach fünf Englischen Wochen, in denen der FCB nach wie vor ungeschlagen ist.

«Wir wollten eine Reaktion zeigen», sagt Fischer, dem die Erleichterung über das Resultat im letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause anzusehen ist: «Dieser Sieg tut uns gut, und die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist, freut den Trainer.»

Die Parallelen zu den Spielen gegen Maccabi

Im Klassiker des Schweizer Clubfussballs, der kurz vor der Pause für rund acht Minuten unterbrochen wurde, weil Gegenstände in Richtung der Eckfahne geflogen waren, ging der FCB früh in Führung. Nach einem Eckball Matias Delgados, der vor dem Unterbruch Ziel der Zürcher Werfer gewesen war und dessen Ball Michael Lang mit dem Kopf in der 5. Minute verwandelte.

Lang stand bei seinen dritten Saisontreffer in einer ähnlichen Position wie im Hinspiel gegen Maccabi Tel Aviv, als er ebenfalls mit dem Kopf noch gescheitert war. Und so bot das Spiel immer wieder Parallelen zum Duell mit dem israelischen Meister. 

Wie auch beim Gegentreffer, der kurz nach dem Unterbruch fiel: Bei Oliver Buffs Freistoss stand Lang zu weit weg von Torschütze Ivan Kecojevic – auch Maccabi hatte im Hinspiel ein Tor nach einem Standard erzielt, bei dem Lang nicht frei von jeder Verantwortung war.

Gashi trifft in seiner Formbaisse

«Wieder erzielt der Gegner mit einer Chance ein Tor», hadert Fischer mit dieser Situation, die letztendlich nicht spielentscheidend war. Dafür war seine Mannschaft, die Fischer im Vergleich zum Rückspiel in Tel Aviv auf vier Positionen verändert hatte, zu gut organisiert gegen den Tabellenletzten. Dieser hat nunmehr 16 Punkte Rückstand auf den Leader aus Basel, eine grosse Hypothek, die der neue Trainer Sami Hyypiä am Montag bei seinem Amtsantritt vorfindet.

Die Statistken zum Klassiker FC Basel–FC Zürich

Über 50 Prozent mehr Ballbesitz für den FC Basel – die Statistken zum Klassiker FC Basel–FC Zürich. (Bild: Screenshot sfl.ch)

«Wir hatten die Mittel nicht, uns vom Druck der Basler zu befreien», sagt Zürichs Interimstrainer Massimo Rizzo und meint damit vor allem die zweite Halbzeit, in der der FCB nach dem Führungstreffer nie mehr Gefahr lief, diese Partie zu verlieren: Luca Zuffi spielte einen Pass, der Shkelzen Gashi erreichte. Der Torschützenkönig der abgelaufenen Spielzeiten dribbelte sich, wenngleich äusserst glückhaft, durch die Abwehr und traf in die rechte untere Ecke.

Ein Moment der Erleichterung, nicht nur für den Trainer, der diesen Erfolg auch der Ruhe im Verein wegen braucht, sondern auch für den Torschützen, der in den vergangenen Wochen nicht mehr das zeigte, was er letzte Saison noch versprochen hatte. Man müsse auch die Arbeit berücksichtigen, die Gashi abgesehen vom Toreschiessen erledige, relativiert Fischer die Formbaisse seines linken Flügels, den er gegen Zürich auf der rechten Aussenbahn ins Spiel geschickt hatte.

Boëtius, der neue Dribbelkünstler

Auf links agierte Jean-Paul Boëtius, der neue Holländer, der als grosses Versprechen in Basel empfangen worden war. Der Rechtsfuss dribbelte, auch unnötig oft und unnötig wild, und spielte sich zuweilen durch, doch richtige Gefahr ging schliesslich nicht aus von dem Mann, der nun zur holländischen U21-Nationalmannschaft reist.

Ein anderer Nationalspieler entschied die Partie. Alain Nef hatte Marc Janko im Strafraum zurückgehalten, der Österreicher erzielte nach kurzer Diskussion mit Luca Zuffi von der Strafdistanz das 3:1 – mit einem schwierig zu parierenden Schuss in die rechte untere Torecke.

Der FCB gewann zum vierten Mal in Folge ein Meisterschaftsspiel mit 3:1. Mit diesem Resultat und fünf Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten Grasshopper Club geht der Meister in die kommenden zwei Wochen, in denen etwas Ruhe einkehren wird.

Pause mit zehn Feldspielern und einem Torwart

Mit zehn Feldspielern und einem Torwart kann Fischer dann noch arbeiten. Alle anderen Kadermitglieder reisen zu ihren Nationalmannschaften, sei das mit den Junioren oder den Fanionauswahlen.

Unschön, sagt Fischer, wäre es gewesen, mit einem weiteren Rückschlag in die Pause zu gehen, die am 12. September mit dem Heimspiel gegen den FC St. Gallen endet. Mit diesem Sieg aber ist vielleicht auch Fischer irgendwann soweit, dass ihm nicht immer wieder Fragen zur verpassten Champions League gestellt werden.

Und möglicherweise wird er in den kommenden Monaten gar das eine oder andere Spiel in der Königsklasse schauen können, ohne dass er an Basels Scheitern erinnert wird.

 
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Vor dem Spiel:

Was virtuell so alles möglich ist: Basel führt die Tabelle an, der FC Zürich ist das Schlusslicht der Super League. Den Qualitätsunterschied zwischen den beiden Mannschaft geben diese Platzierungen nicht wieder, dass ein Unterschied besteht, ist aktuell aber unbestritten. Virtuell, auf der Konsole, kann das Spiel auch mal ganz anders ausgehen. » Wie ich einmal die Dominanz des FC Basel gebrochen habe

Was mit dem Spiel gegen Zürich endet: Ende August ist ein Zeitpunkt, der im Kalender des FC Basel seit längerem doppelt unterstrichen ist. Er markiert das Ende einer Zeit, in der die Basler alle drei Tage ein Spiel absolvierten. Nun folgt die Nationalmannschaftspause, die vor allem auch Trainer Urs Fischer gerade recht kommt. » Basel beendet gegen Zürich fünf Englische Wochen – danach kehrt Ruhe ein

Was in der Europa League auf den FCB zukommt: Die Enttäuschung sitzt nach wie vor tief. Die Champions League hat der FCB verpasst, nun muss er in der Europa League gegen weniger attraktive Gegner antreten. Einzig das Los Fiorentina ist ein wirklich spannendes. Dort steht bekanntlich Fischers Vorgänger Paulo Sousa an der Seitenlinie. » Paulo Sousa kehrt in den St.-Jakob-Park zurück

Und wer sich die drei misslungenen Tage in Israel nochmals zu Gemüte führen möchte, dem seien diese 30 Sekunden empfohlen:

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