Brand bei Haustierzirkus – drei Hunde, zwei Katzen und eine Ratte sind tot

Viele kennen und lieben den Haustierzirkus «Circus Maus» von Heinrich Gugelmann. Bei einem Brand am 5. Januar hat der Direktor und Dompteur alles verloren und ist nun auf Hilfe angewiesen. 

Heinrich Gugelmann ist seit 46 Jahren Direktor und Dompteur von «Circus Maus». 

Der 5. Januar 2018 war ein schwarzer Tag für Heinrich Gugelmann. Der Direktor und Dompteur des Haustierzirkus «Circus Maus» hat bei einem Brand alles verloren: Sein Wohnwagen und die Käfige der Tiere gingen in Flammen auf und mit ihnen seine Fotos, sein Handy, der Computer, alle Ausweise und das Geld. Drei seiner Hunde, zwei Katzen und eine Ratte starben.

Was das Feuer ausgelöst hat, ist unklar – die Feuerwehr hat keine Brandursache ermittelt. Gugelmann besteht jedoch darauf, dass es keinen erklärbaren Grund gibt. Knappe dreissig Minuten sei er ausser Haus gewesen. «Ich rauche nicht. Wenn man Katzen und Hunde hat, zündet man klarerweise keine Kerzen an. Und die Elektrizität ist eigentlich auch gesichert», sagt er.

Sein Nachbar alarmierte die Einsatzkräfte.

Der Wohnwagen des Zirkusdirektors ging am 5. Januar plötzlich in Flammen auf – er hat alles verloren.

Mitleid will Gugelmann nicht. «Ich habe noch zu essen, ich habe noch ein Dach über dem Kopf – es gibt Leute, die viel schlechter dran sind als ich», sagt der Zirkusdirektor. Er sieht den Brand nüchtern: «Ich bin schon sehr traurig, der Tiere wegen, aber ich bin nicht in Agonie. Das ist keine Trauergeschichte.»

Raubkatzen und Stubentiger

Seit 1972 tritt Gugelmann mit seinen rund 25 tierischen Artisten auf. Seine ersten Schritte in der Zirkuswelt machte er mit Raubkatzen. Der Zirkusdirektor war in den Sechzigerjahren als Pfleger tätig und wanderte – beeindruckt von den Raubtieren – nach Amerika aus, wo er in Kalifornien bei «Holters Movieland Animals» arbeitete und zum Dompteur wurde.

Zwar gefiel Gugelmann seine Zeit in den USA, aber es störte ihn, dass die Raubkatzen keinen Auslauf hatten. Als er in die Schweiz zurückkam, wollte er, dass es seinen Tieren besser ergehe. Irgendwann arbeitete er nur noch mit Tieren, die sich artgerecht halten lassen: Katzen, Hunde, Ziegen, Schweine, Enten, Ratten, Tauben, Kaninchen und Hühner.

Ganz pensioniert ist er «noch nicht», sagt Gugelmann. Sein Unternehmen will er weiterführen.

Mit seinen überlebenden Tieren wohnt Gugelmann im Laufental auf dem Blauen bei einem Bauernhof. Den Haustierzirkus will er weiterhin betreiben. Allerdings mit weniger Aufwand. «Ich bin jetzt siebzig geworden. Ich wollte sowieso kein Tier mehr ersetzen, das verstirbt – dafür ich bin einfach zu alt. Ich wäre langsam kürzer getreten. Da ist das Schicksal mir zuvor gekommen», sagt er. Mit der einen Katze, die überlebt hat, und deren Nachzucht will er ein neues Programm gestalten. «Das kann ich auch noch im hohen Alter bewältigen», sagt er.

Von existenzieller Not könne keine Rede sein, sagt Gugelmann. Er hatte noch Geld zugute – weil er zu faul gewesen sei, Rechnungen zu schreiben: «Das hat mich jetzt mal über die erste Hürde gebracht.» Damit die Spendentöpfe für den Haustierzirkus «Circus Maus» aber möglichst voll werden, organisiert Nachbarin Nadja Pecinska drei Benefiz-Veranstaltungen in der Region. Sie will Gugelmann und seinen vierbeinigen Freunden helfen, wieder auftreten zu können.

«Er ist immerhin ein ganz besonderer Mensch», sagt sie.

Konversation

  1. Danke für die nahe Schilderung des Gugelmanns und seiner Tiere, die einzigartig sind, Tiere und Mensch. Sie zeigt ein Beispiel eines Menschen, der nicht nur funktioniert, sondern LEBT. Lebt auch nach so einer Katastrophe..

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