BASF gibt drei Bauten auf dem Klybeckareal zur Zwischennutzung frei

Während im Hintergrund an den baurechtlichen Grundlagen für die Umwandlung des Industrieareals gearbeitet wird, öffnet die BASF rund 5000 Quadratmeter für «Jungunternehmen, Start-ups, Kulturschaffende und Gewerbetreibende».

Diese drei Bauten an der Klybeckstrasse sollen zwischengenutzt werden.

Das Projekt Klybeck plus ist einzigartig. 300’000 Quadratmeter Industrieareal auf dem beengten Basler Stadtgebiet sollen in ein neues, durchmischtes Quartier umgewandelt werden. Die Grundeigentümer BASF und Novartis haben sich mit dem Kanton Basel-Stadt zu einer Planungsgemeinschaft zusammengeschlossen und die Bevölkerung von Planungsbeginn weg zur Mitwirkung eingeladen.

Nach mehreren Beteiligungsveranstaltungen, die parallel zur Testplanung angesetzt wurden, ist es nun aber still geworden. Der letzte öffentliche Anlass war die Präsentation der Ergebnisse der Syntheseplanung Ende November 2017.

Dass es nicht zu still wird, dafür will der Verein Zukunft.Klybeck sorgen, der sich als Lobbyist für die Mitwirkung der Bevölkerung ins Zeug gelegt hat. Aber auch die Landbesitzerin BASF sorgt nun dafür, dass das Leben in den Industriebrachen nicht erlischt: Sie will drei Bauten auf dem Areal noch in diesem Jahr zur Zwischennutzung freigeben, wie sie in in einer Medienmitteilung verkündet. Das ist überraschend, weil die Landbesitzer aus baulichen und sicherheitstechnischen Gründen bislang stets mit grosser Zurückhaltung auf entsprechende Wünsche reagiert haben.

Die Bewerbungsfrist läuft

Als Verwalter der Zwischennutzungsprojekte hat BASF den Verein Unterdessen beigezogen, der auf diesem Gebiet viel Erfahrung besitzt und beinahe schon eine Monopolstellung innehat.

Christoph Mörikofer von Zukunft.Klybeck bezeichnet diesen Schritt als «sehr begrüssenswert». «In den Beteilungsveranstaltungen wurde der Wunsch nach Zwischennutzungen immer wieder erwähnt», sagt er. Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn die Zwischennutzungen nicht nur als vorübergehender Akt verstanden würden, sondern Pioniercharakter für die definitive Nutzung haben könnten.

Zur Zwischennutzung freigeben möchte die BASF drei Bauten am nördlichen Ende der Klybeckstrasse, zwischen den Abzweigungen Gärtnerstrasse und Kleinhüningerstrasse. 5000 Quadratmeter Fläche sollen ab Oktober 2018 zur Zwischennutzung freigegeben werden – «vorausgesetzt, dass die dafür notwendigen Bewilligungen durch die Behörden erteilt werden».

Als Mieter haben die BASF und der Verein Unterdessen «Jungunternehmen, Start-ups, Kulturschaffende und Gewerbetreibende» im Visier, welche die Räumlichkeiten als Büros, Ateliers oder Ausstellungsräume zwischennutzen können. Die BASF will die leerstehenden Bauten mit eigenen Mitteln für die Zwischennutzung «ertüchtigen».

Bewerben kann man sich ab sofort per E-Mail an klybeck@unterdessen.ch. Auf der Website des Vereins Unterdessen sind weitere Informationen zu finden.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/so-koennte-das-erweiterte-klybeck-quartier-in-30-jahren-aussehen/

Veranstaltungsreihe von Zukunft.Klybeck

Reger Andrang an den Beteiligungsveranstaltungen.

Der Verein Zukunft.Klybeck setzt sich in der Zwischenzeit dafür ein, dass die Bevölkerung auch beim Planungsprozess weiter aktiv am Ball bleiben kann. «Wir möchten die Diskussion über die Stadtentwicklung lebendig halten und verhindern, dass visionäre Ideen den Sachzwängen zum Opfer fallen», sagt Mörikofer. In den kommenden zwei Wochen sind deshalb drei impulsgebende Veranstaltungen geplant:

  • Podiumsdiskussion mit dem Titel «Klybeck – vom Chemielabor zum Stadtlabor?». Mit Barbara Buser vom Zwischennutzungsverein Unterdessen, dem neuen Leiter Kantons- und Stadtentwicklung Lukas Ott, der Stadtsoziologin Aline Schoch, der CVP-Grossrätin Andrea Knellwolf und Christoph Mörikofer von Zukunft.Klybeck (Freitag, 9. März, 19 Uhr im Unternehmen Mitte).
  • Workshop «HackKlybeck2 – die Versammlung» über Wege und Ziele der weiteren Partizipation am Planungsprozess (Samstag, 10. März, 15 Uhr im Unternehmen Mitte).
  • Beteiligungsworkshop «Deine Stadt – deine Ideen», der sich speziell an Migranten aus den betroffenen Quartieren Klybeck und Kleinhüningen richtet, die über die Hälfte der ansässigen Bevölkerung ausmachen. Der Anlass wird in sechs Sprachen abgehalten (Samstag, 17. März, 10.30 Uhr im Quartiertreffpunkt Kleinhüningen).

Konversation

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