Mindestens ein Drittel muss bei neuem Wohnraum günstig sein 

Die Basler Regierung hat den für die Stadtentwicklung verbindlichen Richtplan angepasst: In neuen Wohngebieten muss mindestens ein Drittel des Wohnraums im günstigen Preissektor sein.

Im neuen Basler Richtplan ist bei den Entwicklungsgebieten ein Mindestanteil von einem Drittel günstigem Wohnraum festgeschrieben.

Basel baut aus: Auf dem Lysbüchelareal, dem Dreispitz und im Klybeckquartier entsteht neuer Gewerbe-, Industrie- und Wohnraum. Die umfassende Stadtentwicklung verlangt nach Anpassungen im kantonalen Richtplan, der als verbindlicher Wegweiser für die Verwaltung dient.

Einige Anpassungen hat die Regierung nun vorgenommen. Die wichtigste betrifft den Anteil an preisgünstigem Wohnraum in neuen Wohngebieten. Dieser wurde auf das Minimum eines Drittels der neu entstehenden Wohnungen festgelegt, teilt die Regierung mit.

Bisher kein oder kleinerer Anteil

Das ist insofern bemerkenswert, als in diesem speziellen Punkt bislang keine Vorgaben existierten oder mit niedrigeren Zahlen operiert wurde. Im Falle des Entwicklungsgebiets Klybeck plus war bisher von einem Minimum von 15 Prozent die Rede gewesen.

Beim Basler Mieterverband stösst diese neue Vorgabe auf vorsichtiges Wohlwollen. Verbindlich dazu äussern wollte sich Verbandssekretär und BastA!-Grossrat Beat Leuthardt nicht: Er habe den Erläuterungsbericht noch nicht aufmerksam lesen können. (spi)

Konversation

  1. Preisgünstig heisst kostendeckend, da auch der Staat, auch nach der Initiative, keine Verluste decken kann.

    Wer sich auch das nicht leisten kann, kann/muss woanders eine günstigere Unterkunft suchen.
    Im Jura gibts z.B. noch hochwertigen und weit günstigeren Wohnraum.

    Zudem kann nur der Kanton bei bestehenden und neuen Projekten in Eigenregie bestimmen und die Mieten anpassen.

    Ob sich private Investoren für Neu-Projekte zu den nun gesetzten Konditionen finden lassen, wird sich zeigen.

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  2. Die Anleger sind sich solche Vorgaben von anderen Städten her gewohnt. Für Genossenschaften sind sie ohnehin einfach zu erfüllen. Die Regel wirkt auch dämpfend auf die Bodenpreise und ist ein Aspekt von qualitativ hoch stehender, nachhaltiger Verdichtung.

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  3. Die Frage dürfe dann schnell mal sein, was ist günstiger Wohnraum und mit welcher Ausstattung. Und das in Zählen. Da scheiden sich die Meinungen ganz schnell und extrem. Die Erwartungshaltung diverser Personen ist da leider oft überzogen.
    Und privaten Invstoren hat die Regierung diesbezüglich rein gar nichts vorzuschreiben. Auch nicht bei Genossenschaften. Das wäre rechtlich kaum durchsetzbar im derzeitigen Rechtssystem. Nur wenn BS da auch unterstützt. In erster Linie jedoch bei Bauten vom Kanton selbst.

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  4. Eine gute Idee – nur was heisst günstig ? Wer definiert das ?
    Das Problem ist ja wohl dass es günstigen Wohnraum gibt, dieser aber besetzt/belegt ist. Wenn da mal jemand drin ist bleibt er jahrzehntelang drin. Vielleicht auch solange wie er die grosse Fläche gar nicht mehr braucht/nutzt.
    Zudem steigt der Anteil von schlechtverdienenden, Erwerbslosen und Sozial/IV Bezüger ständig, also müsste die Welt hnflächen auch ständig angepasst werden. Das ist nicht realisierbar.

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  5. Solche Vorgaben des günstigen Wohnungsbaus müssen fest einbetoniert werden, damit der nächste „Edlen-Freundliche“ sie nicht gleich wieder kippen kann.
    Das andere Problem bei beschränkter Anzahl Quadratmeter ist halt, dass nach jedem überbauten Quadratmeter weniger Quadratmeter übrig bleiben. Dies ergäbe nach Markt-Üblichem ein stetig steigenden Preis pro Quadratmeter für die noch verbliebenen nicht überbauten Quadratmeter.
    Das Ende wären Bodenpreise wie in Monaco oder Zug!
    Soviele „Q-m“…, kapiert?

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