Weil sie aus ihren Häusern fliegen, wohnen sie jetzt auf dem Marktplatz

Die Wohnraumdebatte in Basel kommt in Schwung. Ein Kollektiv aus Aktivisten und Betroffenen baut auf dem Marktplatz ein Wohnzimmer auf – und kündigt für Samstag eine grosse Demonstration an.

Öffentliches Wohnzimmer: Aktivisten richten sich auf dem Marktplatz ein, um für eine sanftere Wohnraumpolitik zu demonstrieren. (Bild: Nooah Riijärvi)

Während sich die Grossräte ein paar Meter weiter den Mund fuselig redeten über Parkplätze, wies eine Protestaktion auf dem Marktplatz darauf hin, wo die Politik vielleicht eher tätig werden sollte: in der Wohnbaupolitik. 

Ein Zusammenschluss von Bewohnern abrissbedrohter Häuser, der Genossenschaft Mietshäuser Syndikat und der Gassenarbeiter vom Schwarzen Peter hatte Sofas, Lampenständer und den ganzen Nippes, der in ein ordentlich bürgerliches Wohnzimmer gehört, auf den Marktplatz gekarrt, um ein Zeichen zu setzen gegen Verdrängung im Wohnbereich. 

Die Aktion trug den Titel «Bald kay Dach meh uf em Kopf?» und ist laut Kollektiv Teil einer mehrteiligen Kampagne: «Es geht uns nicht um die einzelnen Häuser, sondern um einen grundsätzlichen Kurswechsel in der städtischen Wohnraumpolitik.»

Für Samstag ist eine grosse Demonstration zum Thema angekündigt. Start der Kundgebung ist 14 Uhr am Claraplatz.

Konversation

  1. Was heisst schon bezahlbarer Wohnraum ? Dies ist eher ein Unwort, etwas, was in der Schweiz eigentlich nicht (mehr) möglich ist. Hierzulande zu bauen ist ein teures Unterfangen, man kann nicht günstig bauen und wenn man gebaut hat muss sich die Investition ja irgendwie amortisieren, Wenn man billig(er)en Wohnraum will muss man halt ausweichen auf Vororte, ländliche Gegenden oder das angrenzende Ausland.

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  2. danke bin realis, kein schlafwandler.
    unterstützen sie arbeitsscheue und sonstige
    querulanten?
    ui und jetzt sind plötzlich die fahrenden alten
    recht um mit sprüchen verfremdet zu werden.

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  3. Das Zitat ist aber aus dem Zusammenhang gerissen. Klar wird dies beim nächsten Satz: „Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.“ Bibelstellen zitieren ist eine gefährliche Sache und diese hat auch wirklich gar nichts mit dem Wohnungsbau zu tun. Ich vermute, es geht den Initiaten hier primär darum, dass nicht nur High-end sondern auch bezahlbare Wohnungen gebaut werden sollten. Ein berechtigtes Anliegen, dass in einer Stadt nicht so einfach realisierbar ist, in der die Regulierungsdichte so hoch ist.

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    1. Ich habe mich nicht auf die Initianten bezogen, sondern auf panthers wirre Argumentation mit der unhaltbaren Prämisse, dass wer arbeitet auch eine Unterkunft habe. Im Kern der Sache bin ich also völlig Ihrer Meinung.

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  4. Wer Arbeitet hat auch eine Unterkunft.
    Zudem hat es bereits einige nicht Begüterte
    alte Menschen, wo im Wohnwagen wohnen müssen,
    abseits der Aufmehrksamkeit der Medien.
    Urbanes Leben hat seinen Preis oder eben wohnen unter der Brücke.
    Jammern ist einfacher….

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    1. „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“

      Eine der Bibelstellen, die man vielleicht nochmal überdenken könnte.

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    2. „Zudem hat es bereits einige nicht Begüterte
      alte Menschen, wo im Wohnwagen wohnen müssen,“

      Genau um die geht es ja unter anderem auch. «Es geht uns nicht um die einzelnen Häuser, sondern um einen grundsätzlichen Kurswechsel in der städtischen Wohnraumpolitik.»

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