So arbeitet die aggressivste Basler Immobilienfirma

Die Immro AG wirtschaftet abseits der Öffentlichkeit und ohne Skrupel. Einblicke in das Geschäftsmodell der aktivsten Basler Immobilienfirma.

Hier wird nicht gewürfelt: Die Immro AG kalkuliert ihre Risiken und überlässt nichts dem Zufall. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Immro AG hat keine Website. Wer die Immobilienfirma googelt, stösst auf – fast nichts. Auch über die Inhaber der Firma sind keine Informationen auffindbar. Kaum zu glauben, dass diese Firma einer der grössten Immobilien-Player in Basel ist.

Doch genau das ergab eine umfassende Auswertung der Grundbuchdaten durch die TagesWoche: Keine andere Firma ist so aktiv auf dem Basler Immobilienmarkt wie die Immro AG. In den vergangenen neun Jahren hat die Firma in Basel-Stadt 40 Wohnhäuser gekauft und 212 Wohnungen als Stockwerkeigentum weiterverkauft. Das sind im Durchschnitt etwa vier Häuser pro Jahr, die die Firma kauft, und 25 Wohnungen, die sie pro Jahr weiterverkauft.

Das Geschäftsmodell der Firma geht so: Die Immro AG kauft kleinere Wohnhäuser, die Schwesterfirma Stadthaus AG renoviert diese und verkauft die darin befindlichen Wohnungen als Stockwerkeigentum weiter – im Schnitt fünf Parzellen pro Wohnhaus.

«Stehen nicht zur Verfügung»

Immro AG und Stadthaus AG haben ihr Geschäftsmodell in über 20 Jahren perfektioniert. Die Firmen sind nicht nur geschäftlich, sondern auch familiär verbandelt: Die beiden Köpfe der Firmen, Reto Rölli und Jürg Buser, sind mit zwei mexikanischen Schwestern verheiratet. Die Schwesterfirmen haben auch dieselbe Domiziladresse im luzernischen Schötz.

Weitere Informationen über die Firmen sind rar. Die Inhaber blocken jede Stellungnahme ab. Am Telefon sagt Buser: «Wir stehen Ihnen nicht zur Verfügung.» Und droht mit rechtlichen Konsequenzen, falls die TagesWoche doch über ihre Firmen berichtet.

Busers und Röllis Geschäftsgebaren hinterlassen jedoch Spuren. Sowohl ehemalige Mieter wie auch Käufer finden kaum gute Worte über die Bau- und Immobilienfirmen.

An der Blauensteinerstrasse hat die Immro AG im vergangenen November ein Wohnhaus gekauft. Die Mieter wurden höflich aufgefordert zu gehen. Bis Februar waren bereits vier Wohnungen verkauft, der letzte Mieter verliess das Haus im April.

Das Credo der Immro AG: keine Kündigungen, die Mieter sollen von sich aus gehen. So geschieht es auch gerade in einem Haus an der Klybeckstrasse, wo die Mieter das eindeutige Gefühl kriegen, dass man sie loswerden will (die TagesWoche berichtete).

Herausgeekelte Mieter

Beat Leuthardt vom Basler Mieterverband kennt Fälle, in denen Mietern «teils sehr viel Geld» angeboten wurde, wenn sie freiwillig gehen. «Die Immro AG versucht zu verhindern, dass Mieter lange Beschwerdeverfahren anzetteln. Für sie ist es viel angenehmer, wenn die Mieter von sich aus gehen.»

Die Immro AG sei der «aggressivste Player» auf dem Basler Immobilienmarkt, sagt Leuthardt. Er beobachte die Firma seit Jahren. Fälle, in denen die Immro AG ihre Mieter «rausekelt», kämen sehr häufig vor.

Aber nicht nur Mieter sind über die Immro AG verärgert, weil sie aus ihren Wohnungen raus müssen. Auch die Käufer der Wohnungen machen negative Erfahrungen mit der Firma.

Vier Kunden, die in den letzten Jahren bei der Immro AG kauften, äussern gegenüber der TagesWoche Probleme,
die nach dem Kauf auftraten.

Andreas Zappalà vom Hauseigentümerverband sagt, es würden sich immer wieder Stockwerkeigentümer bei ihm melden, die über Mängel oder Probleme an ihrer neu erworbenen Immobilie klagten – «darunter sind auch viele Personen, die bei der Immro, respektive Stadthaus AG kauften».

Vier Kunden, die in den letzten Jahren bei der Immro AG kauften, äussern gegenüber der TagesWoche Probleme, die nach dem Kauf auftraten. Alle wollen anonym bleiben, weil sie teilweise noch in laufenden Verfahren stecken.

Was sie verbindet: Die Renovation wurde nicht zureichend ausgeführt, sodass die Käufer nachträglich Arbeiten einfordern mussten.

Auch die «Schweiz am Sonntag» berichtete 2015 über Handwerkspfusch der Immro und Stadthaus AG. Ein Baugutachten beanstandete für ein Haus in Binningen, die Renovierungsarbeiten seien «unprofessionell und sehr fragwürdig» ausgeführt worden.

Vier Jahre Streit

Ähnliches berichten Marlène Soder und ihr Mann Hanspeter Gysin, die vor 20 Jahren bei der Firma eine Wohnung im Gundeli kauften. Sie haben kein Problem damit, mit Namen erwähnt zu werden, weil der Fall bereits Jahre zurückliegt.

Vier Jahre zankten sie mit der Immro AG. «Irgendwann gibst du auf, weil du nicht die ganze Freizeit damit verbringen willst», sagen die beiden rückblickend. Sie zeigen die Mängelliste, die nach dem Einzug erstellt wurde. Eineinhalb Jahre später waren nur 15 von 49 Punkten erledigt. Der Rest war «mangelhaft» oder gar nicht erledigt.
Da die Balkone einzustürzen drohten, musste mit anwaltschaftlichem Druck ein Gutachten eingeholt werden, um die Renovation durchzusetzen.
«Die meisten kaufen in ihrem Leben nur einmal eine Wohnung oder ein Haus», erklärt Soder. «Da hat man als Käufer einfach keine Erfahrung und ist nicht gewieft genug, auf alle Details zu achten.»

Die Grundstückgewinnsteuer ist hoch,
wenn eine Liegenschaft innerhalb kurzer Zeit
gekauft und weiterverkauft wird.

Wie viel die Immro und Stadthaus AG mit ihrem Geschäftsmodell verdienen, bleibt unklar. Die Grundstückgewinnsteuer ist hoch, wenn eine Liegenschaft innerhalb kurzer Zeit gekauft und weiterverkauft wird. Wenn der Weiterverkauf innerhalb von drei Jahren erfolgt, muss die Firma 60 Prozent ihres Gewinns abliefern.

So hält sich der Reingewinn der Immro AG in Grenzen – auch wenn sie eine Immobilie wie diejenige an der Blauensteinerstrasse für mehr als das Doppelte weiterverkaufen kann. Der Kaufpreis betrug dort rund 1,7 Millionen Franken. Die fünf Wohnungen waren für insgesamt 3,7 Millionen Franken ausgeschrieben.

Angenommen, die Wohnungen wurden zu diesem Preis verkauft, so machte die Firma rund zwei Millionen Gewinn und müsste darauf in Basel-Stadt 800’000 Franken Grundstückgewinnsteuer zahlen.

Müsste – weil sich die Steuer drastisch senken lässt. Die Immro AG kann nämlich die Kosten für Renovationen vom steuerbaren Grundstückgewinn abziehen. Das heisst: Je nachdem, wie hoch die Rechnungen für Renovationsarbeiten bei der Stadthaus AG ausfallen, zahlt die Immro AG relativ wenig oder fast keine Grundstückgewinnsteuer.

Teuer verkauft, billig renoviert

SP-Grossrat René Brigger kritisiert genau diesen Punkt. Die Grundstückgewinnsteuer sei eingeführt worden, um spekulative Kaskadenkäufe zu verhindern, wie sie die Immro AG tätigt. «Die Firma umgeht dieses Gesetz aber mit einem Trick. Denn sie erzielt jeweils sehr hohe Gewinnmargen und bezahlt sehr wenig für ihre Pseudosanierungen.»

Brigger sagt, dass die Immro respektive Stadthaus AG ihren Hauptgewinn möglicherweise damit erziele, dass sie hohe Rechnungen für Sanierungen schreibe, aber nur «Pinselsanierungen» durchführe. Darauf würde hindeuten, dass einige der Firmen,  die die Renovationsarbeiten durchführen, in Verbindung mit der Stadthaus AG stehen und manche auch in Schötz und Umgebung angesiedelt sind.

Auch Zappalà erachtet das Vorgehen der Schwesterfirmen als «problematisch». Für die Käufer sei es wünschenswert, wenn sie eine fertig renovierte Wohnung kaufen können und nicht an zwei Geschäftspartner gebunden seien. Diese Art des Immobilienhandels kenne er eigentlich nur von der Immro und Stadthaus AG.

Mit Vorwürfen zum Geschäftsmodell konfrontiert, kommt dann noch eine Stellungnahme der Immro und Stadthaus AG – per Einschreiben und vom Anwalt der Firmen. Der Anwalt bestreitet jegliche Vorwürfe.

Die Mieterschaft werde sehr gut behandelt. Mietern werde zum Beispiel «Hilfeleistungen bei der Wohnungssuche, Organisation, Umzug etc. gewährt».

Ausserdem würden die Sanierungen «auf einem hohen Standard» ausgeführt. Ein Grossteil der Renovationsfirmen sei entgegen den Informationen der TagesWoche in Basel und Agglomeration domiziliert.

Kaufen und verkaufen: Der Basler Immobilienmarkt im Überblick

Eine umfassende Datenrecherche der TagesWoche zeigt, wo in Basel die meisten Häuser gekauft und verkauft werden.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Der Basler Immobilienmarkt ist schwer zu fassen. Manche Entwicklungen werden evident, wenn Hauseigentümer ihre Mieter en masse rauswerfen. Wie zum Beispiel am Burgweg oder an der Hochstrasse. Solche Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf aktuelle Geschehnisse – längerfristige Entwicklungen oder tiefe Einblicke in die Markt- und Machtverhältnisse im Handel mit Basler Immobilien erlauben sie jedoch nicht.

Wer kauft was, wann und wo? Und wie bewegt sich der Basler Immobilienmarkt grundsätzlich? Diese Fragen wollten wir systematisch angehen. Denn sie bestimmen letztlich, wie die Stadt aussieht.

Systematisch durchs Grundbuch

Jede Veränderung auf dem Immobilienmarkt wird im Kantonsblatt respektive Grundbuch erfasst. Diese Daten sind jedoch nur durch mühsame Einzelabfragen abrufbar. Wir haben also damit begonnen, die Grundbuchdaten systematisch zu erfassen.

Aufgrund der Handänderungen, die zwischen August 2008 und Juni 2017 im Kantonsblatt publiziert wurden, entstand eine Datenbank mit über 9500 Einträgen.

Bei diesen Grundbucheinträgen handelt es sich um sogenannte Handänderungen. Es geht dabei um Immobilien, die den Besitzer gewechselt haben. Meist durch Verkauf, ein kleiner Teil der Handänderungen ist auch auf Erbteilungen und Schenkungen zurückzuführen. Erbgänge werden hingegen nicht im Grundbuch verzeichnet.

Handänderungen als Indikator

Handänderungen stellen einen guten Indikator für die Aktivität auf dem Immobilienmarkt dar. Nicht ablesen lassen sich jedoch die allgemeinen Besitzverhältnisse. Wir können sagen: Das sind die aktivsten Immobilienhändler und dort wurden am meisten Häuser verkauft. Wir können aber nicht sagen, wem die meisten Liegenschaften gehören.

Alle Handänderungen haben wir auf einer interaktiven Karte eingetragen. Auf den ersten Blick zeigt sich: Der Handel mit Immobilien verteilt sich relativ gleichmässig auf die ganze Stadt. 

Wenn Sie die Karte entsperren, können Sie bis auf Strassenebene nachverfolgen, wo es zu einer Handängerung kam.

Gemäss einer oft gehörten These bewegt sich der Immobilienmarkt zum Beispiel im Matthäus oder im St. Johann schneller und hektischer als anderswo. Zudem heisst es, dass sich Spekulanten in den Szene-Quartieren um jede Immobilie reissen würden, Stichwort Gentrifizierung. Diese These lässt sich – zumindest mit unserem Datensatz – nicht bestätigen.

Ein grobes Muster ist trotzdem auszumachen. Die Handänderungen häufen sich in der Peripherie. Liegenschaften in Aussenquartieren, wo hauptsächlich gewohnt wird, werden reger gehandelt als solche im Stadtzentrum. Vor allem in der Grossbasler Altstadt ist der Immobilienmarkt träger.

Dort stehen hauptsächlich grosse Geschäftsliegenschaften und historische Bauten, bei denen es sich wohl um längerfristige Anlageobjekte handelt, die vor allem für institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Immobilienfonds interessant sind. Das zeigt sich am Beispiel der Freien Strasse, wo sich mehr als die Hälfte der Immobilien in den Händen institutioneller Anleger befindet.

Vor allem Wohnhäuser gefragt

Interessanterweise bewegt sich also vor allem der Markt mit Wohnhäusern. Wohnen und Wohnpolitik gehören seit Jahren zu den meistdiskutierten, die Wohnungsknappheit zu den meistbeklagten Themen der Stadt.

Andreas Biedermann, Präsident des SVIT beider Basel (Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft), hat weitere Erklärungen parat:

«Im Zentrum sind die Liegenschaften generell teurer und vor allem knapper. Das ist sicher einer der Gründe, weshalb sich der Immobilienmarkt dort im Vergleich zur Peripherie weniger schnell bewegt. In den Aussenquartieren wurde in den letzten Jahren auch deutlich mehr gebaut als mitten in der Stadt.»

Die Tiefzinsphase habe zudem den Markt für Wohneigentum angekurbelt. «Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren von den tiefen Hypothekarzinsen profitiert und in Wohneigentum investiert», sagt Biedermann. Diese Entwicklung habe ihre Spuren vor allem in der Peripherie hinterlassen, weil Aussenquartiere vor allem zum Wohnen genutzt würden.

Auf der Liste der aktivsten Immobilien-Player stehen viele unbekannte Namen. Die Einwohnergemeinde und der Kanton verzeichnen zwar viele Handänderungen, bei diesen beiden handelt es sich jedoch selten um Verkäufe von Immobilien, sondern Umnutzungen zum Beispiel von Verwaltungsgebäuden in Wohnraum.

Neben den weitgehend unbekannten sind auch bekannte Namen wie die Christoph Merian Stiftung (CMS), die in den vergangenen neun Jahren 16 Liegenschaftsparzellen kaufte und 32 weiterverkaufte – wobei bei den Einträgen nicht alles Wohnhäuser sind. Die CMS kaufte zum Beispiel in den letzten neun Jahren nur ein Wohnhaus, alles andere waren Bürogebäude oder einfach nur Land.

Privatwirtschaftliche Player machen jedoch bei Weitem das grösste Geschäft mit Wohnhäusern. So zum Beispiel die Swiss Immo Trust AG oder die Burgfelder Immobilien AG, hinter der Scientology-nahe Kreise stehen. Oder die Immro AG, die als quasi Familienbetrieb die meisten Häuser kauft und verkauft

Unser Datensatz ist mit dieser ersten, oberflächlichen Analyse noch längst nicht ausgeschöpft. Wir haben noch einige Ideen in peto. Wir wollen aber auch unsere Leser fragen, in welche Richtung wir weiter recherchieren sollen. Das grosse Bild haben Sie nun gesehen, was würde Sie darüber hinaus noch interessieren?

  • Entscheiden Sie, wie die Recherche weitergehen soll.

    Entscheiden Sie, wie die Recherche weitergehen soll.

    • 7 × Mich interessiert, welche Rolle Stiftungen auf dem Immobilienmarkt spielen.
    • 36 × Wurde in den letzten Jahren dem Markt systematisch günstiger Wohnraum entzogen?
    • 22 × Ich will den kompletten Datensatz sehen und einfach durchsuchen können.

Neubau-Bewohnern fallen die Decken auf den Kopf

Nicht luxuriös, sondern baufällig: Die Stimmung in den Birsmatt-Neubauten in Aesch ist angespannt. Wegen Baumängeln müssen die Verantwortlichen sanieren und die Bewohner kurzfristig umsiedeln.

Kaum bezogen, schon renovationsbedürftig: Überbauung Birsmatt in Aesch. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Exklusiv ist die Wohnlage zwischen Bahnhof und Kantonsstrasse in Aesch nicht. Agglo-Träume werden woanders wahr.

Keine einfache Lage für einen Immobilien-Investor also. Entsprechend blumig beschreibt die Eigentümerin, die Luzerner Pensionskasse, ihre neue Renditeliegenschaft in Aesch, die Birsmatt-Überbauung: «Exquisite Designs sowie ausgewählte Materialien», «zeitlos und dennoch modern», «mit viel Liebe zum Detail ausgestattet – für ein langes Wohnerlebnis» seien die Domizile.

Doch davon merken die angelockten Mieter bisher nichts. Ihr Wohnerlebnis wurde schon nach wenigen Monaten jäh unterbrochen. Bezugsbereit waren die Wohnungen Ende November 2016 – erste gravierende Baumängel zeigten sich noch im selben Jahr.

Einige der «ausgewählten Materialien» liessen sich nämlich plötzlich aus der Nähe betrachten: Eines Tages lagen ganze Deckenputzstücke auf dem Schlafzimmerboden. Fortan hätten die Verantwortlichen nicht mehr überschwänglich, sondern nur noch langsam mit den Mietparteien kommuniziert, haben Letztere der TagesWoche erzählt.

Zu den Leidtragenden gehören etwa Sandra Grün und Peter Lauber (Namen geändert). Im Februar zog das Paar zum ersten Mal gemeinsam in eine der Neubauwohnungen. Ein Brief der Verwaltung im April sorgte für Stirnrunzeln: Er forderte die Mieter auf, Termine für einen vorübergehenden Wegzug anzugeben. «Uns traf der Hammer», sagt Grün. «Wir dachten, wir hätten die Züglerei hinter uns. Da begann das Ganze von vorne.»

Es regnet Putz

Den gleichen Brief erhielten auch die Nachbarn vis-à-vis. Andrea und Mike – auch sie heissen anders – gehörten zu den ersten Mietern im neuen Haus und erlebten alles von Beginn weg. Kurz nachdem sie im November 2016 eingezogen waren, kursierten schon Geschichten von herabfallenden Decken in der Nachbarschaft. Gleich in zwei anderen Wohnungen lagen plötzlich Stücke vom Verputz am Boden. In der Tiefgarage wurde gar ein Fahrzeug beschädigt. Zum Glück wurde bei all den Vorfällen niemand verletzt.

Ausgewählte Materialien auf dem Fussboden: Deckenputz auf dem erlesenen Parkett.

Die Luzerner Pensionskasse (LUPK) – kein überforderter Privater, sondern eine erfahrene Immobilienbesitzerin – beauftragte die Generalunternehmerin Losinger-Marazzi AG mit dem Bau und die Gribi Real Estate AG mit der Verwaltung. Gegenüber den Mietern informierten alle drei zu diesem Zeitpunkt nur spärlich. «Wir fragten immer wieder nach, haben aber keine Antwort erhalten», sagt Mike.

Erst mit den Briefen erfuhren die Mieter, was los war. Sämtliche rund 100 Wohnungen, die zum grössten Teil belegt sind, müssen saniert werden. Wie viele Mietparteien genau umsiedeln müssen, will die LUPK nicht offenlegen.

Geringe Entschädigung

Für zwei Wochen müssen die Bewohner mit ihrem ganzen Hausrat in eine andere Wohnung umziehen – um dann am Ende erneut in ihre Wohnung zu zügeln. Ein Aufwand, den die Besitzerin mit pauschal 1000 Franken pro Haushalt und einer halben Monatsmiete entschädigt. Unabhängig von der Wohnungsgrösse. «In unsere fünf Zimmer passt aber mehr Hausrat als in kleinere Wohnungen. Das sollte berücksichtigt werden», fordern Grün und Lauber, die während der Renovationsphase in eine kleinere Wohnung mit weniger Zimmern umziehen mussten.

Zweimal zügeln hält besser: Umzugsstress an der Birsmatt. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Kein Gehör für die Forderung hat die LUPK. Die Pensionskasse wehrt sich: Mit dem reduzierten Mietzins sei für den Ausgleich zwischen den unterschiedlich grossen Wohnungen zur Genüge gesorgt.

Warum den Bewohnern die Decken auf den Kopf zu fallen drohen, sprich, was die Ursache für den ganzen Schlamassel ist, werde derzeit noch untersucht, lassen sie weiter wissen. Bis im Herbst sei die Instandstellung der Wohnungen dann aber abgeschlossen.

«Bis dahin sollten die Mieter sich mit keiner Entschädigungssumme für einverstanden erklären», empfiehlt Urs Thrier, Leiter des Baselbieter Mieterverbandes. «Bis die Sanierungsarbeiten fertig sind, können noch weitere Beeinträchtigungen hinzukommen, die eine höhere Entschädigung rechtfertigen würden.»

So wie der Fall Birsmatt im Moment liege, halte er einen erlassenen Monatszins im Hinblick auf die Praxis der Schlichtungsstelle für angemessen, sagt Thrier. In der Birsmatt ist das aber nicht bei allen Mietobjekten der Fall.

Für Thrier sind die Mängel der Birsmatt-Neubauten nach 23 Jahren Erfahrung im Mieterverband einzigartig: «Dass Mieter von älteren Mietobjekten vorübergehend wegziehen müssen, kommt gerne vor. Aber an einen Fall bei einem Neubau kann ich mich nicht erinnern.» Die träge Kommunikation der Verwaltung sei dagegen üblich: «Sie ist heute dem Besitzer verpflichtet, nicht wie früher dem Mieter. Darum ist jeder Anruf der Bewohner ein Ärgernis.»

Mike und Andrea werden das Ende der Bauarbeiten nicht abwarten. Auf ein vorübergehendes Wegziehen haben sie keine Lust. Sie sind auf Wohnungssuche. «Demnächst fällt auch unsere Decke herunter», sagt Andrea. Tatsächlich zeigt der Verputz bereits bedrohliche Dellen. Vielleicht ziehen die beiden gerade noch rechtzeitig aus. Bevor auch bei ihnen plötzlich die Decke am Boden liegt. Oder noch schlimmer: Auf den Kopf fällt.

Die Decke von Mike und Andrea bleibt wohl nicht mehr lange oben. (Bild: Alexander Preobrajenski)

451-Millionen-Defizit glatt genehmigt

Der Grosse Rat hat die Staatsrechnung 2016 genehmigt. Sie ist weit besser als budgetiert: Statt eines geplanten Minus von 952,3 Millionen resultierte ein Minus von 451,5 Millionen Franken. Ohne PK-Sanierung wäre die Rechnung schwarz.

Trotz Defizit erfreut: Das Parlament segnet die Staatsrechnung von Finanzdirektorin Eva Herzog ab. (Bild: Dominique Spirgi)

Ins Minus gerät die Staatsrechnung, weil die Pensionskasse des Staatspersonals mit rund einer Milliarde Franken saniert wird. Ansonsten hätte Basel-Stadt einen Überschuss von 562 Millionen.

Dass die Rechnung 2016 unter dem Strich eine halbe Milliarde besser ausfiel als budgetiert, erklärt die Regierung insbesondere mit unerwartet hohen Steuereinnahmen und einem deutlich höheren Finanzergebnis.

Das Parlament genehmigte die Rechnung einstimmig. Themen in der Debatte waren:

  • die für den Kanton voraussichtlich teure Unternehmenssteuerreform.
  • die angespannte Beziehung zum klammen Baselbiet und dessen Sparbemühungen zulasten von Basel-Stadt.

Wonder Woman, du bist nicht die einzige: Sieben Actionfilme mit Frauen in der Hauptrolle

«Wonder Woman» rockt, nur weil eine Frau in der Hauptrolle spielt? Naja. 7 Alternative Blockbuster – alle mit Protagonistin, alle besser.

Alles Wonder Women, ganz ohne Gender-Hype.

«Endlich mal ein Actionfilm mit einer Frau in der Hauptrolle!», rief die Freundin beglückt und fing an, die Vorzüge des neuen «Wonder Woman»-Films aufzuzählen. Alle hatten mit der Tatsache zu tun, dass die Protagonistin eine Frau ist.

Nicht falsch verstehen: Es ist grossartig, wenn Blockbuster Frauen an die Spitze stellen. Und nötig, absolut. Es sollte auch selbstverständlich sein, sodass man nicht jeden Film hochloben muss, nur weil jetzt eine Frau die Bösewichte vermöbelt.

Dass der Film Tausende Zuschauerinnen zum Weinen bringt, hat weniger mit Female Empowerment als mit geschickt eingesetztem Pathos zu tun. Und das «Endlich!»-Japsen zieht hier auch nicht. Girls, es gibt eine Menge Actionfilme mit Frauen in den Hauptrollen – mit ganz vielen Wonder Women und keiner einzigen «Wonder Woman».

1. Das Killermädchen: «Hanna»

Saoirse Ronan rennt als irre Profikillerin durch einen verlassenen Vergnügungspark. Dazu harte Technobässe, Schnee, Blut, Tilda Swinton. Mehr brauchts nicht für einen starken Frauenfilm.

2. Die Urmütter: «Faster Pussycat! Kill! Kill»

Eigentlich sollte hier jeder Russ-Meyer-Film stehen. Sexploitation? Starke, crazy Frauen mit massiven Persönlichkeitsstörungen und Oberschenkeln! Wonder Woman, deine Mutter! Wörtlich.

3. Die Maschine: «Kill Bill»

Wer Meyer sagt, muss auch Tarantino sagen. Oder umgekehrt. Auf jeden Fall gehört in diese Liste auch ein von Meyers Superfrauen inspirierter Film. Und das sind die meisten Tarantinos. Allen voran: Na was wohl. Uma Thurman badet in Kunstblut und zeigt ihre Knöchel.

4. Die Superfrau: «Lucy»

Hübsche Lucy wird durch synthetische Superdroge zur Tötungsmaschine. Sie schlägt und brüllt und tritt und killt – und hat am Ende das Universum begriffen. Bisschen deliranter Kitsch, aber oh so powerful.

5. Die Mädchen, die man immer sein wollte: «Tiger Girl»

Zwei starke Mädchen, die ihre Umwelt behandeln wie… na wie zwei Jungs. Aber genau das schmettert einem der Film eben nicht ständig ins Gesicht. Die beiden sind halt einfach zwei coole Menschen. Und dabei… ah ja, genau, Mädchen. Nice!

6. Die moderne Ronja Räubertochter: «The Hunger Games»

Nach «Twilight» hatten wir die Hoffnung auf gute Jugendbuch-Verfilmungen aufgegeben. Aber dann kam Jennifer Lawrence als moderne Ronja Räubertochter und trat dem Regime in den Arsch. Eine Wohltat nach all der Blutleere.

7. Die Unzerstörbare: «G.I. Jane»

Sich von sonnenbebrillten Schnauzträgern rumkommandieren lassen? Mit blutverschmiertem Gesicht «Suck my Dick» brüllen? 100 einarmige Liegestützen? Kein Problem für Demi Moore, die sich hier ins männlichste aller Filmgenres einmischt: Kriegsfilme.

Astra-Direktor beschwört Verkehrs-Kollaps für Basel

Im Interview mit der «Basler Zeitung» zeichnet Astra-Direktor Jürg Röthlisberger ein düsteres Bild der Verkehrs-Zukunft in der Region Basel. Sein Rezept: «Verkehrsflächen ausbauen». Von verkehrsberuhigten Städten scheint er wenig zu halten.

Stau auf der Autobahn zwischen Basel und Zürich auf der Höhe Pratteln: droht tatsächlich der Kollaps? (Bild: Keystone / Gaetan Bally, All rights reserved)

Eine Reduktion des Autoverkehrs um zehn Prozent in der Stadt, wie es Basel-Stadt anstrebt: Dafür hat Astra-Direktor Jürg Röthlisberger wenig Verständnis. «Dieser Volksentscheid hat uns sehr überrascht», sagt er gegenüber der BaZ, und fügt an: «Dieses Ziel steht aus unserer Wahrnehmung völlig quer in der Landschaft.»

Autos im Stau stehen ebenfalls quer in der Landschaft. Das überrascht den Chef des Bundesamts für Strassen weniger. Sein Rezept: mehr Strassen. Und breitere. In die Städte hinein. Ansonsten, so prophezeit Röthlisberger: Verkehrs-Apokalypse!

Aber die Zentren spielen nicht mit. Röthlisberger weiss das: «Was wir wollen, steht natürlich voll im Widerspruch zum Auftrag der Bevölkerung.» An alternative Lösungen – etwa Parkmöglichkeiten vor den Städten – denkt der Meister der Strassen nicht.

Lesen Sie das ganze Interview in der BaZ:
«Ohne neue Verkehrsfläche kollabiert die Region»

So trainiert der FC Basel am Tegernsee

Regen und Sonne, Schweiss und Spass – alles ist dabei in den Tagen von Rottach-Egern am Tegernsee, wo der FC Basel seine Saisonvorbereitung vorantreibt. Eine Auswahl von Bildern aus dem Trainingscamp. 

Forscher fürchten: Die Uni wird ihr Renommee verlieren

Die Universität muss 44 Millionen Franken sparen. Kein Problem, finden die Bildungsdirektoren beider Basel, die Uni könne ihr Niveau trotz der Sparpläne halten. Doch Forscher aus den Life Sciences und der Philosophisch-Historischen Fakultät sehen das anders.

Exzellenz? Unabhängigkeit? (Bild: Nils Fisch)

Alles super bei der Universität Basel – diesen Eindruck hätte erhalten können, wer den Regierungen beider Basel zuhörte, als sie am Montag den neuen Leistungsauftrag für die Uni präsentierten. Sie muss zwar bis 2021
44 Millionen Franken sparen. Doch die Erziehungsdirektoren Conradin Cramer (LDP) und Monica Gschwind (FDP) beschwichtigten: «Es gibt deswegen keinen Leistungsabbau.»

Ganz anders sehen es die Forscher der Universität selber. Egal ob man bei den Sprachwissenschaftlern, bei den Chemikern oder den Biologen anruft: Sie machen sich Sorgen um das Renommee der Universität, sie fürchten einen Leistungsabbau. Ja, auch bei den Life Sciences, die Monica Gschwind nach eigenen Aussagen in Zukunft stärken will.

«Es braucht Jahrzehnte, um ein gutes Renommee aufzubauen, aber nur wenige Jahre, um es zu verlieren.»
Erich Nigg, Direktor Biozentrum

Erich Nigg, Direktor Biozentrum.

Erich Nigg ist Direktor des Biozentrums. Er findet es positiv, dass die Universität nun konkrete Zahlen bis zum Jahr 2021 hat. Wie die Sparmassnahmen bis dahin umgesetzt werden, müsse jetzt sorgfältig geprüft werden. Was die weitere Zukunft angeht, wünschte sich Nigg eine langfristige Planung über vier Jahre hinaus. «Eine Stop-and-go-Taktik ist für eine Universität nicht gut. Es braucht Jahrzehnte, um ein gutes Renomee aufzubauen, aber nur wenige Jahre, um es zu verlieren.»

Das Biozentrum hat diese Ausstrahlung, es beruft Spitzenforscher von ausgezeichneten amerikanischen Universitäten wie Harvard oder Columbia. Doch die Leuchttürme unter den Forschern sind schnell weg, sagt Nigg: «Und dann haben wir eine Uni, die ein bisschen weniger kostet, aber sehr viel weniger Ausstrahlung hat.»

Gretchenfrage: Wie viel Input für guten Output?

Es ist eine der Gretchenfragen jedes Staates, eine, die Ökonomen seit Jahrzehnten umtreibt – und ihre Geister scheidet: Wie viel Geld muss der Staat investieren, damit die Wirtschaft einen rechten Output generiert? Und wie fest kann man am Geldhahn drehen, bevor die Wirtschaft austrocknet? Nur: Die Universität ist nicht gleich Wirtschaft, sie ist etwas zwischen Staat und Wirtschaft. Wie nahe sie dem einen oder dem anderen sein soll, auch bei dieser Frage scheiden sich die Geister, zumindest in der Politik.

Wenn es nach der Baselbieter Bildungsdirektorin Gschwind geht, soll
die Universität näher zur Wirtschaft rücken: «Die Universität soll unabhängiger werden von den Kantonen, sie soll mehr Drittmittel generieren.»

Kann sie das?

Biozentrum-Direktor Erich Nigg sieht Grenzen. Die Universität Basel ist heute bereits Spitzenreiterin bei den Drittmitteln, keine andere Schweizer Universität bekommt mehr Gelder von externen Geldgebern wie Forschungsfonds, Stiftungen, Privaten. Das zeigen die Zahlen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, welche die UniBasel aufbereitet hat. «Es ist durchaus möglich, dass die Universität noch etwas zulegt», sagt Nigg, «doch ich bezweifle, dass sie die ganzen Sparmassnahmen durch Drittmittel kompensieren kann.»

Wer zahlt, will mitreden

Man muss aber auch die Frage stellen: Will man überhaupt, dass Private die Uni finanzieren?

Einer, der diese Frage stellt, ist Georg Funk, physikalischer Chemiker am Kompetenzzentrum für Computerwissenschaften. «Die Gesellschaft sollte sich vielleicht einmal fragen, ob sie zweckfreie Forschung oder, plakativ gesagt, «Produktentwicklung» wünscht.» In der Wissenschaft gilt wie überall: Wer zahlt, will auch mitreden.  Private, die in Forschung investieren, haben in der Regel ein Ziel; sie wollen ein Medikament, eine Technologie auf den Markt bringen und daran verdienen. Je mehr Drittmittel man einholt, desto mehr kommt deshalb die Grundlagenforschung unter Druck. Also die Forschung, die um des Wissens willen forscht, ohne Hintergedanken.

«Man darf die Grundlagenforschung und die Auftragsforschung nicht vermischen, sonst gefährdet man die Spitzenstellung der Universität.»
Thomas Meier, CEO Santhera Pharmaceuticals

Dieses Risiko sehen auch Forscher, die selber Produkte für den Markt entwickeln, etwa Thomas Meier, CEO der Santhera Pharmaceuticals Holding in Liestal. Meier hat einst an der Universität Basel habilitiert und war Forschungsgruppenleiter am Biozentrum. Bis er, als erster Forscher am Biozentrum, ein Start-up mit dem Namen MyContract gründete. 2004 entstand daraus das Pharmaunternehmen Santhera, das Medikamente gegen neuromuskuläre und mitochondriale Erkrankungen entwickelt und vermarktet.

Ohne Grundlagenforschung keine Innovation

Thomas Meier, CEO Santhera Pharmaceuticals.

Obwohl Meier heute selber in die Privatwirtschaft forscht, sagt er: «Man darf die Grundlagenforschung und die Auftragsforschung nicht vermischen, sonst gefährdet man die Spitzenstellung der Universität.» Das ist seine persönliche Sicht. Dafür hat er mehrere Gründe: Mit der Grundlagenforschung holt man Spitzenwissenschaftler. Die grösste Währung sind die Publikationen in anerkannten Journals und die Einladungen an Kongresse. Doch bei Auftragsforschungen dürfen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse oft nicht publizieren, da die Auftraggeber sie geheimhalten möchten. Die Forscher können sich keinen Namen machen.

«Weniger Geld heisst mehr Arbeit für weniger Personal heisst weniger Zeit für die Drittmittelakquisition.»
Thomas Grob, Dekan Phil.-Hist. Fakultät

Kommt hinzu: Ohne Grundlagenforschung entstehen häufig gar keine Spin-offs wie das von Meier. «Wenn man frei forschen kann, kommt man besser auf innovative Ideen», sagt er. Das bringt der Wirtschaft durchaus etwas: Diese Spin-offs ziehen nämlich wiederum zahlungskräftige Firmen an, die Interesse an deren Erkenntnissen und Technologien haben. Zwar investieren sie dann vielleicht in die Start-ups und nicht in die Universität, stärken aber dennoch den Forschungs- und Wirtschaftsstandort. So dient die Universität indirekt als Wirtschaftsmotor, «doch staatliche Finanzierung ist dafür unverzichtbar», sagt Meier.

Geisteswissenschaften werden bluten

So viel zu den Life Sciences. Was aber ist mit Fächern wie Philosophie oder Kunstgeschichte? Sie drohen als erste unter die Räder zu kommen, wie unsere Analyse aufzeigt.

Lesen Sie: Stagnation und Fächerabbau: Der neue Auftrag ist Gift für die Uni Basel

Thomas Grob, Dekan der Historisch-Philosophischen Fakultät.

Thomas Grob ist Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät und Leiter des Fachbereichs Slavistik. Auch er macht sich Sorgen. «Wir haben jetzt schon ein enges Budget», sagt er. Weniger Geld heisse mehr Administrationsarbeit für weniger Professuren und Assistenten. «So bleibt weniger Zeit für andere Aufgaben, etwa die, Drittmittel zu generieren.»

Dabei hat auch die Philosophisch-Historische Fakultät bereits einen hohen Anteil an Drittmitteln. Gemäss Geschäftsführer Roberto Lazzari machten sie im Jahr 2014 42 Prozent des Gesamtbudgets* aus – das ist im Verhältnis etwa gleich viel wie in Bern (39 Prozent) und deutlich mehr als in Zürich (21 Prozent). Hauptquelle für Drittmittel ist für viele Fakultäten der Schweizerische Nationalfonds.

* Inklusive Fakultät für Psychologie (in Zürich und Bern sind die Fakultäten vereint).

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