Greenpeace sperrt Basler Spielplatz ab

Die Umweltaktivisten machen mit ihrer Aktion auf Chemie-Altlasten im Boden aufmerksam und fordern eine Bodensanierung.

Zum Glück nur Greenpeace: Aktion gegen «Chemiemüll» im Boden beim Ackermätteli im Klybeck.

Gelbe Giftfässer, Absperrbänder und Menschen in Ganzkörper-Schutzanzügen: Dieses Bild bot sich am Montagnachmittag beim Spielplatz «Ackermätteli» im Basler Klybeck-Quartier.

Kein Ernstfall, glücklicherweise. Auch keine Übung. Bei den Verhüllten handelte es sich um Aktivistinnen und Aktivisten der Greenpeace Regionalgruppe Basel. Sie wollten auf die Verschmutzung des Bodens durch Chemie-Rückstände aufmerksam machen, auf die unlängst die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) aufmerksam gemacht hatten.

https://tageswoche.ch/stadtleben/altlastenexperte-warnt-klybeck-areal-mit-schadstoffen-verschmutzt/

Greenpeace fordert die Basler Regierung dazu auf, «Untersuchungen zur Menge und Zusammensetzung des giftigen Abfalls» der ehemaligen Chemiefirma Ciba-Geigy durchzuführen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und «den Chemiemüll» zu entfernen.

Regierung: «Keine unmittelbare Gefahr»

Die Basler Regierung hatte zur verschmutzten Klybeck-Fläche bereits Ende März in einer Interpellationsantwort Stellung genommen. Schon im Jahr 2003 seien Messungen durchgeführt worden. Es bestehe – unter Berücksichtigung einiger Vorsichtsmassnahmen, etwa wenn eine Baugrube ausgehoben wird – «keine unmittelbare Gefahr für Mensch und Umwelt» durch das Gift im Boden.

Greenpeace Region Basel fordert die sofortige Sanierung der Böden im Klybeck-Areal.

Greenpeace hat andere Vorstellungen: «Aus den bisherigen Stellungnahmen und Veröffentlichungen der Regierung ist nicht ersichtlich, welche Risiken für die spielenden Kinder, aber auch für die Umwelt und insbesondere das Grundwasser bestehen.»

Es könne «gerade hier, auf öffentlichem Grund, unter einem Kinderspielplatz in einem Wohnquartier nicht toleriert werden, dass möglicherweise giftiger Chemiemüll die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet», sagt Sprecherin Zoë Roth. Nun müsse sofort saniert werden.

Weiträumig abgesperrt aus Protest: Das Ackermätteli im Klybeck, wo in den Böden Altlasten von Ciba-Geigy stecken.

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