Adieu Abluftkamin: In Scheiben geschnitten und abgetragen

Die letzten Stunden des nutzlosen Abluftkamins der Nordtangente haben geschlagen. Statt gesprengt zu werden, kommt er in Einzelteilen Richtung Boden.

Über 20 Jahre lang ragte der Turm bei der Ausfahrt aus dem Horburgtunnel der Nordtangente stattliche 50 Meter in die Höhe. Genügend Zeit für dieses exponierte Bauwerk, sich einen festen Platz im Stadtbild zu ergattern. Doch jetzt ist Schluss. Das Bauwerk war von Beginn weg eine Planungsleiche, die ihren vorgesehenen Zweck nie erfüllen konnte.

Und auch nicht erfüllen musste. Gebaut wurde der Turm 1997 aufgrund einer Auflage der Umweltschutzbehörde, die damit die Entlüftung der unterirdischen Stadtautobahn garantiert haben wollte. Eine Funktion, die wegen der verbesserten Abgaswerte der Fahrzeuge gar nie gefragt war.

Sprengung nicht möglich

Jetzt geht es dem eleganten, auf vier Stelzen thronenden Turm also an den Kragen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wegen der darunter liegenden Strasse und den nahen Wohnbauten auf dem Erlenmattquartier ist eine Sprengung nicht möglich und der Turm wird scheibchenweise abgetragen. Der Begriff Scheibchen ist allerdings arg verniedlichend, denn die Einzelteile sind bis zu 60 Tonnen schwer.

Die Kosten des Rückbaus betragen 700’000 Franken, zwei Drittel davon übernimmt der Bund.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/abbruchhammer-bleibt-im-anschlag-uvek-laesst-basler-architekten-mit-seiner-einsprache-abblitzen/

Konversation

  1. Eine Landmarke für die bewegte Industriegeschichte auf der heutigen Erlenmatt verschwindet endgültig aus dem Blick der Nachwelt. Das ist für das markante Bauobjekt selber schade, der Abluftkamin steht aber auch als Mahnmal für die Sorge um die Umwelt, zu welcher wir verpflichtet sind und nun eben mit Dürre und Sommerhitze weiterhin erinnert werden.

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  2. Warum ist der Turm nicht Eingepackt?
    Da ensteht fein Staub.
    Sehe auch keine Wasseschläuche zur Reduzierung,
    der Luftverschmutzung….

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