Still ruht der See: Der FCB vor dem Trainingsauftakt

Einen so ereignislosen Jahreswechsel auf Transferebene hat der FC Basel schon lange nicht mehr erlebt. Wenn am Mittwoch das Training wieder aufgenommen wird, stehen jedoch ein paar Gespräche mit Spielern an, deren Verträge auslaufen. Und die Fans harren vor allem der Entscheidung von Captain Matias Delgado.

Manuel Akanji beim Trainingsauftakt des FC Basel in Basel am Montag, 5. Januar 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

(Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Einen so ereignislosen Jahreswechsel auf Transferebene hat der FC Basel schon lange nicht mehr erlebt. Wenn am Mittwoch das Training wieder aufgenommen wird, stehen jedoch ein paar Gespräche mit Spielern an, deren Verträge auslaufen. Und die Fans harren vor allem der Entscheidung von Captain Matias Delgado.

23 Tage Ferien sind vorüber, wenn die Spieler und Trainer des FC Basel am Mittwochvormittag wieder die Arbeit aufnehmen. 31 Trainingstage inklusive eines Aufenthalts in Spanien stehen dann bevor, ehe es für Mannschaft um Chefcoach Urs Fischer am 4. Februar mit dem Heimspiel gegen den FC Lugano in der Super League weitergeht.

» Die FCB-Spieler und ihre Ferien – Fundstücke aus den sozialen Medien

Das ist eine lange Vorbereitungszeit und traditionell im Schweizer Fussball, mit seiner kurzen Sommerpause, die längste Phase, in der systematisch und vor allem mehr oder weniger in Vollbesetzung geübt werden kann.

Gegen den FC St. Pauli

Von FCB-Seite gibt es noch keine Bestätigung, aber das erste Testspiel des Jahres wird wohl am Dienstag, 10. Januar, auf dem Campus gegen den Challenge-Ligisten FC Le Mont bestritten. Die erste von zwei Partien während des Trainingslagers in Marbella wird gegen den FC St. Pauli gespielt (14.1.). Nach der Rückkehr am 21. Januar soll es zwei weitere Tests geben.

Die Einschränkung lautet dieses Mal: Drei Spieler sind für den Afrika Cup (14.1. bis 5.2.) nominiert (Geoffroy Serey Dié, Adama Traoré, Omar Gaber), und offen ist noch, ob Blas Riveros mit Paraguay die kontinentale U20-Meisterschaft (18.1. bis 11.2.) spielt.

Das FCB-Kader mit seinen 27 Spielern, von denen der im Aufbau befindliche Manuel Akanji in dieser Saison ebenso noch keinen Pflichtspieleinsatz bei den Profis hat wie der dritte Torhüter Djordje Nicolic, wird deshalb mit vier Spielern aus der Nachwuchsabteilung ergänzt: Raoul Petretta (Linksverteidiger, 19), Veriano Vogrig (Rechtsverteidiger, 18), Charles Pickel (Mittelfeld, 19) sowie Neftali Manzambi (Angreifer, 19) sollen auch die Reise nach Marbella mitmachen, wo der FCB vom 11. bis 21. Januar sein Trainingsquartier aufschlägt.

Janko weiss nichts von Interesse aus China

An der Transferfront ist es so ruhig beim FC Basel wie schon seit Jahren nicht mehr. Kein Abgang, kein Zugang, nicht einmal ein leises Zucken ist zu vernehmen, wenn man einmal von ein paar windigen Gerüchten absieht. Demnach wurde Taulant Xhaka nicht nur mit Schalke und Dortmund in Verbindung gebracht, sondern nun auch mit West Ham United aus der Premier League.

Ansonsten ruht der See still. Das Transferfenster ist offiziell zwar erst am 1. Januar aufgegangen, aber FCB-Sportdirektor Georg Heitz sieht im Moment nicht den grossen Sturm auf den Club zurauschen: «Ich glaube diesmal wirklich nicht, dass viel passieren wird», sagt er in Erinnerung an das Vorjahr, als er einen ruhigen Winter vorausgesagt hatte, der sich dann mit mehreren Transfern bis hin zu Mohamed Elnenys Abgang zu Arsenal stürmisch entwickelte.

Von einem angeblichen Interesse aus China weiss Marc Janko nichts und gibt zu Protokoll: «Ich habe erst unlängst mit meinem Agenten telefoniert, da fiel kein Wort über China.» Immerhin, an Geld, um im ganz grossen Stil einzukaufen, mangelt es im Fussballentwicklungsland China nicht, wie die jüngsten Beispiele zeigen.

Die Verträge von Delgado, Janko, Doumbia, Callà und Vailati laufen aus

Janko ist einer von fünf FCB-Profis, deren Vertrag im Sommer ausläuft. Und ein zehntägiges Trainingscamp wie jenes in Marbella vom 11. bis 21. Januar bietet eine von der Clubleitung gern genutzte Gelegenheit, um Gespräche zu führen. «Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen», sagt Janko. Der Stürmer, der am 25. Juni 34 Jahre alt wird, traut sich noch ein paar Jahre auf dem Niveau, auch in Basel, er sagt aber auch: «Ich habe Verständnis, wenn der FC Basel sagen würde, sie wollen einen Schnitt machen.»

Auf seinen 37. Geburtstag geht Germano Vailati zu, der sich seit 2012 in die Rolle des zweiten Torhüters geschickt hat. Gut möglich, dass der FCB und Vailati etwas zuwarten werden, denn falls Begehrlichkeiten um Tomas Vaclik entstehen sollten, wäre ein Routinier wie Vailati womöglich noch für ein weiteres Jahr hilfreich.

* ausgeliehen, Option zur Übernahme | ** Vertragsverlängerung um ein Jahr unter gewissen Bedingungen
Die Vertragslaufzeiten der FCB-Spieler

2017

Vailati, Callà, Delgado, Doumbia *, Janko

2018

Traoré *, Akanji *, Serey Dié *, Zuffi *, Bjarnason

2019

Lang, Suchy *, Hoegh, Boëtius, Kutesa *

2020

Nikolic, Balanta, Gaber, Cümart, Fransson, Elyounoussi, Steffen, Bua, Sporar,

2021

Vaclik, Xhaka *, Riveros

Das gleiche gilt für Davide Callà, der im Oktober 33 wird und nicht nur als unverwüstlicher Ergänzungsspieler seinen Platz im Team hat, sondern überdies neben dem Rasen und in der Kabine als integrative Kraft gilt.

Seinen Status hat auch Seydou Doumbia mit seinen zehn Toren als bester Torschütze der Rotblauen in der ersten Halbserie. Ausgeliehen von der AS Roma, hat sich Doumbia trotz seiner Torquote noch nicht in der Rolle eines unersetzlichen Spielers aufgedrängt. Am Silvestertag feierte Doumbia seinen 29. Geburtstag, und die Frage wird sein, ob er noch mehr ins Spiel eingebunden werden kann. Um die Übernahmeoption zu ziehen, hat der FCB Zeit bis Saisonende.

Matias Delgado – der spezielle Fall

Die unkomplizierteste Situation bietet sich bei Matias Delgado. Der Captain entscheidet quasi selbst, ob er noch ein Jahr dran hängen will. Vieles, wenn nicht alles spricht dafür: Seine Form des Herbstes, die Freude, die ER immer noch in der Lage ist, den Menschen auf den Rängen zu bereiten, und unterstrichen wird das mit 17 Skorerpunkten (9 Tore) aus 23 Einsätzen.

Head coach Urs Fischer, left, and captain Matias Delgado, right, of Switzerland's FC Basel 1893 during a training session in the St. Jakob-Park training area in Basel, Switzerland, on Monday, December 5, 2016. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against England's Arsenal FC in an UEFA Champions League Group stage Group A matchday 6 soccer match on Tuesday, December 6, 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der Captain entscheidet selbst, ob er weitermacht oder nicht: Matias Delgado (rechts) im Gespräch mit Cheftrainer Urs Fischer. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Ende Juni läuft der zweite Vertrag aus, den Delgado nach seinem ersten Engagement beim FCB abgeschlossen hat. 250 Spiele (80 Tore) hat er zwischen 2003 und 2006 sowie seit 2013 im rotblauen Hemd bestritten, und FCB-Präsident Bernard Heusler hat die Situation unlängst so beschrieben: «Matias Delgado gehört in die Reihe von Spielern, mit dem wir ein grosses Vertrauensverhältnis aufgebaut haben. Er ist einer von ganz wenigen Spielern, die eine bedingungslose Wertschätzung in der Garderobe geniessen, im Club und im Umfeld, so dass er weitgehend den Takt angibt von Gesprächen und deren Ausgang bestimmt.»

So wie Delgado, der am 15. Dezember seinen 34. Geburtstag gefeiert hat, in der jüngsten Ausgabe des clubeigenen Magazins von Basel schwärmt, würde man sich nicht wundern, wenn die Fans demnächst frohe Kunde bekommen.

Boëtius und Hoegh – zwei Kandidaten für einen Winterwechsel

Und auch kurzfristige Veränderungen im Kader sind nicht ausgeschlossen. Spieler wie Jean-Paul Boëtius, der es wieder nur auf fünf Einsätze (332 Minuten, 3 Tore im Cup) gebracht hat, sind natürliche Kandidaten, die eine sich bietende Gelegenheit zum Tapetenwechsel nutzen dürften. Eine lose Anfrage von Heerenveen im Herbst verlief im Sande.

Auch Daniel Hoegh kann mit seinen acht Einsätzen (525 Minuten) nicht glücklich sein, doch den Dänen wird der FCB nicht ziehen lassen wollen, so lange nicht feststeht, wie die Rückkehr von Manuel Akanji zehn Monate nach dem Kreuzbandriss verläuft.

Die FCB-Spieler und ihre Ferien

Die einen haben es auf Mauritius oden Malediven gemacht, andere in Mexiko oder Dubai ihre Ferien verbracht – und ein paar haben daheim unterm Weihnachtsbaum gefeiert oder den Kinderwagen um das Schloss Schönbrunn geschoben, haben der Schweizer Botschaft in Kairo einen Besuch abgestattet oder waren beim Frisurenvergleich mit einem Pony dabei. Fundstücke aus diversen Kanälen, in denen Spieler des FC Basel unterwegs sind:

 

#whenindubai

Ein von Daniel Høegh (@danielhoegh) gepostetes Foto am16. Dez 2016 um 12:53 Uhr


 

Thanks to Blerim Destani!! @blerimdestani #Great#Dubai#laFamilia @qendrriimm @dani__lv @leotrim34 @tx.34

Ein von Taulant Xhaka (@tx.34) gepostetes Video am14. Dez 2016 um 2:19 Uhr

 

Holidays?☀️? #mauritius ?? #lapirogue #family #love ?

Ein von Luca Zuffi (@lucazuffiofficial) gepostetes Foto am14. Dez 2016 um 3:40 Uhr

 

Með vindinn í faxinu ? @66north

Ein von Birkir Bjarnason (@birkirbjarnason) gepostetes Foto am17. Dez 2016 um 8:17 Uhr

 

HAPPY NEW YEAR 2017???

Ein von Suchos17 (@suchos17) gepostetes Foto am31. Dez 2016 um 14:28 Uhr

Artikelgeschichte

In der ursprünglichen Version dieses Beitrags war Pedro Pacheco (Innenverteidiger, 19 Jahre) irrtümlicherweise unter den Juniorenspielern aufgelistet, die mit ins Trainingslager reisen. Stattdessen ist Raoul Petretta (Linksverteidiger, 19) mit dabei.

Konversation

  1. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag,
    welcher wirklich jede Perspektive beleuchtete und auch die Überlegungen der Fans widerspiegelte.
    Am Ende des Berichtes fragt man sich: Wo war denn der Trainer in Urlaub und wie lange bleibt er noch?

    Danke Empfehlen (0 )

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