Insekten zwischen den Zähnen – gar nicht so eklig

Ab sofort hat die Schweiz eine neue Spezialität: Insekten am Spiess. Zum ersten Mal tischte ein Wirt in Basel offiziell und legal Heuschrecken auf. Wir haben den krossen Snack getestet.

Sieht doch eigentlich ganz lecker aus, so knusprig frittiert. (Bild: Samuel Rink)

Rösti, Fondue und Heuschrecken am Spiess, so sieht die gutbürgerliche Schweizer Küche seit gestern aus. Noch vor der EU erlaubt die Schweiz im Mai Insekten auf der Speisekarte. Nun sind die Gliederfüsser auf dem Tisch.

Am Donnerstagabend gab es in Basel das erste Probiererli von der Bollwerk-Buvette. Gastronom Roger Greiner ist schon seit Langem an dem neuen Nahrungsmittel interessiert. Mit Essento, dem Zürcher Start-up, das jüngst für seine Insekten-Bällchen in Supermärkten Schlagzeilen machte, hatte er vor einem Jahr zum ersten Mal Kontakt. «Ich bin immer auf der Suche nach neuen Produkten, da biss ich gleich an», sagt Greiner.

Aber warum sind die Insekten erst jetzt erhältlich?

Kurz bevor der Bund Insekten als Lebensmittel zuliess, legte er die Spielregeln fest. Die geniessbaren Heuschrecken und Grillen müssen aus Futterinsekten für Tiere gezüchtet werden. Um Qualität sicherzustellen, gelten erst die Ur-Enkel dieser Futterinsekten als Lebensmittel. Drei Insektengenerationen zu züchten braucht Zeit. Darum gibt es erst jetzt die ersten Insekten auf dem Teller der Bollwerk-Buvette. Und dort konnten wir zugreifen:

Auch wenn Insekten als Delikatesse gewöhnungsbedürftig sind, sie könnten einiges bewirken. Bei einer rasant wachsenden Bevölkerung sind sie die Nahrung der Zukunft. Viele Arten liefern hochwertige Proteine und haben mit Fleisch vergleichbare Energiewerte. Manche enthalten sogar Mikronährstoffe und Vitamine.

Und das alles ist bei Insekten günstiger zu haben als zum Beispiel bei Säugetieren oder Vögeln. Als Warmblüter müssen Rinder, Schweine und Hühner mit einem Teil der zugeführten Energie ihre Körpertemperatur halten. Insekten tun das nicht. Die wechselwarmen Tiere heizen sie sich mit der Umgebungstemperatur auf. Das ist effizienter und spart Ressourcen. Dazu kommt, dass sie weniger Wasser benötigen und weniger CO2 produzieren.

Das klingt zunächst gut. Bleibt nur der eigene Kopf, der zu viel Krabbeltier hinter den knusprigen Häppchen sieht. Aber daran werde man sich gewöhnen, hofft Melchior Füglistaller, Leiter Marketing und Verkauf bei Essento.

Konversation

  1. Falls das mit dem Restaurant dann doch irgendwie nicht so laufen sollte, hier eine kleine Idee: In den Mixer mit den Tierchen.

    Es gibt Leute, die nicht so vielbeiniges Zeug essen mögen. Schliesslich sind sie nicht so hübsch wie eine Milka-Kuh oder Barry, der Hofhund im TV.

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