Strellers Drehbuch und Samuels Premiere – die Einzelkritik

Der eine erzielt sein zweihundertstes Tor als Profi, der andere sein erstes im Dress des FC Basel. Und ein dritter, weit über ein Jahrzehnt jünger als besagte Figuren, ist ganz nahe dabei, als Marco Streller den grossen Moment seiner Auswechslung erlebt. Die Einzelkritik zum 4:3-Sieg des FCB gegen den FC St. Gallen.

Der Basler Walter Adrian Samuel, links, jubelt ueber sein Tor zum 2:2 Ausgleich mit dem Basler Marco Streller, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC St. Gallen im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Freitag, 29. Mai 2015. (KEYSTONE/Patrick Straub) (Bild: Keystone/PATRICK STRAUB)

Der eine erzielt sein zweihundertstes Tor als Profi, der andere sein erstes im Dress des FC Basel. Und ein dritter, weit über ein Jahrzehnt jünger als besagte Figuren, ist ganz nahe dabei, als Marco Streller den grossen Moment seiner Auswechslung erlebt. Die Einzelkritik zum 4:3-Sieg des FCB gegen den FC St. Gallen.

Tomas Vaclik | 4,5
Hielt anfangs kaum einen Ball und wurde dreimal bezwungen. Beim ersten Mal von Marco Mathys durch einen Kopfball, beim zweiten Mal von Danjiel Aleksic, dem dieser phantastische Freistoss wohl nicht mehr oft in seiner Karriere gelingen wird. Und das dritte Gegentor erzielte Marco Aratore, präzis via Innenpfosten. Sicherte dem FCB in den letzten Minuten mit zwei starken Paraden den Sieg.

Fabian Schär | 4
War Teil der Fraktion von Abwehrspielern, die offensichtlich den Auftrag gefasst hatten, wenn immer möglich den langen Ball auf den abtretenden Captain zu schlagen. Gab allerdings eher den defensiv stabilen als den offensiv einflussreichen Innenverteidiger.

Walter Samuel | 5
Nahm den taktischen Auftrag ernster als Schär und wurde mit seinem langen Ball zum Assistgeber zu Strellers rundem Tor (-> Streller). Hatte seinen lichtesten Moment aber dann, als er Luca Zuffis Eckball mit einem wunderbaren Kopfball verwertete – es war sein erster Treffer im Dress des FCB. Stellte mit dem Einsatz gegen St. Gallen zudem sicher, dass seine Spielminuten auf dem Aarauer Brügglifeld unabhängig der möglichen Vertragsverlängerung nicht die letzten seiner Weltkarriere waren.

Behrang Safari | 4
Trat vor der Partie in Erscheinung, als er seinen Freund Marco Streller als erster in den Arm nahm. Nahm danach seinen Gegenspieler auf der linken Abwehrseite dergestalt in die Mangel, dass der auch mal angerempelt liegen blieb. War dafür offensiv harmlos.

Taulant Xhaka | 4,5
Schlug die Flanke zum Siegtreffer und beackerte die rechte Seite. Tat dies in gewohnter Manier, die auch mal in leicht übersteigerter Motivation Ausdruck fand. 

Fabian Frei | 4
War intensivster Gratulant von Streller nach dem 1:0. Liess seinen Captain fast nicht mehr los, was diesen nicht zu stören schien. Machte später auf sich aufmerksam, als er sich erfolglos als Freistossschütze versuchte. Verzeichnete zudem den einen oder anderen Fehlpass.



Basler Marco Streller lacht im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC St. Gallen im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Freitag, 29. Mai 2015. (KEYSTONE/Patrick Straub)

200 Tore als Profi und 144 als FCB-Spieler. Die Zahlen, die Streller erreicht hat. (Bild: Keystone/PATRICK STRAUB)

Matias Delgado | 3,5
Harmonierte zwar anfangs prächtig mit Streller, liess für diesen durch, spielte für ihn quer. Viel entstanden ist dadurch allerdings nicht. Baute später stark ab und verlor zudem den Ball vor dem 2:3. Überliess seinen Platz in der 65. Minute Mohamed Elneny.

Luca Zuffi | 5
Stand seit fast einem Monat wieder einmal in der Startformation und sammelte so wichtige Minuten für den Cupfinal. Stach deswegen heraus, weil er, als es mit Kombinationsspiel nicht mehr funktionierte, aus 18 Metern mit einem satten Schuss zum 3:3 traf. Trat zudem mit einem Eckball als Assistgeber für Samuels Kopfballtor in Erscheinung.

Davide Calla | 4
Gab den Flügel auf der linken Seite, tat dies mehrheitlich ohne Einfluss und wurde in der 58. Minute für Breel Embolo ausgewechselt.

Marco Streller | 6
Durchlebte zuerst tränenreiche Momente bei der Abschiedszeremonie, danach einen euphorischen Augenblick bei seinem Tor zum 1:0 und schliesslich überglückliche Sekunden, als ausgerechnet Albian Ajeti, für den er in der 82. Minute ausgewechselt worden war, den Siegtreffer erzielte. Eigentlich wäre ihm der Cupsieg ja lieber als dieses 200. Tor. Er nahm es trotzdem gerne – und das eine muss das andere ja nicht ausschliessen. Gab zudem den Assist zu Zuffis 3:3, was ihm die Maximalbewertung einbringt.

Shkelzen Gashi | 3,5
Sicherte sich die Krone des Torschützenkönigs. Tat dies allerdings, ohne in Erscheinung zu treten – abgesehen von einem Weitschuss kurz vor dem Ende, als er lieber abgespielte hätte.

Breel Embolo | 4,5
Kam in der 58. Minute für Calla und zeigte im erfolgreichen Dribbling gegen mehrere St. Galler, welch feiner Spiele er bereits ist. Diese Qualität wird dem FCB im Cupfinal fehlen, Embolo ist gesperrt und hat damit seine Saison beendet.

Mohamed Elneny | 4
Kam in der 65. für Delgado und hatte in den rund 30 Minuten Einsatz abgesehen von ein, zwei vielversprechenden Zuspielen in die Tiefe kaum Einfluss auf das Spiel.

Albian Ajeti | –
War Teil eines grossen Moments, als er als 18-Jähriger in der 82. Minute den 33-jährigen Streller ersetzte. Machte danach das, was der Abtretende 200 Mal gemacht hat: Er traf, und zwar zum 4:3. War gleichwohl zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

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Bewertungsdurchschnitt: 4,3
Nicht eingesetzt: Vailat (TH), Traoré, Degen, Hamoudi

Konversation

  1. Ajeti hat sich grad mal mit einem ziemlich üblen Foul ins Spiel eingefügt. Soviel zu Ihrer Argumentationskette. Und ja, hätte Gelb geben müssen bei Streller. Aber Schiris sind nicht unfehlbar. Wenn man die Zelebrierung von Strellers Abschied nicht mochte; man kann ja die anderen Beiträge lesen… 🙂

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