Ohne Rücksicht auf die Landesauswahl

Am Samstag (20 Uhr) spielt der FC Basel gegen die Grasshoppers, die mit ihrem neuen Trainer Carlos Bernegger den Abstieg verhindern wollen. Ganz anders sieht die Erfolgslage beim Meister aus: Er steuert nach zwei Dritteln der Saison auf einen Rekord zu.

Tomas Vaclik ist gegen die Grasshoppers in dieser Saison einzig von Runar Sigurjonsson bezwungen worden. Mit insgesamt 5:1 Toren hat der FC Basel bisher sechs Punkte aus zwei Spielen gegen die Zürcher gewonnen.

(Bild: Keystone/TagesWoche)

Am Samstag (20 Uhr) spielt der FC Basel gegen die Grasshoppers, die mit ihrem neuen Trainer Carlos Bernegger den Abstieg verhindern wollen. Ganz anders sieht die Erfolgslage beim Meister aus: Er steuert nach zwei Dritteln der Saison auf einen Rekord zu.

Die Lage beim FC Basel: ein letztes Spiel vor der grossen Abreise

«Die Nationalmannschaftspause interessiert mich eigentlich nicht», sagt Urs Fischer und schiebt nach, wie er das meint: Er schenkt der Nationalmannschaft durchaus seine Aufmerksamkeit, aber auf Spielerwahl für die Partie gegen die Grasshoppers hat sie keinen Einfluss.

Er will, das gibt der Trainer seit Wochen gebetsmühlenartig zu verstehen, keine Experimente machen, solange der achte Titel nicht in trockenen Tüchern ist. Will heissen: Bis zu diesem Zeitpunkt spielt die bestmögliche Mannschaft – ohne Rücksicht auf die Belastungen in den Nationalmannschaften.

Am Samstag ist der Grasshopper Club im St.-Jakob-Park (20 Uhr) letzter Gegner vor der Länderspielpause. Von den Schweizern hat einzig Michael Lang von Vladimir Petkovic eine Einladung erhalten. Die anderen Basler Nationalspieler reisen mit Ausnahme von Eder Balanta (Kolumbien), Omar Gaber (Ägypten) und Blas Riveros (Paraguay) zu ihren Auswahlen.

Auf den Spuren des Rekords von 2003/04

Der FC Basel blickt auf zwei Saisondrittel zurück, die in der Liga noch nie erfolgreicher waren seit der Einführung der Super League. 63 Punkte hat der Meister gewonnen, nicht einmal in der Saison 2003/04, an deren Ende die Rekordzahl von 85 Punkten stand, war der FCB erfolgreicher.

Die personelle Situation beim FCB im Überblick

Verletzte:

  • Kevin Bua (Aussenbandriss)
  • Germano Vailati (im Aufbau)

Gesperrte: keiner

  • Renato Steffen und Adama Traoré sind im Falle einer gelben Karte für das Auswärtsspiel gegen St. Gallen (1. April, 20 Uhr) gesperrt.

Der Gegner reist mit neuem Trainer und besten Statistiken nach Basel

Es wirkt etwas verkrampft, wie Charles Pickel im Präsentationsvideo bei seinem neuen Verein «Hopp GC!» in die Kamera ruft. Viel lockerer jedenfalls verrät der defensive Mittelfeldspieler, erst kürzlich vom FC Basel zu den Zürchern gewechselt, seine Ziele mit den Grasshoppers: «irgendwann mal wieder einen Titel gewinnen.»

Die aktuelle Tabellenlage lässt solche Gedanken momentan nicht zu. Der Rekordmeister belegt den achten Tabellenrang, mit drei Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Die Situation schien den Verantwortlichen prekär genug: Sie entliessen Pierluigi Tami und installierten Carlos Bernegger als neuen Cheftrainer mit einem Vertrag bis zum Saisonende.

Anfang Woche wurde Bernegger als neuer Mann an der Seitenlinie vorgestellt. Der Argentinier selbst sprach dabei davon, dass die Grasshoppers «pragmatisch», mit «viel Realismus», «ohne Träume und Visionen» die Aufgabe angehen müssten. Am Dienstag leitete der 48-Jährige, zum wiederholten Male Interimscoach bei GC, die erste Einheit auf dem Campus in Niederhasli: 

«Man muss realistisch sein, wie gefährlich die Situation ist», sagte Bernegger im Anschluss an die Einheit. Zwölf Spiele bleiben dem Argentinier, um den Abstieg zu verhindern. Auf den ersten Blick scheint die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich die Situation von GC am Samstag verbessert: Ein Team in Formbaisse trifft auf den Meister, der in der laufenden Saison erst einmal verloren hat – und dessen letzte Heimniederlage fast ein Jahr zurückliegt.

Damals, in der letzten Runde der Saison 2015/16, als der FCB längst als Meister feststand, war es jedoch GC, das gegen die Basler gewann. Und ohnehin verspricht die Statistik den Grasshoppers einiges: Sie sind das einzige Team, das gegen den FCB unter Urs Fischer im St.-Jakob-Park gewann. In drei Spielen holten sie sechs Punkte. 



Carlos Bernegger, der neue Coach des Grasshopper Club Z�rich gestikuliert bei seinem ersten Training im GC Campus in Niederhasli am Dienstag, 14. Maerz 2017. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

So viele Punkte gibt es am Samstag zu gewinnen. Die Statistik spricht dafür, dass Carlos Berneggers GC diese drei Zähler mitnehmen könnte – die Formkurve der beiden Teams sagt etwas anderes. (Bild: Keystone/SIGGI BUCHER)

Charles Pickel wird im Übrigen nicht in den Genuss kommen, an alter Wirkungsstätte gegen seine ehemaligen Teamkollegen anzutreten. Bei seinem zweiten Einsatz für GC musste der 19-Jährige nach 17 Minuten mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden:

Vorverkauf

Bis am Freitag hat der FC Basel 24’700 Tickets für das Spiel gegen GC abgesetzt.

 

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Konversation

  1. Zwei Anmerkungen: Vermutlich sind 24’700 Tickets bis jetzt verkauft worden (nicht 14’700). Und dass Pickel’s Ziel bei GC ein Titel sein soll, ist einfach nur dumm. Er soll sich zuerst einmal in der Super League durchsetzen, dann kann er von mir aus von Titeln reden.

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