Untersucht: Pferde hatten eine entspannte Fasnacht

Nach dem lautstarken Protest von Tierschützern gegen die traditionellen Chaisen kommt eine Tierärztin zum Schluss: Die eingespannten Pferde blieben erstaunlich relaxed.

Tierschützer protestierten auch während der Fasnacht gegen den Einsatz von Pferden.

Es war schon vor der Fasnacht ein emotionales Thema: Ist die Tradition okay, mit Pferdekutschen durchs wilde Fasnachtstreiben zu rollen – oder ist das für die Tiere eine unsägliche Qual?

Das Comité hat sich der Frage angenommen, indem es eine Tierärztin beauftragte, die Pferde während der Fasnacht zu untersuchen – eine Premiere in der Geschichte der Basler Fasnacht. Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» bilanziert sie: «Das ist für mich keine Tierquälerei.»

Die Tierärztin horchte Puls, kontrollierte Atemfrequenz, Schleimhäute und andere Auffälligkeiten wie zum Beispiel übermässiges Schwitzen. Die Untersuchungen fanden zwar etwas abseits vom Cortège statt, wo es ruhig genug war, um überhaupt die Herzfrequenz abhören zu können. Doch bei den Pferden hätten sich keine aussergewöhnlichen Stresssymptome bemerkbar gemacht, wenn sie im Cortège mitliefen.

SRF-«Regionaljournal Basel»: «Ich staunte über die tiefen Herz- und Atemfrequenzen»

Konversation

    1. Sie können mit professionellen Kutschern zwanzig Jahre dank der Begeisterung von Amateuren in den Chaisen wunderbar jährlich je zwei Cortège-Nachmittage bestreiten, bis ein Herr Bieli alle verrückt macht und Unfrieden sät.

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    2. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Da spielt es keine Rolle, was zwei Tierärzte für einen Befund stellen, denn es würde ja das alles in Frage stellen, was man versucht mit aller Gewalt zu erreichen. Also zieht man deren Urteil in Zweifel.

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    3. Dann erklären Sie uns doch bitte (vom Fachmann für Laien) was diese wunderbar verspielten, originellen und unglaublich fantasievollen «Kutschen» im fasnächtlichen Kontext für eine Bedeutung haben?

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    4. Man kann die Chaisen als Urform des Wagens sehen.
      Auch dort werden (kleine) Dinge verteilt und viele Chaisen haben auch ein Sujet mit Zeedel, welches einige auch an der Chaise anschreiben – auch mit Versen.
      Man kann diese Frage auch für Wagen, Guggenmusiken ohne Sujets etc. stellen – nur die Antwort wird immer die selbe sein: Sie sind ein Teil der Fasnachtstradition geworden und bereichern die Fasnacht und sind ein Teil vieler Facetten, welche unsere Basler Fasnacht ausmacht, ihr eine gewisse Einzigartigkeit verleiht.

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  1. Mich wundert nur, dass das tatsächlich jemanden wundert. Polizeipferde weltweit zeigen, dass man Pferde sehr gut an Menschenmassen und Lärm gewöhnen kann (von noch schlimmeren Einsatzgebieten in früheren Zeiten will ich jetzt gar nicht sprechen). Natürlich muss man das gezielt trainieren, und natürlich ist auch nicht jedes Pferd geeignet. Diese Tierschützer haben meiner Meinung nach zwar zweifellos hehre Absichten, aber von Pferden offenbar nicht wirklich eine Ahnung. Aber heutzutage muss man nur laut genug schreien, dann stürzen sich die Medien drauf, das Thema ist gesetzt und die Kommentarspalten erledigen den Rest. (Das schreibe ich als Westernreiterin, die weiss, was ein gut ausgebildetes Pferd zu leisten vermag.)

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    1. Die «Karriere» war im militärischen Kontext «das Überreiten gegnerischer Stellungen» ohne Rücksicht auf Verluste.

      Das braucht Übung und Ausbildung (da liegen Sie richtig). Deshalb: Nehmen Sie doch Ihr gut ausgebildetes und höchst diszipliniertes Western-Pferd nächstes Jahr mit an den Moorgestraich.

      Nur Übung macht den Meister (Zitat).

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