Weltneuheit: Die erste «Fair-Orgel» kommt ins Stadtcasino

Im Sommer 2020 wird im Stadtcasino Basel eine neue Orgel eingebaut. Der Bau kostet rund 2,5 Millionen Franken und wird durch Spenden finanziert. Es wird die modernste Orgel Basels und vor allem: die erste weltweit mit konfliktfreiem Zinn.

Der «Verein neue Orgel Stadtcasino Basel» will die Chance der Renovation nutzen und gibt jetzt den Bau einer hochmodernen Orgel in Auftrag.

Im Rahmen der Renovation des Stadtcasinos Basel wird eine gänzlich neue Orgel gebaut. Die rund 2,5 Millionen Franken werden durch Spenden finanziert, ab Herbst 2020 soll sie im Einsatz sein.

Ursprünglich war geplant gewesen, die bestehende Orgel zu reinigen und einer Revision zu unterziehen. Doch schon bald fanden sich viele namhafte Befürworter für eine neue Orgel, die den Verein neue Orgel Stadtcasino Basel (VNOSB) gründeten. Auf dessen Website lässt sich Raphael Immoos, künstlerischer Leiter der Basler Madrigalisten und Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik Basel, so zitieren:

«Falls der Konzertsaal des Stadtcasinos sich zu den innovativen, international renommierten Sälen zählen möchte wie beispielsweise das KKL oder die Elbphilharmonie Hamburg, so ist eine Konzertorgel auf orgelbautechnisch neustem Stand unerlässlich. Nur so wird das Publikum die zahlreichen Chor- und Orchesterwerke mit obligater Orgel überhaupt gebührend geniessen können!»

Konfliktfreie und nachhaltige Baustoffe

Bis heute sind über 2,14 Millionen Franken an privaten Spenden für die Orgel eingegangen. Die Kommission der Casino-Gesellschaft Basel hat nun dem Antrag des Vereins zugestimmt, die Orgel bauen zu lassen.

Das Besondere: Erstmals wird für den Bau einer Orgel konfliktfreies Zinn verwendet. Der Anstoss dazu kam von dem Organisten Thilo Muster, Vorsitzender der Fachkommission. «Ich hatte ein Fairphone und habe mir überlegt: In einem Smartphone sind ein paar Gramm Zinn drin. In einer durchschnittlichen Orgel ist es eine Tonne!» Muster begann zu recherchieren und fand eine Orgelbaufirma, die sich auf das Projekt einlässt. «Bisher gab es die Strukturen noch nicht, an zertifiziertes Zinn zu kommen. Das wird aber immer besser», so Muster.

Die Zürcher Firma Metzler Orgelbau wird nun mit dem Bau beauftragt und Zinn aus zertifizierten europäischen Schmelzereien verwenden. Das Holz wird einheimisch sein. Die Orgel wird 54 Register haben, vier Manuale und ein Pedal, das laut Medienmitteilung «den Stil der französischen Romantik und der englischen Town-Hall-Orgeln kombiniert». Als Novum für eine Konzertsaalorgel ist geplant, ein winddynamisches Orgelwerk einzubauen, das «ganz neue Klänge und Klangverbindungen» ermögliche und zeitgenössische Komponisten «zu neuen Werken anregen dürfte».

Konversation

  1. Eine solche Orgel verpflichtet aber auch zu häufigeren Orgel-Vorführungen im Konzertsaal mit bekannten Organisten.

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Ich hoffe sehr, dass das Instrument rege genutzt werden wird, auch solistisch. Gar zu viele schöne Konzertsaalorgeln nach einem Konzert-Strohfeuer zur Eröffung kaum mehr angerührt, und wenn einmal, ist es fast immer Saint-Saëns Dritte Sinfonie oder das Poulenc-Konzert, obwohl es doch wahrlich genug anderes Repertoire gibt.

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Dabei gibt es so schöne „Kirmesmusik“, die für Orgel geschrieben wurde, Tänze, die es einem in den Füssen jucken lassen…
      In Freiburg gibt es Herrn Prof. Bernhard Marx, der jeweils die Domkonzerte in St. Blasien musikalisch organisert.
      Der weiss, wie man aus einer Orgel Musik heraus holt!
      Da leckt man sich die Finger danach, …weil man sich selber leider nicht die Ohren lecken kann!

      Da die Webseite:
      https://www.dom-st-blasien.de/int-domkonzerte.html

      Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (4)

Nächster Artikel