Welche Stärken FCZ-Trainer Urs Meier beim FCB ausmacht

Der FC Zürich durchläuft eine schwierige Zeit mit zuletzt vier Niederlagen in Serie und Turbulenzen neben dem Feld. Vor dem Spiel am Sonntag (16 Uhr, St.-Jakob-Park) macht Trainer Urs Meier beim FC Basel eine Reihe an Stärken aus – die in den letzten beiden Partien zum Tragen kamen.

Die Situation vor dem 2:0 beim Spiel des FC Basel gegen den FC Aarau (6:0) mit Passgeber Fabian Schär, Empfänger Matias Delgado und Torschütze Marco Streller. (Bild: Screenshot SRF, ergänzt)

Der FC Zürich durchläuft eine schwierige Zeit mit zuletzt vier Niederlagen in Serie und Turbulenzen neben dem Feld. Vor dem Spiel am Sonntag (16 Uhr, St.-Jakob-Park) macht Trainer Urs Meier beim FC Basel eine Reihe an Stärken aus – die in den letzten beiden Partien zum Tragen kamen.

Die Situation der beiden Mannschaften ist nicht nur verschieden. Der FC Basel hat sieben Punkte bis zum Ende der Meisterschaft zu verteidigen, der FC Zürich deren sechs. Die Basler würden damit das Championat gewinnen, die Zürcher nächste Saison europäisch spielen.

Am Sonntag (16 Uhr) begegnen sich die beiden Teams im St.-Jakob-Park zum Abschluss der 27. Runde der Super League. Und während der FCB am 7. Juni gegen Sion den Cupfinal bestreiten wird, reist der FCZ als im Halbfinal Ausgeschiedener nach Basel. 

Meier: «Kein Grund, in eine Depression zu fallen»

«Es ist schwierig nach einem solchen Spiel, ich habe wenig geschlafen», sagt Zürichs Trainer Urs Meier drei Tage nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Sion. Er kommt gerade vom Mannschaftstraining, sitzt in der Zürcher Saalsporthalle mit einem halben Dutzend Medienvertretern an einem Tisch und versichert: «Die Niederlage ist kein Grund, in eine Depression zu verfallen.» 



Der Zuercher Trainer Urs Meier beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC Basel am Sonntag, 27. Oktober 2013, im Letzigrund Stadion in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die letzten vier Spiel hat Urs Meier mit seinem Team verloren. Und dabei keinen Treffer erzielt. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Meier beschäftigt sich ohnehin nicht mehr mit Sion, sondern mit der kommenden Partie gegen den FCB. Aus seinen Aussagen geht hervor, dass er dabei eine ganze Reihe Aspekte bedenken muss.

Beispielsweise muss der FCZ die tiefen Pässe der Basler in den Griff bekommen. Während seine Mannschaft diesbezüglich an Qualität eingebüsst habe, «ist ihr vertikales Spiel sehr gut».

Meier dürfte zu diesem Schluss unter anderem deswegen kommen, weil der FCB jüngst im Cup-Halbfinal gegen den FC St. Gallen diese Qualität beim 3:0 unter Beweis gestellt hat: Breel Embolo spielt Shkelzen Gashi mit einem Pass über geschätzte 45 Meter an, der beste Basler Scorer verwertet das Zuspiel.



Die Situation vor dem 0:3 beim Spiel des FC St. Gallen gegen den FC Basel (1:3) mit Passgeber Breel Embolo und Torschütze Shkelzen Gashi.

Die Situation vor dem 0:3 beim Spiel des FC St. Gallen gegen den FC Basel (1:3) mit Passgeber Breel Embolo und Torschütze Shkelzen Gashi. (Bild: Screenshot SRF, ergänzt)

Gleichzeit zeigt dieser Treffer eine andere Qualität des FCB auf. «Basel hat einen sehr guten Umgang mit Ballgewinnen», sagt Meier. Und Basel schaltet schnell um: Luca Zuffi fängt den Pass in der Mitte des Feldes ab, spielt umgehend weiter zu Embolo, der den weiten Pass auf Gashi schlägt.



Die Situation vor dem 0:3 beim Spiel des FC St. Gallen gegen den FC Basel (1:3) mit Luca Zuffis Ballgewinn, Passgeber Breel Embolo und Torschütze Shkelzen Gashi.

Die Situation vor dem 0:3 beim Spiel des FC St. Gallen gegen den FC Basel (1:3) mit Luca Zuffis Ballgewinn, Passgeber Breel Embolo und Torschütze Shkelzen Gashi. (Bild: Screenshot SRF, ergänzt)

Eine solche Situation wie vor Basels letztem Treffer will Meier am Sonntag auf keinen Fall sehen. «Wir müssen verhindern, dass die Basler zu viele Räume zum Spielen haben, denn jeder von ihnen hat die technischen Fähigkeiten, aus viel Zeit und Raum etwas Kreatives zu machen.» Deswegen wolle er die Basler in Zweikämpfe verwickeln und sie so an deren Spielentwicklung hindern, sagt Meier.

Allerdings stellt Zürichs Trainer der Mannschaft seines Antipoden Paulo Sousa auch als Kollektiv ein gutes Zeugnis aus: «Wenn sie im 4-4-2 verteidigen und danach umschalten auf die Dreierabwehr im Offensivspiel, dann sieht man einfach, dass diese Mannschaft hervorragend abgestimmt ist. Entsprechend gut sind die Laufwege.»

Die vielversprechende Position zwischen den Linien 

Sousa verlangt, dass sich jeweils ein Spieler zwischen den gegnerischen Linien postiert. Ein Konzept, das Meier unterbinden will – was beispielsweise dem FC Aarau bei der 0:6-Niederlage im St.-Jakob-Park nicht gelungen ist.

Stellvertretend dafür ist Marco Strellers 2:0. Matias Delgado stellt sich zwischen Abwehr und Mittelfeld und wird von Fabian Schär angespielt. Der Argentinier verfügt dank seiner Position über genügend Raum, um den vertikalen Ball auf Streller zu spielen.



Die Situation vor dem 2:0 beim Spiel des FC Basel gegen den FC Aarau (6:0) mit Passgeber Fabian Schär, Empfänger Matias Delgado und Torschütze Marco Streller.

Die Situation vor dem 2:0 beim Spiel des FC Basel gegen den FC Aarau (6:0) mit Passgeber Fabian Schär, Empfänger Matias Delgado und Torschütze Marco Streller. (Bild: Screenshot SRF, ergänzt)

Meier verweist zudem auf Basels Effizienz in der Offensive. Zwar hätten die beiden Mannschaften fast gleich oft geschossen und dabei eine ähnliche Anzahl Schüsse aufs Tor gebracht. «Die Basler haben aber eine extrem viel bessere Torquote: Sie liegt bei 20,9 Prozent, unsere bei 13,5 Prozent», liest Meier die markierten Zahlen auf dem Ausdruck ab.

Die Quote des FCZ ist auch deswegen auf diesem Niveau, weil er beim 2:2 gegen den FC Vaduz vor mehr als einem Monat zum letzten Mal ein Tor erzielte.



Das von Urs Meier mitgebrachte Statistikblatt, das den FC Zürich mit dem FC Basel vergleicht.

Das von Urs Meier mitgebrachte Statistikblatt, das den FC Zürich mit dem FC Basel vergleicht.

In der Abwehr steht Zürich mit 30 Gegentoren im Vergleich zu Basel (28) nicht viel schlechter da. Und vielleicht glaubt Meier auch deshalb, «dass jetzt der Moment ist».

Der Moment, den Baslern auf dem Weg zum Meistertitel ein Bein zu stellen. Der Moment, nach vier Niederlagen ohne erzielten Treffer den ersten Schritt zur Verteidigung des Europa-League-Platzes zu machen.

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