Das neue Felix-Platter-Areal macht auf Gundeli light

Auf dem Felix-Platter-Areal stehen künftig gleich drei Grossbauten von drei verschiedenen Architekten, die einen möglichst breiten Wohnmix anbieten sollen. Ein erster Blick ins neue «Westfeld».

Cafés, Lädeli, ein Velo-Mech und gleich zwei Kindergärten: So soll das «Westfeld» in vier Jahren aussehen. (Bild: nightnurse images, Zürich)

So soll es aussehen auf dem neuen «Westfeld», gleich neben dem Felix-Platter-Spital: Lange Häuserzeilen, die einen grossen Innenhof mit viel Grün umschliessen. Ganz wie im Gundeli- und Matthäus-Quartier.

«Das neue Gebäude soll einen Gegenpol zu den beiden anderen grossen Gebäuden in der Umgebung bilden», sagt Andreas Courvoisier. Der Vize-Präsident der Auswahljury der Baugenossenschaft Wohnen und Mehr meint damit den bisherigen Spitalbau und das neue Felix-Platter-Spital.

Monolithisch werde der Neubau auf dem Westfeld (so heisst das Felix-Platter-Areal ab sofort) aber nicht. «Das Gebäude ist in kleinere Stücke unterteilt, die von drei verschiedenen Architektur-Büros entworfen werden», so Courvoisier. «Damit soll eine feingliedrige Fassade mit viel Abwechslung entstehen.»

Eine 4-Zimmer-Wohnung ab 2000 Franken

Zum Flanieren einladen soll vor allem die Front zum Zentrum des Westfelds mit verschiedenen kleineren Geschäften. Die planerische Oberhand erhält das Zürcher Planungsbüro Enzmann Fischer Partner, das zusammen mit den Planern von Lorenz Eugster die beste Städtebaustudie einreichte.

So wird das Areal rund um das Felix-Platter-Spital bebaut. (Bild: nightnurse images, Zürich)

Nach wie vor ist es ein erklärtes Ziel der Genossenschaft, alle Einkommensklassen mit Wohnraum zu bedienen. Studenten, Familien mit wenig Einkommen, Senioren und Gutverdienende sollen Tür an Tür wohnen. Dafür sollen die Mietzinse sorgen, die Wohnen und Mehr anpeilt. Eine 4-Zimmer-Wohnung soll etwa 2000 Franken kosten. Eine grössere Herausforderung dürfte allerdings die Pflichtbeteiligung darstellen.

Pflichtbeteiligung für angestrebten Mieter-Mix zu hoch

Derzeit fehlt es der Genossenschaft noch an Teilhaberbeiträgen. Müssten die Mieter das Eigenkapital heute aufbringen, müssten sie bei einer 3-Zimmer-Wohnung 30’000 Franken auf der Seite liegen haben.

«Ziel ist es, die Pflichtbeteiligung der Mieter auf ein Minimum zu reduzieren», sagt Richard Schlägel, der Präsident der Baugenossenschaft. Er geht davon aus, die Pflichtbeteiligung lasse sich am Ende auf 15’000 Franken für eine 3-Zimmer-Wohnung drücken.

Das «Westfeld» mit seiner Flaniermeile soll das neue Zentrum des Quartiers werden.

Für Wenigverdienende ist jedoch auch dieser angestrebte Betrag nicht zahlbar. Um den gewünschten Mix der Einkommensklassen dennoch hinzubekommen, ist die Genossenschaft deshalb auf Hilfe angewiesen.

«Wir hoffen darauf, dass Stiftungen und Sozialwerke sich an der Genossenschaft beteiligen und ihren Klienten so eine Wohnung ermöglichen», sagt Courvoisier. Zwar richte die Baugenossenschaft mit rund einer Million Franken einen Solidarfonds ein. Courvoisier zweifelt aber daran, dass das für den Mix reiche.

Gleiches Spiel beim alten Spital

Es sei noch zu früh, um über genaue Zahlen zu sprechen, gibt die Genossenschaft zu bedenken. Selbst vom Neubau liegt bisher nur eine ungefähre Vorstellung vor. Das soll sich in den nächsten Monaten ändern. Bis Februar will Wohnen und Mehr den Bebauungsplan und die Grundlagen für Baurechtsverträge erarbeiten. Im Februar beginne dann die weitere Planung der Neubauten.

Zeitgleich mit der heutigen Publikation der Studienergebnisse beginnt die Ausschreibung für die Umgestaltung des alten Spitalgebäudes, in dem 130 Wohnungen entstehen sollen. Auch hier werben mehrere Planungsbüros um den Zuschlag der Genossenschaft.

Bis die ersten Mieter auf dem Westfeld einziehen können, dauert es noch eine Weile. Frühestens 2021 sollen die ersten Umzugswagen auffahren können.

Konversation

  1. Ich kann zwar nicht so ausführlich und kompetent schreiben, wie Herr Meury, aber schon der Titel und das Bild scheinen mir total daneben. Wo bitte ist denn im Gundeli solche eine schöne Anlage, mit Platz zum flanieren?
    Dort wo es dreis grosse Hauptstrassen gibt (Güter-, Dornacher- und Gundeldingerstrasse) die rege befahren werden. In der Dornacher- und Güterstrasse flaniert man nicht, weil es schlicht NICHTS gibt. Die Güterstrasse sollte zum flanieren einladen, jedoch muss man schwer aufpassen will man die Strasse überqueren, dass man nicht von einem Tram oder Auto/Lastwagen überfahren wird.
    Die Querstrassen werden auch alle befahren, also Obacht…

    Für mich ein absolut danebengegriffener Titel, sorry TaWo

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  2. Der Tawo-Beitrag wird dem von der Baugenossenschaft wohnen&mehr präsentierten Projekt »Westfeld« in keiner Weise gerecht. Der Titel des Beitrages ist bekloppt und disqualifiziert das »Westfeld« als billige Kopie. »Gundeli light«: Wo bitteschön nimmt der Autor den Vergleich her? Das »Westfeld« ist keine Kopie. Hier wird seriös geplant und was uns jetzt an der gestrigen Vernissage präsentiert wurde, ist ein einmaliges Wohnbauprojekt von überwältigendem Ausmass. Hier wird in absehbarer ein neues Wohnquartier realisiert. Ein Wohnquartier mitten in der Stadt.

    Auf dem Felix Platter-Areal entsteht auf einer Parzelle von 36’000 m2 ab Mitte 2019 – in Nachbarschaft zum neuen Felix Platter-Spital – ein lebendiges Stück Stadt mit Wohnraum und Flächen für Quartiernutzungen und Kleingewerbe. Das Areal bietet Platz für über 500 Wohnungen, davon rund 130 im umgenutzten Spitalgebäude und rund 400 auf dem für Neubauten vorgesehenen Arealteil.

    Zur Entwicklung des Neubau-Arealteils beauftragte die Baugenossenschaft wohnen&mehr in Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden sieben Teams mit der Erarbeitung eines städtebaulichen Vorschlags. Diese erarbeiteten Projektstudien zur Umnutzung des Spitalgebäudes. Nun steht das Gewinnerteam fest.

    Das Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz von Kantonsbaumeister Beat Aeberhard wählte das Projekt des Teams Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH aus Zürich zur weiteren Bearbeitung aus. Das weiterbearbeitete Gewinnerprojekt sowie die Projekte der sechs anderen teilnehmenden Teams können seit heute im Rahmen einer Ausstellung im Felix Platter-Spital besichtigt werden.

    Die Baugenossenschaft wohnen&mehr ist ein gemeinnütziger Bauträger, hervorgegangen aus der Initiative engagierter Privatpersonen und Wohngenossenschaften. Als «Genossenschaft der Genossenschaften» will wohnen&mehr in der Region Basel qualitätsvollen, durchmischten und bezahlbaren Wohnraum für verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen schaffen. Über das Wohnen hinaus verfolgt die Baugenossenschaft nachhaltige Ziele in den Bereichen Gesellschaft, Soziales, Ökologie sowie Stadt- und Quartierentwicklung. Diese ganzheitliche Sicht drückt sich im Namen «wohnen&mehr» aus.

    Mit diesem Projekt leistet wohnen&mehr einen essentiellen Beitrag. Mit dem Ziel zahlbare Wohnungen zu erstellen, realisieren die Initianten ein Wohnbauprojekt, welches auch Ansprüchen eines nachbarschaftlich-gemeinschaftsorientierten, alters- und familienfreundlichen Stadtquartiers, mit hoher sozialer Durchmischung, genügen soll. RR Hampe Wessels hat es in seiner Grussbotschaft nochmals betont: In der Stadt Basel wurden in den letzten paar Jahren 20’000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese Menschen sollen aber auch in dieser Stadt wohnen können. Das »Westfeld« leistet dafür einen Beitrag. Hier können sich Menschen nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum Leben niederlassen. Damit schafft »wohnen&mehr« neue Wohn- und Lebensqualitäten in einer breiten Vielfalt.

    Diese Würdigung vermisse ich im Beitrag der Tawo.

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