Sousas Herausforderungen vor dem Achtelfinal gegen Porto

Vor dem Champions-League-Achtelfinal steht Paulo Sousa vor der Aufgabe, seinen Spielern genügend Regenerationszeit zu verschaffen. Denn beim 1:1 gegen den FC Sion hat der FCB mehr Energie verbraucht, als dem FCB-Trainer lieb war.

Paulo Sousa, Portuguese head coach of Switzerland's FC Basel, speaks during a press conference in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Tuesday, February 17, 2015. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against Portugal's FC Porto in an UEFA Champions League round of sixteen first leg soccer match on Wednesday, February 18, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Vor dem Champions-League-Achtelfinal steht Paulo Sousa vor der Aufgabe, seinen Spielern genügend Regenerationszeit zu verschaffen. Denn beim 1:1 gegen den FC Sion hat der FCB mehr Energie verbraucht, als dem FCB-Trainer lieb war.

Es gibt mindestens zwei Gründe, warum Paulo Sousa an diesem Dienstagabend bestens gelaunt vor den zahlreich erschienenen Medienleuten sitzt. Einerseits erheitert ihn der Dolmetscher, der sein Englisch in die Muttersprache seiner portugiesischen Landsleute übersetzt. Sousa schmunzelt, greift mehrmals vergnügt ein, als er sich falsch verstanden fühlt und bescheinigt dem Übersetzer einen Enthusiasmus, der dem eigenen in nichts nachstehe.

Und andererseits durchlebt der Trainer des FC Basel einen Moment, dem ein Eintrag in das Geschichtsbuch des Vereins folgen könnte. Vor dem Champions-League-Achtelfinal am Mittwoch (20.45 Uhr, St.-Jakob-Park) darf sich Sousa berechtigte Hoffnungen machen, mit dem FCB den Viertelfinal zu erreichen. Das beschwingt Geist und Gemüt.

Die Hoffnung ist deswegen berechtigt, weil der Gegner FC Porto heisst – und nicht wie das letzte Mal FC Bayern München, an dem die Basler 2011 im Achtelfinal gescheitert waren. Porto gehört vier Jahre später zu den Grossen des Clubfussballs, aber eben nicht zu den ganz Grossen. Ein Coup scheint möglich.

Anknüpfen an den «fantastischen Fussball» von der Anfield Road

Gegen die Besten wolle er spielen, betont Sousa seit seiner Ankunft in Basel immer wieder. Beim 1:1 im letzten Gruppenspiel gegen Liverpool, als sein Team «in den ersten 45 Minuten fantastischen Fussball gespielt hat», habe der FCB gezeigt, dass er gegen grosse Mannschaft bestehen könne.



Paulo Sousa, Portuguese head coach of Switzerland's FC Basel, left and Matias Emilio Delgado, right, during a training session in the St. Jakob-Park training area in Basel, Switzerland, on Tuesday, February 17, 2015. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against Portugal's FC Porto in an UEFA Champions League round of sixteen first leg soccer match on Wednesday, February 18, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Auch im Abschlusstraining gute Laune, wohin man schaut: Paulo Sousa teilt seinen fröhlichen Zustand mit Matias Delgado. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

«Ich weiss, dass wir Porto vor grosse Probleme stellen können», betont Sousa. Der 44-Jährige warnt aber auch vor dem Champions-League-Sieger von 2004, der über «herausragende Qualitäten verfügt».

Ungeschlagen hat der 27-fache portugiesische Meister die Gruppe H auf dem ersten Platz beendet, dabei 4 Tore kassiert – und 16 geschossen. Da wird einiges an Offensivkraft zukommen auf die Basler Abwehr, die Sousa wegen Fabian Schärs Gelbsperre umstellen muss.

In den letzten zwei Tagen haben die Spieler vor allem regeneriert

Beim 1:1 gegen den FC Sion am Samstag sass Walter Samuel, der wahrscheinliche Ersatz für Schär, auf der Bank. Dafür durfte Marek Suchy auf Halbrechts die Position einüben, die er bei einem Einsatz Samuels gegen Porto wohl spielen würde.

Allerdings hat sich Sousa die Hauptprobe anders vorgestellt, denn nach der Roten Karte gegen Vaclik «mussten wir den ganzen Plan ändern». Das hat einerseits den Testlauf für die Defensive gestört und führte andererseits dazu, dass Sousa nun während zwei Tagen vor allem «Spieler regenerieren» lassen musste. Einer davon ist Shkelzen Gashi.

FC Basel's Walter Adrian Samuel during a training session in the St. Jakob-Park training area in Basel, Switzerland, on Tuesday, February 17, 2015. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against Portugal's FC Porto in an UEFA Champions League round of sixteen first leg soccer match on Wednesday, February 18, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Walter Samuel wird wohl für den gesperrten Fabian Schär zum Einsatz kommen. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Sion hat dem FCB zur Hauptprobe also offenbar mehr abgefordert, als dem Meister lieb war. Anders sind Sousas Worte fast nicht zu interpretieren: «Am Samstag haben wir Energie gebraucht, von der wir dachten, dass wir sie vielleicht nicht brauchen.»

Zusätzlich erachtet Sousa es als wichtig, dass der FC Porto aufgrund der Ansetzung seiner letzten Ligapartie einen Tag mehr zur Erholung hat. Die Portugiesen haben das Spiel gegen Vitoria Guimaraes hinsichtlich der Champions League auf Freitag vorverlegt.

Allerdings bewegt sich Sousas Klagen auf relativ hohem Niveau. Denn immerhin stehen ihm abgesehen von Schär und dem langzeitverletzten Ivan Ivanov alle Kadermitglieder zur Verfügung. Auch Adama Traoré, der nach seinem Muskelfaserriss wieder voll mittrainiert habe. Er ist gegen Porto kaum eine Option, auch wenn Sousa sagt, dass ein Einsatz des Ivorers möglich sei.

Sousa lässt sich, getreu seiner Art, nicht in die Karten blicken. Und es wäre eine Überraschung gewesen, wenn er sich zu einzelnen Spielern oder gar zu deren Einsatz deutlicher geäussert hätte. Sogar Marek Suchy, von dessen Einsatz man ausgehen kann, sagt auf die Frage, ob denn Samuel neben ihm aufgestellt werde: «Ich weiss ja selbst nicht, ob ich spiele.»

liveticker

fixtures

table

calendar

Nächster Artikel