Über Chelsea mag Yakin schon nicht mehr sprechen

Die Jubelarien auf den FC Basel und sein phänomenales 1:0 über Chelsea mögen in der Stadt noch nachklingen. Trainer Murat Yakin dagegen mag sich demonstrativ nicht mehr darüber unterhalten. Er freut sich lieber, dass sein Team gegen die Young Boys vielleicht einmal den abwartenden Part spielen darf.

Basels Spieler jubeln nach dem Tor zum 0-1 durch Fabian Frei per Penalty im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Basel am Mittwoch, 29. Mai 2013, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die Jubelarien auf den FC Basel und sein phänomenales 1:0 über Chelsea mögen in der Stadt noch nachklingen. Trainer Murat Yakin dagegen mag sich demonstrativ nicht mehr darüber unterhalten. Er freut sich lieber, dass sein Team gegen die Young Boys vielleicht einmal den abwartenden Part spielen darf.

Fast wirkte es, als ob es Murat Yakin lästig wäre. Irgendwie unnötig auch, noch am Freitag auf den Triumph über den Chelsea FC angesprochen zu werden. Nein, der Trainer des FC Basel mochte nicht darüber sprechen, was er aus jenem Spiel für die Zukunft mitnehmen wird. Nein, er war nicht gewillt zu erzählen, ob er eine derart überzeugend geführte Halbzeit geniessen kann, wie sie seine Spieler in den ersten 45 Minuten gezeigt hatten. Da nutzte auch keine dritte Nachfrage, da blieb Yakin hart: «Ich konzentriere mich immer auf das nächste Spiel. Alles andere lenkt ab und kostet uns Punkte.»

Und das will sich der FCB in der Liga nicht leisten. Nicht, wenn es gegen die Young Boys geht, die in dieser Meisterschaft zwar auch schon bessere Tage gesehen haben, die Yakin aber weiter zu den Titelkandidaten zählt: «Sie haben zuletzt den Tritt wieder gefunden. Wir werden gefordert werden – und das ist gut so.» Auf den Einwurf eines Berner Journalisten, YB habe zuletzt sogar dann schlecht gespielt, wenn es gewonnen habe, geht Yakin gar nicht erst ein.

Dabei ist von der Berner Euphorie nach dem besten Saisonstart seit 54 Jahren wenig bis gar nichts geblieben. In der Liga sind bei den Bernern nach fünf Startsiegen in Serie bloss noch drei dazu gekommen, bei drei Remis und vier Niederlagen. Und im Cup hat sich YB mit einer 1:4-Niederlage beim Erstligisten Le Mont blamiert, bei jenem Club, auf den der FCB am Mittwoch im Viertelfinal treffen wird. Zuletzt vermutete die «NZZ», wenn auch nicht ganz ernsthaft, die Young Boys müssten sich wohl mit den Fragen auseinandersetzen: «Champions League, was ist das? Meistertitel, was ist das? Cup-Sieg, was ist das? Überhaupt: Erfolg, was ist das?»

«Jetzt dürfen sie mal kommen»

Darüber, was sich in der Tabelle seit dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Clubs am 1. September verändert hat, spricht Yakin gerne. «Sechs Punkte lagen wir damals hinter YB», ruft er gleich zweimal in Erinnerung, «jetzt sind wir drei Punkte vor ihnen.» Und er folgert für die Partie vom Sonntag: «Jetzt dürfen sie mal kommen.» Mit Betonung auf SIE. Ja, Yakin selbst überlegt sich gar «eine andere Spielweise als gegen Chelsea». Gut möglich also, dass sich der FCB in Bern für einmal nicht von der drangvollen sondern eher von der abwartenden Seite zeigen wird.

Höchstens minime Änderungen wird es dagegen bei der Basler Aufstellung geben. Dienstag bis Sonntag, das ist nach Yakins Dafürhalten Zeit genug, um sich von den Anstrengungen gegen Chelsea zu erholen: «Das ist nicht mehr im Drei-Tages-Rhythmus, in dem die Spieler noch in der Erholungsphase sind.» Und eben: Punkte abgeben, mag Yakin keine: «Ich muss die besten elf Spieler aufstellen, um dieses Spiel zu gewinnen.»

Lässt der FCB Streller gegen Le Mont eine Sperre absitzen?

Das heisst auch, dass Marco Streller erneut im Sturm stehen wird. Der Rekurs des FCB gegen die noch abzusitzenden zwei Spielsperren gegen den FCB-Captain ist hängig. Das heisst, dass er dank der aufschiebenden Wirkung der Einsprache auch in Bern spielberechtigt ist.

Denkbar könnte sein, dass der FCB vor dem Cup-Spiel in Le Mont vom kommenden Mittwoch den Rekurs wieder zurückzieht. Streller wäre dann gegen den Erstligisten und im kommenden Meisterschaftsspiel gegen GC gesperrt. Und die Sperre gegen die Hoppers dürfte Streller sowieso kaum umgehen können, da es kaum wahrscheinlich ist, dass die Rekursinstanz Strellers ursprüngliche Sperre von drei Spielen gleich auf bloss eine Partie reduziert.

Yakin und Forte, das ideale Duo

Viel ist schon berichtet worden über die freundschaftliche Beziehung zwischen FCB-Trainer Murat Yakin und seinem Berner Antipoden Uli Forte. Und doch konnte Yakin am Freitag noch einmal ein bislang unbekanntes Schmankerl erzählen. Sie hätten schon einmal gemeinsam an einem «Grümpeli-Turnier» gespielt, berichtete Yakin: «In der Innenverteidigung. Wir waren ein ideales Duo. Er hat mit dem linken Fuss etwas Mühe, darum musste ich auf der halblinken Position spielen. Dafür ist er ein bisschen mehr marschiert als ich.»

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