«Wir haben eine unglaubliche erste Halbzeit hingelegt»

Staunen, aber auch Selbstkritik nach dem Sieg des FC Basel gegen Zenit St. Petersburg: Alex Frei sah eine unglaubliche erste Halbzeit, Yann Sommer gar die beste seit er beim FCB im Tor steht. Tadel gab es für Mitspieler Mohamed Salah und dessen Schwäche im Abschluss.

Kam, nahm Mass und traf vom Elfmeterpunkt: Alex Frei. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Staunen, aber auch Selbstkritik nach dem Sieg des FC Basel gegen Zenit St. Petersburg: Alex Frei sah eine unglaubliche erste Halbzeit, Yann Sommer gar die beste seit er beim FCB im Tor steht. Tadel gab es für Mitspieler Mohamed Salah und dessen Schwäche im Abschluss.

Erstaunlich abgeklärt wirkten die Spieler des FC Basel nach dem Sieg über Zenit St. Petersburg. Yann Sommer trug in einer beneidenswerten Seelenruhe vor, wovon er zuvor Zeuge geworden war. Und das war doch einiges, namentlich «die beste erste Halbzeit seit ich beim FCB im Tor stehe». Wahrscheinlich aber würde dem Torhüter der Basler auch beim Gewinn der Weltmeisterschaft oder als erster Mensch auf dem Mars kein Jauchzer über die Lippen gehen. Der Mann ist vom Naturell her cool.
 
«Eine coole Sache» war die Angelegenheit auch in den Augen von Alex Frei. Ein bisschen cool für ihn, der den Penalty zum 2:0 verwertete, sehr cool für die Mannschaft, die eine «unglaublich gute erste Halbzeit hingelegt hat». Frei blickt zuversichtlich in die nächste Woche: «Wir haben uns eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel erarbeitet.» Er warnte aber zugleich vor Übermut und erinnerte an das Champions-League-Debakel in München in der Vorsaison, als die Basler mit 7:0 untergingen – nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel im St. Jakob-Park.

Sommer beklagt ausgelassene Chancen

Frei wie auch Sommer übten sogar Selbstkritik. Sommer meinte: «Es ist schade, dass wir nicht mehr Tore erzielt haben. So viele Chancen erhältst du in der Europa League normalerweise nicht, da darfst du keine auslassen. Vor dem Tor hat die Konzentration gefehlt.» Klar, an wen sich der Tadel richtete: Mohamed Salah, der gleich mehrfach den Ball aus bester Abschlussposition in die Basler Abendluft beförderte. 

Alex Frei erkannte bei Salah «Nachholbedarf im Sechzehner», versprach aber Besserung in naher Zukunft. Salah sei halt noch jung, werde aber bestimmt reifen. Dafür will auch Frei sorgen: «Ich gebe ihm oft Tipps im Training.»

Enttäuscht hat ihn der Auftritt der hochdotierten Russen, der ihm bis zu seiner Einwechslung immerhin einen ruhigen Abend auf der Reservebank beschert hatte: «Was St. Petersburg gezeigt hat, hat mich – ein, zwei Aktionen von Hulk ausgenommen – nicht vom Sitz gerissen.»

«Wir haben fürchterlich gespielt»

Nicolas Lombaerts, Innenverteidiger bei St. Petersburg, sah die Sache deutlich drastischer. «Wir haben fürchterlich gespielt», befand der Belgier. Kaum Zweikämpfe habe seine Mannschaft gewonnen, dazu reichlich einfache Bälle an die Basler abgegeben. «Wenn wir nicht aufwachen, gibts nichts mehr zu gewinnen.»
 
Die Russen blieben sich auch bei ihrem Abgang treu. Müde wackelte die Mannschaft Richtung Mannschaftsbus. Voran Luciano Spalletti, der italienische Trainer von Zenit St. Petersburg, der seine Spieler mit gesenktem Haupt auf seinem Weg zur Pressekonferenz noch im Bus versorgte – einer Entenmutter gleich mit ihren Küken.
 
Wuchtwunder Hulk fand den Weg alleine raus, sein Antritt überzeugte auch beim Gang durch die Mixed Zone. Für ein Handy-Foto mit dem Busfahrer nahm er sich dann noch Zeit – da hatte wenigstens einer aus dem Tross der Russen ein Happy End.

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