Sousa und Sampdoria – muss sich der FCB einen neuen Trainer suchen?

In Italien verdichten sich Meldungen, wonach Paulo Sousa neuer Trainer bei Sampdoria Genua werden soll. Beim FC Basel haben weder Trainer noch der Serie-A-Club bisher offiziell angeklopft. Die TagesWoche weiss von einer Rom-Reise Sousas, just am Tag einer Strategiesitzung der Sampdoria-Spitze in der Hauptstadt.

FC Basel's coach Paulo Sousa sits on the bench prior to the Champions League Group B soccer match against Ludogorets, at St. Jakob Park stadium in Basel November 4, 2014. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: SPORT SOCCER)

(Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

In Italien verdichten sich Meldungen, wonach Paulo Sousa neuer Trainer bei Sampdoria Genua werden soll. Beim FC Basel haben weder Trainer noch der Serie-A-Club bisher offiziell angeklopft. Die TagesWoche weiss von einer Rom-Reise Sousas, just am Tag einer Strategiesitzung der Sampdoria-Spitze in der Hauptstadt.

Sampdoria Genua buhlt weiter um Paulo Sousa. Laut italienischen Medienberichten wird der Trainer des FC Basel von der Vereinsführung als idealer Nachfolger von Sinisa Mihajlovic erachtet, der die Norditaliener seit Herbst 2013 trainiert. Die Gerüchte um Sousa und Sampdoria erhalten seit zwei Wochen, als das Interesse erstmals durchdrang, fast täglich neue Nahrung.

An diesem Montag meldet «Tuttosport», Samp-Präsident Massimo Ferrero sei «abflugbereit», um mit seinem Trainer-Wunschkandidaten über Details einer Zusammenarbeit zu reden.

Aus verlässlicher Quelle weiss die TagesWoche, dass Paulo Sousa am Montag voriger Woche nach Rom gereist ist. Das muss nichts heissen, könnte aber darauf hindeuten, dass sich der Portugiese nach wie vor für das Land interessiert, wo er sich als Champions-League-Gewinner mit Juventus Turin (1995) und später bei Inter Mailand (1998/99) einen Namen gemacht hat.

Der Zufall von Rom

Am Tag darauf, am Dienstag, 21. April, berichtete die «Gazzetta dello Sport» unter dem Titel «Steigende Nachfrage nach Paulo Sousa» von einem strategischen Treffen der Sampdoria-Spitze. Präsident Massimo Ferrero, ein exzentrischer Filmproduzent, habe dafür seine engsten Berater um sich geschart und die Pläne für sein Fussball-Projekt verfeinert. Dieses Treffen fand nach den Informationen der Zeitung an jenem Montag in Rom statt, als Paulo Sousas Swiss-Flug LX 1736 um Viertel nach zwei in Rom-Fiumicino aufsetzte.

Das kann alles Zufall sein, aber an jener Zusammenkunft scheinen die Verantwortlichen bei der Trainerfrage den Kreis eingeengt zu haben.



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Der Mann, der sich für Paulo Sousa interessiert: Samp-Präsident Massimo Ferrero (links), hier neben seinem aktuellen Trainer Sinisa Mihajlovic. (Bild: Imago)

Als ein Kandidat wird Marcelo Bielsa genannt. An den Argentinier heranzukommen wird jedoch als «kompliziert» beschrieben. «El loco» (der Verrückte) trainiert derzeit Olympique Marseille. In der blumigen Sprache des italienischen Sportjournalismus nennt die «Gazzetta» die Strasse von Genua zu Paulo Sousa hingegen: befahrbar.

Sousa: «Wir wissen nicht, was in der Zukunft passiert»

Beim FC Basel ist man derzeit auch nur auf dem Stand der Medien-Berichterstattung. «Offiziell haben wir nichts gehört, weder von unserem Trainer noch von Sampdoria», sagt Sportdirektor Georg Heitz.

Am Freitag der vorvergangenen Woche, als sein Name erstmals mit Sampdoria in Verbindung gebracht wurde, hatte Sousa öffentlich Stellung genommen. «Ich fokussiere mich auf den FC Basel und auf die wichtigen Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen», sagte er, sprach davon, auch für die nächsten zwei Jahre Trainer des FCB zu sein (sein Drei-Jahres-Vertrag läuft bis 2017), er sagte aber auch: «Wir wissen nicht, was in der Zukunft passiert, niemand kann nichts versprechen. Was ich versprechen kann, ist, dass ich hart für meinen Club arbeiten werde, damit wir alle unsere Ziele erreichen.»

Ein Bekenntnis zum FCB ohne Wenn und Aber war das nicht. Damals, an einem Freitag, legte Sousa noch Wert darauf, dass er mit niemandem von Sampdoria gesprochen habe. Der Trip nach Rom erfolgte drei Tage später.

Der Samp-Emissär im St.-Jakob-Park

Wie die «Gazzetta dello Sport» schildert, sass am 12. April Riccardo Pecini, ein Sampdoria-Scout, auf der Tribüne des St.-Jakob-Parks. Der Emissär konnte nach Rückkunft an die ligurische Küste von einem eindrücklichen 5:1-Heimsieg des FCB gegen den FC Zürich erzählen. Offenbar passt Sousa mit seinem Fussballstil in das Wunschschema von Sampdoria.

Unter Ferreros Präsidentschaft seit 2013 und unter dem Serben Sinisa Mihajlovic haben sich die Blucerchiato ins Gedächtnis zurückgespielt, belegen aktuell den fünften Platz, und zumindest die Qualifikationstour zur Europa League kann in dieser Saison erreicht werden. Aufsehen erregte Sampdoria, das in den letzten zwei Jahrzehnten zweimal in die Serie B abgestiegen war und erst 2012 in die Serie A zurückkehrte, im Winter durch die Verpflichtung des kamerunischen Stars Samuel Eto’o.

Der 63-jährige, gebürtige Römer Ferrero, wegen seines losen Mundwerks auch «Er Viperetta» (die kleine Giftschlange) genannt, hat grosse Pläne in Genua. Bei Amtsantritt 2013 versprach er «grossartige Siege und Erfolge» und im Herbst, nach der besten Hinrunde der Vereinsgeschichte, sprach er bereits vom Scudetto, dem Titelgewinn.



Landung in Basel Irport mit B Heusler links , Sousa Mitte und Georg heitz rechts der fc basel verliert in madrid bernaBEU MIT 1:5 cHAMPIONS lEAGUE fUSSBALL 16. 9. 14 copyright Meinrad Sch�n Sportfoto M�hlenstrasse 5a D-79589 Binzen TELEFON 0049-7621-1676087 mobil 00491714155918 FAX: 0049180506034681232 Konto: 6344402 VB Dreil�ndereck L�rrach 68390000 FA L�rrach 19 % UmSst: Steuernr: 11481/02641 IBAN: DE90683900000006344402 (Papierform: DE90 6839 0000 0006 3444 02) BIC: VOLODE66XXX (VB Dreil�ndereck L�rrach) Bank: Volksbank Dreil�ndereck meinradschoen@aol.com fotoms@aol.com sw-sport@de

FCB-Präsident Bernhard Heusler (links) mit Trainer Paulo Sousa und Sportdirektor Georg Heitz im September 2014 auf der Heimreise nach der Champions League bei Real Madrid. (Bild: Meinrad Schön)

Und in Basel hat Sousa mit den Achtelfinals in der Champions League bereits die Grenze des Vorstellbaren geschafft, die Meisterschaft ist zum Greifen nahe, und im Cupfinal am 7. Juni kann Paulo Sousa mit dem FC Basel schon im ersten Jahr alles gewinnen, was es in der Schweiz zu gewinnen gibt.

Sousas unstete Vita und Basels Trainergalerie

Dass der 44-Jährige nach einem Jahr in Basel bereits weiterziehen könnte, würde angesichts der Vita als Spieler und Coach nicht verwundern. Der FCB ist seit 2008 bereits seine sechste Trainerstation.

Erliegt Sousa tatsächlich den Avancen der Italiener, müsste der FCB sich abermals auf die Suche nach einem Chefcoach machen. Anschliessend an die Christian-Gross-Ära wäre es nach Thorsten Fink, Heiko Vogel, Murat Yakin und Paulo Sousa bereits der fünfte neue Trainer in sechs Jahren.

Konversation

  1. Herzlich Willkommen!

    Na, dann heissen Urs Fischer als neuen Trainer des FC Basel der Saison 2015/16 schon einmal herzlich willkommen!!!
    Sprich was dagegen…. Aus meiner Sicht überhaupt nichts! Lieber den falschen Dialekt als gar kein Deutsch!

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    1. Lieber Pauli,

      Natürlich, da spricht einiges dagegen: Fussball ist schon lange kein lokal(sprachliches) Geschäft mehr, ich bitte sehr um Kenntnisnahme.
      Herr Sousa hat beim FCB einiges auf den Kopf gestellt. Die Teamzusammensetzung sowie das Spielsystem sind auf langfristigen Erfolg ausgerichtet, der FCB hat gute Chancen auf dem eingeleiteten Pfad (sowie dem nötigen Glück) in den nächsten Jahren international noch einen draufzupacken. Ich mag naiv sein, kann mir jedoch kaum vorstellen dass der Trainer eine solche Transition einleitet um dann nach Jahr #1 die Koffer zu packen. Es sei denn, Mr. Sousa ist sein eigener Ruf gleichgültig.

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    2. Lieber Pauli
      Ich finde Herr Fischer ist kompetent, sympatisch und leistet gute Arbeit. Er holt momentan aus dem FC Thun das Beste raus. Kurz er ist ein guter Trainer, der es auch weiter bringen kann. Der Dialekt spielt keine Rolle (Gross und Yakin sprechen auch Baseldytsch).

      Trotzdem: Fischer beim FCB ist ein NoGo! Als Ur-FCZler geht das einfach nicht! Oder könnten sie sich Streller oder Cecca in Zürich vorstellen?

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  2. He Leute! Seid nicht naiv! So ist das Fussballgeschäft, Spieler und Trainer wechseln nach dem wirtschaftlichen Gesetz, der höhere Bieter gewinnt. Es ist doch schön, dass wir nicht vom Trainer abhängig sind? Es werden sich Trainer anbieten, dass der Vorstand es kaum bewältigen kann. Lasse es laufen!

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  3. Stimmt: Ausser er lehrt in Genua Fussball, was er hier nur bedingt gemacht hat, aber mit saugen hat das natürlich nix zu tun! Ich bin und war und werd nie ein Paulo Fan! Sorry!

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  4. Nachdem sich alle ungeheure Mühe gegeben haben, den liebe Paulo hier anzupflanzen, reisst er sich einfach aus, und geht mit Dünger und Erde nach Genua, Gopferdorio, und pflanzt sich dort gleich wieder ein. Nein, nein, so hab ich mir eine echte portugiesische Föhre nicht vorgestellt. In Portugal, wenn der Wind vom Atlantik her bläst, und es stürmt und tobt, halten die Föhren noch was aus, aber diese Paulo-Föhre scheint eine der sensibleren zu sein… Fussball ist ein Knochen hartes Geschäft. Schaut mal ins Gesicht vom Hitzfeld, dann seht ihr die Knochen eines echten Trainers. Dieser Paulo sieht lieb und sympathisch aus, aber er ist kein knochenharter, sondern ein gewiefter schlitzohriger Schönling, der jetzt als nächstes in Genua den Boden lehr saugt. Der smarte Präsi wurde wohl ausgesmartet. Tut ihm gut, er wird nächstes Mal etwas besser aufpassen.
    Ups. der Paulo ist ja gar noch nicht weg. Jetzt hab ich Gopfrdoria voreilig eine Wurzel ausgerissen…

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    1. ….von wegen oben „lehr saugt“, hat das bereits mit dem Leerplan 21 zu tun, der heisst:
      leer-leerer-am Lehrersten (die Lehrerinnersten gendermässig ja nicht vergessen) 🙂

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  5. Da ich nicht weiss, ob ich zu den „ausgewählten Leserbeiträgen“ gehören werde, verzichte ich lieber à priori darauf.

    Welche Arroganz!

    Wird wohl genau deswegen nicht veröffentlicht, obwohl ich das Kästchen „nur an die Redaktion“ nicht gewählt habe

    Bitteschön!

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