«Burglind» bestürmt Basel

In Basel stürmt es, wie seit 19 Jahren nicht mehr. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden, wie das Sturmtief «Burglind» die Stadt durchwirbelt.

Besser nicht den fliegenden Robert nachahmen: Ein Sturm, wie er im Buche steht, fegt durch Basel.
  • Laut einer Mitteilung des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements mussten Berufs- und Milizfeuerwehr wegen «Burglind» über 70 Mal ausrücken. Mehrere Bäume seien umgerissen oder umgeknickt worden. Der Einsazzentrale der Sanität Basel seien aber keine Verletzten in Zusammenhang mit dem Sturm gemeldet worden.  
  • Bei der Polizei Baselland gingen bis am frühen Vormittag rund 165 Meldungen wegen Sturm «Burglind» ein. Zahlreiche Strassen hätten wegen umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt werden müssen. Es sei zu Sachschäden gekommen, Personen wurden aber keine verletzt. Die Polizei empfiehlt, Wälder und Waldrandgebiete auch in den nächsten Tagen noch zu meiden.
Zwischen Rünenberg und Gelterkinden wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr von einem umstürzenden Baum getroffen und massiv beschädigt.
  • Um 17 Uhr melden die BVB, der Courant normal sei wieder hergestellt:
  • Der Wind zerrt an allem, was flattern kann. Besonders eindrücklich beim Meret-Oppenheim-Hochhaus. Hier haben sich die Schutznetze an mehreren Stellen vom Gerüst gelöst. Dieses scheint aber zu halten.
  • Umstürzende Bäume haben die Fahrleitungen zwischen Basel und Mulhouse heruntergerissen. Derzeit verkehren keine Züge. «Dauer des Unterbruchs unbestimmt», twittert @Railinfo_sbb.
  • Die Schanzenstrasse musste in Richtung UKBB wegen Ziegelschlag gesperrt werden. Auch an der Riehentorstrasse lockerte Burglind die Dächer.
Welcher Ziegel fällt als nächster?
Dachziegel lagen an der Schanzenstrasse plötzlich im Parterre.
  • Der Weihnachtsbaum in der Greifengasse liegt am Boden. Der Sturm erleichtert den Stadtdekorateuren die Abbauarbeit.
  • Wütet neben Burglind ein zweiter Sturm namens Eleanor über Frankreich und England? Nein – Frankreich, England und Irland verwenden für den gleichen Sturm den Namen der britischen Wetterbehörde «Met Office» und das irische Pendant Met Éireann.
  • Burglind gönnt uns eine Verschnaufpause. Der EuroAirport rechnet um 15 Uhr mit den nächsten Windböen.
  • Soeben hat das Bundesamt für Umwelt die Hochwasserwarnung für den Rhein von Ergolz bis Basel auf «erheblich, Stufe 3» erhöht. Das Wasser soll spätestens Donnerstagmittag hier sein. Für die Birs gilt «mässige Gefahr».
  • Die BVB-Verbindung nach Frankreich ist gekappt. Der 3er fährt derzeit (11.40 Uhr) nur bis Burgfelderhof. Störungen melden die BVB auf dem gesamten Netz. Die BLT-Linie 10 ist zwischen Leymen und Rodersdorf blockiert.
  • Am EuroAirport mussten mehrere Abflüge und Ankünfte ausfallen.
  • Im St. Johann hat die Stadtreinigung alle Hände voll zu tun und kriegt den Müll trotzdem kaum zu fassen.
  • Einfach nicht gut fürs Geschäft, so ein Sturm.
  • Beim Soup & Chill im Gundeli hat es den Wetterschutz verweht.
  • Burglind lässt es Rheinwasser regnen: Windstösse peitschen die Wellen. Der Fährimaa bleibt gelassen. Es sah schon schlimmer aus. Auch der Hafen ist nicht beunruhigt. Er hat wegen Burglind keine besonderen Vorgaben für den Schiffsverkehr erlassen.
  • Warum trägt der Sturm den Namen Burglind? Blick.ch hat herausgefunden, dass eine gewisse Burglind Gorn Namensgeberin ist. Wie das geht? Das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin benennt die europäischen Hoch- und Tiefdruckgebiete – und verkauft Wetterpatenschaften. Wer noch 2018 über Land und Leute wehen will, sollte schnell zuschlagen.
  • In Basel sorgte die Wetterlage bereits für erste Tramausfälle. So musste die BVB-Leitstelle die Linie 11 um etwa neun Uhr wegen einer Blockierung umleiten. Die Blockierung konnte bereits wieder behoben werden. Auch die Linie 6 verkehrt nach einer Streckenblockierung wieder normal. Momentan (11 Uhr) muss aber der 15er umgeleitet werden.
  • Schon in der Nacht auf heute kündigte sich das Unwetter in der ganzen Schweiz an. SRF.ch berichtet von Böen von 90 Kilometern pro Stunde im solothurnischen Welschenrohr Dünnern. Gar 146 Kilometer pro Stunde wurden in der Nacht auf dem Säntis gemessen.
https://tageswoche.ch/stadtleben/auf-diesen-wind-sollten-sie-besser-nicht-pfeifen/

Konversation

  1. Solange niemand ernsthaft verletzt wird ist es phantastisch der puren Naturgewalt zuzusehen und diese Kräfte zu spüren. Im Mittelalter war sowas wahrscheinlich einfach Gottes Strafe für das begehen von Sünden oder Verbrechen.

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