Schweizer Cup: Und ewig lockt das grosse Los

Während Titelverteidiger FC Basel zum Auftakt im Schweizer Cup in Wettswil am Albis gastiert, steigen die regionalen Knüller in Möhlin, wo Super-Ligist Lausanne erwartet wird, und im Leichtathletikstadion, wo es zu einem Basler Derby kommt.

Die erste Runde im Schweizer Cup – immer auch eine Gelegenheit für David gegen Goliath oder die Hoffnung auf das nächste, attraktive Los. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

Wie es geht, gegen einen Favoriten im Cup zu triumphieren, haben die Congeli-Spieler erst Mitte Juni im Final um den Basler Cup gezeigt. Da machten sie erst einen Rückstand gegen den FC Reinach wett, und dann behielten sie im Penaltyschiessen gegen den überlegenen Meister ihrer Staffel in der 2. Liga die Oberhand. Der Lohn: ein Platz in der ersten Hauptrunde im Schweizer Cup.

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Es ist zwar nicht das ganz grosse Los geworden, aber immerhin kommt es nun am Samstag (18 Uhr, Leichtathletikstadion, freier Eintritt) seit langer Zeit wieder einmal zum Basler Derby zwischen dem FC Concordia und den Old Boys in einem Wettbewerbsspiel. Was die beiden Traditionsclubs seit jeher verbindet ist die starke Verankerung im Juniorenfussball in dieser Stadt. Die Nachwuchsbewegung von OB gehört sogar zu den grössten in der gesamten Schweiz, und bei Congeli wurden nicht nur die Yakin-Brüder gross.

Der entscheidende Penalty für den FC Concordia im Basler Cup 2017:

Der BSC OB steigt «als klarer Favorit» in diesen Cupmatch, wie Congeli-Präsidiumsmitglied Thomas Steinemann findet, «schliesslich spielen sie drei Ligen höher.» Auf der einen Seite die unter fast semiprofessionellen Bedingungen trainierenden Old Boys, die mit zwei Niederlagen in die 1. Liga Promotion gestartet sind. Dort Congeli, das sich mit einem bemerkenswerten Frühjahr und 13 Spielen ohne Niederlage (acht Siege) Platz 6 in der 2. Liga gesichert haben.

Und eben den Cupsieg auf regionaler Ebene. «Wir werden mit einem klaren Konzept in dieses Spiel gehen», verspricht Congeli-Trainer Anil Kumar, dessen Team noch kein Pflichtspiel in den Beinen hat. Die 2. Liga beginnt erst an diesem Wochenende, und das Startspiel beim FC Rheinfelden wurde auf den kommenden Mittwoch verlegt.

Der Rakitic-Club fordert Lausanne heraus

Das gleiche gilt ein paar Kilometer nordostwärts für den NK Pajde. Für den 1989 aus der jugoslawischen Community heraus gegründeten Verein beginnt die Saison in der 2. Liga interregional am Mittwoch gegen Wettingen, der Saison-Höhepunkt findet aber womöglich schon an diesem Samstag um 19.30 Uhr statt. Dann kommt Lausanne-Sport ins Sportzentrum Steinli in Möhlin.

Underdog gegen Super-Ligist: Der NK Pajde empfängt in Möhlin den FC Lausanne-Sport.

Die ganz grosse Zugkraft übt der Super-Ligist nicht aus, die Möhlemer rechnen vorsichtig mit rund 600 Zuschauern, aber die Aufmerksamkeit hat der Club im Vorfeld schon einmal auf sich gezogen. Nicht zuletzt deshalb, weil ein prominenter Name mit Pajde in Verbindung steht: Ivan Rakitic.

«Hauptsache ein grosses Fest» – das SRF berichtet aus Möhlin

Von Möhlin in die grosse Welt ausgezogen, hat es Rakitic spätestens beim FC Barcelona und mit dem Gewinn der Champions League zu globalem Ruhm gebracht. Daheim präsidiert Vater Luca den NK Pajde und trainiert der ältere Sohn Dejan die Mannschaft. Ivan, so heisst es, gibt, wenn es nötig ist, den grosszügigen Mäzen des Vereins.

Der Mannschaft seines Bruders wird er am Samstag allerdings nicht weiterhelfen können. Lausanne kommt zwar mit einem Punkt aus den ersten vier Runden der Super League nicht gerade mit breitester Brust nach   Möhlin, aber alles andere als ein diskussionsloser Sieg für die Mannschaft von Fabio Celestini, den «Trainer des Jahres», wäre schon eine Überraschung.

«Wir wollen uns gut verkaufen», sagt Dejan Rakitic, dass der NK Pajde jedoch am Sonntagabend, wenn in der SRF-Sendung «Schweizer Cup – Goool» (18 Uhr) die zweite Runde ausgelost wird, noch im Topf sein wird, ist eher unrealistisch. Wohingegen Congeli oder OB dem ewigen Traum des grossen Loses weiter nachhängen dürfen.

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