Starwings schaffen die Wende

Die Überraschung ist perfekt: Mit dem 93:83-Sieg gegen Tabellenführer Fribourg Olympic nehmen die Starwings-Basketballer um Interimscoach Pascal Donati Kurs auf die Playoffs. Der neue Trainer der Mannschaft wird nächste Woche vorgestellt.

Justin Dobbins, Starwings (Bild: Robert Varadi)

Die Überraschung ist perfekt: Mit dem 93:83-Sieg gegen Tabellenführer Fribourg Olympic nehmen die Starwings-Basketballer um Interimscoach Pascal Donati Kurs auf die Playoffs. Der neue Trainer der Mannschaft wird nächste Woche vorgestellt.

Pascal Donati will das Wort Sensation nicht in den Mund nehmen. Doch von aussen betrachtet scheint es nichts weniger als das. Niemand konnte nach der turbulenten Woche erwarten, dass die Starwings gerade gegen Fribourg Olympic, 15-facher Schweizermeister und aktueller Tabellenführer, einen Sieg verbuchen können.

Spricht man mit den Direktbeteiligten, so kam der Sieg etwas weniger unerwartet. Die Mannschaft konnte vor allem defensiv «konsolidiert» werden, meint Marko Simic, der letzten Mittwoch zur Mannschaft gestossen ist und heute neben Donati so etwas wie den Assistenztrainer gab. Donati selbst meinte, dass die Spieler nun endlich einmal ihr Potenzial ausschöpfen konnten. Die vergangene Woche sei für die Mannschaft enorm positiv gewesen und deshalb überrasche ihn das Resultat auch nicht.

Harziger Beginn für die Starwings

Trotz all dieser Aussagen darf der Ausgang der heutigen Partie als Überraschung bezeichnet werden. Zumal die Birstaler gegen die Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte diese Saison noch nie zu Punkten gekommen sind. Zumindest zu Beginn der Partie deutete auch nichts darauf hin, dass sich gegen Fribourg daran etwas ändern würde.

Die Zuschauer mussten sich stehend gedulden, bis die Birstaler zu ihren ersten Punkten kamen. So will es der Brauch an den Heimspielen der Starwings, und nachdem sich die Zuschauer endlich setzen konnten, mussten sie mit ansehen, wie der Gegner seinen Vorsprung stetig ausbaute. Allerdings vermochten die Birstaler, bis zur ersten Viertelpause den Anschluss wieder herzustellen. 18:21 stand es nach den ersten zehn Minuten.

Ihre erste Führung erspielten sich die Birstaler durch zwei sehenswerte Körbe von Burrows und Dobbins zu Beginn des zweiten Viertels.  Keine der Mannschaften konnte sich danach entscheidend absetzen, erst kurz vor Ende des zweiten Viertels hatten die Starwings eine starke Phase und zogen mit acht Punkten davon.

Unberechtigte Erinnerungen an letzte Woche

Pausenstand 43:39. Erinnerungen wurden wach. Letzte Woche führten die Starwings gegen das favorisierte Lugano zur Pause ebenfalls. Das Spiel ging schliesslich aber klar verloren und eine kurze Zeit war zu befürchten, dass gegen Fribourg gleiches wieder passiert. Oftmals nahmen die Starwings ihre Würfe überhastet und der Gegner kam im Gegenzug zu einfachen Punkten. So brachte sich das Heimteam selbst um den Vorsprung und musste am Ende des dritten Viertels den Ausgleich zum 58:58 hinnehmen.

Das letzte Viertel musste die Partie also entscheiden. Und in dieses starteten die Starwings fulminant. Gingen die ersten drei Punkte noch an Fribourg, so kamen die Birstaler danach zu neun Punkten am Stück. Der Vorsprung vergrösserte sich durch eine kompakte Leistung insbesondere der Teamstützen rund um Jaraun Burrows, dem besten Spieler auf dem Feld, kontinuierlich. Er pendelte sich bei rund zehn Punkten ein und blieb so bis zum Ende des Spiels.

Platz 6 als neues Saisonziel

Und so standen die Zuschauer am Schluss wieder wie zu Beginn des Spiels. Jedoch nun aus Freude – und nicht aufgrund ritueller Verpflichtungen. Die Fans hoffen in den nächsten Spielen auf ebenso starke Leistungen ihres Teams. Diese Matches werden entscheidend sein, denn nach der nächsten Partie gegen Monthey geht es gegen die direkten Konkurrenten aus der eigenen Tabellenregion.

Die Leistung gegen Fribourg sowie die positiven Resultate der letzten Begegnungen mit den kommenden Gegnern sprechen für die Starwings. Weniger gut waren bislang die Resultate gegen die Top-Teams gewesen. Gegen diese spielen die Starwings zum Abschluss der Qualifikationsphase.

Eine dieser Begegnungen wird indes nicht stattfinden. Aufgrund finanzieller Probleme ziehen die Tessiner von Vacallo ihre Mannschaft per sofort zurück. Die Kunde aus dem Tessin kommt den Starwings entgegen. Sie gewinnen dadurch einen Platz in der Tabelle. Dank dem Sieg über Fribourg überholen sie zudem den Rivalen aus Boncourt und stehen nunmehr auf dem sechsten Tabellenrang. Pascal Donati benennt diesen Platz nach dem Spiel umgehend als neues Saisonziel.

Der junge Mann mit der Taktiktafel

Ein weiteres Ziel haben die Starwings bereits erreicht. Marko Simic wird gemäss seinen eigenen Angaben nächste Woche als oberster Übungsleiter vorgestellt. Simic, der gerade mal 25-jährig ist, hat in Deutschland bereits erstaunliche Erfolge als Trainer feiern können.

Schon gegen Fribourg war Simic der aktivste Mann an der Taktiktafel. Immer wieder war er es, der an der Seitenlinie Anweisungen gab. Immer wieder war er es, der während Spielunterbrechungen inmitten seiner Spieler die Lösungswege aufzeigte. Und immer wieder war er es, der in den Viertelpausen die Spieler zu sich nahm.

Noch war Simic offiziell nicht Headcoach. Aber eben auch weit mehr als ein Assistent. Es war deswegen wohl kein Druckfehler, dass die Zeile mit dem Namen des Assistenztrainers auf dem Matchblatt leer war. Den Assistenten hätte ihm eh keiner abgenommen.

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