Die frischen Waren vom Markt sind ab sofort nur noch einen Klick entfernt

Am Samstag, 3. Dezember, feiert die Markthalle den ersten «Online-Wochenmarkt» der Schweiz. Man stellt sich im Internet einen Einkaufskorb mit Zutaten von Produzenten aus der Region zusammen und holt ihn dann in der Markthalle ab.

Ich mag lokale Kirsi, du magst lokale Kirsi, wir alle mögen lokale Kirsi.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Am Samstag, 3. Dezember, feiert die Markthalle den ersten «Online-Wochenmarkt» der Schweiz. Man stellt sich im Internet einen Einkaufskorb mit Zutaten von Produzenten aus der Region zusammen und holt ihn dann in der Markthalle ab.

Am Samstag, 3. Dezember, feiert die Markthalle den Start der ersten Marktschwärmerei in Basel, wie sie mitteilte. Deshalb schalten wir unseren Artikel vom Oktober wieder auf, der das Projekt vorstellt.

Online einkaufen ist zwar populär, hat aber trotzdem einen schlechten Ruf. Weil Läden dabei leer ausgehen, Jobs verloren gehen und der menschliche Kontakt völlig wegfällt. Anders bei der Internetseite «Marktschwärmer», einer Art Online-Wochenmarkt; diese will den menschlichen Austausch sogar fördern, nämlich den Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten.

Und zwar so:

Wenn man sich als Konsument auf der Internetseite anmeldet, kriegt man im Wochenrhythmus eine – unverbindliche – Einladung, sich einen Warenkorb zusammenzustellen.

Im Angebot sind Produkte von Bauern, Käsern oder Metzgern aus der Region, bezahlen tut man gleich online mit Kreditkarte. Und am Samstag drauf holt man den Korb ab und – das ist der Clou daran – trifft dort die Bauern, Käser und Metzger an, deren Sachen man kauft. (Eine Liste der Produzenten finden Sie in der Medienmitteilung.)

Wo?

In der Markthalle, immer Samstags zwischen 11 und 13 Uhr.

Das Konzept gibt es bereits in Deutschland, Frankreich, Belgien oder Dänemark. Und neu auch in Basel. Initiiert hat es Christoph Schön von der Markthalle. «Wenn alles klappt, geht es in zwei Wochen los», sagt Schön. Wer sich registriert, kriegt am Samstag, 15. Oktober, erstmals die Einladung, online einzukaufen und kann am 22. Oktober seinen ersten Einkaufskorb abholen.

10 Prozent gehen an die Trägerschaft

Vom Angebot profitieren alle Beteiligten: Die Betreiber der Markthalle stellen die Infrastruktur zur Verfügung und erhalten zehn Prozent vom Verkaufswert. Die Dachorganisation «Marktschwärmer» betreut den Online-Verkauf und kassiert ebenso zehn Prozent. Und der Rest?

Den erhalten die Produzenten. Das lohnt sich, weil Bauern oder Metzger, die ihre Produkte über die Grossverteiler verkaufen, Geld verlieren, weil sie einen Anteil an die Läden abgeben müssen.

Doch Schön geht es eh nicht ums Geld, wie er sagt: «Wir möchten Produzenten und Konsumenten zusammenbringen.» 

Bio ist gut, Vertrauen ist besser

Auch für den Konsumenten hat das Vorteile. Zwar weiss Schön noch nicht, wie viel die Ware beim «Marktschwärmer» im Vergleich zu den Läden kosten wird. «Doch der Kunde weiss, dass er Qualität kriegt, weil er den Produzenten kennt», sagt Schön. Es müssen nicht immer alle Produzenten am Samstag in die Markthalle kommen, aber jeder sollte mindestens ein Mal pro Monat vorbeischauen.

Das sei mehr Wert als jedes Label, findet Schön, die «Marktschwärmer»-Bauen müssen nicht Bio sein. «Bio oder Demeter sind schon recht. Aber Vertrauen ist besser.» Ein Beispiel sind die Kirschen. Schön: «Ich will nicht unbedingt Bio-Kirschen, die unter einem Netz gewachsen sind, lieber nehme ich ein ‹Kirsi› von einem Baselbieter, den ich kenne und von dem ich weiss, wie er wirtschaftet und mit seinen Produkten umgeht.» 

Zehn Kilometer Umkreis

Die Produzenten, die mitmachen, stammen allesamt aus der Region. Der Transportweg vom Bauern zum Konsumenten ist nicht länger als zehn Kilometer lang.

Schön hofft, dass er Nachahmer findet. Die Plattform «Marktschwärmer» ist Open Source, jeder kann sie nutzen, um selber ein Netzwerk aus Produzenten und Kunden zu schaffen. Die Menschen und den Standort muss er aber selber suchen.

Zur Feier des Tages veranstaltet die Markthalle am Samstag einen Food Swap, einen Essenstausch. Die Idee: Jeder, der etwas mitbringt, darf auch etwas mit nach Hause nehmen. Alles Essbare ist erlaubt, Hauptsache selbstgemacht. 

_
11 bis 13 Uhr, Food Swap, Markthalle Basel.

Danach: Vorbestellten Korb abholen, immer Samstags, 11 bis 13 Uhr, Markthalle Basel.

Konversation

  1. @machata
    Es ist nicht das Gleiche, wie wenn man etwas vorbestellen will. Wenn Sie etwas Bestimmtes vorbestellen, wissen Sie genau, an welchem Tag sie was machen wollen und wieviele Menschen daran teilhaben werden.
    Müssen Sie aber an einem Samstag bestellen, das sie am nächsten Samstag abholen können, ist eine Woche dazwischen. Und es ist ja gedacht, dass Sie für die ganze nachfolgende Woche bestellen.
    Das geht so in meinen Augen gut für haltbare Sachen, wie Käse, Wurst, Rüebli und anderes haltbares Gemüse, das sich auch weit länger als eine Woche hält.
    Bei Frischwaren besteht dann die Gefahr, dass fortgeworfen wird, wenn die Woche anders verläuft als geplant.
    Ich könnte mir vorstellen mitzumachen, wenn ich die Ware bis am Freitag oder notfalls bis am Donnerstag abend bestellen könnte. So kann ich besser voraussehen, was ich wirklich brauche.
    Es ist eigentlich den Wochenpaketen des Birsmatthofes sehr ähnlich. Nur dort stellt der Birsmatthof mehr oder weniger in Eigenregie zusammen was gerade auf ihren Feldern reif ist. Man muss es nicht holen, sondern es wird in die Nähe nach hause gebracht.

    Und @Meury
    Es ist nicht ein Mehrwert in meinen Augen sondern ein „Anderwert“

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Und wo ist das Problem, Herr Meury? Keiner zwingt Sie, Ihren Warenkorb online zusammenzustellen. Sie können in diesem Moment immer noch «einfach so» in die Alte Markhalle gehen und dort spontan das einzukaufen, worauf Sie gerade Lust haben. Bzw. was dort an Ware noch zu haben sein wird. 🙂

    Mit anderen Worten: Was man hier «neudeutsch» «Online-Wochenmarkt» nennt, ist im Prinzip eine Erweiterung der guten alter Warenreservation.

    Danke Empfehlen (0 )
  3. Als Kunde kann ich in dieser Dienstleistung keinen realen Mehrwert erkennen. Im Gegenteil. Das gute an der unmittelbaren Marktsituation ist ja, dass ich vor Ort entscheiden kann, welche Produkte ich, nach der entsprechenden Begutachtung/Degustation, kaufen will. Dass ich die Ware ab Bildschirm vorbestelle hat für mich keine erkennbaren Vorteile. Der Online-Wochenmarkt ist ein reines Marketing- und Werbeprodukt. Der Gewinn liegt vielleicht bei den ProduzentInnen und dem Verteiler. Sie können ihre Kunden im Wochenrhythmus verpflichtend binden und vereinfachen ihr Geschäft durch Sammelbestellungen. Durch die Vorbestellung müssen sie auch nur Ware auf den Markt bringen, welche verlangt wird, respektive bestellt wurde. Diese Vereinfachung müsste sich im Preis aber niederschlagen und dem Kunden Vorteile bringen. Ansonst ist es einfach ein lustiger Kundengag mit erhöhtem Aufmerksamkeitseffekt. Ein Lifestyle-Hinweis der Tawo.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel