120-Millionen-Geldsegen für die CMS

Die Christoph Merian Stiftung kommt in den Genuss einer grosszügigen Spende. Ein kinderloses Ehepaar vermachte seinen gesamten Nachlass der gemeinnützigen Stiftung.

Die CMS wurde mit einem üppigen Nachlass beschenkt.

Es sind Wertschriften, Liegenschaften und Kunstobjekte, die Alma und Frank Probst-Lauber der Christoph Merian Stiftung (CMS) vermachen. Der Wert des Nachlasses beträgt 120 Millionen Franken. Die CMS wurde bereits vor einigen Jahren vom Ehepaar als Alleinerbin im Testament eingesetzt, wie die Stiftung in einer Medienmitteilung schreibt. 

«Für die CMS bedeutet diese grosszügige mäzenatische Schenkung die Verpflichtung, mit dem ihr übertragenen Erbe sorgfältig, verantwortungsbewusst und ganz im Sinne ihres Stifters Christoph Merian umzugehen, der seinerseits bestimmt hat, das Vermögen ‹zur Förderung des Wohles der Menschen› und ‹zur Linderung der Noth und des Unglückes› einzusetzen.»

Nach dem Tod von Frank Probst-Lauber 2011 und Alma Probst-Lauber im Jahr 2017 geht der Nachlass nun an die CMS.

Konversation

  1. Ich habe im „Familienrestaurant“ im „Park im Grünen“ mich erkundigt, weshalb mein Kaffee mit Gipfeli 25% teurer sei als in einen Migros-Restaurant. „Wissen Sie, wir sind halt eine Stiftung“, bekam ich zur Antwort. Es darf gelacht werden . Wer hat, dem wird gegeben.

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  2. Die Verhältnisse, im Rahmen derer die CMS geschäftet, kenne ich aus eigener, konkreter Erfahrung. Ausser, dass sie der Basler Bürgergemeinde (teilweise) Rechenschaft schuldig ist, kann die CMS schalten und walten, wie sie das will: Typisch baslerisch liberal-kapitalistisch. Frei nach dem Motto: Hast du viel Geld, kannst du sagen, was recht ist.

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  3. Super! Denk man. Und überlegt sich, wie man partizipieren könnte. Also Blick in die Schublade: Irgendein verstaubtes Projekt, welches aufmotzt in den Wettbewerb eingeschleust werden könnte? Irgendwo im Bereich Kulturelles und Soziales. 120 Millionen kann man doch nicht einfach vorbeiziehen lassen, da muss man sich doch ein Scheibchen abschneiden… Mich laust der Affe!

    Gerne wäre man natürlich auch so edel und altruistisch und würde der Stadt, der Allgemeinheit, einfach mal so, mir nichts dir nichts, aus der Gruft heraus, 120 Milliönchen schenken. Aber hallo! Ein Denkmal für die Ewigkeit.

    Aber die Sache hat ein Haken, oder vielleicht mehrere Häkchen. Dazu gehört zuerst eine eigentliche Omertà: Es ist nicht erlaubt nachzufragen, woher das Geld kommt und wie es sich gebildet hat. Ob ehrlich erworben, oder clever gewaschen, vererbt, oder durch eigene Arbeit erschaffen, ist zweitrangig.
    Zweitens: April, April! Der Geldsegen wird nicht ausgegeben. Ein Haufen bleibt ein Geldhaufen. Die CMS ist offizieller Wachhund und Gralshüter des Schatzes. Die CMS wird sich die 120 Millionen quasi «einverleiben«. Fixiert in Form von Immobilien, Wertschriften, Kunst, etc. generiert das Vermögen weiterhin eine Dividende, einen kleinen jährlichen Geldstrom. Also, alles wie gehabt.
    Drittens: Das Geld und der ganze Geldanlage-Plunder muss logischerweise verwaltet, gemänätscht, werden.
    Viertens: Das ist ein lukrativer Job (inbegriffen eine AssistentIn und eine PressesprecherIn).

    Aber nein, wird reden ja jetzt über den Geldsegen danach. Netto, nach Brutto. Der Rest, der häppchenweise und unter Beizug eines erlauchten & handverlesenen Gremiums (Who’s who?) unter den regional Auserwählten verteilt wird, gilt als CMS-Mäzenatentum. Natürlich erst, wenn die potentiellen NutzniesserInnen sich demutsvoll und adäquat prostituiert haben. Sofern es ihre Hirnwindungen erlaubt haben und sie ein sinnvolles, ordinäres, originelles, nachhaltiges, gehaltvolles Etwas generieren konnten, dürfen sie am Manna des Ehepaars Probst-Lauber, Gott habe sie selig, teilhaben. Also am Nettoertrag des 120-Millionen-Mannas. Nach Abzug der Spesen und dem ganzen Verwaltungsdrumherum. Das ist natürlich alleweil ein geldwertes Geschenk und ein Esel wer diese Möglichkeit verschmähen würde.

    Scheu sei allerdings die Frage erlaubt: Warum sollen die 120 Millionen nicht mit vollen Händen ausgegeben werden? Warum muss der Ertrag aus solchen geschenkten Vermögen immer ein monetärer, quasi redlich erwirtschafteter, Ertrag sein. Der Ertrag könnte doch auch ein immaterieller Mehrwert sein, der durch eine eruptive Ausgabe geschaffen wird. 120 Millionen auf einen Chlapf in soziale, kulturelle, oder Bildungsprojekte investiert, wäre ein hedonistisches Feuerwerk. Da würde etwas Grossartiges passieren. Lieber klotzen statt kleckern. Das hätte Grandezza.

    Kleiner Nebeneffekt, wir könnten auf das Geschäftsmodell der CMS verzichten, oder zumindest den Apparat namhaft reduzieren. Das Geld von der Geldverwaltung & Häppchenaufteilung hin zur Produktion von Bildung, Kunst & Kultur und sozialen Projekten verschieben. Reduce to the max. Ein echter und nachhaltiger Mehrwert. Eine Bruttoausschöpfung als STARTUP für die ganze Stadt (und ihre schmarotzenden Nachbarn).

    Aber genug gequatscht. Wir wollen nicht am Lack der CMS kratzen. Ihr Tun ist und bleibt edel. Das ist ein Axiom. Man will sich in dieser Stadt ja nicht gänzlich unbeliebt machen…

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    1. Ilka Link: Herr Meury hat es nicht nötig, neidisch zu sein. Er sitzt ja im Verwaltungsrat der „Predigerhof-Stiftung“. Wobei… gerade diese könnten bald einmal ein paar Batzeli benötigen. Auch die Tageswoche hätte an einem schönen Zustupf nichts auszusetzen. Jetzt wo die Printausgabe aus Kostengründen nur noch 14-tägig erscheint…

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    2. Die Hauptaufgabe der Stiftungen ist, dass sie dort einspringen sollen, wo der Staat oder die Stadt sich nicht für zuständig erklären oder am „Sparen“ sind.

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  4. 120 Millionen Franken durch einfacher Hände harter Arbeit. Respekt!

    Man muss halt wollen und Entbehrungen ertragen. Dann geht das.

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